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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Kurmede

Kurmede

, f.

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I Besthaupt (vgl. LexMA. I 2071f. mit Lit.), das idR. beim Tod eines von einer (Grund-)Herrschaft Abhängigen, aber auch bei Besitzwechsel eines Leiheguts oder in Form einer jährl. (Geld-)Abgabe an die Herrschaft entrichtet wird, vereinzelt auch Heiratsgebühr
  • 1040 Foppens IV 503
  • in finem vero vite sue xii tantumodo denarios pro corimide custodi solverent infra xxx dies
    1072/75 CartSTrond I 24
  • 1088 CartSTrond I 27
  • 1151 CartSTrond I 82
  • 1152 WestfUB. Additamenta 44
  • convenit eciam ..., ut in obita cuiuslibet prepositi ... pro eo, quod vulgo dicitur curmeide, 3 solidi preter predictum censum ... persolvantur
    1170 NrhAnn. 44 (1885) 67
  • quo defuncto optimus equus ipsius uel, si non habet equum, x solidi pro eo, quod dicitur cvͦremeide, dabuntur ecclesie
    1176 Ennen,QKöln I 574
  • 1186 CartSTrond I 149
  • [bei Tod e. Wachszinsigen] curmetham dabit, rem unam, quam meliorem habuerit, sive in animalibus sive in vestibus
    1190 Xanten/MünsterBeitr.2 32/33 S. 103
  • 1197 SGereonUB. 41
  • 1200 KölnReg. II 325
  • post obitum vero, si masculus fuerit, optimum equum aut aliud animal vel saltem vestem meliorem, si mulier fuerit, optimam vestem pro curemedo relinquant
    1216 Seibertz,UB. I 184
  • 1219 Ennen,QKöln II 79
  • duas amas vini pro kurmeda et vorhure
    1220 Lacomblet,UB. II 50
  • curmede vel vorhure
    1224 NrhAnn. 83 (1907) 166
  • 1227 Sloet,OorkB. 507
  • 1231 Bergh I 184
  • 1236 WestfUB. VII 192
  • 1253 Lacomblet,UB. II 212
  • 1259 Sloet,OorkB. 804
  • de unoquoque lein, quando per mortem tenentis vacauerit, soluetur viuens curmide cum iure, quod upfal et niderual dicitur
    1269 Lacomblet,UB. II 350
  • 1275/76 Wauters,LibCom. Preuves 233
  • 1279 WestfUB. VII 776
  • 1285 Lacomblet,UB. II 475
  • dat alle lienbar man, die ir lehen entfaint von eyme abt von P. mit iren munde, von dem dat sey einem abth khurmoidt of ir bestheufft schuldigh seindt, als sey vervarent ind doit seindt, darna als sey die kurmoidt gericht haint, so sall sey ein abth ind die eruen belenen mit dem erue ind gude, dat sey von im zu lien haint
    1298 Eifel/GrW. II 521
  • 1300 Fruin,KlSteden II 9
  • 1310 KölnReg. IV 121
  • alle luden voirgenoempt, die den greue wass gelden, gilden oec den greue curmede nae oeren dode
    1313/18 NrhAnn. 31 (1877) 133
  • quia non omnes homines cerocensuales eodem iure censentur. quidam enim dant pellem hircinam, nomine curmede, alii unum melius, quod forcipe ambitur, alii unam vestem superiorem, et hec curmede varietas procedit ex eo, quod homines cerocensuales voverunt, dum sponte cerocensuales se fecerunt
    1321 Xanten/MünsterBeitr.2 32/33 S. 105
  • si qva de familia ecclesie alicui nostro nupserit servo, data prius justitia, que vulgariter koremede vocatur, in reliqvum cum marito juri nostro permaneat
    1346 WolfenbüttelLHArch.
  • wastynsighe luide sullen geven oeren heren koermede, uitgenomen dat beste perdt ind oer iseren, dat blyven sall den erven, in behueff des heren ind stat
    1349 ZWestf. 59, 1 (1901) 233
  • eyne levende curmede 
    1374 SGereonUB. 469
  • 1398? RhW. II 1 S. 223
  • dat den heren des waßtinses van des doden waßtinsiges menschen gude gebort eine kormede, dat iß na gemeinen verlope vnd gewonheit des landes dat beste eingewat, ofte rorende off roer, dat de dode in synen weren hadde, do he sik in synen veer pelen leghede
    1406/07 Kindlinger,MünsterBeitr. II Urk. 341
  • 1409 Xanten/MünsterBeitr.2 32/33 S. 79
  • soll aber die churmudt inwendigh sechs wechen betzalt und gebeßert werden, sonst mugen die herrn das guet gewinnen under iren plugh
    1409 NrhAnn. 148 (1949) 146
  • so wanne eyn koirmonde ervallen sy, ... so soillen die lienlude des hoyffs keysen dat beeste hoyfft, dat enbynnen jare ind daghe op des hoyffs guden gewant ind gekayrt hayt, berch ind dayl gewunen hayt
    1443 Niederrhein/GrW. III 849
  • nach 1443 Niederrhein/GrW. V 734
  • 1478 Westerwald/GrW. III 744
  • 1503 RhW. II 1 S. 152
  • wanneyr de leste hant an eynen hovessgude verstorven were, so verfelt unseme heren geyn koermode, sonder dat guyt ys dan loss verfallen
    1505 WerdenUrb. I 514
  • were aber sach, dass ein vatter oder mutter ein gut zu heyraths gut geben vnd nicht gemeinlich brauchten, sich dessen gantz eusserten, alssdan sollen sie daruon churmundt geben dem herren, vnd die kinder sollen dass empfangen, vnd so viel glieder, so viel churmundt
    1506 Untermosel/GrW. II 388f.
  • 1511 SPantaleonUrb. 356
  • 1517 Untermosel/GrW. II 310
  • ab sach were, das ein hoffman ... zwey, drey oder mehe heuser bauwet, ist er dauon nuss mehe dan ein kurmond schuldigh, so er aber soliche heuser abtheilet, verkaufft oder in ander frembde hand verwente, der dan solichs kaufft, ist dauon auch zu seiner zeit ein kurmond schuldig
    1518 Eifel/GrW. II 601
  • dat onse burgers ghene kuermoede gheven sullen, thenwair dat sy de burgerscup mit recht verwoent hadden
    1523 Amersfoort 128
  • voert enich man, die jaar ende dach burger gewest heeft, die en sal geen keurmoede geven, als hy sterft, ten waar hy ymant toebehoorde in enyghe eygenschap
    1532 Haltaus 1123
  • 1544 Rheinland/GrW. II 730
  • barenrecht oder curmuth, das nechst nach dem besten
    1545 LuxembW. 724
  • so derselb [Verstorbene] seine nahrungh mit pferdten gehabt, soll er das beste pferdt vor ein curmuth darstellen; hatt er aber kein pferdt gehabt, soll er die beste kohe zum kurmuth geben, ... sein aber kein quick, soll man das curmuth mit dem besten kleydt verbesseren ader mit einem silberen ploch, dass sein vunff marck
    1559 Mittelrhein/GrW. II 648
  • 1561 Untermosel/GrW. II 341
  • wan es ein groiss churmuth ist, so muss der haussman xv morgen landts han; ist es ein viertheil weniger, so ist es ein klein churmuth, das ist ein hembt, das magh der man loessen mit xv hellern
    vor 1563 Untermosel/GrW. II 494
  • der ehrw. herr zue E. die underthanen des hofes zu B. vermitz kirmeth undt zins vor freye leudt halten soll
    1567 LuxembW. 68
  • 1567 MittLippe 16 (1938) 71 u. 73
  • 1574 MittLippe 16 (1938) 79
  • 1578 RhW. II 1 S. 182
  • das ander curmuet ... wirt gnant ein silber pflueg, und man vertedingt es mit funf märck colnisch radergelt
    1578 RhW. II 1 S. 183
  • 1585? RhW. II 1 S. 266
  • 1594 Eifel/GrW. II 600
  • de keurmedien syn verdeylt in groote en kleyne keuren ... de groote keuren syn geaffecteert op akkerlanden ende de kleyne op huysen en hofreysingen
    1595? CoutLooz II 455
  • ehe der her sein gerechtigkeit an der koermoeden verlore, man sulle yme eher wysen an ein drystemplichen stuell
    16. Jh. Eifel/GrW. II 437
  • queme ein mensch durch das gericht gegangen vnd würde kranck vnd stürbe dabinnen, dem hern, do er hinden stirbt, sol der mensch ein koermoedt geben
    16. Jh. Eifel/GrW. II 437
  • die curmoet vnser hern van A. is anders niet dan ein beest mit einem ronden vnd ongespalden voet, dat is ein pert vnd dat pert is dat andert. item ist ein pert, hait man ghein curmoet, want dat dem hern dienst schuldig is. item syn dair 2 pert, dat niest dem besten sal men verkurmoden
    16. Jh. NrhAnn. 5 (1857) 30
  • cormud, id est equus vel in eius defectu vacca
    16./17. Jh. WerdenUrb. I 529
  • 1602 Untermosel/GrW. VI 538f.
  • 1602 NrhArch. 6 (1868) 312
  • da einiger sein gutt verkeufft, der kein viehe hett, der man wehre einer ehrw. fr. vnd ihrem gotteshauss vor dass churmundt den 10ten dn. dess kauffsschillings schuldig
    1615 Eifel/GrW. II 600
  • 1641 Jülich/GrW. II 757f.
  • so ein man vf den gutern absturbe, ist er dem grondherren ein kurmet schuldig, nemlich einen geschlitzten fuss, das best allzeit nach einem, es seie was viehs es wolle; wan er aber kein viehe nicht hat, so weist man alle zeit das best nach einem an allem andern hausrath, ja wan derselb nicht mehr dan zween stühl hat, so hult der hobsman den besten vorab vnd alssdan der scheffen den andern vor meinem ... hern zum zeuchnus, das er das sein gethan, ... vnd stirbt die frau nach dem man, meinem ... herrn ... auch ein churmut verfallen, stirbt sie aber vor dem man, erkennen wir dem herrn nichts dauon
    1642 Obermosel/GrW. II 273
  • 1645 NrhArch. 7 (1870) 96
  • 1. Hälfte 17. Jh. RhW. II 1 S. 90
  • 1671 Schottel,SingJur. 58f.
  • 1695 LuxembW.(Majerus) III 417
  • 1741 Frisch I 169
  • 1754 Dreyer,Samml. I 410
  • 1755 Hellfeld II 902
  • 1781 MittLippe 16 (1938) 109
  • item weist der scheffen dem hern von P. ein rundenfuess vor eine churmott von dem freyen gut vndt ein geschlibten fuess von deme hobsgut
    oJ. Eifel/GrW. II 526
II
Rechtszustand, aus dem die Pflicht entspringt, Kurmede (I) zu leisten
  • van kormedeghe luden ... heb wi ghewilkort ... de in onser stat aflivich werden ende ter kormeden horen, dat si soelen gheven een oer beste cleet ... oft een rijnc oft een dat beste pert
    14. Jh. KampenStR. I 11
  • domini capitulares absolverunt H. M. ... a iugo sive servitute curmede et solvit ad fabricam dimidium dailler
    1545 Xanten/MünsterBeitr.2 32/33 S. 87 Anm. 248
III wie Kürgut 
  • ab einer seiner gueter oder erbschafft vor gericht aussginge oder die verkaufft, ist er dauon auch den hern schuldig ein kurmond so fern, alss soliche güeter kurmodter seind
    1518 Eifel/GrW. II 601
  • verheffinge van keurmedien 
    1595? CoutLooz II 457
  • 1616 Henisch 627
  • curmedica bona, curmede ... im hertzogthumb Guͤlich, sunt bona quasi feudalia
    1624 Wehner,Obs. 98
  • churmede oder churmiede, kommt her von chur- und miethe, und werden dergleichen guͤter unter die feuda impropria gerechnet
    1733 Zedler V 2306
  • 1757 RechtVerfMariaTher. 619
IV der Kurmedpflichtige
  • ein kurmede darf auch nicht wider willen seines herrn sein kurmedialgut verlassen, es geschehe entweder durch verheyrathung oder dadurch, daß er die waffen ergreiffe
    1780 Gabcke,DorfBauernR. 115
unter Ausschluss der Schreibform(en):