Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): lästern

lästern

, v.

ahd. lastarôn, lastirôn, mhd. lastern, lestern, mnd. lasteren, mnl. lasteren, lachteren; zur Etymologie vgl. DWB. VI 261; l. glossiert culpare AhdGl. II 94; deformare ebd. II 20; derogare ebd. II 238; infamare ebd. II 329; reprehendere ebd . I 794; reprobare ebd. II 225; sugillare ebd. II 22

I jm. durch Wort oder Tat an der Ehre kränken, insb. von Frauen: vergewaltigen
  • wie so schepenen binne ghebanne vierscharne buter manninghe lachtert met woorden, ende die scepenen toghd, ende hys verwonnen wort met drei scepenen, hi sald beteren den schepene iii libra
    1253 Mieris I 273
  • 1256 Mieris I 314
  • du dat rike so gelasteret hevest, dat du van rechte din lif verlesen salt
    1260/70 SächsWChr. 108
  • so wor en man geit na enes mannes wyue ofte na siner dochter ofte na siner nichten, de vore to kerken geit, vmme to lasterende, vnde wert he dar mede begrepen: dat schal he beteren mit synes sulues lyue vnde mit me halse
    1270 HambStR. 62
  • [Übschr.:] wie man den herren an dem chnehte lastert 
    1275/87 Schwsp.(Kurzform II/Eckh.) 45 (Ks, Kg)
  • 1422 BambEchtb. 42
  • vor 1440 Rothe,DürChr. 476f.
  • NÖLGO. 1656 II 93 pr.
  • frauen laͤstern, fuͤr schaͤnden
    1741 Frisch I 582
II beschimpfen (I), übel nachreden, insb. Gott und die Religion schmähen, auch tätlich angreifen
III tadeln, einen Fehler angeben
  • 1284 Bergh II 219
  • 1362 SGereonUB. 420
  • quemen hir vromede koplude myt gropen to markede ..., de scholden de werkmestere bezeen. were dat werk guet, dat se des nicht lasterden, so mach he wol to markede staen
    1375 HambZftRolle 124
  • 14./15. Jh. NrhAnn. 6 (1859) 79
  • ok enschal nemant syn want also loven, dat he enes anderen mede lastere 
    1402 LünebZftU. 81
  • 1494 Danzig(Hirsch) 272
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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