Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1Land(es)mark

1Land(es)mark

, stf., n. u. m.

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I Grenze eines Landes (II 1) oder eines Landesteils, im Pl. nicht immer deutlich von Bed. II zu unterscheiden
  • ða wæs gelæded londmearce neah, ⁊ to þære stope, þær hi ... cwellan þohtun
    Mitte 8. Jh. Cynewulf, Juliana, ed. R. Woolf (London 1955) 51
  • funiculum lantmarcha territurium erdmarcha
    9. Jh. AhdGl. I 149
  • 982 Kemble,CDipl. III 189
  • um 993 Kemble,CDipl. III 274
  • ez sol niemen dhein vich chauffen, daz er ez auz dem land triben welle oder uͤber di landmarch 
    1300 Bayern/MGConst. IV 1221
  • ob die ... lantlute ... deheinen botten ... des conuentes ... ergriffen in ir lantmarchen 
    1320 EidgAbsch. I 251
  • dair men bosch noch rivire noch grave en liep, dair men rechte landmerke bi nemen mochte of weten mach, zoe zoude mi denken, dat men van den enen pale up den anderen voers. rechte rewiis trecken ende dat dair die landmerken ende die palen onderlinghe sceyden souden mit den besten rechte
    1326 BredaHeerlRbr. I 128f.
  • 1348 Geschfrd. der 5 Orte 24 (1869) 322
  • 1398 SaanenLschStat. 20
  • alsulc erve, als ic hier ligghende heb binnen desen lantmerken 
    Anf. 15. Jh. BrielRb. 113
  • AppenzLB. 1409 S. 87
  • in iren zilen kreissen vnd lantmarchen 
    1420 ArgauLsch. I 19
  • 1442 InterlakenR. 182
  • 1451 SaanenLschStat. 100
  • ainen vndergange der landmarken oder letzinen
    1459 AppenzUB. II 1 S. 54
  • 1467 LaupenAmtsbez. p. 44
  • 1475 Obersimmental(BernRQ.) 47
  • als dann hievor die lantmarch etwas unluter und ungelich verstanden ist gewaͤsen, die do scheiden sol unser beyder stetten herschaft, ... deßhalb unser beger uff beyd syten ist gewesen, durch einen gebuͥrlichen undergang solich lantmarch zů luͥtern
    1505 LaupenAmtsbez. 126
  • 1549/64 Niedersimmental 79f.
  • 1550 Tirol/ÖW. XVII 68
  • [daß jeder Vogt,] ehest er uffzogen und ingsässen sin wirt, mit ettlichen siner underamptslütten ... ein undergang und besichtigung thůn sölle siner vogty landtmarch zů erfaren, ob die marchstein uffrecht und in irem ordenlichen stand
    1584 BernStR. V 184
  • 1585 Salzburg/ÖW. I 165
  • 1642 Strnadt,Grenzbeschr. 650
  • lantmarch, gränitzen und öffnungen
    17. Jh. Tirol/ÖW. II 35
  • 1730 Strnadt,Grenzbeschr. 665
  • 1737 Zedler XVI 409
  • diese strassen oder weg ... für kain solches landmarch ze halten [sind]
    um 1764 Strnadt,Grenzbeschr. 685
II
das von einer 1Landesmark (I) umschlossene Gebiet, Grenzland
  • 1. Hälfte 11. Jh. D. Lambeth-Psalter, hg. U. Lindelöf, I (Helsingfors 1909) 94
  • ein andir lantmarche unde strich vahit an als Tigris gat unz an Eufraten
    um 1250 R.v.Ems,Weltchr. V. 1877
  • sü sun ouch fride han vor vns an allen stetten wan in vnser landmarch 
    1316 GlarusUrkS. I 141
  • 1319 (Abschr.) Mohr,Cod. II 258
  • 1336 ZürichStB. I 103
  • wo das wer, dz dien lantlüten von Glarus ... in den zilen vnd kreissen als ir lantmarch gat, keinen schaden gebresten oder angriff tet
    1352 EidgAbsch. I 273
  • das ... nieman ... dieplich noch fräuenlich noch mit geuerden den andern brennen soll inrett vnßer lanndtmarch, noch vsßert vnßerm lannde
    1365 SchwyzLB. 80
  • dz ... enkeiner ... ze Switz lantman werden sol, er welle denne zu jnen in ir lantmark ziehen
    1405 EidgAbsch. I 115
  • so sie die landgrafschaft und lantmarchen ze E. mit den kreissen ... in gewaltlichem ruͤwigem gewer ... innegehebt haben
    1418 BernStR. IV 1 S. 34
  • was gütren und stukinen jetwedrateil in des andren lantmarch hat, dz der die in der selben lantmarch, da di güter und stuki gelegen sind, von dis hin verstüren und verbrüchen sol
    1447 GasterLsch. 409
  • 1470 ArgauLsch. I 35
  • so haben wir die rechten landtmarchen vnd grenitzen, darmit dise ... grafschafft Tirol, von andern lannden gesundert ... ist, mit jren grenitzen, nachuolgender weise ... beschriben, naͤmlich, die herrschafft R.
    TirolLO. 1573 Bl. 145r
  • die grentzen der landtmarch 
    1585 BernStR. VI 1 S. 432
III Grenzzeichen
  • þonon on þone wuduweg, þær þa þreo landmearca gaþe togædere
    901 (Abschr.) Birch,CartSax. II 249
  • da mitten ligt ain stain auf einem pergl, darauf ist ein huef eisen gehauen, ist auch das rechte landmarch 
    1462 Strnadt,Grenzbeschr. 722
  • 1470 ArgauLsch. I 30
  • deßhalb sy den stein fuͥr kein landmarch hielten
    1523/40 ArgauLsch. III 27
  • welche stein alle mit beider herrschafften wapen gehouwen gezeichnet vnd die landmarckhen sein vnd beider herrschaften hoche oberkheiten scheiden sollen
    1554 ArgauLsch. I 70
  • 1571 ArgauLsch. I 81
  • 1666 SalzbChr. 358
  • land-mark, heissen die mark- und graͤntz-steine der felder und aecker so zu einem gut gehoͤren
    1741 Frisch I 569
IV Grenzfestlegung, Grenzvergleich
  • [daß] dise landmarch allein zů allermenigklichen wüßenden vnderscheid allersyts hochen oberkeyten landschaften fürgenommen worden vnd dahin dienen sölle
    1598 ArgauLsch. I 289
unter Ausschluss der Schreibform(en):