Landfahrer, m.
Landfahrer, m.
I
wer reisend Handel treibt oder einen Beruf ausübt, zunehmend mit pejorativer Bed. bis hin zum berufslosen Landstreicher und ¹Bettler
vgl.
1Freiheit (I),
Handelsmann (I),
Händler (III),
Hoke,
Höker,
Keßler (I),
Keßler (II),
Krämer (I),
Krämer (II),
Landfahre,
Landfahring,
Landflügel,
Landläufer
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nû was der ritter maere / ein rehter lantvaraere / und haete ouch anders geldes niht / wan daz er muoste, sô man giht, / mit sinem schilde sich betragen2. Hälfte 13. Jh. Konr.v.Würzb.,Engelhard, hg. P. Gercke (1912) V. 2830
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ez ensol dehein lantvaraer niht lenger in deheiner gebiet sin, wan uͤntz er dri hohzeit zů iem nem; fuͤrbaz ist er auz dem frid1300 MGConst. IV 1223 Faksimile
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dy groyeraͤr, die sich nennent lantfarerAnf. 14. Jh. Pez,Script. III 647
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angriff uff den straͧssen an kouffluten, an gesten, an lantfarern, an pilgrin oder an andern gaistlichen oder weltlichen lúten uff wasser oder uff dem land1384 RTA. I 445 Faksimile
- 1398 AugsbChr. I 163 Faksimile
- 1415 HildeshUB. III 295 Faksimile
- 1422 HeilbronnUB. I 226
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kawfman, pilgrim, lantfarer und ander erber unversprochen lewͤte, die des heiligen reichs strassen und die lande wandern1438 RTA. XIII 132
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alle fremde landtferer, die mit kramereye adir ander ware her komen, mogen drey tage noch enander veyle haben1. Hälfte 15. Jh. DanzigWillk.(Simson) 41 Faksimile
- 1466 HildeshUB. VII 341 Faksimile
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makede wy lantuerer to Rotzstock ene broderschap der hilghen dreualdicheit1466 JbMeckl. 7 (1842) 189
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lantferer, die die lantstrassen gebruchen vnd geware in vnsere slosse, stette, lande vnd gebiete bringen vnd verkauffen1468 Kremer,Urk. 394 Faksimile
- 1471 HeidelbStR. 509 Faksimile
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kein frembder kremer, abentewer oder landferrer im jar nicht lenger dan 3 tag feyle habe1475 WürzbPol. 175
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landtfarer spilman oder farndmanVoc. 1482 sijr
- 1499 ArchBern 30 (1930) 142
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wer es sach, daß der da bekommert wärt über zehen mylen heym hett oder ein lantfarer were und kheyn heymwyse hett, dem soll der burgermeister zu stand helffen15. Jh. OppenhStB. 188
- 15. Jh. ZSchwabNeuburg 34 (1908) 134
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landfahrer oder frembde leuth soll man nit länger dan über nacht halten bey poen einer mittel frevel ohn erlaubt der ambtleut1502 WürtLändlRQ. II 15 Faksimile
- 1510 Kluge,Rotwelsch 59
- um 1510 AarauStR. 156 Faksimile
- 1515 Reyscher,Ges. XII 24 Faksimile
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uil landtfahrer vnd crämer mit allerley pfennwert, crämerey vnd specerey in vnserm lannde vmbziehen, die jhre pfennwert auff dem rugken vnnd von hauß ze hauß tragen, die man hausirer nennet1516 Bayern/Haltaus 1160 Faksimile
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vnbekante schweyfende keßler, kremer, hausirer, landferer, zigeuͤner, jacobsbruder, freiheitsbubenn vnnd dergleichenn streicher, die sich vnnsern amptleuthen zuuor nit angetzaigt und baßport vonn jnen habenn, nit geduld ... werden1527 ArchUFrk. 3, 3 (1836) 144
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von landfaͤhrern, saͤngern und reimsprechern ... ist unser ernstlich befehl ..., wo sie betretten, daß sie von der obrigkeit gestrafft ... werdenRPO. 1530 Tit. 38
- 1530 Zürich/SchweizId. I 900 Faksimile
- 1531 Reyscher,Ges. XII 75 Faksimile
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soll ein jede obrikeit vf die verdechtlichen betler vnd landfarer ... vleissigs vffsehens haben1532 CCC. Art. 39 Volltext (und Faksimile), Ausgabe von 1533
- TirolLO. 1532 Bl. 71r Volltext (und Faksimile)
- 1535 Schuhmann,Scharfrichter 280 Anm. 1807
- 1539 Kamptz,PreußProvR. I 444 Faksimile
- 1548 Merseburg/Sehling,EvKO. I 2 S. 35 Faksimile
- 1553 Bayern/QNPrivatR. II 1 S. 232
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kramern und landfarern das hausiern nit mer gestatt ... werd1553 Bayern/QNPrivatR. II 1 S. 258
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hinfurt keinem juden, pfaffen, munch, auch keinem weibßbild oder andern landfährern zu practiciren ... gestatt ... soll werden, es sei dann, das derselbig uff einer universitet studirt und gepromouirt worden seie1558 HeidelbUnivStat. 90 Faksimile
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landfahrer. landstraicher, vnbesessen, der kein heußlich wesen oder wohnung hat1564 Schwartzenbach(Haß) fol. 59r
- 1567 ZittauStR. 129 Faksimile
- 1568 MHungJurHist. IV 2 S. 141 Faksimile
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wo jemand spitzbuben, betriegers und ... umblaufenden landfehrern, segeunern, reubern, dieben, mördern ... bei ihme wird unterschleif geben, sol dessen mit der strafe nicht ubersehen werden1585 Lauenburg/Sehling,EvKO. V 425 Faksimile
- 1598 CCMarch. IV 1 Sp. 1181 Faksimile
- 16. Jh. Steiermark/ÖW. VI 237f. Faksimile
- Ende 16. Jh. FrankfZftUrk. I 173
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wo einer ein fremden ... landfährer beherberget, solle er ihne länger nit als zwoe nächt außerhalb bewilligung der burgermeister bei straf fünf schilling drei pfund zu beherbergen macht haben1604 WürtVjh. 12 (1889) 63
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den landfahrern, so man zahnbrecher, tyriax- und wurzlenträger und -krämer nennt1621 Württemberg/QNPrivatR. II 1 S. 468
- nach 1623 Salzburg/ÖW. I 91 Faksimile
- 1655/1712 CCBrandenbCulmb. II 1 S. 642 Faksimile
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soll man fremde ... bettler und landfahrer im lande ... nicht dulten1666 Sachsen/QNPrivatR. II 1 S. 650
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die portner sollent die tor beschlossen haben, deheine frömbde krämer, lantfarer sambt weib und kinden einlassen17. Jh. SchweizId. I 900 Faksimile
- 1700 Nürnberg/Gatterer,TechnolMag. II 97 Faksimile
- 1700 Wiesand 993 Faksimile
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seynd des gleitschutzes nicht werth ... 2. die landfahrer, marckschreyer, singer und reimen-sprecher, die sich der artzney unterstehen und die mit keinem grund gelernet1705 KlugeBeamte I² 329 Faksimile
- 1720 Hornschuch,Keßler. 373
- 1735 CCMarch. V 2 Sp. 440 Faksimile
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landfahrer und vaganten ... moͤgen aller orten, wo sie sich immer betretten lassen, belangt ... werden1753 CJBavJud. 2 Faksimile
- 1755 Reyscher,Ges. XIV 420 Faksimile
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landstreicher ... im oberd. landfahrer, landstörzer, landstreiner, landströmer, landstürer, landschweifer ...1777 Adelung III 44 Faksimile
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eingeschraͤnkter ist der genuß des gastrechts fuͤr herrenlose gaͤste, wohin gehoͤren ... landfahrer oder landstreicher, die ohne hebende heimath, und ohne eine zu suchen, in der welt sich forttreiben1808 SammlBadStBl. I 643 Faksimile
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zu den landstreichern werden ... gezaͤhlt ... 5) landfahrer, die unter dem scheine von dienstgesuchen oder handelschaften sich beim landvolke zur herberg eindraͤngen1817 RepStaatsVerwBaiern VI 342 Faksimile
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nene landtferers hir in der arsteyde to practicerende to laten, se sin den dar to promoueretoJ. Schiller-Lübben II 627 s.v. lantvarink
II
in Württemberg Bez. (vorwiegend mit Umlaut) für einen Schäfer, der mit obrigkeitlicher Erlaubnis (Landesbrief III) fremde Weidedistrikte befährt
vgl.
Herrenschäfer
- 1723 Reyscher,Ges. XIII 1238 Faksimile
- 1815 WirtRealIndex III 52f. Faksimile