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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Lehen/lehen

Lehen

n., tw. (vor allem mnl.) m., auch f. (d. ae. Formen werden unter 1Lehne f. behandelt); Lehen glossiert beneficium: AhdGl. I 388, 560 u. 702, II 354, III 225, 351, 380 u. 686, IV 40 u. 197; Sumerlaten 3 u. 44; feudum: AhdGl. II 379, III 236; Sumerlaten 7; foenus: AhdGl. I 375, II 474, 521, 534 u. 753, III 220, 237 u. 274; Sumerlaten 7; possessio: AhdGl. III 285; praedium: AhdGl. III 285; praestatio: AhdGl. I 689, III 117, 212, 252, 285, 306, 342 u. 407; Sumerlaten 13; questus: AhdGl. III 220 u. 274; tributum: AhdGl. I 689, III 306, 342; usura: AhdGl. III 220 u. 274
zu leihen

I
das Verliehene

I 1 die Rechtsform des Lehn- bzw. Leiherechts kann die unterschiedlichsten Gegenstände (vom weltlichen Herrschaftsrecht im Rahmen der Heerschildordnung über geistliche Stiftungen (Pfründe) und städtische Berechtigungen (Grundbesitz, Zunftrecht) bis hin zum bäuerlichen Erwerbsgut) erfassen, so daß Lehen ein Gut oder ein (Nutzungs-)Recht irgendwelcher Art bezeichnet, das dem Nutzungsberechtigten (Lehnsmann, Amtsträger usw.) unmittelbar, dem Verleihenden aber mittelbar rechtlich zugeordnet ist und für dessen Überlassung der Nutzungsberechtigte dem Verleihenden eine Gegenleistung, tw. auch nur als Anerkennungsgebühr, erbringt
  • deer aegh dy griouwa aller mannalikum sijn len toe iewane, als hijt oen sijnre were hede, one fiaieftem
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 74
  • um 1120 MillstätterSündenkl. V. 159
  • um 1120/30 GenesisM. 7
  • Mitte 12. Jh. Rother V. 4891
  • um 1160 PfaffeLamprecht V. 2787
  • sone sculet ouch ir niemer mêre gewinnen lêhen noh eigen
    um 1170 PfaffeKonrad V. 329
  • et illi, ad quos agri pertinebant quantum ad dominium proprietatis, et illi, ad quorum len pertinebant, positi coram nobis in palatio nostro licentiam nobis dederunt
    1178/1202 KölnSchrUrk. II 1 S. 231
  • ir meinet ez also, daz ich niht eliche si geborn und süle da mit han verlorn min lehen und min lehenrecht
    1200/20 GottfrStraßb.(Weber) V. 5411
  • in feodum, quod in vulgari te lene dicitur
    1215 TijdschrTaalLk. 65 (1948) 128
  • bona censualia leen [genannt]
    1221 KölnReg. III 1 S. 59
  • swelk man sin gut gift unde dat weder to lene untvet, den herren ne hilpt de gave nicht, he ne behalde dat gut in sinen ledichleken weren jar unde dach; sint mach he it sekerleken jeneme weder lien, so dat he noch nen sin erve nen egen dar an bereden ne mach
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 34 § 2 [ebd. I 38 § 2]
  • swen men kuset biscope oder ebbede oder ebbedischen, de den herscilt hebbet, dat len scolen se vore untvan unde de bisorge na. swenne se dat len untvangen hebbet, so mogen se lenrecht dun unde nicht er
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 59 § 1
  • len bi eres [der vrowen] mannes live is er gedinge; na eres mannes dode is it er rechte len
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 75 § 2
  • ich heize mîne mâge gên ... und enpfâhen ze lêhen von dir elliu diu eigen diu wir hân, und sîn dir iemer undertân
    vor 1230 Stricker,Karl V. 12010
  • is dan daz die mannisnamin urin suestirin rechti wollin mieti vari unde teili [bei Erbschaft], so sulin su uri herrin bite, daz su diz lein urin suestirin lien undi urin vormundin, ab su si habin, undi un selbin
    um 1230 MühlhsnRb.2 131
  • 1235 MainzRLFr.(Const.) 250
  • E.v. L. hat zů lehene die gotzgabe von der kirchen zů Z.
    um 1250 Zweibrücken/CorpAltdtOrUrk. I 25
  • so wizzen alle beschaiden leute wol, daz frauwen nicht volg habnt an rechtem lehen 
    um 1252 OÖUB. III 193
  • ouch hant si daz reht, daz man di liute, die ir eigen oder reht lehen sint, unde dar braht hant, an ir willen ze burger niht sol nemen
    um 1260 BaselDienstR. 19
  • alle de ... kopet unde vorkopet geistlike len, de sin symoniaci ... geheten
    um 1260/70 SächsWChr. 96
  • in der achte belef he [Heinr. d. Löwe] jar vnde dach, darumbe ward eme verdelet echt unde recht unde egen unde len; dat egen in de koninglike walt, dat len al sinen herren ledich
    um 1260/70 SächsWChr. 230
  • darut makede de keiser en hertochdom mit willen der vorsten unde mit ordelen unde leg it eme to rechteme lene mit vanen, unde sineme wive M.; dar hebbet volge an de dochtere also de sone van sineme slechte
    um 1260/70 SächsWChr. 251
  • die schultheize sal haben die gewalt van des landes herren; her sal ouch damite belênt wesen vnde sol sin rechte lên wesen
    1261 BreslUB. 19
  • 1275 CoutBruges I 203
  • ein iegelich phaffe der von ritterlicher art ist, mag wol haben ze sinem libe lehen ... hat ein frovwe lehen von einem herren, div hat reht alse der phaffe
    um 1275 Schwsp.(L.) Lehnr. Art. 4
  • wie der man dvͥ lehen vfgit ...
    um 1275 Schwsp.(L.) Lehnr. Art. 6 Überschrift
  • swer lehen von dem kvͥnige oder von dem riche habe, dem sol der kvͥnig heizzen gebieten eine hervart mit im zevarenne
    um 1275 Schwsp.(L.) Lehnr. Art. 8 a
  • swa man iergeliches zins von git, daz ist nvͥt reht lehen 
    um 1275 Schwsp.(L.) Lehnr. Art. 28
  • swaz der herre lehen gelihet daz sol sin reht lehen, vnd erbelehen, vnd bvrclehen vnd gedingede an eins lebenden mans gvͦt, vnd daz der herre lihet einem man so ez im erste ledic werde, daz heizet alles reht lehen
    um 1275 Schwsp.(L.) Lehnr. Art. 97
  • swelh gvͦt dem man ane manschaft gelihen wirt, daz heizet nit rehte lehen 
    um 1275 Schwsp.(L.) Lehnr. Art. 111 a
  • swer gerihte hat zelehen von dem kvnge, daz lehen mac nit komen an die vierdvn hant. reht lehen kvmt mit rehte an die sibenden hant, daz ist da von daz der herschilte siben sint, die lehenrecht habent
    um 1275 Schwsp.(L.) Lehnr. Art. 132 b
  • ist daz ein herre von einem gotes huse livte ze lehen hat, vnde gebent si ir zinse dem gotes huse, wen sol si nvͥt phenden, fúr den herren der si ze lehen hat
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 83
  • wer ain recht lehen in stiller gewer hat unversprochen zwelif iar und ainen tag, mag er das beweren mit zwain unversprochen mannen die sein hausgenossen sind, das sol er fürbas berubet haben an alle ansprach
    1278? ÖLR. 63
  • habe wir ... daz selbe lehen geliehen ze rehtem lehen mit einer lehenshant
    1280 WirtUB. VIII 235
  • 1281 OÖUB. III 534
  • die lehen, die sy hand von der herschaft von Hapsspurg, sond ir tohtren erben, ob sy niͤht suͤn habend
    1284 BruggStR. 13
  • den kirchensatze haben die genanten von B. gestifft und ist juspaternatus und get also zu lehen von der herschafft B.
    1285? (Hs. 15. Jh.) HeilbronnUB. I 536
  • hann ich denselben zehent verlihen dem vorgenanten manne, der inn gechauft hat, ze rechtem lechen im und seiner hausfrawen
    1286 SPöltenUB. I 157
  • 1290 RheinfeldenStR.(SchweizRQ.) 12
  • 1290 StUtrechtOorkB. IV 591
  • ez sol ovch enkain burger den andern ald der in der stat sitzende ist kovfen ze aigen oder ze lehen über sinen willen, er kovfe danne ain guot, da er inne hörre
    1291 SchaffhRbf. 26
  • 1292 HMerseburgUB. 453
  • wir verleihen ... den ... purgern ..., daz sie sich vraeůn sentmaeziges rehtes ..., lehen ze nemen und ze haben und lehen ze laeihen
    1296 Wien/Keutgen,Urk. 216
  • 1298 Eifel/GrW. II 521
  • 1298 ZürichUB. VII 36f.
  • 1299 MGConst. IV 54
  • thi prestere ne mot nenra wraldeskera lena plegia, wara sines eynes ombethes, ther hi to ewiged is
    Ende 13. Jh. BrokmerR. 98
  • da der val wirt gúrichtet, als vor gúschriben ist, da mitte hant des gotzhus eigenlúte enpfangen lên vnd erbe
    Ende 13. Jh.? Zürich/GrW. I 2
  • he [en iewelic borgere van Lubeke] hebbet [dat gut] van vorsten oder van heren to lene 
    Ende 13. Jh. LübMndStR. 114
  • 1301 Baden/GrW. IV 479
  • 1303? Luzern/GrW. I 166
  • hat ein man kindere, beide, sune und tochtere, die ungeradet sin, unde im ebenburtic sin, ist daz her eigen unde lenhn lezet noch sime tode, daz eigen ... teilen sie gliche, ... daz lehn nemen die knechte bevor, ob sie joch nicht ebenburtic en sin
    1304 Tzschoppe-Stenzel 475
  • ez spricht der grave von H., daz duͥ selb tuͥb und vrevel sin lehen si von der herschaft
    um 1306 HabsbUrb. I 28
  • 1308 Schwartzenberg I 135
  • de graschap ende de herschap en vry menlic len is des rikes
    1319 DortmUB. I 258
  • 1322 Hessen/LSchrP. 132
  • 1323 BrschwUB. I 33
  • wir ratmanne ... vorckouffen ... das dorff B. ... auszgenomen die lehenn der manschafft, dy wir obir andir güter etzlicher unser mittebürger haben daselbst
    1325 CDBrandenb. I 23 S. 23
  • swaz grozzer lehen als chunichriche, furstentům, grafschaft, herschaft und die anders grozze lehen seint, dem riche ledich werdent, die sullen wir bede [Kg. Friedrich u. Kg. Ludwig] mit ein ander leihen und einer an den andern nicht
    1325 MGConst. VI 1 S. 73
  • di [Grafschaft] untfeit en vorste vanme rike, unde di greve vort van eme vorsten; hir mach de greve nen len, dat gerichte si, neneme vortan lien, wen scultambacht allene
    nach 1325 SspLR. III 52 [Buchsche Glosse]
  • we hebben gelegen und ligen in disser scrifft de nyen stat to Qu. den ... luden des rades meisteren und dem rade in der alden stad to Qu. tho der meynheyt hant to rechtem lene und to erve
    1327 QuedlinbUB. I 78
  • ac skillath ther alle prestera ... bi hiara lenon ... alle sunnandega bidda fori alle riuchtera
    1327 RüstringerR. 158
  • get ein wiͤrt seiner hausvrowen icht ze morgengab, daz lechen ist, daz ist dem lechenherren unschedlich, er geb dann siͤnen willen darzu
    1328 SalzbUB. IV 387
  • ich M.P. ... ritter vergich ..., daz ich mein aigenz guͤt ... meinem gnedigen herren ... aufgeben han vnd daz ze lehen von in enphangen han also, daz er des lehens mein herre vnd schierm sol sein nach landes recht
    1329 OÖUB. V 547
  • 1332 LünebUB. I 202 [Mühle]
  • daz ich in daz ... gut sol vertreten und versprechen als des landes recht ist, daz aygen zehen jar und ainen tag, daz lehen jar und tag
    1335 Rockinger
  • geschee, ob er [Graf v. Nassau] dhein silber ertz in seiner herrschafft funde oder an kem, wo das were, das er ... das selb silber ertzt von unss und dem reich ewiglichen ze einem rechten lehen haben und niezzen sullen
    1336 Böhmer-Ficker 523
  • auch wollen wir das in der vorgenanten stadt Molhausen das lehen der schulen unsers ordens hoemeistere gehorn solle
    1338 CDPruss. III 16
  • swer bei gutem gericht und mit stiller gewer ein aygen herpracht hat dreizzig iar vnd ainen tag, ein lehen czwelf iar vnd ainen tag ..., mag er daz furbringen, so hat er furbaz recht darczue
    1338 Graz/ZRG. 12 (1876) 60 Anm. 13
  • 1341 HeilbronnUB. I 72
  • [Übschr.:] Umb laẃt aygen oder lehen 
    BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 218 [ebd. 237]
  • wirt er [Verbrecher] überwunden, varnt guot dem richter, aigen und lehen seinen erben
    nach 1346 MünchenStR.(Auer) 35
  • ob der selbe ... C.W. abginge und niht suͤn liezz, so muͤgen des selben C. ... W. thoͤter oder enenklein daz reht haben zuͤ dem vorgen[antem] lehen des vorstampts geleicher weis, alz si man wern
    1347 MGConst. VIII 353
  • [Aufgabe e. Gutes] aigen mit salmans hant, lehen mit lehen herren hant
    1347 Rockinger
  • 1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. 150
  • 1. Hälfte 14. Jh. KlKaiserr.(Munzel) 174
  • der schultheyse sal habin dy gewalt von des landis hirren; her sal ouch domete belent syn vnd sal ouch syn recht len syn
    um 1350 MagdebBresl. 24
  • 1353 CoutGand I 532
  • ain kircherre ... der sin kirchen hat ze lehen 
    1354 WürtVjh.2 5 (1896) 366
  • 1355 MarienrodeUB. 364
  • 1357 FürstenbUB. II 205
  • daz lengud, daz der koning lith mit den vanen unde mit deme zcepter, unde ouch dy fursten, bischove, ebte unde ebtissen, unde ander frie hern, dy czu deme herschilde gekorn sin, daz heyst lehen 
    nach 1358 Rb.n.Dist. I 7 Dist. 5
  • wer oͮch, daz ein edel man einen geburen ze lehen hette von einem gotzhus, also daz der gebúr mit dem libe recht manlehen wer des edlen mannes, der selb gebur sol nicht gezellet werden fuͥr ein gotzhusman, sunder er sol sinem herren dienon, als ob er sin eygen wer
    1359 BremgartenStR. 36
  • 1359 BürgelUB. 237
  • willich kurfurste ... lehin heldit von deme heiligin riche
    um 1360 GoldBulle 112
  • [bei Reichsvikariat:] der furstin lehen und vanlehen, der lyhin und insetzin behaltin wir besundir alleine dem keisir adir eyme romischen konige
    um 1360 GoldBulle 121
  • [Übschr.:] von den furstin, die lehin inphahint, waz sie gebin sullint
    um 1360 GoldBulle 145
  • welche lechen [= welsches zU. Mannlehen]
    1361 HabsbUrb. II 1 S. 416
  • ich von dem riche zu lehen han im römessen riche ... die kesseler, die do das lant buhen
    1361 Hornschuch,Keßler. 367
  • 1363 FreiburgÜRec. III 169f.
  • we ... dat sůlue hertochdom ... mid suͮlker tzyrode alse ghewonheyd is vnde mid vorstliken vanen to rechteme vorstlikem vnd erflikeme lene vorleghen ... hebbet
    1370 BrschwHzgUB. IV 10
  • leien und reichen yn dy ... czu rechtem furstlichen lehen zu haben und als furstliches lehensrecht ist zu besiczen
    1379 SchlesLehnsUrk. I 345
  • 1386 CDPruss. IV 47
  • sint demmal das der keiser allin geistlichen forsten lihet ire lehn mit dem ceptir, lihet her yn denn lehn so habin sie denn lehnrecht ... wenn lehn ane lehnrecht mag nicht bestehin
    vor 1386 GlSächsLehnr. 345
  • hat der dyocesanus, das ist des landes bischoff, dye kore billichen dar ane, vnde mag das lehn mit eyme pfarner besorgen
    vor 1386 GlSächsLehnr. 355
  • 1389 FürstenbUB. II 351
  • wer es sache, ... daz die lehen erstuͤrbent an sine doͤhtere, die selben doͤhtere sollent ouch daz ... sloß ... nútzen vnd nießen ... also mit solicher gedinge, das sú einen graffen oder frihen hern dar stellent vnd gebent, der die lehen entpfahe vnd trage von iren wegen
    1389 FürstenbUB. II 356
  • 1390 EßlingenUB. II 311
  • der priester ... kilcher der kirichen ze J. die von vns vnd vnserm gotzhus sin lehen ist
    1393 ToggenburgArch. 1
  • er als ain roͤmischer kunig uns hab belehent mit den herzogentůmen furstentůmen und landen ... und wie wir ouch die von im ... zu rechtem lehen emphangen haben mit gewonlichen gelerten gestabten aiden und daruber gelobt gehuldet und gesworen seinen und des romischen reichs frummen zu werben
    1395 RTA. II 395
  • 1397 LübUB. IV 749
  • umb lehen das sol man ußtragen vor den herrn, von den die lehen ruͤrent
    1398 RAbsch. I 98
  • ain ieder der auf gemelter vischwait arbaiten will, der soll ... umb lehen der vischwait bitten
    1399 NÖsterr./ÖW. VII 975
  • [Erbteilung:] erbe vor dem erbeherrin, lehin vor dem lehinherrin, eigin vor dem richter
    Ende 14. Jh. EisenachRB.(Rondi) 48
  • nach unserm rechte sal eyner xxi jar alt sien, wenne er sines lehens gewaldig sal sien
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 312
  • [Übschr.:] wo mennegerleie len is, unde wo mennegerleie wis dat men gud untfenget
    2. Hälfte 14. Jh. RichtstLehnr. 478
  • 14. Jh. RegensbFriedg. 79
  • s[t]irbt ain zinser ... als menig lehen der von dem gotzhus hat, als menig val nimpt man von im
    1408 Reyscher,Stat. 39
  • wa ain herre ... lúte hat, die sin lehen sind von ainem andern herren, ... das derselb ... dieselben lúte nit mag geweren noch versprechen kainer burgschafft
    1413/40 RavensburgStR. 135
  • dauon [vischentze] git ein man, der dz lehen hat, dienstvisch einem probst, vnd sol den hoff beschirmen
    1420 Elsass/GrW. IV 39
  • die au wer rittermessigs lehen, darumb würden pilleich rittermessig lehenman gesezzt und davor recht gesuecht als dann rittermessigs lehen recht wer
    1427 Strnadt,Mat. 291
  • 1427/1544 ZSchweizR. 2 (1853) RQ. 42
  • von der benk wegen ist unser meinung, das man deheinem sinen bank ingewinnen sol, wan die eigenschaft der metzig unser eigen ist und die benk allein ir lehen sind
    1432 ZürichStB. III 67
  • dieselben kesseler und kaltschmiede uns dienstbar gewesen sind, als das des lehens recht und harkomen ist
    1434 Hornschuch,Keßler. 42
  • 1435 Salzburg/ÖW. I 52
  • dat leen der wessele unde munte bynnen H.
    1437 HamelnUB. II 131
  • so sol ein jegelich müntzemeister das müntzmeisterampt von eime bischoffe zů lehen empfohen von aller huszgenossen wegen etc., da doch das müntzmeistertům von alter nie kein lehen gewesen ist, sunder ein ampt; dann wer es lehen, so erbetent das kinde und andere lehenserben, das aber nit ist
    1437 StraßbMünzg. 195
  • die hernachgeschrieben gut und stuck, die da halb lehen und halb eigen sein sollen
    1442 VerhOPfalz 63 (1911) 23
  • 1449 Fruin,KlSteden II 13
  • Mitte 15. Jh. EmsigerR. 162
  • 1454 OstfriesUB. I 592
  • sachen, als umb geistliche lehen, die man nennt beneficiales ... antreffenden ... sollen vor meinen vicarier in spiritualibus ausgetragen ... werden
    1466 ArchUFrk. 46 (1904) 159
  • sol man alle frye lehen, so da verkoufft werdent, es syent gelegen gütter, oder zinss darab, vertigen vor ainem lehenherren
    1469 Schweiz/GrW. I 223
  • A.A. ... und ick ... funderet ... hebben eyn geistlick leen in der kercken
    1473 HildeshUB. VII 503
  • 1473 Westphalen,Mon. III 1765
  • 1478 Wartinger,Bruck 50
  • nademe de erscreven Greteke [e. Ärztin] von deme rade darmede nicht vorlenet were, so en schal se sik sodaner wunden arstinge mit alleme, dat daran kleven mach, entholden unde sik des rades lenes nicht underwinden
    1479 LübRatsurt. IV 152
  • stert dij prester dis lenis, dan so is dij capellaen bysitter des lenis
    1480/81 JurFris. II 4
  • dit is riucht: dat op derten lyued ende dwirgen enn mey neen leen ner neen eerwa bystera, ende dis to lyke op kreppelen
    1480/81 JurFris. II 222
  • dat da renthen off dij frucht eens leens, deer een tyd ledich stinzen haet sonder prester. dat heert da prester toe, deer ney compt op dat leen 
    1480/81 JurFris. II 254 [ebd. 256]
  • myner junckern eyn moiste dat leen offte dey investituer selver untfangen van den abbet
    1482 OstfriesUB. II 181
  • wo einer eim ... vff sin leͣ oder eygen gieng, der sol den friden brochen han
    1482 ZSchweizR. 8 (1860) RQ. 17
  • 1487 UrkSchwäbBund. I 5
  • 1493 LibriFeud.(Pflantzm.) passim
  • 1496 LünebZftU. 122
  • vortan hain die vorsch. heren abt ind convent ... mich A. vorsch. davon zo ihrem man untfangen, mit gewonlichen hulden ind eiden, ich meinem werdigen ... heren abt vorsch. dairop gedain han, [ihm u. seinen Nachfolgern] getreuw ind holt zu sein, ihre beste zo werven ind argste zo warnen, ind vortan allet zu doin ind zo halden, [was] ein man van lehn seinem lehnheren plichtig ind schuldig is zo doin
    1497 SPantaleonUrb. 317
  • [Eid d. Ratsleute:] das er kein lehen trage dan von dem rich
    Ende 15. Jh. MWormat. 339
  • onder Z. sijn drierhande leenen, te weten: bloedege leene, ende dat zijn die hooge heerlicheit hebben, lijf nemen ende geven; dander, gelavie leene, dat sijn die gene die erven ende onterven hebben; ende de derdesijn colve leene, ende dat sijn slechte leenen
    15. Jh. CoutSanthoven 248
  • 15. Jh. Schweiz/GrW. V 189
  • lehn rittersuld ist vnde nymand lehn habin sal her konne sy denne vordynen nach uswisunge des rechtin
    15. Jh. Wasserschleben,Samml. 424
  • es ensol auch in unnserm gericht niemand den anndern vahen noch angryffen one ains schulthaissen ... urlob, er sye denn sin aigen oder sin lehen 
    um 1500 RottweilStR. Art. 191
  • was nit gewer hatt oder beseß, daß mag auch nit erseßen, darumb so mag ein pfandt oder lehen nit erseßen werden fuͤr aigen von denen, die es zu pfandt innhaben oder zu lehen tragen
    1510 Württemberg/Fischer,Erbf. II 158
  • 1517 GeöArch. I 2 S. 49 [umgehendes L.]
  • was auch lehen dem reich und uns bei zeit unserer regierung eröffent und lediglich haimfallen wirden, so etwas merglichs ertragen, als furstentumb, graffschaft, herschaften, stett und dergleichen, die sollen und wellen wir ferrer niemants leihen, sondern zu unterhaltung des reichs, unser und ander nachkommender kunig und keiser behalten
    1519 Goez,Leihezwang 224
  • twe ewige geestlike lene effte almissen
    1520 Staphorst,HambKG. I 2 S. 340
  • 1526 HadelnPriv. 25
  • 1528 OStR. I 290
  • lehen mögen geben eyn ertzbischoff, bischoff ... wenn sie von alters lehen geben haben
    1530 LibriFeud.(Weidm.) A i
  • 1530 Hessen/Sehling,EvKO. VIII 68
  • 1531 Wehrmann,Zftr. 223
  • 1535 Ostfriesland/Sehling,EvKO. VII 1 S. 384
  • [Übschr.:] von pfründen oder geistlichen lehen 
    1536 Hannover/Sehling,EvKO. VI 2 S. 1001
  • 1537 MansfeldKlUB. 607
  • wer der ist, der lechen verkauft ân seines lechenherren willen und wort, der ist von seinen rechten verstossen, und der das lechen kauft, der sol sein gelt verloren haben, und mag sich der lechenherr der lechen underwinden ân schaden
    1548 Tirol/ÖW. III 289
  • [Übschr.:] woher die lehen jrn vrsprung haben, vnnd warumben sie feuda genennt werden
    1548 Perneder,Lehnr. 1r
  • 1554 HammerbrökerR. 117
  • etlich lehen geistlich sein, nämblich, so die bischof und prelaten verleihen, welliche lehen sonst in der gemain die lehen von dem krumen stab genennt werden; etliche lehen aber sein weltliche lehen, nemblich die jenigen, so von weltlichen lehensherren zu lehen rüeren. zum andern sein etliche lehen landtsfürstlich, als die, so von einem lanndsfürsten verlihen werden ...
    1556/58 Walther,Trakt.(Ri.) 182
  • lehen ist ein gůt, das einem auß gůtem willen also gegeben odder verlihen wirt, daß die eygenschafft bei dem herren bleibt, aber die frücht vnd abnutzungen dem lehenman verfolgen, welcher als dann dasselbig lehengůt nach seiner gestalt zuuerdienen schuldig ist
    1558 Gobler,StatB. 7
  • geystlich lehen sein, so von geystlichen personen hergehen, es seinen ewig zinß, gerechtigkeiten, zehend, oder andere guͤter
    1558 Gobler,StatB. 7
  • weltlich lehen seind dreierlei: koͤnigisch, adelisch, vnadelisch odder buͤrgerisch
    1558 Gobler,StatB. 7
  • adelisch lehen sein, so den lehentrager adeln, als gemeynglich thůn die, so von keyser oder koͤnigen und den hoͤhern herrlicheiten verlihen werden
    1558 Gobler,StatB. 7
  • buͤrgerisch lehen sein, so keinen adel geben, und von den mindern herrlicheyten verlihen werden
    1558 Gobler,StatB. 7
  • dergleichen sein auch etlich lehen, so muͤtterlich genant werden, als die so von weibspersonen her auff ersterben
    1558 Gobler,StatB. 7
  • men es ghewone leenen te verpachtene drye, zesse of neghen jaeren, ter gheliefte van den proprietaris ende pachtere
    1563 CoutGand I 62
  • weist der scheffen, wasser vnd weyde haben wir von dem himlischen vater zu lehen 
    vor 1563 Untermosel/GrW. II 492
  • TirolLO. 1573 V 19
  • soll ein jeder einheimischer buͤrger von seinen guͤthern in der stadt ... gelegen mehr nicht den vier groschen zu lehn-gelde ... zu geben schuldig seyn, woferne die haͤuser von rath und gerichten aber den gemein kasten zu lehn gehen
    Zeitz 1573 S. 275
  • [Übschr.:] von lehen vnd jrem proceß
    1574 Frey,Pract. 459
  • von geistlichen lehen, gilden, brüderschaften und andern geistlichen zinsern
    1577 Preußen/QNPrivatR. II 1 S. 383
  • 1580 Rigafahrer 220
  • es soll niemand zu L. in den rath gekohren werden, welcher ampt oder lehen von dem rathe hat
    1586 LübStR. I 1 § 1
  • 1592 MünsterPolO. Art. 29
  • der eltest in jedem geschlecht sol lehen empfachen und tragen
    KrainLHdf. 1598 Bl. 7r
  • der ander thail aber dasselb für ain gemaines lehen so feudum degenerans haist, halten thuet
    16. Jh. NÖLehntraktat 203
  • een vlieghende leen ende heerlicke rente
    16. Jh. CoutBruges II 558
  • welcher einem das sein anspricht oder auf ein lehen stelt unbillich, ist die bueß fünf pfund pfening
    1601 Widnau 265
  • 1602 Hunsrück/GrW. II 194
  • de weduwe en zal geen douarie houden op de leenen van den eersten huwelick, die men heet verhuwde leenen
    1613 CoutCassel Art. 81
  • 1615 BernStR. VII 2 S. 787 u. 803
  • kheiner soll ausz seinen lehn ein ackher verkauffen
    1615 MHungJurHist. V 2 S. 142
  • das die thwing: und eigenthumbsherren den zug zu denjenigen verkaufften güteren so von ihren lähen harrürend, uss krafft des lähenrechtens und nit ihres gerichtzwanges haben
    1616 WaadtStat. 72
  • [Übschr.:] daß niemand kein lehen oder theylbar gut ohn vnser erlaubnuß zertrennen soll
    BadLO. 1622 Bl. 65r
  • SteirRefGO. 1622 S. 109
  • 1630 WürzbDiözGBl. 25 (1963) 181
  • 1634 WürzbDiözGBl. 25 (1963) 189
  • gemeenschop van goederen sal tusschen man ende vrouwe geen plaets grypen over leen of hofhorige goederen
    1642 DeventerStR. III 2 Art. 4
  • 1649 MHungJurHist. V 2 S. 224
  • 1651 Sachsse,MecklUrk. 368f.
  • 1652 CAug. III 353
  • entstehet über güther zweiffel, ob sie lehn oder allodial seyn, ist vor lehn-guth zu halten alles guth, so unbeweglich, oder dafür in rechten gehalten, und von den landes-fürsten als lehn-herrn verliehen wird
    1658 Mevius,MecklLREntw. 705
  • zum lehn gehöret, was erd- und nagel fest ist, und fället auf die lehnsfolger ... zur erbschaft aber gehöret viehe, fahrniss, haussgerath, bau und feldgeräthe, obgleich solches zur nothdurft und nutzen des lehns gebrauchet worden
    1658 Mevius,MecklLREntw. 719
  • 1659 Lünig,CJFeud. I 102
  • ihr in persona ... für uns allhie in der stadt Meppen umb neun uhr vormittags aufm rathaus am gewonlichen gerichtsplatz sollen erscheinen, solche wroge und prowe samt dazu gehörendem bauergericht von uns zu lehen empfangen
    1663 JbOldenb. 17 (1909) 215
  • die weibliche lehen aber werden ... verliehen, daß selbige maͤnnlich und weiblicher stammen erben, doch dergestalt, daß so lang einer aus maͤnnlichen stammen noch im leben sey, der weibliche stammen nichts zu ... erben hat
    1688 Beckmann,Idea 279
  • 2. Hälfte 17. Jh. SaanenLschStat. 328
  • die thinde tot H. met die geheele laetbanck ... saemen een bundigh leen is aen het huys H.
    17./18. Jh. LimbWijsd. 333
  • soll ein jeder kaͤuffer oder erbe sein erkauftes oder ererbtes gut ohne verzug ... alsbald in lehen zu empfahen schuldig seyn
    1712 Leipzig/Klingner I 244
  • unter den ... rechten und eigentlichen lehen, feudis propriis & rectis, verstanden werden die, bey welchen nirgend von den gemeinen lehen rechts-reguln abgewiechen und die natuͤrliche eigenschafften eines lehens ... voͤllig vorhanden ... sind
    1728 Leu,EidgR. II 41 [ebd.ö.]
  • 1737 Zedler XVI 1430-1454
  • 1740 Senckenberg,Lehen passim
  • 1751 Buder 84 u. 688
  • ob der weibliche stammen zur geistlichen lehen fähig seie in erbschaften
    1752 Chorinsky,Mat. III 339
  • 1756 CMax. IV 18 § 1
  • feuda oder lehen, worunter man solche güter oder sachen versteht, die in dem nutzbaren eigentum einer person sind unter der bedingung, dem oberherrn dafür treu zu sein und dienste zu leisten
    1757 RechtVerfMariaTher. 618 [ebd.ö.]
  • in ansehung der würde, die den lehen anklebt, sind dieselben entweder nobilia oder ignobilia. zu der ersten klasse rechnet man die adeligen rittergüter und vornehmlich die feuda regalia in Deutschland ... zu der zweiten klasse gehören die bürger- und bauernlehen
    1757 RechtVerfMariaTher. 625
  • lehen ist bey den teutschen oͤfters nichts anders als erb-zins-recht
    1760 Hellfeld III 2088
  • 1761 BernStR. VII 2 S. 857ff.
  • 1762 Wiesand 680
  • 1769 ArchOFrk. 23, 2 (1907) 75
  • 1774 Moser,NStaatsR. IX passim
  • 1782 Scheidemantel,Repert. I 223-230
  • 1783 Scheidemantel,Repert. II 25
  • 1784 Schnaubert,ErläutLehnR. passim.
  • in Halle wie an andern orten [wird das buͤrgerrecht] durch darreichung des huths vom buͤrgermeister zu lehen gereicht
    1785 Fischer,KamPolR. I 664
  • 1792 Emminghaus,CJGerm. II 553
  • eine sache, deren nutzbares eigenthum jemand unter der bedingung einer dem obereigenthümer zu erweisenden besondern treue, gegen den von diesem ihm zu leistenden schutz besitzt, wird ein lehn genannt
    1794 PreußALR. I 18 § 13 [ebd.ö.]
  • [Übschr.:] von suchung und erneuerung der lehn 
    1795 AltenburgSamml. III 538
  • im sinne des deutschen rechts mit dem worte lehn ein sehr ausgedehnter begriff verbunden ist, und darunter sowohl ein jedes verliehenes recht an einer sache, als diese sache selbst verstanden wird
    1801 RepRecht IX 285
  • 1807/11 Weber,Lehnr. passim
  • 1811 Heinke,NÖLehenR. passim.
  • eine zahlreiche gattung des sogenannten getheilten staatseigenthnms besteht aus den lehen 
    1827 Rudhart,Finanzverw. 57
  • wer in miner herren vnd vögten gerichtten dem andren vff sin lehen stellet ..., der ist ein buss veruallen ... vnd sol darzu den selben wider in setzen in nutzlich gewer
    oJ. Zürich/GrW. I 75
  • die lehen so die herren vnd vögte zu N. ze lihen hand, die söllent sy lihen knaben vnd tochtran glich, ob das an sy begertt vnd geuordret wirtt
    oJ. Zürich/GrW. I 78
  • [Lehnseid:] alles was mir underschiedlich vorgesagt ist, deme wil ich also getreulich nachkommen m.g.h. getreue und holt sein, s.f.g. schaden und verrath alzeit getreulich und fleißig warnen und furkommen s.f.g. nutz frommen und bestes alzeit furdern und suchen, meine lehen getreulich und vhleißig verdienen, dieselbigen one wissen und willen m.g.h. nit vereußern, verendern, versetzen oder verpfenden und mich in allermaßen halten wie einem frommen lehenmann kegen seinen herren zuthun schuldig ist
    oJ. v.d.Ohe,LünebVerw. 230
  • Stallaert II 150 - 153
I 2
Grundstück bestimmter Größe, meist eine halbe Hufe (vgl. auch die Belege unter Hufe IX 2 b)
  • octingentos mansos qui frankonica lingua lehen appellantur
    1162 Sorbenland/ZRG.2 Germ. 44 (1924) 289 [ebd. weitere Belege]
  • sexaginta novalia, que vulgo dicuntur lehn 
    1173 CDSaxReg. I 2 S. 275
  • villas has D., C., B. et partem nemoris, que in dominicale redigi ceperat, que in centum et octo lehn computantur
    1185 FreibergUB. I 1
  • de dimidio novali, quod vulgariter dimidium lehen dicitur, annuatim misnensis argenti fertonem persolvant
    1186 CDSaxReg. I 2 S. 361
  • [Schenkung von] tria allodia uel, quod idem est, mansus tres, que in vulgari nostro tevtonico videlicet lehen dicuntur
    1195/1223 HeiligenkreuzUB. I 28 [vgl. Allod III 5 e]
  • super tribus curtilibus, que uulgo dicuntur lehen, ... controuersia uerteretur
    1227 OÖUB. II 667
  • von ainem hof und von drin lehen und von einer hofstat
    1303 SPöltenUB. I 209
  • vineta ..., que adhuc appellantur dy len 
    1332 ErfurtWeist. 76
  • [Verkauf:] 5 mansos t[errae] ar[abilis] ..., de quibus mansis 4 mansi continent 8 "leyn", quorum 7 dependent de curte ... U. ... et quintus mansus est purum allodium quod vulgariter "vrij eigengut" appellatur
    1336 SGereonUB. 365
  • muessen diselben arm leut dem herzogen all jar raichen ... von iedem lechen 10 metzen habern marchfueter
    um 1400 NÖsterr./ÖW. VIII 863
  • ein ganz lehen daselbst nicht mehr dient ein ganz jahr dan ain pfunt pfenning
    1409 NÖsterr./ÖW. VIII 382
  • auch soll der söldener einer geben als viel als ein halbes lehen 
    1420 Franken/GrW. III 573
  • stirbt ein man der ain hoff hat, der geb dem richter zwelf pfening, der ein lehen hat 6 pfening, der ain hoffstatt hat 3 pfening
    vor 1440 NÖsterr./ÖW. VIII 1057
  • ain amptman scholl haben ein unverdients lehn 
    1450 NÖsterr./ÖW. VIII 204
  • her em das erbe het vorkawft in den lechen vnd in den rehen vnd mit den czinsen
    1453 KrzemienicaSchB. 9
  • der richter sol auch haben ain lechn unverdient
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 245
  • 1540 NÖsterr./ÖW. VIII 964
  • ist ein ieder nachpar von aim ganzen lechen schnldig dem richter zu geben 50 aier 4 hennen 8 achtering wein
    um 1570 NÖsterr./ÖW. VII 562
  • 1577 Godesberg/GrW. II 659
  • Ende 16. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 412 u. 427
  • 1604 NÖsterr./ÖW. VIII 473
  • es soll kein lehen ... geteilt ... werden weiters, dan in vier teil, von welchen jegliges lehen nit min ... behalten soll dan dreißig morgen
    oJ. RhW. II 1 S. 89
I 3
im Bergbau: Grubenfeld (best. Größe)
  • andir lehen, si sin des koniges adir der herren adir der burger, gefallen deme, der recht dorczu hat, also bescheidenlich: den urbaren koniges lehen, den herren ir lehen, den burgern ir lehen
    Ende 13. Jh. Iglau/Zycha,BöhmBgr. II 21 [ebd.ö.]
  • dy funtgrube mit yren dryen lehenen sal man buwen mid eyme schachte. dy endilsten lehen iczwedirsyt sal man buwen czwei mit eyme schachte
    um 1300 FreibergUB. II 271
  • um 1350 Wutke,SchlesBergb. I 24
  • dyselbin gewerkin alle len, dy sy selbis nicht buwen wollen, zullen lyen yn acht huffen ..., wer dy buwen wil
    1384 FreibergUB. II 49
  • 1407 FreibergUB. II 69
  • wo vele groven eyn leen hebben schulle? darup wart gefunden, ein leen schal hebben dritteyn grouen, sesse vor sik vnde sesse to rugge, de vuntgroue de dritteynde, vnde de middelste, vnde dar he erst in sleit, dat is de vuntgroue
    1456 Goslar/GrW. III 266
  • [Übschr.:] von empfahung der lehen, und welcher gestalt dieselbigen wiederum in unser freyes fallen
    1548 ZinnbgwO. Art. 1
I 4 Darlehen (in Geld od. anderen vertretbaren Sachen)
  • ob ein fraw ... von ymands ... mer gelts entlehen ... wolte, so sollen dieselben, an die das lehen begert wirdet, solich ansuchen der frawen man ... zu wissen thun
    13./14. Jh. NürnbPolO. 29
  • alramonnic sin goud and sine schira dam to lene and tho burge dwe, alder thet ield rethe se
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 192
  • Mitte 15. Jh. EmsigerR. 214
  • als een mynscha een guet leent, ende hij da lena wrsumeth, dat hi ne naet dygher wrwerrie, also dygher so dij mijnscha selm pliget to bywarien, deer se him to leen jown heed, so is hij hem da lena weer schyldich to jaen, alzo gued als hij se ontfingh
    1480/81 JurFris. II 28
  • jeff een man een orem een merck to leen joe in da heerfst op coern, to paeschen dan weer to nymen, ende joff hij 't dan better habbe wil, so is 't woker
    1480/81 JurFris. II 228
  • 1497 BeitrSteirG. 15 (1878) 23
  • in welichem varenden gut wir benemen silber geschirr, bargelt, husrat, geltschuld, ein slecht lechen 
    1503 FreiburgÜStB. 27
  • sein ligend oder varend hab und güter ... mit zins, gulten oder lechen beschwer
    1521 WindsheimRef. 156
  • so dann der lehen eins oder mere bei frummen, arbeitsamen, hausarmen leuten, die solich lehen uber ir hart arbeiten ... nit widerzugeben vermöchten, außen blibe und nit bezalt wurde, das müst man got befelhen
    1523 Kitzingen/Sehling,EvKO. XI 75
  • wann ainer dem anderen ainer dritten person gelt leicht, wiewol der erst den anderen desselben gelts herren nicht machen mag, den es ist nicht sein, doch wo der drit, des solch gelt ist, darein verwilligt, so hat das lehen craft und wierdet der, dem gelihen ist, ain herr des gelihen gelts
    1528 ZeigerLRb. 295
  • wann demant von ainem andern wein traid oder ... paar gelt ... entlehent, daß er anders sovill wiedergeben wölle, waß er ... also zu lehen empfächt, daß ist ... sein aigen
    1599 NÖLREntw. II 8 § 1
  • unser ... auf lehen aufgebrachtes starkes gelt
    1600? AktGegenref.2 II 93
  • rynder soll einer nit verdingen noch zuo lehen nemen; aber kauffen mags einer woll
    1629 ZSchweizR. 10 (1862) RQ. 82
II Verleihung, Belehnung
  • disem unserm gepot und gesetz und disem lehen geb wier unser vesteu westetikait czu einer ewigen geczeuchnusse
    um 1330 BrünnRQ. 376
  • habin wir ... eilff schog vnd sechs grosschen zcinses ierlichir gulde ... nu zcusampne gelehin vnd yn gesemptliche lehen daran getan habin
    1408 DresdUB. 118
  • nach 1440 Weise d. Lehnr. 545
  • wann sich durch todtfal verändrungen zuetruegen ..., sich der uberlebent thail ... bei ainem hofmaister ... zu Wien anmelden und lehen ersuechen soll
    1581 NÖsterr./ÖW. VIII 52
  • wer erb kauft und in vierzechen tagen nit lehen empfahet, also oft zu wandlen 72 dn.
    1635 NÖsterr./ÖW. VIII 651
  • 17. Jh. Span,Bergurthel 2
III Lehnrecht, Lehnshoheit
  • wy B. ... setten de sulven hernn to B. disses ... kornes und pechte in eyne fullenkome rowelike were ... wente wy den leyn dar over hebben
    1406 BergeUB. 191
  • so sollen auch ein probest ... den vorgnanthen weyngarthen leyhen und sal daran dy lehen haben und thun, wen sich dasz geborth
    1407 MansfeldKlUB. 205
  • [bei e. Vikarei:] der rath ... sal die bestellunge thun unde die von hant lihen ... unde ewiclich die lehen darubir zcu lihene habin eyme erbern wol gelarten pristere
    1415 JenaUB. II 32
  • dar up hebbe he dat huss gekofft, ok in lehn und weren ontfangen
    Mitte 15. Jh. MagdebSchSpr.(Friese) 23
  • dem stift zwͤ Bamberg sein lehen dardurch des gnanten gutes entzogen worden [ist]
    1464 CadolzburgSalB. 160
  • 1483 ErfurtRatGB. 381
IV Lehnsware (III), Leistung für das Lehen
  • was ainer erbrecht oder erb ist, daz er durch recht annemen soll, da soll der ambtman von nemen zwelf pfennig zu lehen 
    1402 Tirol/ÖW. II 78
  • welch man koufit huss oder hoff zu R., ... do von sal man geben zu lehen eyn schilling pfenninge
    1404 RudolstadtStR. 223
  • dieselbien gutere ... nicht mehr noch mynre danne eyn firtel haffern ... zcu lehen unde lehinwaer gebe sullin
    1435 JenaUB. II 119
  • davon bestetten vnd vessten wir, all maister, lerer, baccalarien vnd schüler der egenanten vnserr schul vnd ir recht diener vnd bedelln ledigen vnd freyen ... von aller stewr, lehen, zugab vnd aller anderr beschäczung vnd dinsten vnserr statlewten hie zu Wienn
    1454 WienCopeyBuch 19
  • 1470 AltenburgStR. 363
  • neynes borghers edder woldwerchten gud schal bekummert werden in sulker wise, dat ghemeynliken panden het, vor leen to betalende van der voghedye, behalver allene der stad voghet
    15. Jh. GoslarUB. I 417
  • [Verkauf e.] frey ledig aigenn, aussgenomen, das dem ... [Gotteshaus] jarlich ze lechen 12 pfennig daraus geendt
    1559 Indersdorf II 292
  • 1658 GeraStR. 175
V
Berechtigung aus dem Lehen
  • was waͤschwerch bisher ... verlyhen worden sind: dieselben sollen bey denselben irn lehen, freyhaiten und gerechtigkaiten ... beleiben
    1532 Salzburg/Lori,BairBergr. 235
VI Lehnsübertragungssymbol
  • C.W. ... bekante, dat hie T. het vorkoft eyne pannen ... vnde het ome ghelouet, hie wille ome schicken leͤn vnde scrift vnde wolde on weren, als et eyn recht is
    1360/80 HalleSchB. I 217
VII Maß

VII 1 Längenmaß
  • quod, si contingeret quod mons habens metallum inveniretur in bonis vel fundo monasterii supra dicti, post camerarii mensuram que lein wlgariter nuncupatur mensuraretur inmediate mensura que similiter lein dicitur monasterio sepe dicto
    1241 FreibergUB. I 10
  • eyns lehens tyff
    Ende 13. Jh. IglauBergR. 277 [ebd. 278]
  • siben daum-ellen und ein span ist ain perck-clafter, und vierthalb perck-clafter ist ain lehen, und das hat ain lehen
    1308 Schladming/Lori,BairBergr. 6
  • 1368 FreibergUB. II 28
  • sullen ... unsere gnedegen herren alle gerychte und recht habin uf allin silbirgengen und bercwerckin uf allin unsern guten vierdehalp lehen uf daz hangende und vierdehalp lehen uf daz leginde
    1377 FreibergUB. II 39
  • zů wissen das ein ganz leehen syben bergkkloffter sind
    15. Jh.? ZGO.2 2 (1887) 448
  • so ein neubaw oder grueben auffgeschlagen ... wird, soll derselben in saiger 20 klaffter und in scherm 8. lehen oder was ... der anrainer erleiden mag, gegeben werden
    1670 EisenerzBergwO. 19
VII 2 Flächenmaß
  • man sol mercken, das czwai vnd dreissig daumellen machen ein sail; newn sail lang vnnd czwai sail prait, vnnd ein schritt machen ein lechen 
    2. Hälfte 14. Jh. BrünnRQ. 223
  • acht unde tzwentig lachtern in die lenge unnde siben lachtern in die quire das heist unde ist ein lehen noch bergrechte
    um 1500 FreibergUB. II p. 23
  • maaßstab von dreyhundert klafftern, iede klaffter zu drey schönckischen ellen gerechnet, daher 200 solcher klaffter in der länge und 200 in der breite ein lehn machen
    1699 Brandt,MaßSachsen 33
VIII rechtssprichwörtlich:
unter Ausschluss der Schreibform(en):

lehen

, v., auch subst. inf.


I verleihen, leihen
  • er uns sin aigen guͤter ... ingab und gelehet haͧt
    1277/15. Jh.? WirtUB. VIII 52
  • wenne sie hinnan hin uns ... ir gewerf jergelich gebent, ... so sullent sie lidig sin beide lehendes, gebendes, varnlaszendes
    1330 MGConst. VI 1 S. 731
  • welcherlay pen ... halber tail ist des pischofs kamer, vnd der ander halb tail, die ym gelehen haben
    1338/47 Tomaschek,Trient 189
  • andirn fursten ..., die gelehint sin vom deme heiligen romischen riche
    um 1360 GoldBulle 110
  • dinstman und gelehinte manne
    um 1360 GoldBulle 130
  • nach dem das lehen oder das verleihen aygentlich steet in den dingen, die in zale, gewicht oder maß begriffen ... werden, wer dann dem andern icht leihet, das sol er im widerumb gelten
    1484 NürnbRef./QNPrivatR. I 1 S. 40
  • czweierley ist lehin. alzo zcu borge lehin vnde zcu gebruchen
    15. Jh. Prompt.jur. 26
II entleihen
III einen Tag lehen einen Termin festsetzen, zur Verfügung stellen
  • ist ... geantwort, s.g. solde dem rathe tage lehen, so wolden sye etzliche schicken mit s.g. dorvon zwhandeln
    1510 GörlitzRatsAnn. I/II 32
IV die Leistung aus dem Lehnsverhältnis erbringen
unter Ausschluss der Schreibform(en):