Leibhaft, m.

die einem Gläubiger erteilte Ratserlaubnis, nach erfolgloser Pfändung den Schuldner zur Zahlungserzwingung in Schuldhaft nehmen zu lassen
  • [dem Schultheißen Gewalt erteilt,] denen, so mit gloubwürdigen attestationen bewysen, das sy irer schuldnern gůts nützit ankommen, daruff sy zalung erholen mögen, gegen denselben ein niderwurff und lybhaft zevergünstigen und darumb brieff werden zelassen
    1582 BernStR. VII 1 S. 587 Faksimile
  • uff welchen auch vor unserem raht ein lybhafft erlanget, ... derselbig soll ... von dem grossen raht, ... von synem ampt und dienst verstossen werden
    1615 BernStR. VII 2 S. 781 Faksimile
  • 1678 BernStR. VII 1 S. 661 Faksimile
  • 1708 SchweizId. II 1056 Faksimile
  • 1709 BernStR. VII 1 S. 610 Faksimile
  • wie man einen leib-hafft ertheilen moͤge ... wann ... der glaͤubiger durch vorweisung sowol der pfand-zedel, gant-urkunde, weibels-zeugsamen als anderer darzu dienlichen schrifften zugleich zeiget, daß er sein recht gegen den schuldner gesatz-maͤßig ausgefuͤhrt und auch die zu erhaltung eines leibhaffts bestimmte zeit ausgewartet habe, so soll ihm ... die erlaubnuß, seines schuldners leib angreiffen zu koͤnnen, ohne anstand ertheilt werden
    1762 BernStR. VII 2 S. 921 [ebd. 922f. u. 931] Faksimile

leibhaft, adj.

rechtl. nur in der Bed. "persönlich"