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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Leut

Leut

, sg., Leute, pl.
I Bezeichnung für die Mitglieder einer Rechtsgemeinschaft wie auch die Rechtsgemeinschaft selbst, die meist durch die gleichgeartete Beziehung zu einem Herrn oder den Rechtsgenossen konstituiert wird, besonders: die Gesamtheit der unter einem Recht lebenden und (meist ausschließlich:) rechts- und wehrfähigen Personen; die häufig auftretende Paarformel Land und Leute bezeichnet die Gesamtheit der einem Herrn zugeordneten Menschen (auch selbständiger Träger von Herrschaft) und Gebiete, Leute und Gut bezeichnet den gesamten Besitz eines Herrn; im religiösen Bereich: Gemeinschaft der Gläubigen
II Menschheit; Menge, Schar, jedermann, Öffentlichkeit, Allgemeinheit; besondere Wendungen: mit, unter den, vor den Leuten "in der Öffentlichkeit", bei schlafenden Leuten "zur Nachtzeit"; der Leute sein "vogelfrei, der Öffentlichkeit preisgegeben sein", aus den Leuten bringen "töten, hinrichten"?
III Bezeichnung von Einzelpersonen, deren Gemeinsamkeit im Unterschied zu I durch persönliche, tw. den Stand ohne konkreten Bezug zu einem Herrschaftsverhältnis bezeichnende Attribute (zB: arm, edel, fahrend (s. 1fahren (B III 1)), gut (I 1), schöffenbar) begründet wird oder wo das unterscheidende Merkmal gegenüber der jeweiligen Allgemeinheit sich aus der konkreten Situation ergibt (so bezeichnet Leute im gerichtlichen Verfahren je nach dem Kontext die Parteien, Eideshelfer, Zeugen oder Schiedsrichter oder (MnlWB. IV 526) Männer im Unterschied zu Frauen)
IV Körperschaften, juristische Personen
V Mannbuße, Wergeld
VI besondere Wendungen: zu L. deihen, werden, zu den L. gehen erwachsen werden, d. volle Rechtsfähigkeit erlangen