Luß, m.

vereinzelt f., im Ablaut mit ¹Los (dort zur Etym.); die außerhd. Formen werden unter ³Lot zusammengefaßt
I (ursprünglich durch Losentscheid zugefallener) Anteil an einem (Nutzungs-)Recht, dann ein bestimmtes Teil, ein Stück oder eine Menge; ¹Los (III)
I 1 bestimmter Anteil an der Allmende (II), Anteil an der verteilten Feldmark, dann ein Gewann (II) oder ein Feldstück, wie ³Lot (III 1)
I 2 eine Bauernstelle
  • G. und sin erben den ... lûz von nu hin mit aller eheftigi ... sullent ... vúr ir recht vri manlen besitzen
    1340 FRBern. VI 546 Faksimile
  • [zu e. Jahrtag] geschaft ... den lus ze S. vnd die hofstat, die auf dem lus gelegen ist
    1344 OÖUB. VI 491 Faksimile
I 3 größerer Landanteil, Gebiet
II Maßbezeichnung
II 1 eine Feldbreite, Längenmaß
  • es soll ain ieder sein vich zu gewönlichen valtarn [Gattern] austreiben, und es soll vor iedem valtar offen sein dreier luss prait, do das vich geruebleich ein und aus mug geen
    1541 NÖsterr./ÖW. VIII 218 Faksimile
  • so man sew ... für ain halter trib so es nicht bleibig ist; ist ime der halter schuldig, nachzulauffen bis auf den dritten lus
    1601 UnsereHeimat 25 (1954) 157
II 2 Flächenmaß, insb. für Wiesen
  • de traditione, quam fecit R. in loco qui dicitur C., hoc est territorium quod vulgo dicitur einan hluz
    814 FreisingTrad. I 279 Faksimile
  • ego L. trado ... in loco I. iugeres sex et de pratis unum quod dicimus hluz
    826 FreisingTrad. I 456 Faksimile
  • 1271 AnnL'Est 9 (1895) 373
  • iuger dividitur in clymata, i.e. peunt [ursprünglich: luss] clyma ex omni parte habet 40 pedes. et hoc dividitur in actus maiores [luzz] habentes per quadrum 120 pedes et minores [akher] habentes per latum 4 pedes, per longum 120
    1299 OÖUrb. II 116
  • ein lüs ist ein mannesmatte
    1351 AnnL'Est 9 (1895) 373
  • 14. Jh. AnnL'Est 9 (1895) 373