Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1Mahlgeld

1Mahlgeld

, n.

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I Gebühr für das Mahlen des Getreides
  • daz dy metze [des Müllers] wol mynner sulle sein wen ein halb achteil, adir uf daz hoeste ein achteil ab man kein molgelt gibt; wo man abir molgelt gibt, da sol man keine metze nemen
    1386 Ssp. II 1 S. 359 [Liegnitzer Glosse zu SspLehnr. Art. 11]
  • 1420 ArnsburgUB. 711
  • 1499 Stolle,ThürChr.(Thiele) 471
  • unsern müllern befehlen wir ... daß sie den leuten ihr korn getreulich, rein und wohl malen, ... und von den leuten sonsten über das verordnete mahlgeld nichts fordern sollen
    1623 Stapelholm/QNPrivatR. II 1 S. 564
  • 1626 CCMarch. V 2 Sp. 627
  • so sollen auch die muͤller das mahlgeldt nicht steigern, sondern ... von einem einwohnenden zwey pfennige, vnnd von denen, aus andern zugehoͤrigen doͤrffern kommenden mahlgaͤsten drey pfennige vom scheffel nehmen
    1644 CCMarch. V 3 Sp. 54
  • 1650 SchlettstStR. 484
  • das mahlgeld, welches gewoͤhnlich mit drey oder sechs pfenningen vom scheffel ... bezahlet wird
    1806 v.Berg,PolR. V 611
II wie Mahlpacht, Pachtzins des Müllers an den Eigentümer der Mühle
  • diese mahlmühl jährlichen mahlgeld schuldig zu geben sey wie vorhin der gnädigen obrigkeit
    1682 MittNordbExk. 18 (1895) 59
III Getreidesteuer

III 1 reichsstädtischer Ein- u. Ausfuhrzoll auf Getreide(produkte), nur belegt für Frankfurt/Main, Friedberg u. Aachen
  • sie ... nemen suͤln ewichlichen in unserer vorgenanten stat daz ungelt von allen dingen, ... und ouch darzu ewichlichen ein malgelt, ie von einem malter chorens drei haller und von einem malter der sumerfruht halb als vil
    1330 MGConst. VI 1 S. 657
  • daz selbe ungelt, malgelt und ouch gevelle sullen allermenniclich dragen und gelten, si sin phaffen oder leyen, geystlich oder weltlich, juden, oder wie si genant sind
    1333 FrankfUB.(Lau) I 525
  • 1338 FriedbergUB. I 137
  • wir [Kaiser Ludwig] wellen, das si [Bürger von Friedberg] malgelt in irer stat setzzen und auch abnemen süllen und muͤgen ... und sullen dasselb malgelt an irer stat rinckmur und nutze wenden
    1346 FriedbergUB. I 149
  • 1347 FriedbergUB. I 163
  • 1349 FriedbergUB. I 173
  • 1353 FriedbergUB. I 191
  • confirmeren und ernuwen mit diesem brieve ... yre gewonliche bede und sture, malgelt, ungelt, weggelt, wagengelt und zolle
    1355 FriedbergUB. I 202
  • yr ... gern ein malegelt uffheben woldet zu F., uwer schult damiede zu bezalen
    1361 FriedbergUB. I 226
  • 1366 FrankfUB.(Lau) I 703
  • quandam exactionem, vulgo ungelt seu malegelt vocatam, imponere et extorquere temptarunt
    1372 FriedbergUB. I 263
  • 1385 AachenStRechn. 356
  • 1394 FrankfUB.(Lau) I 770
  • auch welcher becker oder man oder frauwe mele oder fruchte uß F. furte, davon das malgeld zu F. gegeben were, davon bedorfen sie zu B. nit malgelt geben. wer auch zu B. das malgelt von brode oder mele gegeben hette, wann das gein F. qweme, so sulde daselbe malgelt an dem malgelt zu F. nach martzal abgeen
    1409? ArchFrankfG. 2, 7 (1855) 135
  • 1428 Loersch,AachRdm. 207
  • 1475 Frankfurt am Main/Bücher,SteuerO. 151
  • 1512 FrankfZftUrk. I 34
III 2 Steuer auf Getreide, das zum Bierbrauen verwendet wird
  • van elcken vaet biers off hoppen datmen alsoo van buyten brenght ... salmen geven twee penningen groote ..., deen helft ... voor onsen maelgelt ende dander helft ... voor sijn gruytgelt
    1433 MnlWB. IV 977
  • 1709 v.Glinski,KönigsbKaufm. 108
III 3 insb. auf dem Land jährlich pro Kopf erhobene pauschale Verbrauchsabgabe auf Getreide
  • man hat ... in einigen landen, statt der accise, die von dem zu mahlenden getraide einzeln abgegeben werden sollte, eingefuͤhret, daß eine jede person, die uͤber 15 jahre alt ist, besonders auf dem lande, jaͤhrlich ein gewisses mahlgeld ... entrichten muß da sie denn ohne weitere abgabe so viel getraide mahlen und schrothen koͤnnen, als sie zu ihrem unterhalte, und in den haushaltungen noͤthig haben
    1758 v.Justi,Staatsw. II 348
unter Ausschluss der Schreibform(en):