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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Mahlschatz

Mahlschatz

, m.

zu 3Mahl

I Gabe an die Braut oder gegenseitiges Verlobungsgeschenk der Brautleute, urspr. Pfand für die Einhaltung des Eheversprechens, dessen Annahme Zeichen des Einverständnisses ist
  • daz vingerlîn zôch er ab der hant, er gab im sînen gemähelscaz [aL.: mahel schatz]
    Mitte 12. Jh. (Hs. Ende 15. Jh.) Kchr. V. 13127
  • arrabone mehelschaz 
    2. Hälfte 12. Jh. AhdGl. III 415, 35
  • sîn vingerl ich entfangen hân, ze mâlschaz wil er mir daz lân
    um 1220 (Hs. 15. Jh.) Ebernand V. 3418
  • molshatz arra
    1340 MittSchlesVk. 13/14 (1911/12) 391
  • elich globde zcukunftlichin mit undirscheide der worte bindit nicht. ist abir do globde keginwertlich und zcweifeldig malschacz adir gabe, alz man in der e phlet zcu gebene, daz bindit zcu rechte
    Ende 14. Jh. EisenachRB.(Rondi) I 45 § 1 [ebd. II 20]
  • die erste gabe heist in dem rechte arra unde heissit alzo vil alzo malschaz unde solche gabe gibt der man dem wibe in der zit, alzo man sy zusampne getruwit
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 273
  • vorspan, cronen und vingerlin, daz ir ir man zu malschaz gegeben hatte, das blibit by dem wibe
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 380
  • Mitte 15. Jh. Görlitz/Kisch,JurLex. 70
  • drierleye gaben sint. eyne heisset arra. das ist malschacz die gibbet man vor der ee. das gibbet dicke czwefach widder, an deme der broch werdit das die ee nicht folgit alzo wo sich luthe zcu sampne gelobin
    15. Jh. Prompt.jur. 23
  • 1520 LutherGesAusg. III 7 S. 26
  • 1542 LutherGesAusg. I 53 S. 250
  • 1543 NLausMag. 71 (1895) 57
  • der mahl-schatz und anders, so das verstorbene dem ueberlebenden vorhin auf die ehe verehret
    1577/83 LünebRef. 710
  • wenn aber ein verlöbniss unter denen personen, so sein mächtig, einmahl ... beschlossen ist, soll dasselbige weder durch wiedersendung der mahlschatz, noch durch geld oder einige verträge wieder ... aufgehoben werden
    1584 Preußen/Sehling,EvKO. IV 133
  • 1586 Mansfeld/Sehling,EvKO. I 2 S. 213
  • beyde contrahenten und gesponsen darauf einander die mhal- und brautschätze verreichet
    1621 BrandenbSchSt. II 616
  • 1678 BautzenStat. 19
  • 1694 Brandenburg/QNPrivatR. II 2 S. 165
  • 1709 Titius,GeistlR. 571
  • zu bestaͤttigung ... der einwilligung werden auch ehe-pfand gegeben, welche auch ehe-gelt, ehe-gab, hafft-pfenning, mahl-schaͤtz, hand-treu ... genennt werden, welche nach der annehmung den annehmenden theil verbinden
    1727 Leu,EidgR. I 253
  • 1753 CJBavJud. 160
  • der mahlschatz (arrha sponsalitia) wird genannt, was der braͤutigam der braut und die braut dem braͤutigam auf die ehe giebt ... man giebt also einen mahlschatz um dadurch die verloͤbniß zu beweisen und zu befestigen
    1754 Wolff,Grundsätze 634f.
  • 1756 CMax. I 6 § 17
  • 1785 AltenburgSamml. III 9
  • 1799 RepRecht IV 270
II seltener: Mitgift (I) 
III von Mahlschatz (I) übertragen: Handänderungsgebühr beim Amtswechsel
  • die empter des ammans, winschenks und kochs sint ewig, also daz iro keiner one nottürftig ursach nit mag abgestossen werden, diewil einer lebt. denn sy gend den malschatz oder erschatz
    15. Jh. SchweizId. VIII 1655f.
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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