Mannheit, f.

bereits althochdeutsch, aber nichtrechtl. belegt: (männliche) Stärke, Kraft, Tugend
I Kollektivbez.: eine Schar, Gruppe von Menschen, die Lehnsleute eines Herrn
II Huldigung im Lehnrecht sowie metonymisch dazu der daraus folgende lehnsrechtliche Status
III das männliche Glied, metonymisch dazu: Zeugungskraft, geschlechtliche Potenz
  • [die Hexe] habe dem torwart ... nach der m[annheit] gegriffen und dadurch habe er sie 2 tage nachher verloren
    1613 SchwäbWB. IV 1450 Faksimile
  • auß antrib jhres buelen habe sie jhren man der mannheit entraubt
    1642 SchweizArchVk. 15 (1911) 131
  • mannheit nehmen ... vornehmlich manns- jedoch aber auch weibes-personen unfruchtbar machen
    1739 Zedler XIX 1021 Faksimile
IV die männliche Würde als geschütztes Rechtsgut
  • ein fraw nicht mer verwirkt zu wandl den 12 ₰, außgenomen ob si ainen man auß seinem hauß vodert und manhait allso verschmähet, die wär 10 tal. der herrschaft
    um 1570 NÖsterr./ÖW. VII 565 Faksimile
V Lebensalter, in dem der Mann seine höchste Leistungskraft erreicht
  • dat vifte older dat heth virilitas dat is de manheit
    Mitte 15. Jh. Lasch-Borchling II 901
  • des menschen alder ... das funffte hebet sich an drissig jarin, und werit biß uff funffzcig iar, und heißset die manheidt, wan zcu der zcidt eyn mensche an sime bestin ... zcu allerley erbeyt ist, unnd toug ouch dan wol zcu amchten
    1503/04 PurgoldtRb. 31