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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Markt

Markt

, m. u. n., mnl. häufig f.

aus lat. mercatus Handel, Messe

I vom Marktherrn (II) (Grund-, Stadtherrn) eingerichtete und überwachte Verkaufsveranstaltung (Wochenmarkt, Jahrmarkt, 1Messe IV) an einem bestimmten Platz (meist einer Stadt, oft aber auch einem Dorf: Marktdorf, Marktflecken) oder für einen bestimmten Anlaß (Heereszug) zu einer bestimmten Zeit, tw. auch: für bestimmte Waren; offen zu II u. III; der Kauf auf dem Markt ist zur Förderung des freien Handels privilegiert, der Markt steht unter dem Marktfrieden; der freie Zugang zum Markt wird durch Adj. wie allgemein, feil, frei (VI 2 a), gefreit, 1gemein (A II 2), (ge)setzt, gewöhnlich (III), offen, recht uä. bezeichnet
  • mercatur marchat 
    8. Jh. AhdGl. I 210, 14
  • ic wille þæt markete beo in þe selue tun
    972? (Hs. um 1121) AgsChr.(Plummer) 116
  • ief hit [Gold] oenwrocht is, soe moet hyt ti sine wernde tiaen iefta ti ene fildfarande manne iefta ti tolnade merkede [wenn es unbearbeitet ist, so darf er sich dafür auf seinen Gewährsmann oder auf einen reisenden Kaufmann oder auf einen mit Zoll belegten Markt berufen] 
    2. Hälfte 11. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 116
  • sprikt aver jene, he hebbe it koft oppe deme gemenem markede, he ne wete weder wene, ... so is he duve unsculdich, deste he de stat bewise unde sinen ed dar to do
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. II 36 § 4
  • hen sal niemene georlouen teuerhurne stalle in scrauen markt [lat. Text: in foro comitis]
    um 1237 CorpMnlTekst. I 35
  • um 1250 R.v.Ems,Weltchr. V. 13209
  • sprichet ein man daz her iz [gestohlene] phert gekouft habe vf deme gemeine markeke so vorlieset her sine siluer daz her dar dar vmbe gap. vnd můz ieneme sin phert wider geben. vnd ne vorlieset dar vmb nicheine gewette
    1261 Magdeburg/CorpAltdtOrUrk. I 81
  • is it ouer, dat en man tut uppe den setten market vmme duue ofte vmme roff, de duue ofte de roff schal eres setten markedes neten
    1270 HambStR. 42
  • alle die den market ze Friburg svͦchint, ... die sun des herren vride han vnd sin geleit
    1275 CorpAltdtOrUrk. I 249
  • swer dehein niwen market stift ane vnser wort ... da mac nimer market werden ... man sol deheinen market naher dem andern legen. dann vber dri mile oder mer
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 350
  • 1278 Wien/CorpAltdtOrUrk. I 346
  • 1279 StadeStR. 105
  • die ter dachmarct te halen comen, en sal men moghen arresteren noch beclagen, noch des daechs vore den dach van der marct, noch des daechs dat die marct es, noch also lange alse si binnen der vriheit sijn. noch des anders daechs dar na dat si die vriheit rumen van halen
    1292 CorpMnlTekst. I 1794
  • die vierzehen tak des markes ... sint gebannen tage und stant zer großen vrevel
    Ende 13. Jh. NördlingenStR. 4
  • do wart in sente Peters frede gewvrcht obir von gotis halben mit einem krewcze. das ist noch das orkunde, wo man newe stete bawet vnd merkte machit, das man do eyn krewcze seczit uff den markt dorvmb, das man sehe, das es des kunigs wille sey, wenne weichbilde recht von alder czeit her gestanden hat vnd ist bewert von dem reiche
    Anf. 14. Jh. MagdebRQ.(Laband) 56
  • 1301 ChartSangall. V 37
  • um 1325 Nowgorod(7 Fassungen) 69
  • 1327 RüstringerR. 144
  • daz si ... einen margt legen ... muͤgen, ... der weren sol viertzehen tag
    1330 FrankfUB.(Lau) II 291
  • daz wir [Ks. Ludwig] ... niemman ... kainen margte noch messe geben, die den zwain messen und margten ze F. schadelichen sin mugen
    1337 FrankfUB.(Lau) II 458
  • 1337 MeranStR. 420
  • 1353 Fruin,Dordrecht I 92
  • sullen wir [Schuhmacher] in der wochen zwene merketdage haldin ..., wer darubir me zu merkete ginge, der virlusit ... die eynunge
    1355 FrankfZftUrk. II 29
  • get der jarmarkt vnd vreyer markt czu mitten tag an vncz an den czehenten tag czu mitten tag
    vor 1360 IglauOberhof 104
  • daz man nyemand bekuͤmber vmb geltschuld ..., dieweil der markt weret
    1363 ZofingenStR. 62
  • 1369 LübUB. III 742
  • wer ouch ainen in daz hor wirfet frevelich an offem markt oder slecht, der muoz zwen manot von der stat sin ... an dem markt zwifalt pen umb alle sach
    1376 UlmRotB. Art. 126
  • 1380 GöttingenUB. I 309
  • de beschermer des güdes, de sijck der deuerie entledighen wil, de ... swere sülfsoste dat he dat güt to markede köpliken gekofft hebbe
    um 1400 SchleswStR. 32
  • daz wir [Kg. Ruprecht für den Italienzug] einen frien markt han duͤn offenlichen ... beruͤffen, daz alle . .., die uns ... in diesem unserm zoge ... koste zufurend sin, friede trostunge und geleite ... haben sollen
    1401 RTA. V 56
  • wer dez marktes vride brichet, ... der het verlorn des herren hulde vnd der stat
    1410 FreiburgÜÜbers. 96
  • 1412 Richter,Paderb. I 157 Anm. 1
  • 1413 BernStR. I 165
  • 1425 RavensburgStR. 248
  • daz ... unser gnediger herr bestell in dem her ain frein markt, also daz man seinem her speis und trenk und ander notturft zugefürn mug
    1426 Schwind-Dopsch 327
  • ist er ein martmeister, den marckt zu rechtfertigen
    1439 FrankfAmtsUrk. 376
  • [Überschrift:] von der judenn marckt 
    vor 1439 OfenStR.(Mollay) Art. 194
  • wer uff einem offenem gesetzten merckt einen frevel verschuldet, der sol zwyfalt bůs gevallen sin; man sol oͮch niemant nützig verkoͮffen noch koͮffen denn uff einem offenen fryen merckt 
    1439 RefSigm.(Koller) 323
  • um 1460 FrankfAmtsUrk. 377
  • so wie enich ... guede vercofte, als hem die marct verboden wair, verbuerde xxiiij ß
    1460/1514 NBijdrRgel.2 3 (1877) 540
  • desse mercket schiel wessa ... opten manna dey in der begin van deer wycke ende desse mercketferda van desse mercket scel ingaen des sennen deijs to middeij ende sal durende wessen des dyensdeij hent jo sonne onder gheett
    1466 Sipma,FriesOork. II 84
  • men en sall geinrelic gut kopen, dat to dem markede geboden wert, dan op tem markede 
    1473 BeitrEssen 20 (1900) 149
  • sollen richter und scheppen ... macht haben markmeister ... zcu setczen vnd den marckt zcu ordnen
    1477 Graupen(Hallwich) Beilage 23
  • sol ... dheiner uff eynen tage nit mere besuchen dan zwue messe oder zwen merckt 
    1487 WürzbPol. 193
  • sol mengklich alle ding ganz frie her uf den merkt zů failem koufe kommen laßen
    1492 WürtGQ. XIII 556
  • so ein ferrer markt gehalten wurdet, der sol gescheen mit eines gemeinen schultaissen wissen
    1499 Nowak,Künzelsau 86
  • were zu margte dar kommet und die margt suchet, der sal von samestag ane nach none friheit und geleide han ... biz an mantag zu mittage vor alle schult und anesprache, die wessen mag, iz were danne soliche ansprache adir soliche dinge, die sich zu debe, mort, falschet ader ander artikel, die soliche sache anetreffen, da man einen um den lip mochte anesprechen
    15. Jh.? Wetterau/GrW. V 247
  • 15./16. Jh. Oberösterreich/ÖW. XIV 17
  • 1516 VillingenStR. 131
  • privilegien ... geniessen mit iärlichen zweien freyen iarmärckten, ... darzun mit einem wochentlichen marckte alle sonnabent
    1519 Wutke,SchlesBergb. I 207
  • um 1535 LeeuwardenStR. 257
  • es soll niemands ... failßen noch koufshalb red halten, vor und eh man den markt erloubt und daran lütet
    1544 KonstanzWirtschR. 196
  • ordnung, das alle ware zum markt komme
    1551 MarburgRQ. I 373
  • [1 Stunde nach Marktbeginn] solle ... auch den frembden freistehen . .., sich ... des markts zu gebrauchen
    1559 EisenachStR. 94
  • daß ... innerhalb derer oͤffentlichen maͤrckte, des handels und werbung halben, ... kein arrest statt haben ... soll
    1572 CAug. I 83
  • 1579 SchriesheimW. 255
  • demnach der fuͤrkauff aller victualien ... dem gemeinen nutz gantz schaͤdlich, so erkennen wir vns ... schuldig, ... allenthalben freyen feylen marck vnd kauff anzustellen
    1599 OPfalzLO. 217
  • es solle keiner ... nichts kaufen oder verkaufen . .., biß der marckt erlaubt ... oder der gewöhnlich marktfahnen uffgesteckt würdt
    1622 WürtLändlRQ. III 783
  • 1623 Saar/GrW. II 104
  • 1635 Erfurt/Haltaus 1322
  • daß ein algemeines freyes marckt in R. auff vier wochen ... zugelaßen wuͤrde
    1643 RevalStR. II 239
  • ob die unterthanen koͤnnen gezwungen werden, nichts aus dem land, sondern auf der herrschafft marckt zu tragen
    1679 Besold,Thes. 625
  • niemand hat macht etwas zu kauffen, ehe es auf den oͤffentlichen marckt gebracht worden
    1740 Besold,Thes.2 II 445
  • 1782 KurpfSamml. II 995
  • märkte und messen als besondere anstalten zur belebung des verkehrs können ... im lande nur aus landesherrlicher gewalt angeordnet werden
    1804 Gönner,StaatsR. 631
II
mit metonymischer Verschiebung: Dauer und Termin des Marktes (I) mit der Gelegenheit, außer den Handelsgeschäften auch andere Rechtshandlungen (Gericht, Zolleinnahme, Amtseinsetzung usw.) vorzunehmen; den Markt einläuten, erlauben, verkünden "die Marktzeit eröffnen"; offen zu I und III 
  • die scepenen sijn sculdich te dinghene .ij.warf ter weke ten minsten eist mesdach jof ne si; in maercten & buten maercten 
    1281 CorpMnlTekst. I 564
  • 1299 CorpMnlTekst. I 2644
  • [Zahlungstermin] in frideberger merkete 
    1349 RhVjbl. 15/16 (1950/51) 217
  • 1353 ZwolleStB. 31
  • [Ansetzen einer Sühneverhandlung] zu F. in dem merte 
    um 1360 RhVjbl. 15/16 (1950/51) 216
  • al de ghene, de bynnen dessen markeden bynnen unze stad komet, de scolet dar velich wezen
    1382 BremUB. IV 12
  • 1390 Sipma,FriesOork. I 4
  • war dat [Verwundung] ghescheijde buten markete oft bijnnen markete ende dat van den oldermanne te richten in den irsten markt daer men compt oft it niet gherichtet en si
    Ende 14. Jh. KampenStR. I 28
  • 1413 Elsass/GrW. IV 51
  • das si die toten visch nit mer denn ein merckt oder ein mal veil habint vnd verkouffent
    1459 BernStR. II 1 S. 85
  • das man den marckt obbir noch mehr mercktvoite hab, als man itczund einen hat
    1464 LeipzUB. I 313
  • um 1480 KaiserstuhlStR. 47
  • wer an dem ehrtag unter dem mark ein schwert zuggt, ist er ein edlman wirdt er umb zehen pfunt ... pfenning straffmeßig
    1610 Niederösterreich/ÖW. IX 241
  • von ein- biß zu auslaͤutunge des marckts, kein arrest oder verboth angeleget ... wird
    1621 CAug. II 2014
  • die marktfreyheit gehet acht tage vor dem markt an, und währet acht tage nach dem markt 
    1670 Westerwald/GrW. I 638
  • 1692 LeipzStO. 181
  • 1832 Schlössing,KaufmWB. 214
III mit metonymischer Verschiebung: der Platz, auf dem der Markt (I) stattfindet und häufig wichtige öffentliche Bauten stehen; offen zu I u. II; der Markt (III) dient auch als Ort für Rechtshandlungen, die Öffentlichkeit erfordern (Bürgerschwur, Versteigerungen, Gerichtsverhandlungen, Strafvollstreckung)
  • forum marcat 
    11. Jh. AhdGl. II 158, 31
  • pandocium marcat 
    11./12. Jh. AhdGl. IV 206, 52
  • nundina locus mercati marct 
    12. Jh. AhdGl. II 81, 52
  • swer in die æhte chumt und in virzehen tagen da von niht chumt ze reht, den sol der scherge chunden uor der chirchen und an dem marchte 
    um 1255 MWittelsb. I 145
  • 1271 Rijmbijbel/CorpMnlTekst. II 3 V. 20627
  • 1279 StadeStR. 104
  • enen ualscere scalmen sedhen umme ualsche penninghe. vnde dhat ualsch uppe dheme markete bernen
    1279 StadeStR. 106
  • 1282 Brügge/CorpAltdtOrUrk. I 475
  • 1290 WirtUB. IX 372
  • Ende 13. Jh. LübMndStR. 135
  • deer mit falscher meta anda merkede bigripen wirt, ... zoe aegh ma dae scelta toe jaen een ende tweintich scillingha [wenn jemand auf dem Markte mit falschem Maße ertappt wird, ... so soll er dem Skelta 21 Schillinge geben] 
    13. Jh.? (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 242
  • waz man in der werlde herin vuret oder treit zu marcte veile, daz da sechs pfenninge gildet oder darunder, daz ist zolvri
    um 1300 FreibergStR. 40 § 10 [ebd. 132]
  • ist, daz in der kirchen oder uf dem kirchhove icht geschit vor im [deme aftervogete] gelubdis oder icht geteidingit vor im wirdit, daz he hort, des gestet he wol, iz hat glicher wis craft als uf dem marcte oder in den gazzen
    um 1300 FreibergStR. 32 § 5
  • uber teil uff gemessinen gengen ... mag her geclagen deme richtere uf deme margte adir uf der czeche, ab iz craft habe
    Anfang 14. Jh. FreibergBR. 272
  • daz niemen ... mit leinem tůche ze markt sol sten, er enhab danne ein pank in dem wathouse
    1302 NürnbSatzB. 54
  • swer wizzichleich ein manslacht beget und an dem marcht, do daz gericht ist, enthaupt wirt, des tod sol genugen zu bezrung
    1305 KremsSteinRQ. 10
  • men ... kundeget den luden . ..: de rad ofte de herren willen ein vemeding leggen, se scullen komen uppe den market wanne men de clocken lude
    1312 BrschwUB. I 28
  • 1315 MünchenStR.(Dirr) 75
  • do ich [schultheis] ze W. an dem merchte ze gerichte sas
    1332 ZürichUB. XI 379
  • ein fraw, die ze margt stet und diu chauft und verchauft, die hat ellew recht, die ir wirt hat, ân erb und ân aigen mag si nicht verchauffen
    1340 MünchenStR.(Dirr) 320
  • 1352 WormsUB. II 304
  • eyn iczlich dipstog sal in allen steten unde in allen merten sten uff gemeynen marte 
    nach 1358 Rb.n.Dist. V 29 Dist. 1
  • um 1370 GöttingenStat. 57
  • die frowan sont ... dem richter nit besserren, si stuͤndint denne ze markt und ze bank
    1371 SchaffhStR. II 15
  • 1379 Miltenberg 311
  • 1386 FritzlarRQ. 465
  • man sol ouch kainer frowen die stat verrueffen vmb guͤlt, ... [es sei denn] daz si ze margt sitzt vnd koufft vnd verkoufft . ..
    1396 MemmingenStR. 261
  • sowilch man of wijf van disme ampte enbůissen C. mit werke zo marte varen wilt, die sal dat werk laissen besein die zwene meistere
    1397 KölnZftUrk. I 12
  • wo man nuwe stete buwet ader merkte macht, daz man eyn cruze macht uf deme marckte, dorumme, daz man sehe, daz do wichfrede sy
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 78
  • eyn iczlich stok [Pranger] sal in allin steten und in allin merktin steen uff gemeynem freyen marckte, abir in darffirn, do nicht marckte ynne sint, do mag [man] yn wol behaldin, wy man mag
    um 1400 PosenB. 162
  • 1418 BernStR. I 54
  • 1418 Gengler,CIM. 68
  • 1428 MünchenStR.(Dirr) 429
  • we ok ossen, koye, schap eder swin hir inbrochte, de scholde de unsen borgern to gude eynen dach hir to markede holden
    1440 HildeshUB. IV 322
  • 1440/59 Miltenberg 338
  • Mitte 15. Jh. EmsigerR. 150
  • 1460/1514 NBijdrRgel.2 2 (1876) 498
  • haben ... vff dem marckte offintlich vorkundigen vnd vßruffen lassen
    1470 LeipzUB. I 383
  • welche daz uberfure, die sol den stein tragen den marckt uff und abe
    1475 WürzbPol. 169
  • um 1475 QKölnHandel II 327
  • NürnbRef.(1479/84) VI 5
  • 1480 ZWestf. 35, 2 (1877) 167
  • vor 1481 GlarusLB. I 151
  • Ende 15. Jh. Niederösterreich/ÖW. IX 610
  • daz ... dy juncfraw mundig gewest ist lenger wen jar vnde tag sy vnde yr vormunde jnlendisch gewest sint vnde czu wege vnde czu stegin vnde czu merckten 
    15. Jh. Wasserschleben,Samml. 379
  • solle niemandt mit kainerlai kramerei ... zu offem markt und kram standen, er hab sich dann zuvor in unser zunft kauft
    1522 NördlingenStR. 321
  • so widder den beclagtenn die vrteill zu peinlicher straff enntlich beschlossenn wurdet, ... [soll man] denn vbelthatter darvor am marckt oder platz ettlich zeit offenntlich jnn stock, brannger oder hallsysenn ... stellenn
    1532 CCC. Art. 85
  • 1532/38 RügenLR.(Cleist) 259
  • 1536 RQbayerSchwaben I 59
  • es sol keyn hock ... vnder das pauer ader landtfolck zu marckt sitzen, ... dieweyl das der wusch steckt
    1540 JenaStO. 47
  • 1545 MarburgRQ. I 355
  • 1550 Oberösterreich/ÖW. XIII 63
  • nach 1551 Bruchsal 912
  • 1566 MurtenStR. 324
  • ein ersamer rath ... begeret ... van allen ... inwanern disser statt, dat se sich jegenn twelff schlegen an dat marcket mogen vorfugen und aldar de gedachten statuta anhoren
    1569 WismarBürgerspr. 13 Anm. 1
  • 1635 HammStR. 82
  • de galghe ..., geplant op de groote markt 
    1642 NlWB. IX 249
  • [der] scharfrichter ... solle ... allen sambstag ... die bach ... uber den marck laufen laßen, denselben sauber kehren und den wust ... vortschaffen
    1668 TrierWQ. 217
  • wo ehegatten, als kaufleute, wirthe, zu offenem kram und markt sitzen ..., nehmen die statute eine gemeinschaft in der art an, daß jeder ehegatte in solidum in bezug auf gewerbs- oder handelsschulden haftet
    1824 Mittermaier,PrivR. 344
  • oJ. Unterelsass/GrW. I 756
IV
Marktrecht (III), hoheitliches Recht auf Abhaltung und Sicherung des Marktes (I) und auf Einnahme der damit verbundenen Einkünfte (Münzrecht, Zoll)
  • ic gife þone tun þe man cleopað V., mid eall þet þærtolið, ... ⁊ market ⁊ toll
    972? (Hs. um 1121) AgsChr.(Plummer) 116
  • 1047? DiplAngl. 422
  • 1299 CorpMnlTekst. I 2692 [Stapelrecht]
  • das wir dem ... U.v .A. ... bestetigen und verleihen alle die lehen recht gericht markt stökk und galgen die si gehabt und gewonnen haben von dem reiche und von den ...herzogen in B .
    1350 Rockinger
  • 1361 MecklUB. XV 108
  • ouch vorlyhen wir unserm getruwen D. ... einen freyen markt czu kouffen und czu vorkouffen
    1405 PreußUB. II 233
  • 1442 Oberelsass/GrW. V 361
  • fan merkethlawen, deer jn dae merkede laugath wirdat [im Falle von Markterbschaften, die in einem Marktort vererbt werden] 
    13. Jh.? (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 244
  • eß hat auch unser gnedige herrschaft einen freien markt, daß wag und maß gerecht soll sein
    um 1630 NÖsterr./ÖW. VIII 19
V Handelsort, in dem der Markt (I) stattfindet; als Rechtsbegriff insbesondere die ortsgebundendene, unter königlichem oder landesherrlichem Marktrecht (I) stehende und mit ausgebildeten Gemeindeorganen ausgestattete Rechtsgemeinschaft von Handels- und Gewerbetreibenden (ganzer Markt), später auch von Ackerbürgern; zur begrifflichen Trennung von Stadt und Markt sowie zum Forschungsstand vgl. HRG.1 III 324 - 337
  • diu burc stuont besunder, und ein market darunder
    um 1200 Hartm.,Iw.7 V. 6086
  • nemant ne mut nenen market noch munte irhebben ane des richteres wille, binnen des gerichte it leget
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. II 26 § 4
  • men ne mut nenen market buwen deme anderen ... ener mile na
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 66 § 1
  • 1281 HabsbUrb. II 1 S. 97
  • er hiez zwelf rüefer ... in merkt und in stet gân
    nach 1284 EnikelWChr. V. 14438
  • 13. Jh.? (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 240 u. 242
  • 1305 BrixenUrk. I 96
  • under der burg ze W. ... lit ein marcht, der der herschaft eigen ist, ... in dem marchte lit ein muͥli
    um 1306 HabsbUrb. I 194 [hier: Burg, vgl. Anm. 5]
  • der marcht schol auch olle deu recht haben die die steet in Steir habent, wand er galgen und stoch hat
    1330 Steiermark/ÖW. VI 160
  • 1332 FrankfUB.(Lau) II 331
  • [Bewilligung,] daz si den markt ze M. ... ein stat ... muͤgen machen
    1340 Mergentheim 126
  • 1347 MBoica XVI 174
  • daz sie vs irem dorfe gelegen fur dem huse L. ... einen markt machen vnd vfrichten můgen, vnd denselben můren vnd vesten ... vnd do selbist stok vnd galgen twinge vnd benne zuhaben mit allen andren rechten gerichten gewonheiten vnd freiheiten, also daz alle dez selbin marktez eynwoner die doselbist sietzen werden sich aller der genaden frewin sullen die in der nechsten dez heiligen reichs stat doby gelegin ... herkomen sint
    1353 MWirzib. VI 79
  • daz si vz irem dorf ze K. eynen markt vnd stat machen ... muͤgen ... vnd sie ... bewaren mit mauren, graben, turmen, brukken vnd mit allen andern sachen, so sie best muͤgen
    1358 MZoll. III 330
  • nach 1358 Rb.n.Dist. V 29 u. VI 20
  • haben wir [Rudolf IV. von Österreich] ... gedacht vmb denselben markcht ain mawr ze mawrn ... vnd ain stat darauz ze machen
    1362 SteirGBl. 4 (1883) 106
  • bi dissem zcinse sullen sy bliben zcu colmisz rechte bis das wir ... zcu rate worden das wir ene stad ader market worden machen
    1374 Danzig(Hirsch) 72
  • 1387 BudweisUB. 234
  • ân ungemowerte merkte (absque oppidis) ungeczalter, die nicht hetten mowern
    Ende 14. Jh. Jelinek 490
  • 1402 RQbayerSchwaben I 103
  • dez margtz zw D. i[nsigel]
    1412 Indersdorf I 168
  • 1417 Oberösterreich/ÖW. XIV 116
  • ÿn steten, merckten ader dorffern haist iß [raüb, der czw felde ader ÿm feld geschen ist] nit eÿn rawͤb
    vor 1439 OfenStR.(Mollay) Art. 268
  • nach rat unnser raͤt, prelaten, stet, maͤrckt, und gemainer lanntschafft
    1454 Lori,BairMünzr. I 38
  • alss ... der richter, rat und unsser burger zu Weyxlberg nach unssern ... befelchen unssern markht daselbst ... an ein ander ende paun, und den zu der weer zuezurichten, und zu einer statt zuerhöben fürgenohmen haben
    1478 MHabsb. II 915
  • 1480/81 JurFris. I 152
  • in allen unsern dörfern ... sollen hinfür alle gewerbe, ... die den stetten zustendt, gentzlich abgestelt ... werden, usgenomen O., R., G. und S., die für merkte geachtet sindt
    1495 Carlebach,BadRG. I 109
  • alle die recht und gerechtigkait wie ander markt und hoffmarch
    1520 Oberösterreich/ÖW. XIV 157
  • nach 1532 WürzbZ. I 1 S. 170
  • merkte, stedte und flecke
    1577 Preußen/QNPrivatR. II 1 S. 397
  • daß bemelter flecken W. ... fürdershin ein markt und dessen inwonner ... burger sein gehaissen . ..
    1593 Oberösterreich/ÖW. XIV 160
  • Ende 16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 4
  • dass dieser markht zurecht hat, niderzulegen vndt auff zueheben wass khauffmanns schatz ist
    1604 Mähren/ArchÖG. 17 (1857) 76
  • weil der markt G. ein befreiter markt, inmassen dan vom römischen könig A. ein gefertigter brief über den wochenmarkt ... verhanden
    1607 Oberösterreich/ÖW. XIV 8
  • um 1615 NÖsterr./ÖW. VII 513
  • weil durch die röm. kais. maj. ... gemainer markt mit einem ordenlichen marktwappen ... begabt, so will ich ... verwilligt haben, das N. richter und rath von gemaines markts wegen nun forthin aigen marktsigill und ordenliche fertigung haben
    1632 Oberösterreich/ÖW. XIV 304
  • 1633 Steiermark/ZRG.2 Germ. 45 (1925) 77 Anm. 3
  • dem gemeinen marckt oder burgerschaft für das burgerrecht fünf gulden erstatten
    1666 WürtLändlRQ. I 104
  • 1717 SiebbMunC. 160
  • marck, marckt oder marckflecken, ist ein offener ort, der zwar das stadt-recht hat, doch aber nicht in mauern eingeschlossen ist; uͤbrigens aber eigene halß-gerichte, stock und galgen, ingleichen die gerechtigkeit hat, jahr und wochen-marck zu halten, und seine aecker mit einer kleinen mauer zu beschliessen
    1739 Zedler XIX 1255
  • die uͤbrige staͤdte und maͤrkte hingegen haben sich nur der niedergerichtlichen jurisdiction ... nach innhalt ihrer begnadigung ... zu erfreuen
    1770 Kreittmayr,StaatsR. 447
  • 1774 Wagner,Civilbeamte II 28
  • 1777 Adelung III 371 [ausführlich]
  • markt, forum, ein offener ort, welcher das recht, handwerker, und innungen, dann jahrmärkte zu halten, und oft noch manche andere freyheiten erlangt hat ... solche, gewöhnlich allein dem landesherrn untergebene, mit magistraten versehene märkte nannte man noch ferner gefreyte märkte, wenn sie der landstandschaft theilhaftig, und im besiz des schranengerichts, oder des grössern malefizgerichts waren, ... die hofmärkischen märkte werden ungefreyte genannt, führen aber, wie die gefreyten, ihre eigne siegel
    1816 Westenrieder,Gl. 349f.
VI
ein Kaufgeschäft von der Verhandlung bis zum Abschluß; die Summe der Geschäfte, die eine Person auf dem Markt (I) abschließt; allgemeiner: Rechtsgeschäft; öfters in Vbdg. mit Kauf; Markt haben, halten, tun usw. ,Handel treiben'; manchmal auch pejorativ (1611): unredlicher Handel
  • dort sitzt ein wehselære, des market muoz hie werden guot
    um 1210 Wolfram v. Eschenb.,Parzival 353, 27
  • ez sol auch nieman dheinen marcht an dez herzogen hof haben an dez hofgaemels willen
    um 1280 MBoica 36, 1 S. 530
  • um 1320 KölnZftUrk. I 27
  • dat die coman sal hanteren sine marct in groten steden
    1345 Doctrinale II V. 2637
  • keyn hocke noch phrugener en sullen ... keynerhande kouffen wider einen gast, der czu deme marte komen ist unde wel sinen mart halden, er he sinen mart czu rechter tageczit gehalden had uff rechten mittag
    nach 1358 Rb.n.Dist. V 20 Dist. 9
  • wer gesaltzen visch vf slet, der sal den markt dry tage halden
    um 1370 DresdUB. 52
  • ez sol och nieman dekainen vrigen marcht han in de kainem huse inrent dem gericht
    1371/89 DiessenhofenStR. 6
  • Ende 14. Jh. BambStR.(Parigger) 53
  • 1437 HanseRez.2 II 83
  • 1440 OstfriesUB. II 744
  • wer im lannde ... merit oder schulden machen wurd, daruff man gisel leisten müsste
    1457 Obersimmental(BernRQ.) 42
  • were ouch das yeman mitt deheiner personen die vogt bar ist, dehein kouff oder märkt tätte ... an desselben personen vogt wüssen vnd willen, ... das sol derselben person an sinen eren ... gäntzlich vnschädlichen sin
    vor 1481 GlarusLB. I 145
  • czu vorbytten heymliche mergte bey verlust desselben, das so unordentlicher weyße außwigk der ordentlichen stadtmargkten gekauft oder vorkauft wyrt
    1528 CDSiles. 27 S. 191
  • 1530 BernStR. VII 1 S. 278
  • welliche frow v̈tzit koufft oder verkoufft ... vnnd ir vogt nit will, dz sy darby blybenn, sonders daruon gon vnnd ir maͤrit nit krafft habenn solle
    1539 BernStR. I 349
  • daß dieser kauf und mercht austheilt oder empfangen werd und der käufer den kauf empfang an dem stab
    nach 1566 ZugRQ. I 332
  • wan ein märkt umb ligende güter beschicht, so soll es ein richter in der kilchen verkünden
    1599 LuzernRQ. I 439
  • 1602 FrutigenStatR. 204
  • [Verbot] das die vätter ihren söhnen ... empter by läbziten übergäbend, daruß möcht märck und krämery erfolgen
    1611 ArgauLsch. VIII 346
  • nichtigkeit ... der pactungen ... wan der märkt in trunkner wys durch einen der wyb vnd kind hätte, demselbigen synem wyb vnd kind zu grossem nachtheil ... gemacht würd
    1. Hälfte 17. Jh. FreiburgÜMun. I Art. 110
  • wan ein freier markt beschehen entzwüschend 2 gleichen personen
    1702 GraubdnRQ. IV 195
  • wann zwo ... personen einen redlichen merkt oder tausch selbsten treffen
    1716 OberhalbsteinLB. 155
  • 1762 BernStR. VII 2 S. 862
  • solle ... kein tausch, kauf und mart vor dem rechten gültig anerkent werden, es können dan solche taüsch, kauf und märt mit unparteyischen zeügen oder schriften erwisen ... werden
    1796/98 GasterLsch. 200
VII Warenverkehr, Handel, Erwerbstätigkeit des Kaufmanns, Angebot und Nachfrage, Absatz auf dem Markt (I) 
  • swes man bedürfen solte, des alles was dâ market 
    nach 1281 Konr.v.Würzb.,Troj. V. 19561
  • dyͤ andern kleinen fische ... mag man verkeuffen, als dann der markt leret
    1376/97 WürzbPol. 85
  • menglich mag nů das vihe koufen, ... wann es sol ein fry mercket darumb sin
    1435 StraßbZftO. 346
  • [Verzicht auf Zoll] uff das der mert da beßer werde
    1461 AnnNassau 73 (1962) 43
  • 1524 KremsSteinRQ. 186
  • begern wir eins fryen maͤrckts, es sige in staͤten oder uff dem lande
    vor 1528 LaupenAmtsbez. 177
  • 1592 ArgauLsch. VIII 287
  • 1668 Schirmer,KaufmWB. 126
  • das schlechte guht verderbt den mark 
    1681 Spaten,Sekretariat. Anh. 193
  • marckt bedeutet ferner ... buͤrgerliche nahrung
    1739 Zedler XIX 1280
VIII
Marktware, Handelsware
IX Kaufpreis, gängiger Marktpreis, Marktkauf 
  • sie [Ratsleute] suoln auch ... allen vailen dingen rehten chauf und rehten marcht aufsetzen
    1296 Tomaschek,Wien I 72
  • vmbe den market, als er es gekaufet hat, vm sibenzenthalhundert pfunt guter heller
    1311 GeöArch. II 1 S. 162
  • die schuster ... süllent auch neu schueche in geben in dem rechten markte, daz man über sei nicht chlage
    1379 Tirol/ÖW. V 392
  • derselbe margktmeister. sal swerin. daz her den ratkouff, vnd markit wolle bewarn nach alle synen synnen
    1384 HessSamml. I 6
  • 1401 Fruin,Dordrecht I 64
  • 1446 StraßbZftO. 305
  • 1466 Bruchsal 857
  • sullen die burgermeistere den mart [van weiß vnd roggen] setzen niet up dat hoegste noch nederste, sonder dat middelste des koufs tuschen beiden usnemen
    1495/98 KölnZftUrk. II 31
  • Anfang 16. Jh. NijmegenStR. 86
  • 1561 Maaler 284ra
  • nach 1564 AnnFlandre 17 (1864/65) 192
  • de merckt oft prijs
    1609 CoutAnvers IV 62
X Maßgefäß für den Marktgebrauch
  • in den kremen oder saltzhutten sal ein mart sein, wie man den setzet, gemeinlich bei der grossen buesse
    um 1500 ErfurtSalzmO. 417 [vgl. ebd. Anm. 1]
XI wohl gekürzt aus: Marktrecht (I); Erbleihe
  • her E.v.B., ... [und] sine súne, ... lúhent ze ainem rehten marcketreht unde verjachen, daz sẃ ze marcket gelúhen hetten, unde sint ouch dez wer nach der stette rehte, daz sw also gelúhen hant C .B. ... ain egerden
    1304 RottweilUB. 27
XII die Mitgliedschaft in einer Zunft und das damit verbundene Recht, an öffentlichen Verkaufsständen Waren feilzubieten
  • welich knecht ein eliche husfrowe niemet, daz den der meister nit haltden sal lenger wan uff die ziel, als er in gedinget hat, er enkeuffe danne den marcket und werde meister
    1352 WormsUB. II 304
  • 15. Jh. Größler,Eisleben 42
XIII den Markt brechen, schalken "gegen den Marktfrieden verstoßen"
  • swer ein pfant ab dem markte nimt mit gewalt daz ûf in drûf gesant wirt, der hât gewalt begangen unde den markt gebrochen und ist dar umbe mînen herren lîbes unde guotes vervallen
    1337 MeranStR. 420
  • [freier Jahrmarkt:] wer aber den markt schalkti oder daran fräfleti, der söllti darumb nach dem rechten gestraft werden
    1487 SGallenOffn. II 531
XIV freier Markt Bezeichnung eines verbotenen Glücksspiels
XV rsprw.
  • wie der marckt ist, also ist der zol
    1541 Franck,Sprw. I 83r
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):