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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Marstall

Marstall

, m.

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auch latinisiert, Bestw. ahd. marah "Pferd"

I Pferdestall, meist größerer Wirtschaftsbetrieb einer Herrschaftseinheit für den Bedarf an Dienstpferden und Ausrüstung; gelegentlich als Gefängnis benutzt
  • 1. Hälfte 9. Jh. AhdGl. II 222, 20
  • maristallium abbatis Renhardus inhabitat
    um 1150 WerdenUrb. I 188
  • um 1260/70 SächsWChr. 114
  • redditus etiam antefate ecclesie ab omni iure nostro, tam a iudicio prouinciali, quod vvlgo lanttaidinch dicitur, quam a solutione pabuli, dicti marchfůter, quod marstallum nostrum respicit, perpetuo sint exempti
    1287 WienSchottenUB. 74
  • [2 Ratsherren] bewareden der stades armborste unde dat schot; en wart och bevolen de martstal 
    1298 LübChr. II 302
  • [Fron:] auzz vnserm ... ampt fumftzigk huͤblewt yeder syben fuderl grazz oder halmhawͤ in ewrn marstall furen
    um 1360 CDAustrFris. III 607
  • 1396 MecklUB. 23 S. 146
  • biddet de ghemeyne rad vere vt deme rade vnde radsworen darto dat se dem marstalle vorstan. ... or ammecht is dyt, dat se vntfanghen dat ghelt dat de rad darto ghelecht hefft, vnde koͤpen ... haueren vnde voder ... vnde ... perde ... vppe den stal
    1408 (Hs. 1. Hälfte 17. Jh.) BrschwUB. I 159
  • sol er haben ain gůten marstalle, wenn unser herre der bischof uf oder nider reyte, daz ain amman seinen genaden seine roß stelle
    1441 ZSchwabNeuburg 34 (1908) 198
  • Mitte 15. Jh. Oberösterreich/ÖW. XV 145
  • 1460 LübUB. IX 906
  • 2 malter habern geben sy al jor unserm gnedigsten hern zu mülhabern uf den marstal 
    1496 KirchheimW. 65
  • de beden gefangenen ..., up deme marstalle sittende
    1507 LivlUB. II 2 S. 548
  • [Überschrift:] ordnung des marstals 
    1535/71 Brandenburg/Kern,HofO. I 25
  • 1549 RavensburgStR. 298
  • 1614 Württemberg/Kern,HofO. II 147
  • marstall, bestehet an einem fuͤrstlichen hofe aus einer grossen anzahl stall-bedienten, kutschen, pferde, und alles was zu fortbringung der fuͤrstlichen herrschafft in und ausser landes erfordert wird
    1717 Hübner,ZtgLex.8 1046
  • 1769 Dreyer,Einl. 421
  • sind denselben [hofmarschallengerichten] ... alle hofstaatsbedienten unterworfen, wovon doch manchmal der kammerstab, marstall und die oberjaͤgermeisterey in der gerichtsbarkeit abgesondert sind
    1785 Fischer,KamPolR. II 75
  • streitigkeiten in bezug auf den pferdehandel sind von der gerichtsbarkeit des stadtgerichtes ausgenommen und werden von dem st[allgericht] entschieden, dessen zwei vorsteher die aufsicht über den obrigkeitlichen marstall haben
    1796 Zürich/SchweizId. VI 369
II wie Marstallgericht 
  • 1469 LübUB. XI 440
  • daß, wenn außerhalb thores, binnen der land-wehre excessus und schlaͤgereyen, woruͤber der verbrecher nur mit gelde und nicht am leibe zu bestrafen, vorfallen, alsdann denen herren des marstalls die cognition und bestrafung ... zustehe, so gar, daß auch der thaͤter, wenn er sich in der stadt retiriret, und von dem gerichte gefaͤnglich angenommen worden, auf der herren des marstalls geschehenes ansuchen ... von dem gerichte zu extradiren sey
    1693 E. ... Raths der ... Reichs-Stadt Lübeck ... Bescheide, die Taxam der Gebühren der Advocatorum ... betreffend (Lübeck 1756) 75
  • 1738 E. ... Raths der ... Reichs-Stadt Lübeck ... Bescheide, die Taxam der Gebühren der Advocatorum ... betreffend (Lübeck 1756) 62
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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