Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Marter

Marter

, f.
I Martyrium Christi oder der christlichen Glaubenszeugen (früh und reich belegt); Verfolgung der Juden, Pogrom
II Folter als gerichtliches Beweismittel; dem dadurch erlangten Geständnis wird unterschiedliche Beweiskraft zugemessen; an, in der Marter bekennen (I), verjehen durch Folter gestehen, (ein Verbrechen) mit der Marter abfragen (I) durch Folter gestehen lassen, jn. an die Marter erkennen (I 2), führen (I 4), legen (II 1), mit Marter ersuchen (IX 1), mit der Marter fragen (III), rechtfertigen jn. der Folter unterwerfen; verstärkend: um keine Marter keinesfalls
III Qual, Schmerz, offen zu II; seit mittelhochdeutscher Zeit belegt, meist in nichtrechtlicher Verwendung
IV Foltergerät
V Gegenstand (auch Bildstock?) oder Emblem als Sühne- oder Hoheitszeichen, im Althochdeutschen: Richtstätte Christi