Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Matrikel

Matrikel

, f.

auch Matrikul, aus lat. matricula "öffentliches Verzeichnis", vgl. Schulz,FremdWB. II 90
Verzeichnis, Buch mit Eintragungen (insb. von anteilsmäßigen Lasten), Register
Sachhinweis: HRG.1 III 389f.

I wie Kirchenmatrikel (I) 
  • 1535 PommVis. I 3
  • die diacon sollen auch von allen liggenden grunden, heuptsumen, kleinoten, jerlichen renten und zinsen ein heuptregister oder matricul machen
    1535 PommVis. I 49
  • Mitte 16. Jh. JbMeckl. 23 (1858) 380
II städtisches Verzeichnis, Kopialbuch (II) 
  • when ... deme râde ... de anfelle quêmen, dath se ethwes erer priuilegien vnnd brêue vpsôken schollen, szo hadde se de copien alhîr in desser matrikel voruâtet
    1553 JbMeckl. 17 (1852) 254
III Verzeichnis der Personen und Güter einer Korporation (Reich, Reichskreis, Territorium, Deutscher Bund) mit den Lastenanteilen bei gemeinsamen Aufgaben
  • des hayl. reichs matricul in besser ordnung zu bringen und die darunder lauffende mangel und unordnung abzustellen
    nach 1582 RTTraktat(Rauch) 103
  • sollen ... deputirte staͤnde ... macht haben ... was ... des heiligen reichs nothdurfft zu ergaͤntzung und richtigmachung der matricul seyn solle, ... zu erwegen
    1594 RAbsch. III 440
  • 1609 Goldast I 317
  • 1645 Wetterau/Moser,StaatsR. 39 S. 43
  • 1669 RAbsch. IV 68
  • man hat zwar genug nach denen craysen eingetheilte reichs- und cammer- gerichts- auch eintzeler crayse matriculn; aber daraus ersiehet man nur: wer und was jeder contribuire
    1746 Moser,StaatsR. 26 S. 333
  • in Chur-Bayern ist die land-tafel die matricul, oder das verzeichniß aller in Bayern befindlicher guͤter, so zu der landschafft collectabel seynd
    1769 Moser,RStändeLand. 642
  • 1770 Kreittmayr,StaatsR. 417
  • entwerfung einer matrikel des bundes
    1817 ProtBundesversamml. III 92
IV Verzeichnis der Mitglieder einer Universität, eines Berufsstandes; übtr. auch die Einschreibung (Immatrikulation) in das Verzeichnis sowie das Aufnahmeverfahren
  • die notarii ... sollen ... sich [bey] der bey unserem ober-appellations-gerichte darzu verordneten matricul ... immatriculiren lassen
    1712 BrschwLO. II 45
  • 1772 Pufendorf,HannovLREntw. 12 § 5
  • innerhalb eines halben monates ist jeder, der zur hohen schule aufgenommen werden will, bei dem rector seinen namen anzugeben schuldig. dort schwoͤrt er, alle akademische gesetze zu halten, und wird dem koͤrper als ein buͤrger einverleibet. dies ist, was man matrikel nennt
    1788 Thomas,FuldPrR. I 86
V Wappenbuch
  • [daß] disere ehren-waapen nicht nach der oberkeitlichen matricul oder waapen-buch [eingerichtet waren]
    1726 ZBernJV. 90 (1954) 386
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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