1Metze, f., m., 2Matte, f. m.

obd. u. md., auch Metzen, Metz m., Matz f., und daneben nd. ²Matte auch Mette f., seltener Matt n.; ahd. mezza f. mezzo m., mhd. metze m., mnd. matte, mette f., mat n., ae. mitta m.; zur Etymologie vgl. Kluge²² 476; bei nd. Matte mit den zugehörigen Kompositen handelt es sich um eigenständige Formen, die jedoch in der Metze-Reihe mitbehandelt werden
I ein Hohlmaß, meist für Getreide, auch zur Abmessung von anderen Feldfrüchten und Flüssigkeiten
vgl. Meste
Sachhinweis: zur Umrechnung Kahnt,Maße 185
  • ⁊ xxx. ombra godes uuelesces aloð þet limpað to xv. mittummittan fulne huniges oðða tuegen uuines
    804/829 DiplAngl. 460 Faksimile
  • bata mittan
    Mitte 10. Jh (Hs.) Wright-Wülcker I 359, 8
  • chori mittan
    Mitte 10. Jh (Hs.) Wright-Wülcker I 367, 10
  • sub modio under mittan
    Mitte 10. Jh (Hs.) Wright-Wülcker I 508, 7
  • emina mezza
    11. Jh. AhdGl. III 658, 33 Faksimile
  • eminus mezzo
    11./12. Jh. AhdGl. III 629, 29 Faksimile
  • [Abgabe] v mensuras tritici, quod mezzun vocant
    1110/30 PassauTrad. 154
  • der ander hof ... giltet: 6 mutte ân 1 schoet, daz ist 8 metzen [Getreide]
    1288 UrbMeinh. 19
  • haben jn gegeben ... sechzehen metzzen habern geltes, die man dient alle wege von ainem acher
    1314 OÖUB. V 130 Faksimile
  • da man von der selben mvͦl alle iar dienet nêvnzehn metzen charns chasten mazze
    1343 OÖUB. VI 442 Faksimile
  • der metzen gent vii an einen hofmvtt
    1. Hälfte 14. Jh. PfarrkirchenUrb. 80 Faksimile
  • 1353 JenaUB. I 236
  • drittich unde twey metten weytes
    1429 HildeshUB. VI 429
  • ayn gütel zu H. ... dient ... aynen metzen aiblinger mazz öls
    1431 MBoica 21 S. 100 Faksimile
  • machen zehen gassen ein metzen und vier metzen ein somerin und vier somerin ein scheffel beyderley getreyde, habern und korns
    1464 CadolzburgSalB. 297
  • soll der muller zu molter vom malter nemen zwo metzen, und das nit mit halben metzen, sunder mit gantzen metzen moltern
    1492 Walldürn 264 Faksimile
  • von ainem sackh khas, da ain Murauer metzen in get, dauon zu mawt 2 phening
    um 1500 Wimbersky 33
  • 1502 QFürstentBayreuth I 61 Faksimile
  • ein metz ist ein dritteil eins scheffels
    1516 ErbbLangensalza 91
  • dat is eine wisse matte, dar gan twölf matten up einen schepel. oldinges is it das 16. deel vam schepel de matte gewesen
    vor 1531 RügenLR. Kap. 97 § 4 Textarchiv: RügenLR. Kap. 97
  • einen metzen kalk
    1536 MHungJurHist. V 2 S. 25
  • 1/2 metze salz
    1538 MittGotha 1904 S. 114
  • wenn irgendt einer wär, der kauffmannschafft trieb, es wär mit waitz, korn oder allerley traid undt nehm ein grossen metzen ein, undt geb ein kleinern wider auss, solcher soll nach aller billichkeit verwandelt werden, alss die weissen erkennen können im rath
    1604 ArchÖG. 17 (1857) 59 Faksimile
  • burgerlich gwin vom mez traidt 3 kreyzer
    1625 ArchÖG. 89 (1901) 639
  • die rotenburgische kleine metze, womit die glatten fruͤchte gemessen werden, haͤlt 4 muͤhlmetzlein
    JournDeutschl. 7, 2 (1790) 74 Faksimile
  • 1805 Nelkenbrecher,MünzTschb. 42 Faksimile
  • alle die da siczen zu A. die eigen rauch han, iglich feuer gibt nun mezen habern der werunge daselbst
    oJ. Hessen/GrW. V 727 Faksimile
II geeichtes Meßgefäß mit dem Fassungsvermögen einer ¹Metze (I), auch das obrigkeitlich hergestellte und als Norm gesetzte Urbild davon
  • swa man unrehte maetzen vindet, da ist man dem burggrafen schuldic funf schillinge
    1276 AugsbStR. Art. 65 Textarchiv: AugsbStR. Art. 65
  • in der molen schal wesen en matte also grot, dat der be holden achtehalf enen schepel
    Ende 13. Jh. LübMndStR. Art. 45
  • wo ein mensch mit unrechten meczen und unrechter ellen wegriffen wiert, der schol verpuezzen mit einer marck
    um 1330 BrünnRQ. 362 Faksimile
  • de mette scal ere rechten olden mate hebben
    1334 HildeshUB. I 501 Faksimile
  • de molre scullet hebben lutteke metten, dere scullet sesse ene grote strekene metten don ...
    1334 HildeshUB. I 501 Faksimile
  • swas scheffele ader bescheidener meczin ist in den molin, ... do sullet ir ewer stadtkoͤre obir haben
    vor 1352 MagdebR. II 1 S. 36
  • diß ist der kornmesser eydt, den sie dem rat gesworen haben. zü messen dem armen als dem reichen und mit maßen zü messen, die dasselbe jar geeychet und getzeichent worden sein, und besünder unser metzen alle vierteljars lassen eychen. und auch unser keiner getreyde kauffen, daz wir widder verkauffen wollen, noch auch mit nymant teyl nach gemeyn zu haben mit getreyde. und auch von einen malter korns zu messen nicht mer nemen dann 1 h
    1434 WürzbPol. 117
  • es sol auch im markcht nuͤr ain metzen sein und ain halber metz und ain viertail datz dem richter die gerecht sein und geprennt und darnach sullen die aussern gefächt und geprant werden
    1435 OÖsterr./ÖW. XII 181
  • wenn ein herr siz und paw dingen will, so soll man für in bringen die mazz, ellen, gewicht und metzen
    um 1435 Bayern/GrW. III 649 Faksimile
  • 1438/52 NÖsterr./ÖW. VIII 10 Faksimile
  • die stainen metzen am markt
    1440/47 OÖsterr./ÖW. XII 424
  • es sollen auch die kornmesser ire metzen brennen und zeichen lassen mit dem hertzogtum eysen, das darzu gmacht ist, umb des willen, das ein jederman sehe, das sie recht metzen furen
    1475 WürzbPol. 158
  • kchainer sol kchainen metzen nicht ausleichen dann der richter
    2. Hälfte 15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 20 Faksimile
  • 1512 NÖsterr./ÖW. VIII 81 Faksimile
  • des müllers eid ... du schwerst ... [daß du] jederman das ... wa si mit dem metzen gelassen habent, ... ungeverlich metzest und nit mer niemest denn die zugehör
    1560 WürtLändlRQ. II 873 Faksimile
  • 1578 ZWirtFrk. 7 (1865/67) 133 Faksimile
  • alle die, so auf wagen ruͤbe feihle bringen, sollen mit den metzen messen, welche der zolner zu dero behuef in verwarung hat
    1597 PeineStat. 262 Faksimile
  • 18. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 599 Faksimile
III im Mühlenwesen
III 1 nach der ¹Metze (I) gemessener Teil des zu mahlenden Getreides; als Mahllohn (I) für den Müller oder den Betreiber der Mühle, später als Geldablösung (auch zur Befreiung vom Mahlzwang)
III 2 Metzeinnahme als Mahlpacht
IV in Hamburg: Einnahmestelle des Metzgelds für das Malz der Bierbrauer; aM.: Lasch-Borchling II 926
  • [Verbot des Mißbrauchs von Brauzetteln] die eigendomer oftmals die bruzedele to schinbarem schaden und vorfank der rentenere up der matten losen und to afleggung erer schulde gebruken
    1588 HambBurspr. 465
  • dat ein jeder ... beerbrouwer, de sin orlofzettel ... nicht vort brouwen ... wil, dat erste orlof up der matten schal laten uptekenen
    1594/1603 HambBurspr. 510
V im Elsaß: Verkaufssteuer auf Lebensmittel
  • des zols halp genant die matz, den bishar ein burgvogt im schloß zu S. alle wochenmerkt von gmus, krut, zibeln gries, mel und andern essenden dyngen uffgnomen hat
    1525 Elsass/Franz,BauernkrAkt. 223
VI österreichisches Landmaß, auch im angrenzenden Allgäu, in Böhmen und Schlesien gebräuchlich; zur Umrechnung vgl. Kahnt,Maße 185
  • 1606 Steiermark/ÖW. VI 74 Faksimile
  • 32 wiener mezen und 24 mezen crembßer landmaaß treffen in quantitate zusamben
    1667 ÖLOProt. 134
  • ein joch wird 4 nö, jedoch kleine metzen gerechnet; nach denen böhm. ruralstrichen aber zu 2 strich
    1770 Archiv český 24 (1908) 425 Faksimile
VII in besonderen Wendungen
VII 1 mit Metzen gelten als Unfreier Zins leisten
VII 2 mit dem Metzen kaufen oder verkaufen Kleinhandel treiben
  • daz alle die, die mit den metzen kauffen oder verkauffen, furbaz dheinerley moͤzz ... niht haben sullen, sie sein danne gezaichent mit der burger zaichen
    1380/1424 NürnbSatzB. 286
VII 3 zur, auf der Metze sitzen das Recht auf Erhebung der ¹Metze (III) innehaben
  • dieweil der muͤller seine maͤtze, darauff er sitzet, ohn allen zweifel in guter acht haben wird, so soll auch mit allem fleiß darauff gesehen werden, damit der muͤller seinen pfennig wegen der unkosten darlege, nachdem wie er zur maͤtze sitzet
    1642 CCPrut. II 245 Faksimile