Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): melken

melken

, v.


I einer Kuh die Milch abziehen, hier als unerlaubte Nutzung fremden Eigentums
  • leth hij da kw ... gaen een etmel in dat land, ende melck se deer in, so is 't raeff
    1480/81 JurFris. II 210
II eine des Kindesmordes oder der Kindesaussetzung verdächtigte Frau auf Milchaustritt überprüfen
  • ob aber das kindlein so kurczlich ertoͤdt worden ist, das der muter die mylch in den bruͤsten noch nit vergangen sein mag, so ist ein bestendige richtige erfarung derselben mysstat, das die meyde vnd dirnn, so man des verdenckt vnd junckfrawen sein wollen, an iren bruͤsten gemolcken werden; welicher dann in den prusten milch gefunden wirt, die muss von nodt wegen ein kindlein gehabt haben vnd sol peinlich gefragt werden
    1507 BambHGO. Art. 44
  • ob aber das kindlein so kurczlich ertoͤdt worden ist, das der muter die mylch in den bruͤsten noch nit vergangen sein mag, so ist ein bestendige richtige erfarung derselben mysstat, das die meyde vnd dirnn, so man des verdenckt vnd junckfrawen sein wollen, an iren bruͤsten gemolcken werden; welicher dann in den prusten milch gefunden wirt, die muss von nodt wegen ein kindlein gehabt haben vnd sol peinlich gefragt werden
    1507 BambHGO. Art. 44
  • dat magh ok de avericheit na older gewanheit umme eines doden edder levendigen fündelinges willen megde des ordes edder junge wedewen, so jennich misrüchte edder vormodunge jegen welke weren, mit bademömen edder andern fruwen, den sie voreidet mögen werden, besehen edder (salva reverentia) melken laten
    vor 1531 RügenLR. Kap. 136 § 10
  • 16. Jh. Schweiz/ArchStrR. 56 (1909) 137
III von einer Hexe gesagt: einem Kind als Zauber die eigene Milch geben
  • seine stief mutder waͤre in sein und seiner frauen abwesenheit in sein hauß gekommen, haͤtde das kind mit ihrer milch gemolcken, worauf es dergestalten erkrancket, daß es einige tage hernach gestorben
    1710 Horst,ZauberBibl. II 171
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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