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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1Menge

1Menge

, f.

formenreiches Adjektivabstraktum zu manag, nichtrechtl. bereits ae. belegt

I eine (große) Anzahl

I 1 von Personen, Gruppe, Gemeinschaft
I 2 von Sachen; mit der menge kaufen im Großen kaufen
  • den kremern ... die mit der menig holtzschue kauffen
    1478 MannhGBl. 2 (1901) 137
  • soll der cammer-richter nach mennige ... und groͤsse der sachen macht haben, die personen der beysitzer ... zu theilen
    1521 RAbsch. I 180
  • [wöchentlicher Gerichtstag,] doch ye nach gelegenheyt und maͤnig der sachen
    1530 DRWArch.
  • die menge der processe ... machen die strenge erfuͤllung jener vorschriften zur unmoͤglichkeit
    1791 Malblank,Kanzleiverf. I 451
  • bey darleihen [bei denen] ... die zuruͤckstellung in der naͤhmlichen gattung, guͤte und menge bedungen worden
    1811 ÖstABGB. § 992
II rechtlich abgegrenzter Personenverband (zB. Stadtbürger, Handwerker uä.)
  • congregationem menigi 
    11. Jh. AhdGl. I 690, 60
  • der rát vnd dv́ menigi der burger von Lvcerren
    1252 CorpAltdtOrUrk. I 47
  • swer der ist, der wider der meren urteilde, dü mit dem rate und mit der mengi gesamnot wirt, ützet widerredet, der muos es bessern
    um 1300/1402 LuzernRatsbüchlein Art. 146
  • die rete beidu nuwe vnd alte ..., vnd dar zuo ein mengi richer vnd armer ze L., sint vber ein komen
    1343 Geschfrd. der 5 Orte 3 (1846) 74
  • we ok desser broke ane nod dar vorbreke, de nescolde to user menighe nicht komen
    1389 HildeshUB. III 713
  • derselb juncker D. ... begert domit an die gemelten menyen vnnd gerichtslude ..., daß sie
    1452 Oberrhein/GrW. I 409
  • [Zunftgenossen] sollen keinen andern gezog nemen oder witer für andere geriht ziehen anders dann für die mennige des gantzen antwergs
    1472 Schmidt,ElsWB. 239
  • [man soll] die menge des antwerckes besameln
    1484 Schmoller,StraßbTucherZft. 46
  • eine gemeinde ist eine menge unter gewisser einrichtung zu gemeinem nutzen vereinigter personen
    1738 Hayme 225
III
in Verbindung mit mehr (I), meist (I) die Mehrheit aus einer Gesamtheit
  • swat so der burmester scepet des dorpes vromen mit willekore der merren menie der bure, dat ne mach de minre del nicht weder reden
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. II 55
  • scilt ok en sasse en ordel unde tut he des an sine vorderen hand unde an de merren menien, he mut dar umme vechten
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. II 12 § 8
  • in manieren waer dat die meeste meneghe seide dat dat staende bleue
    1280 Flandern/CorpAltdtOrUrk. I 376
  • sal gheenen anderen [1Ballei] setten, het en waer bi der meester meninge der ghesworen ende bi des graeven wille
    1290 Bergh II 330
  • daz sol auch also geschehen, swen deu maist menige mit rechter chůr zu dem rat erwelt
    1296 Wien/Keutgen,Urk. 216
  • ist ouch, daz di boten crigen miteinander, wo die meiste menie hin wil, daz volget
    um 1300 FreibergStR. I § 33
  • an swen die merer menig gesleht, den suͤlen wir ze purchman nemen
    1315 MGConst. V 231
  • swer under den allen mit rechter wal di merern menig hab, der sei ie daz selb iar meister
    1334 RegensbStat. 120
  • ist in diser prief gesprochen mit urtail der mereren menige des ringes
    1352 NeustiftUB. 263
  • wo denne dy meyste menninge volbort in deme rate, do sal der mynner teyl nochfulgen
    nach 1358 Rb.n.Dist. V 1 Dist. 11
  • man sol oͧch nieman zů gesellen enpfohen, es gevalle denne der meisten menye under uns wol
    1360 Straßburg/Keutgen,Urk. 403
  • 1401 MühlhsnGBl. 9 (1908) 23
  • [Gesetzesgeltung,] biß das es gewandelt wirt, sametschafft oder ein teil, das ist die meiste menige des rats gemeinlichen
    1422 Miltenberg 321
  • das yn die meyste meninge unde merer teyl gestehet des
    1474 PössneckSchSpr. I 280
  • wenn ain lantrichter uber ainen schedlichen man oder weib richten wil in dem purgfrid, so sol di schrann besetzt werden mit der merern menig von den burgern in der stat
    um 1500 NÖsterr./ÖW. IX 687
  • das man hüeter und halter nicht setzen soll durch ains oder zwaier manns willen noch durch aines oder zwaier mannen willen laßen, nuer was der maisten menig will
    1514 NÖsterr./ÖW. VIII 139
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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