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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Milch

Milch

, f.


I die von Haustieren gewonnene Milch ist als bäuerliches Wirtschaftsgut oft abgabepflichtig, gelegentlich auch Zahlungsmittel; da Auskommen und Wohlstand einer bäuerlichen Familie vom Ertrag der Milchwirtschaft wesentlich mitbestimmt wurden, stehen Milchvieh und -produkt unter strafrechtlichem Schutz und sind von alters her Gegenstand abergläubischer Angstvorstellungen (insb. im Zsh. der Hexerei)
vgl. Kuhzehnte
Sachhinweis: AberglWB. VI 243ff.
  • [d. Lehenleute] sont uns iärlich an unser kilchwichen ein er tun mit ziger unn mit luker milch 
    1379 Mohr,Cod. IV 18
  • auch waren ettliche under inen [hexssen und ... zubrern], die dien lüten ir milch namen und der ir vich nit milch habent, oder aber ir milch nit ze nutz kam
    1428 Luzern/Hansen,QHexen 536
  • sol man [auf der Alpe] die milch messen mit ainem gemainen meß, die die gemain aich darzů haben sol, und das sol haben an der obgenanten käswag x march
    1442 Grass,BeitrRGAlpw. 233
  • ein frawenpersone ..., die bekant habe, das [eine Frau] ... mit iren zwen dochtern milch stelen und die lude bezobern kunnen
    1500 Köln/Hansen,QHexen 597
  • künnent die hexen die kü verseihen und inen die milch nemen, das sie nicht mer milch geben, und künnen sie die milch aus einer alen oder aus einer axthelmen melcken? ich sprich: ja, durch hilff des teuffels
    1508 Geiler von Kaysersberg/Hansen,QHexen 288
  • forma citation wider unholden ... [richterliche Frage:] warumb ir vich mer milch weder ir nachpeürin, der sy abhold [gebe]
    1511 Layenspiegel/Hansen,QHexen 303
  • von milchdiebinnen ... ward viel geredt von hexen und zäuberin, die ... milch stehlen. sprach d. Martinus: mit denselben soll man kein barmherzigkeit haben; ich wollte sie selber verbrennen
    1538 LutherGesAusg. II 4 S. 52
  • da [durch übermäßige Roßhaltung] das heu und andere underhaltung des viechs dermaßen verzert, daß desto weniger küeviech erzeugt werden mag, daraus nit klainer mangel an flaisch, milch, schmalz und anderm erfolgt ... so wöllen wir, ... daß ... dergleichen ... roß ... abgeschafft ... werden
    BairLO. 1553 III 7, 5
  • soll ihme [Schäfer] ... zwo kühe gestellet werden, davon gnädigste herrschaft die kälber, der schäfer aber die milch von denselben zu seinem haußgebrauch zu genießen ... vergönnet sein
    1673 KirchheimW. 243
II die Muttermilch, hier als Verdachtsmerkmal bei Kindermord (I) 
  • ob aber das kindlein so kurczlich ertoͤdt worden ist, das der muter die mylch in den bruͤsten noch nit vergangen sein mag, so ist ein bestendige richtige erfarung derselben mysstat, das die meyde vnd dirnn, so man des verdenckt vnd junckfrawen sein wollen, an iren bruͤsten gemolcken werden; welicher dann in den prusten milch gefunden wirt, die muss von nodt wegen ein kindlein gehabt haben vnd sol peinlich gefragt werden
    1507 BambHGO. Art. 44
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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