Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): mißfallen/Mißfallen

mißfallen

, v.


I nicht gefallen, einem Anspruch nicht genügen
vgl. mißhagen
  • ist ovch daz der bvrchmann einer den drin missvellet, den svln die selben drie ab tvn
    1272 Regensburg/CorpAltdtOrUrk. I 197
  • misviel dan eenich laken optie ramen in die eerste wairderinge, zoe zal die meister volder, die dat gewrocht heeft, gehouden wesen, zijn loon, dat hij dairof ontfaen heeft, terstont den trapeniere weder te geven
    1472 HaarlemRBr. 161
  • ist im kauff gedingt, sey dz dir der kauff mißfall das der kauff nichts sey etc. gebürt dise clag [auf Erstattung des Kaufpreises] in viertzig tagen
    1518 Klagsp.(Brant) 2v
  • 1524 LübRatsurt. II 574
II fehlschlagen, mißlingen
  • so si oc selven des wis dattu di dicke besprekest, unde du na rade, so blift de scult dine nicht oft it missered [aL.: misvelt, misseginge, misselinget, missetrede]
    um 1335 RichtstLR. 103
III zu Unrecht behaupten
  • vörladinge mit einer düchtigen, lofwerdigen personen ..., dat me it in dem rechten, so dat wedderpart misvallen wolde, dat he de vörladinge nicht tor rechten tiit ... entvangen hedde, avertügen könde
    1539 Bunge,Rbb. 198
unter Ausschluss der Schreibform(en):

Mißfallen

, m., n.


I Mißbilligung, obrigkeitliche Ungnade
  • das wir in sulchem widersatz und frevel -- nicht cleinen missevallen haben, sie ouch dorumb ungestraft nicht lassen
    1456 TorgauUB. 52
  • sol derselbe ubertretter mit ernst also gestrafft werden, daß er unser mißfallen darauß vermercken sol
    JoachimsthalBO. 1548 II 105
II "Vergehen und Verbrechen" NürnbRatsbrf. 204
unter Ausschluss der Schreibform(en):