Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Mönch

Mönch

, m.


I nach einer Ordensregel, meist in einem Kloster lebender Ordensmann, der die (niederen oder höheren) geistlichen Weihen und damit die üblichen geistlichen Privilegien (zB. Exemtion von der weltlichen Gerichtsbarkeit) besitzt; mit der Ablegung der Gelübde (vgl. dazu HRG.1 III 2028ff. s.v. Profeß) scheidet der Mönch aus den Rechtsverbänden des Familien-, Stadt-, Land- oder Lehnrechts aus (Verlust der Erbfähigkeit usw.); der minderjährige Mönch kann mit Erlangung der Volljährigkeit aus dem Kloster austreten und gewinnt die weltlichen Rechte zurück; als Laienbruder oder Klostergeistlicher befindet sich der Mönch im Gegensatz zum Pfaffen (I) als Weltgeistlichem
  • gif mon oðres monnes munuce feoh oðfæste butan ðæs munuces hlafordes lefnesse, ⁊ hit him losige, þolige his se ðe hit ǽr ahte [wenn jemand Wertgut dem Mönch eines anderen Mannes anvertraut ohne Erlaubnis des Herrn des Mönches, und es jenem verloren geht, so trage dessen Verlust, wer es früher besessen hat] 
    871/901 Liebermann,AgsG. 61
  • gif hwa nunnan of mynstere ut álæde butan kyninges lefnesse oððe biscepes, geselle hundtwelftig scill', healf cyninge, healf biscepe ⁊ þære cirican hlaforde, ðe ðone munuc [aL: mynecenne; ða nunnan] age [wenn jemand eine Nonne aus dem Kloster entführt ohne des Königs oder Bischofs Erlaubnis, gebe er 120 Schillinge, halb dem König, halb dem Bischof und dem Herrn der Kirche, der jene mönchische Person [aL.: Mönchin, die Nonne] (zur Untertanin) hat] 
    871/901 Liebermann,AgsG. 54
  • de pape delet mit deme brudere, unde nicht de monik 
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 25 § 1
  • so we so monic ofte clostervrowe wert, de mach oc neyn erue upnemen noch mit erue delen. is he auer binnen sinen iaren darinne gegheuen, vnde veret he daruth, also he erst to sinen iaren komet, so mot he erue upnemen vnde mit erue delen
    1270 RigaStR. 79
  • man mac den chnaben vber zivgen mit den [Kloster-]brvͤdern die bi im in dem selben [Kloster-]leben sint gewesen, da er inne was, ob er iar oder me in dem lebenne ist gewesen, vnd sagent si daz vor ir maisterschefte vf ir gehorsam der ivngelinc hat [seine Rechte] verlorn, vnd er mvͦz mvnch sin vnz an sin ende
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 27
  • hwa so onronnen muneken ferdlasse liode hused iefta howod, so schil hi beta hoth so se misdwaed [wenn einer entlaufene Mönche oder friedlose Leute in sein Haus oder seinen Hof aufnimmt, so soll er büßen, was immer sie verbrechen] 
    1276 (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 484
  • wi F. graue van Hollant doen cundich ... dat wi ... stade houden al onser ouder lettre die die monike ... hebben op vrieden. alse van tollen vri te varen in onsen lande
    1281 CorpMnlTekst. I 589
  • so schall nen frömmet kopman, kopslagen binnen W., mith keinem papenn mönniche edder burenn, by viff marck suluers
    1341/44 WisbyStR. 181
  • uppe den monik noch beghevene nunnen ne valt erve noch herwede noch gherade
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. I 1 § 11
  • rittere, dinstlude, scheffene, paffen, muniche und nunnen, so waz sie keufent van wine, corne, habern und des sie selber bedorfent, die gebent davone kein ungelt
    1356 Boppard/Lamprecht,WL. II 322
  • doch en sal wedder phaffe noch monnich, noch kein begeben man formunde sin, ab dyselben vaterhalben also nahe wern
    nach 1358 Rb.n.Dist. I 49 Dist. 1
  • 1363 FriedbergUB. I 233
  • de monik bisonder nicht egenes hebben en moit na deme lofte sines horsammes
    1369/74 Homeyer,Klenkok 420
  • dat nyn maͤn unser borghere offte borgherssche schal gheven geystlichen luden, papen edder monycken, yn eren lesten unde vaͤrbedde ghave, dar ene syn twe zworne an unde over ut unsen zyttenen rade
    14. Jh. VeröfflBrem. 21 S. 177
  • hweer soe di prester iefta di monninck habbet en saen weer dyn leija, ende di ena leya toejenst dijn ora, hiae mit freescha breuen ende mith frescher tonghe hiare plachta to eyndene [wenn ein Priester oder ein Mönch Streit mit einem Laien hat, oder der eine Laie mit dem anderen, so sollen sie mit friesischen Urkunden und in friesischer Sprache ihre gerichtlichen Verhandlungen zu Ende führen] 
    1404 WesterlauwersR. I 598 [ebd. 608]
  • obe ein geordeneter man, ein monich, der professio gedan had, der von sime frien willen ein monich ist, und nit sine aldern einen monich gemacht han, abe der erbeteil nemen solle? sententia: nein
    1408 Ingelheim/ZRG.2 Germ. 69 (1952) 95
  • wa junckfrowen, frowen, pfaffen, münch ... vf dem hofgericht vczit verschaffen, ... so sol man sy beuoͤgten
    um 1430 RottweilHGO.(Irtenkauf) XI 2, 1
  • wann der münich ist auch seins closters eygen [wird das Kloster schuldig vß dem handel vnd contract des Mönchs]
    1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) 4r
  • die monche czinsen 3 m von dem werder
    1438 DOrdGrZinsb. 104
  • [Ks. Friedrich] liess ouch die monche unde phaffen zihn vor wertlich gerichte mit yren sachen unde legete on yn yre freiheit mit geschosse ungelde unde mancherley, do sie got unde die heilige cristenheit vor gefreiet hatte
    vor 1440 Rothe,DürChr. 400
  • alzo der sachsin spigel thut vnd dy willekor, daz dy monche erbgut nicht en nemen, ist widdir dy heilige schrift vnd eyne offinbar ketczerige
    1444 ZRG. 4 (1864) 203
  • 1447 KemptenStB.(Beck) p. 34
  • des 4 jahres schworen die gemeinen pfaffen, monnike und borgere, und geven von dem scheffel hardes korns 1 schwaren
    1. Hälfte 15. Jh. BremGQ.(L.) 172
  • ein múnch oder ein pfaff oder eins herren amptman gitt kein zol diser staͮtt
    Mitte 15. Jh. BremgartenStR. 18
  • ther ne mey nen munik nene erfnisse, ieftha lawa fagie, ... [anda] nen god wither eruie, ther hi innath claster brocht heth ieftha inna claster wunnen heth [es darf kein Mönch, wenn er der Welt entsagt hat, eine Erbschaft ... erhalten und kein Gut, das er ins Kloster gebracht oder im Kloster erworben hat, wieder vererben] 
    Mitte 15. Jh. EmsigerR. 226
  • een monick mei wesa redesman myt orlyff sins prelates [ein Mönch darf mit Erlaubnis seines Prälaten Rechtsbeistand sein] 
    1457 EmsigerR. 234
  • an sollichem geczuge vorleget man unbillichin prister unde monche 
    1474 PössneckSchSpr. I 226
  • wowoll he vormals ein bekappet monnick gewesen, were he doch in sinem provel jare daruth gegaen und vorhapede sick also, he muchte ervegudt boren
    1526 LübRatsurt. III 2
  • muͤnch, gesellen eines lasters, meyneydige, faͤlscher, vnd alle vnehrliche menschen etc. sollen zeugnuß zugeben verworffen werden
    TeutschForm. 1571 56v
  • ein ydtlich bescheden man, mach maken tho einen eruen synes gudes, wen he wil, he sy ... eigen, vnsinnich, vorterer, ein kindt in des vaders gewaldt, clerick, mönnicke, nonnen, erbare vorsamlinge, arme lüde
    1586 Hach,LübR. 589
  • moͤnche, welche als layenbruͤder aufgenommen worden, koͤnnen nicht zu den heiligen orden befoͤrdert werden
    1753 Helyot,Klosterorden I 279
  • moͤnche und regulirte katholische, desgleichen die evangelischen geistlichen, ferner die stummen, tauben und blinden koͤnnen nicht advokaten werden
    1785 Fischer,KamPolR. II 209
  • nach abgelegtem klostergelübde werden mönche und nonnen, in ansehung aller weltlichen geschäfte, als verstorben angesehen. sie sind unfähig, eigenthum oder andre rechte zu erwerben, zu besitzen, oder darüber zu verfügen. bey erb- und andern anfällen treten diejenigen an ihre stelle, denen ein solcher anfall zukommen würde, wenn jene gar nicht mehr vorhanden wären
    1794 PreußALR. II 11 §§ 1199ff.
II
Bez. für einen Hansekaufmann, der unverheiratet in dem als Niederlage und Kontor dienenden früheren Bischofspalast in Bergen lebt
  • da denn nicht allein dieses contoir den alten namen des klosters behalten hat, sondern auch die kaufleute, die solches bewohnen, noch heutiges tages den namen der moͤnche fuͤhren, ungeachtet sie nichts von den ordensregeln und der kleidung derjenigen moͤnche haben, denen sie gefolget sind
    1754 Ludovici,KfmLex.1 III 864
III kastriertes männliches Tier, insb. kastriertes Pferd, Wallach
IV Münchner Eichzeichen in Gestalt eines Mönchs
  • auf sollicher rueten, ... ist ain münich gebrennt, hellt ain gaden, und haben die paumaister ain rueten, und ist aine in der stat camer
    1489 MünchenStR.(Auer) 212
V eine kleine Münze
  • dat H.K. schuldich wer, noch nicht betalt, 4 [Mark]; dutt wort fornoget 1527 jn monneken 
    1527 Lasch-BorchlingArch.
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):