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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Mühle

Mühle

, f.

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frühe Entlehnung aus mlat. molina, mhd. mül(e), müline, mnd. möle, mnl. mole, molene f. u. m., ahd. mulī, mulin, mula, as. muli, mulin-, afries. molen(e), molne, monle, ae. mylen m.
Sachhinweis: HRG.1 III 716ff.

I mit Wasser- oder Windkraft betriebene Anlage zum Zermahlen von Getreide, Mahlmühle iU. zur handbetriebenen Quetschmühle; Mahlwerk; Mühlengebäude
  • ⁊ þær hyrðin an hyrde wic æt bada lacing ⁊ an hid landes ⁊ xii æceras mæde ⁊ an miln æt hyrde grafe
    963 Birch,CartSax. III 359
  • of widian byrig nyðer be ðære dæne oðhyt cymð nyðer to ðam mylenhammæ and se mylenham and se myln ðærto
    982 Kemble,CDipl. III 189
I 1
zur Errichtung einer Mühle
  • niemen en zoude niewe molen maken bynnen den voirs. ambochte sonder consent
    1256 Bergh II 97
  • ob ouch kein vliez an keines burgeres ackere ruret, dem, des die ackere sint, si mvgelich eine einige mvlen daran zv buwene. ob aber daz selbe wazzer zv me mvlen gevuge ist, vnse hus in den selben anderen zv buwene tv daz dritte teil der ersten cost, vnde entfa ewicliche daz dritte teil in den gemacheten
    13./14. Jh. KulmHdf. 136
  • hebe wie [Herzöge] den buͤrgeren gelaten ... de vryheit und den egendom, over alle de moͤlen de to derselven stadt lieghen, und moͤgen nye moͤlen buven ... binnen erer marcke vnd in erer stadt
    1320 HistBeitrPreuß. I 70
  • we eyn water hefft, dat sin is mit allerleye rechte unde beide stad des waters sin sin mit allerleye rechte, dat he dar wol eyne molen up buwen mod, also dat he nemande drenke boven sek unde benedden sek
    1331/63 HHildeshUB. IV 675
  • [der Graf von Mansfeld übereignet dem Kloster Helfta] xx morgen lands in eyn felth mit dem eygen, dar sy begunth haben auf zu bauen eyn nawe closter und auch dy mole ledich und frey
    1343 MansfeldKlUB. 182
  • [Privileg] darumb goͤnnen wir ihnen [Bürgern] vnnd haben ihnen erlaubt, ein muelen zu machen in vnser stadt zu A., vnnd was sie derselben muelen genießen moͤgen, das haben wir ihnen geben ewiglich
    1397 Will,Altdorf 307
  • dar en mach neyn man eyne molen van nyes buwen ane he besytte de damstede
    um 1400 JyskeLov 305
  • wente jewelic mole mut hebben alle jar XCVI ellen lenwand to de zeghelen vp de molen 
    1444 LübUB. VIII 319
  • wir gebieten daz niemands ausserhalb der herrschaft willen und wissen kain newe mul erpau und die erpauten so von alter nicht mülrecht haben widerumb abprech
    15. Jh. Steiermark/ÖW. VI 232
  • wird denen von B. ... gegeben, daß sie ... umbgelt, muͤllin, badtstuben, marckht, zoͤll und anders zu gemeinem nutz aufrichten
    1524 Buchau 304
  • dar mag niemand up Ruegen nie mölenlagen leggen edder mölen buwen, dar oldinges niene mölen ... gelegen hebben, ane furstlicher gnaden und des ordes des gemeinen adels und der andern im lande bigelegener heerschop vorweten
    vor 1531 RügenLR. Kap. 97 § 7
  • daß, ohne vorher erlangten landesherrlichen consens, niemand eine neue muͤhle errichte
    1607 Scotti,Cleve I 215
  • es soll auch niemand keine badstuben, müllinen, segen, stempf, plüwel, schleiffinen, schmitten, bachheüser und metzgi benk brauchen und bawen ohne erlaubnuß der ordenlichen oberkeit
    1609 SGallenOffn. II 58
  • auf offenen und gemeinen stroͤmen und baͤchen ist niemand bemaͤchtiget, zu eines andern erbmuͤhlen schaden, oder verhinderung des ordentlichen laufes und gebrauchs des stromes, einen muͤhlendamm zu schlagen und eine muͤhle dahin zu bauen
    1650 EstRitterLR. 480
  • so we komt, de ain erue der moilen sunder rechte ainsprache vredelichen gesezzen hait driszich iair inde ouer zijt der dage inde dat mit seuen personen behelt, den sal man schriuen ain dat erue
    oJ. Ennen,QKöln I 321
I 2 zum Betrieb einer Mühle: der Grundherr hat das an eine Mühle gebundene Betriebsrecht, dessen Ausübung er befristet oder in Erbpacht vergibt
  • in molne unde in munte unde in tolne unde in wingarden unde in tegeden oder in sus gedanen dingen, of en man belent wert, deme lene volget de man unde erft it, al hebbe de herre des lenes stat in siner gewalt to bestadene
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)Lehnr. Art. 11 § 3
  • [der Propst] hette verlichen beiden [Eheleuten] unverscheidenlich die muͥli ... ze einem rechten lehen, alle die wile si beide oder ir eines lebent were, umbe einen steten cins jerlich davon ze gebenne
    1326 ZürichUB. XI 1
  • were in unser stat eyn mole, de manlik gut were, unde de mole worde der herschop los; aver de varende have de storve an de erven
    1353 OsterwieckStB. 13
  • keyn moller sal husgenossen habe in siner mol, sundern sinen eygen knecht unde sine mayd
    nach 1358 Rb.n.Dist. V 4 Dist. 17
  • vnd stat die múle nach gnaden vnd nit nach erbe
    1382 Elsass/GrW. IV 128
  • ein apte oder sin schultesz hat die recht und frihet, das er die mulen in dem grunde mage besehen, wann er wil
    1395 Franken/GrW. VI 8
  • sal onsen rentmeester van onsen goeden luyden van D. onse molen alle jair aldair verhuyeren twee luden. ende wairt dat sake dat die ghene die de muelen huyerde, maicten mit malcander meentocht, zo soude onse rentmeester van onsen weghen die molen an den luyden verhueren
    1400 VerslOudeR. 1 (1885) 315
  • wann in einer muͤhle, die oberhalb andern am wasser liegt, nichts zu mahlen ist, soll er den tief-gelegenen das wasser nicht aufhalten, sondern ein paar schuzbretter offen lassen, daß es denen niedrigen muͤhlen zu gut kommen moͤge
    1714 SammlBadDurlach III 245
  • an sonn- und ganzen feiertaͤgen, den tag uͤber, an halben feier- und monatlichen bettaͤgen aber bis nachmittag [sollen] ... auch die muͤhlen ... stille stehen
    1756 SammlBadDurlach I 99
I 3 zum Friedensbereich einer Mühle: als öffentlich zugänglicher Bereich ist die Mühle mit einem erhöhten Frieden ausgestattet; Friedensbruch wird mit verschärfter Strafe geahndet; durch gesondert erteiltes Privileg kann sie Verfolgten zeitlich begrenztes Asyl bieten; der Müller hat ein begrenztes Strafrecht für Vergehen in der Mühle
  • iewelk dorp binnen siner gruve unde sime tune, pluge unde molen, unde des koninges straten in watere unde in velde, de scolen stede vrede hebben, unde allet dat dar binnen kumt
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. II 66 § 1
  • alle mordere unde de den pluch roven oder molen oder kerken oder kerkhof unde vorredere unde mordbernere ... de scal men alle radebreken
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. II 13 § 4
  • dvͥ mvli hat ouch bezzer reht danne andrvͥ hvͥser. swer in der mvli korn oder mel stilt vier phenewert. wen sol im hvt vnd har abe slahen. vnd stilt er vier schillinge wert. wen sol in henken vnde swaz er anders stilt danne korn vnd mel. daz sol man rihten alse hie vor gesprochen ist
    um 1275 Schwsp.(L.) LR. Art. 249 [ebd. 174 u. 248]
  • fund man in ayns gewalt gůt, daz auz chirchen, auz mùln, auz smitten oder von dem pflůg verstoln ist, der sol daz berechten an der schrannen, dem ez verstoln ist, als recht ist; und in swes gewalt man daz funden hat, der sol dez selben gůtz seinen gewern stellen, ob er in gehaben mack
    BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 34
  • wann das h. riche oder dieser lantfriden also reisen, das alle strassen, kirchen, closter, phaffheit, kirchove, muͤlen und besunder alle pfluͤge mit pferden und was darzu gehoret, und die die wingarten, ackern, und das velt buwen, sicher sin und friden haben sollen, und das die niemand angriffe, leidige noch schedige, und in das uberfure, das sol man fur ein raup haben, und zu dem sol der lantfride rihten
    1389 RAbsch. I 93
  • item scholen alle molen vnde grunde in vnsem lande vrig wesen, dat sy vrede efte neyn
    DithmLR. 1447 § 15
  • man sall niemantz ... in der moellen zu B. ... ayngriffen, heylgen noch phenden; und verbrech eyner syn lyb, es were man oder wyb, und kem in die ... mülle ... umb fryheit wyllen, den selben menschen soll man sess wochen und dry dayge dar inne fry layssen sonder storung
    1462 CoutLuxemb. I 118
  • daz nyemand kein múly brennen, noch an ysen, stein oder andern dingen zerstoͤren solle, vnerloupt der houptluten, bij einem grossen freuel
    1466 CartMulhouse III 42
  • welk frouw beruchtet dat ludbar is in straten, stouen, molen etc., schall nene tziringhe lijk erliken frouwen dregen
    1481 Lasch-BorchlingArch.
  • item weisen sie ein mülle, vnd weisen die frey, käme ein missthättiger oder ein ander darin, dass er sechs wochen vnd drey tag frey inne soll seyn
    1508 Saar/GrW. II 85
  • richter. dise menner ..., die bede mit recht ins urthel komen seind, den nimb ich heut ier landrecht u. verbeut inen ... weg u. steg, mül u. beckenheuser u. alle wonhaftige stett, brunnen u. gemaine wasser
    1525 WürzbZ. I 1 S. 247
  • es soll sich auch keyner, wer der were, die mülen oder müllwerck bey leyb straff zuverderben oder zuverwuͤsten under steen
    1532 Bonin,Reichsheer 66
  • item hat die banne mul zu N. soliche freiheit, so iemants von den inwonern des banns verschult, vnd vf dem wege zu der moelen fuere mit seiner fruecht die zu malen, begegent ime dan sein glaubiger, mach er im nit anwerden, sondern moeß inen frei faeren laßen zu malen
    1532 Saar/GrW. II 25
  • wann einer ... in der mühln und der badstuben ... mit schlagen oder anderm begehen würd, der soll ... in thurn gelegt ... werden
    1572 AdelsheimStR. 667
  • wan der man [der das Leben verwirkt hat] ein banmeille auss der mulhen wehre, vnd wurdt dan von seinen feianden angangen, vnd kundt widerumb ... in die mulhe khommen, so weist der scheffen, sullen diese herren dem man widerumb drei tag vnd sechs wochen ban vnd friden thun; darnach soll der herr dem man glück wünschen
    1578 Eifel/GrW. III 842
  • kein mülin sollt ihr [Soldaten] gar nicht schleissen, auch kein bachofen niderreissen, die beckenhäusser nicht zerstören
    1599 SchweizId. IV 187
  • es soll keiner muͤhlen, back-oeffen, berg- salz- und wasser-werck, brunnen, schmiede, wagen, pfluͤge, fenster, ofen, thuͤren, bruͤcken oder andern haußrath zerbrechen oder verderben ... es waͤre dann aus erheblichen ursachen von der generalitaͤt also befohlen worden, bey leib- und lebens-straffe
    1672 Emminghaus,CJGerm. II 399
  • vber die mielnn hatt niemann zu richtenn dann ein apt allein
    17. Jh.? PfälzW. I 299
  • die muͤhlen pflegen ... mit der wuͤrcklichen einquartirung verschonet zu werden [ist das als ein Nachhall des alten Friedensbezirkes zu verstehen?]
    1705 KlugeBeamte I2 610
  • daß diejenige, welchen die ober- und hals-gerichte zustehen, ungefaͤhrlich folgende ubelthaten und mißhandlungen zu straffen und rechtfertigen befugt, nemlich: beraubung der pfluͤge, muͤhlen und bienenstoͤcke
    1705 KlugeBeamte I2 799
  • sachen, die nicht zu fouragiren, als fruchtbare baͤume, oerter ... die zum gemeinen besten dienen, z. e. kirchen, kloͤster, schulen, muͤhlen, backhaͤuser
    1771 Zincke,KriegsRGel. 31
  • [Verbot des] barbarischen in manchen mühlen noch üblichen brauches, mehldiebe an den haaren aufzuhängen
    1796 Schlesien/ZRG.2 Germ. 63 (1943) 326
  • weisen wir den hoff zu L. mit sampt der mhullen also frey, ob jemandts den leib vermacht het, vnd darin kommen mocht, solt er sechs wochen vnd drey tagh darin frey sein. vnd so er an die mhulle nit kommen konte, vnd die dhürr verspart were, vnd allein den ringk der mhullen dhurren ergreiffen mocht, soll er dieselbige freyheit auch hain
    oJ. Mosel/GrW. II 267f.
I 4
zu den zusätzlich zu der Mühle vergebenen Rechten
I 5 zum Mühlzwang: als Bannmühle eines weltlichen oder geistlichen Grundherrn, seltener einer Stadt, ausgewiesen, besteht Mahlzwang für die Untertanen
  • were ouch daz sy anders wo mulen so söllent sy doch dem müller der egenent müli lonen als hetten sy da gemalen
    1364 Burckhardt,Hofr. 131
  • haben sie gewist dem apbt von Sp. eynen frijen bann der moͤlen hie zu Sp.
    1488 ZGO. 18 (1865) 63
  • ob der miller dem armen nit mahlen verstündt vndt länger dann von einer none biß zu der andern die frucht ohngemahlt stehen ließ, soll alßdann der miller dem armen mitt seiner frucht vffhelffen in eine ander mühl zu verschaffen
    1517 PfälzW. I 284
  • furtmer wisset das geriecht minem hernn vnnd dem closter mollenn vnnd backheusser
    um 1532 PfälzW. I 263
  • die syn maelgenoiten up der mollen thu H. nach alden gebruick
    um 1550 WerdenUrb. II 466
  • verzeichnis der höfe und kotten, die als mahlgenossen bis herzu allewege in die ... mühle gezogen
    1589? RhWestfWBiogr. II 1 S. 87
  • verbrechen, so die müller bey ihrem ambte begehen können ... wenn sie denen andern mühlen die mahl-gäste abspänstig machen
    16. Jh. BayrAgrG. 654
  • wer eigene mühlen hat, mag seine unterthanen dazu wohl halten, dass sie darauf mahlen, und zu keinen fremden mühlen gehen, es hätten dann diese dazu eine sonderbahre gerechtigkeit erlanget
    1658? Mevius,MecklLREntw. 726
  • die den staͤdten eigenthuͤmlichen, oder denselben vererbpachteten landesherrlichen muͤhlen sollen in ihrem zwangsrecht geschuͤtzt, und den davon eximirten muͤhlgenossen nicht gestattet werden, auslaͤndische muͤhlen, sondern nach eigener wahl, inlaͤndische muͤhlen zu benutzen
    1687 Scotti,Cleve I 649
  • alle unsere untertanen und grafschaftleut sollen anderstwo nicht dann allein in unser grafeschaft mahlen und gerben, jedweders in der mühlin, dahin es bescheiden ist
    1698 HohenzollLO. 722
  • wann aber bei großer duͤrre, harten frost oder eißfahrten, ingleichen bey wehr- oder andern bauen, die muͤhle nicht in solchen umtrieb stuͤnde, daß die mahlgaͤste nothduͤrftig darauf gefoͤrdert werden koͤnnten, so ist der muͤller ... freyzettul unter dem muͤhlenstempel, auf gewiße quantitaͤten gratis auszustellen gehalten
    1766 ColditzMühlO. 16
  • aus dem rechte, eine mühle zu haben, folgt noch nicht die befugniß, andre zu zwingen, daß sie sich derselben bedienen müssen
    1794 PreußALR. I 23 § 24
I 6 zu den Abgaben und Leistungen aus einer Mühle: der Mühlenzins besteht meist aus einer nach der Zahl der Räder oder Gänge festgesetzten oder vom Mahlaufkommen abhängigen anteiligen Getreideabgabe, auch häufig aus zusätzlicher Mästung des Viehs des Eigentümers bzw. aus eigenen Tierreichnissen des Müllers; die Zinsleistungen gründen urspr. auf dem Regal der Wassernutzung, der Pächter erwirbt mit der Mühle bzw. dem Mühlengrundstück das Staurecht und die Genehmigung zur Sondernutzung eines Gewässers
  • so gelten die mülinen ze B. 7 mütt kernen und 8 mütt roggen und ein swin umb 10 ß
    1281 BremgartenStR. 25
  • daz der vorgenant pischolf J. miͤr div mvͤl dacz Nidern Raesen lassen sol ze cins alain ze minem leben iaerchlich vmb ein phfunt phfefers da von ze geben
    1305 BrixenUrk. I 99
  • sin burglehen ... gebezzert ... mit funf malter korngeltes, die ... vallen sulent von der mulen 
    1317 MGConst. V 369
  • min herre hat zwo eigen muͤln daselbs, davon git man im alle iar zweintzig und hundert malter korns
    1369 SchriesheimW. 251
  • was meinn herrn geuellt von der mul cze P.; wann man das mawttraid austailt, so geuellt meinn herrn ye noch eim mutt 2 meczen
    1414 NikolsbUrb. 55
  • die muell zu O. geyt jarlich 1 metzen kern. darumb sol er in dem vorst hawen, wes er zu den mül redern notturftig ist
    15. Jh. FestgBosl 83
  • hab ich H.v.W. obgedachten A.St., die wasserhebe, so zu meiner mühlen in L. gehörete, und wie die bis anhero darzu gebrauchet worden ist, erblichen laßen zukommen, demselben auch ferner folgen laßen, alles was dem mühlwerck zuständig, und ohne verletzung, verminderung und schaden der gebäude, kan weggenommen werden, als da seyndt die mühlsteine, wasserräder, kampräder, mühlwellen, mahlkasten
    1550 ZRG.2 Germ. 66 (1948) 482
  • von mühlen und andern gebäuden, welche einen beständigen nutzen geben, gehöret das pachtgeld unter die fructus civiles
    um 1772 Pufendorf,HannovLREntw. Tit. 33 § 17
I 7
zu verschiedenen Regelungen
  • wann der muͤller vß der muͤll trit, so ist er vff der allmend
    15. Jh. Reyscher,Stat. 244
  • sollen auch diejenigen, so in möllen, schefereien, viehöfen, vorwerken oder in andern örtern ausserhalb des dorfs wohnen und keine zehet, pechte oder zinse geben, aber sich gleichwol der kirchen und sacrament gebrauchen, dem pfarrer seinen vierzeiten pfenning geben
    1573 Brandenburg/Sehling,EvKO. III 119
  • damit auch alle parthiererey und bevortheilungen derer mahlgaͤste guͤther um so mehr vermieden werden moͤge, so soll die muͤhle, von walpurgis bis michaelis ... abends um 10. uhr geschloßen, und fruͤh um 4. uhr geoͤffnet, und ... von michaelis bis walpurgis jeden jahres resp. des abends um 9. uhr und fruͤh um 5. uhr verwahret werden; es muͤßen auch die mahlgaͤste selbst ohne dringende ursachen, anderer gestalt die oefnung der muͤhle nicht verlangen
    1766 ColditzMühlO. 10
I 8 rsprw.
II Mahlwerk
  • so ein mahlgast aus unachtsamkeit, die muͤhle leer gehen ließe, so ist er solchen falls dem muͤller jedesmal 12 gr. zu erlegen, gehalten
    1766 ColditzMühlO. 10
III Mahlgang
  • item wer die bünt inhat, der hat die fryhait, ob es im not taͤt ze malen, so mag er in die müli [Bed. I] gaͮn und abschepfen, was uff der müli ist, und sin korn uffschütten und malen
    1420 SGallenOffn. II 152
  • vndt keme der arm man in die mühle [Bed. I] vndt mocht seines meels nit entberen vndt fünde eines aussgemärckers frucht vf der mühlen, so hat der ingemärcker macht dem ausgemärcker sein frucht von der mühlen zue thuen vndt seine druff zue schütten
    1505 Hunsrück/GrW. II 163
  • [Artikel der Bäckerinnung:] es soll kein meister dem andern seine muͤhle, so ihm der muͤller eingethan, verschuͤtten
    vor 1760 Zeitz/Hellfeld III 2142
IV im Bergbau
  • ist das iemant hwttnn, oder mwllnn pawt auf eines herrnn aigen do das perckwerich aufleit ... so ist das perckwerchs freiheit, das er keinen tzins dauon nemen sol
    Ende 14. Jh. (Hs. 1466) SchemnitzStBR. 78 (§ 58)
  • von den muellarbaittern. item bey den muellen, sol ayn yder schaffer seyne arbaitter außgewynnen am sunabenth vnd auch wyder ablegen am sunabenth, als myth nam, schlemmer, zuwartter, gossenfueller, flöczer, zuschuetter, muellner
    1492 KremnitzStBR. 54
  • der berg-richter zu Schoͤnfeldt, welcher dem bergwerck zu Schlackenwalde ... etwann muͤhlen, berg und seiffen auff zinwerck verliehen [hat]
    1548 ZinnbgwO. 107a u. 110
  • [das Zinnerz soll] vor eine sonderliche muͤhle ... gefuͤhret, durch die dabey bestellte vorsteher-person auff bereit geschmelzt und zu gut gemacht, die daraus gemachten ziehn auffs theuerste verkaufft ... werden
    1698 Span,Bergsp. 121
V Windmühle zur Trockenlegung von Land
  • wt die vijven [heymraed] sellen wij deken ende kapittel voerss. setten twee muelemeisters, die bij horen eed die muelen verwaeren sellen
    1469 VerslOudeR. 1 (1885) 265
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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