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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Mühlenrecht

Mühlenrecht

, n.


I die Gesamtheit der für den Mühlenbetrieb geltenden Rechtsnormen
  • sint de molen ghebůwet sin to nut des ghemenen landes, so mach jůwelich molre dik erde graven to serre not alle dat stad ůp na lantrechte enne strede van deme overe, na molenrechte aver also verne also men enen torf mit eneme spaden to scepe sceten mach
    vor 1316 HHildeshUB. IV 172
  • das ich habe verlihen die múli ze M. ... nach allem múlirecht mit dien gedingen, als hie nach geschriben stat
    1336 ThurgauUB. IV 676
  • dat or mole schal or water beholden, alse or des van rechtes wegen behort na utwisinge des molenrechtes unde bokes
    1476 HildeshUB. VII 561
  • he solle eth ock holden [mit der Stauhöhe], wo eth sine voerfodern vorgedain hebben und nicht widers sinen nabur to bescheddighen na gemeine mollen recht 
    1544 Engelke,GogerichtDesum 56
  • so weist der scheffen auch, dass man alle jahr auff s. Niclas tag das mühlenrecht auffweisen soll
    1567 Eifel/GrW. II 582
  • noch so halden sy dat moolenrecht, dat der moolener haven sal ein moltervaet, der sesthein ein vaet halden sal
    16. Jh. MnlWB. IV 1871
II das Recht zum Betrieb einer Mühle (I), uU. als Pertinenz einer Liegenschaft, später in einigen Gegenden die gewerbliche Konzession
  • dat wy ... hebben ... vorhuredt ... de walkemolen unde de lomolen ... to molenrechte 
    1355 HamelnUB. I 342
  • es hât enpfangen B.v.H. des ersten alles, daz er hât ze A., item daz muͥlirecht ze U. zů der kleinen muͥly
    1361 HabsbUrb. II 1 S. 461
  • von spenn vnd zwitracht [zwischen Kloster u. Gemeinde] von ains muͤlrechts vnd wassers wegen
    1463 ZGO. 4 (1853) 323
  • wir gebieten daz niemands ausserhalb der herrschaft willen ... kain newe mul erpau und die erpauten so von alter nicht mülrecht haben widerumb abprech
    15. Jh. Steiermark/ÖW. VI 232
  • welicher sin mülrecht ... verkouft, der soll ... ze abzug geben 3 pfd. h., und der, so das mülrecht koufti ... ouch 3 pfd. h. zuo e
    1522 SchweizId. VIII 1648
  • das ouch ein ieklicher müller sine recht oder wer den die mulin und das mulrecht ie innhat, woll versetzen muge
    1552 SchweizId. VI 290
  • diejenigen, die das muͤhlrecht, oder die fischerey besizen, duͤrfen den schleusenbau nicht hindern
    1785 Fischer,KamPolR. III 13
  • [Erbzins] wird ... auch von gerechtigkeiten, einem schaͤfereirechte, einer schenke, dem muͤhlenrechte u.d.gl. geleistet
    1788 Thomas,FuldPrR. I 266
  • aus dieser policeymaͤßigen einschraͤnkung der willkuͤhrlichen anlegung neuer muͤhlen folgt aber keinesweges eine regalitaͤt des muͤhlenrechts selbst
    1803 v.Berg,PolR. III 463
  • unter die der oberpolizey ausschließlich vorbehaltene gegenstaͤnde gehoͤren ... die verleihung von gewerbs- und handelsfreiheiten, namentlich auch der muͤhlenrechte 
    1807 SammlBadStBl. I 469
  • [bei wiederholtem Verstoß gegen die Mühlordnung wird verfügt] daß der straffaͤllige [Müller] seines meisters- und muͤhlrechtes in den baierischen staaten auf immer entsetzt ist
    1817 RepStaatsVerwBaiern VI 65
III
das mit einer Mühle (I) verbundene Recht
  • [Verkauf einer Burg mit allem Zubehör, es sei] an muͥlin an muͥlstedern an muͥlrechten 
    1418 HeiligkreuztalUB. II 75
  • wie er von uns [Abt] ... ze rechtem lehen inhetti dis nachgeschriben stuck und guetter: ... die müli ... mit dem wassergang ... mit wyer, wyerstetten und sunst genzlich mit allen andern mülirechten und allen zuogehörden
    1463 SchrBodensee 56 (1928) 61
  • sye dieselbige [Mühle] niemand verpflicht ... dann dem schloß R. vmb des müliwassers wegen vmb 12 seck mischelkorns remontermeß jerlichs zinses, welches müli recht ist
    1589 ZSchweizR. 22 (1882) RQ. 84
  • sollen die frawen alles ... freylich besitzen ..., mit allen ihren zuegehören vnd anhengen, als geschloss, märckten ... vischwaiden vnd vischung, milen vnd mil-rechten 
    16. Jh.? (Übs.) MBoica XIV 273
IV Abgabe an eine Mühle (I) 
  • des meesters lude noch incomelinghen voirscr., en sullen den heer gheene dienst doen noch jaerbede gheven noch molenrecht 
    1373 BredaHeerlRbr. I 288
  • das ain ieglicher ... ze múlreht nit me geben sol denn von ainem schoͤffel kerns zwai viertel
    1398 WürtGQ. XIII 74
V einmaliger Beitrag, den jeder neu zuzulassende oder sich niederlassende Meister bestimmter Handwerke in die Zunftkasse zahlen muß (wohl für die Nutzung der Mühle)
  • wie inen [Ledererzunft] bisher von denen in ir zunft komen sechs guldin ain mullrecht geben und bezalt si
    1491 NördlingenStR. 251
  • und welher furohin zu ewigen zytten das hantwerck zu trybend und sich damit zu ernerend hie anfahen wirdet, das derselben yeder, ... dem hantwerck zu hantwerks- oder mulrecht geben soll vier rinisch gulden
    1497 PforzheimUrk. 21
  • und nachdem gedacht gemein gerber-handwerck ... kein besondere gefaͤll hat als wann einer das mühlrecht kaufft oder sonst bußfaͤllig wird
    1715 BadLO. 215
VI wie Mühlwind 
  • biscop F.v.B. hefft gegeuen der stadt or mollerecht to den wyndemolle, beholtlic den heren dree heren punt jarlix
    1502 OYStR. I 7 S. 2
unter Ausschluss der Schreibform(en):