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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): niederfällig

niederfällig

, adj.


I baufällig, heruntergekommen
  • schege ok dat de hof neddervellich worde ... so sculle we ... al unde vůl erstaden ane wedderrede
    1392 HalberstPauliUB. 427
  • so wart die stad also arm vnde die erue wurden alto nedderuellich vnde dat mene volk tooch en wech
    2. Hälfte 14. Jh. BremGQ.(L.) 100
  • soe wylcher ... syn lyefftucht hefft an onnyger erfftaell ... ind alsulcke erfftaell in onnyger wyese vergencklich offt nederfellich mackten [so muß er instandsetzen]
    1518 DuisburgStR. II 1
II wortbrüchig, eine Verpflichtung nicht einhaltend
  • des loftes ward koning W. neddervellich 
    nach 1360 MagdebChr. I 279
  • we klaghen, dat se uns nedervellich unde truwelos sint geworden erer breve
    1371 LünebUB. 66
  • [Bitte an den Herzog, die Einkünfte nicht zu schmälern] dat unse goddesdenst umme sinen willen nicht nedervellich enwerde, dat we dorch der almese willen oͤven scholden
    1399 HildeshUB. II 621
  • were ok, dat van uns desser vorg. dren partygen unser welk desser vorg. stucke unde reyse nedder vellich worde unde deme so nicht en dedede, de schal der anderen partyge kost und teringe stan, de se darup ... gedan hebben
    1432 OstfriesUB. I 375
  • sust is he my szodane loffte unde hantastige ock nedderfallich geworden
    1495 OstfriesUB. II 484
  • de rath van L. wort neddervellich unde helt nicht, also de stede beslaten hadden
    oJ. Schiller-Lübben III 168
III im Verfahrensrecht: unterliegend, unterlegen; jn. niederfällig teilen/(er)kennen js. Begehren abweisen
  • so schal het ouer vore bringen to deme negesten anderen dinge. vnde deit he des nicht, so is he nedderuellich siner clage
    1270 HambStR. 30
  • so we dhen anderen anspricht mit dhuue. ofte rof. ofte morht. ofte sake dhe an sin lif gheit ... vnde wert he dhes nedher uellich dhat scal he beteren mit dhren punden
    1279 StadeStR. 106
  • et dicti R. et H. non, et per hoc nidervellic wurden gedeil[t] per sententiam scabinorum
    1284 Köln/LSchrP. 109
  • degedincgede dar eyn man aen gerichte alzo verre, dat hey eynen eyd swore, den man en mochte dey richtere ... dar na des eydes nicht nedervellich maken
    um 1300 DortmStat. 116
  • bespreket wey eyn ordel vor gherichte, des hey nedervellich werd, sin broke deme richtere is twe schillinge
    um 1300 DortmStat. 131
  • inde de neddervellich wirt, de is up lx sch. up genade
    Anf. 14. Jh. Köln/GrW. II 745
  • si quis proclamaverit aliquam sententiam sibi datam coram judicio ad scrinium officialium, ... ille statim dabit et assignabit magistris pro tempore existentibus unam marcam vel perdet dicte proclamationis sententiam, quod dicitur communiter: "wirt neydervellich"
    1320/40 KölnAmtl. 149
  • welker bröke neddervellich wert, de schal de bröke gelden binnen acht nachten
    1322/27? (Hs. 16. Jh.) Bunge,Rbb. 110
  • dat he de clage nicht verbeteren en mach, als: ... het he di kempliken gevangen, unde het he tve stucke up di geclagit, unde lovit he di gewere, he wirt nedervellich, wen he scolde dri to hope hebben geclagit, unde mut dat drudde nicht na clagen
    nach 1325 Buchsche Glosse/SspLR. III 14 § 2
  • wirt dar nach der beschelder eins rechtis nidervellik geteylit zu L., so sal her di virzig marc usrichtin
    1343 CDPruss. III 66
  • were ok we, de dar tů gheladen worde tů den richte unde nicht en queme, de scholde ziner zake neddervellich wezen
    1371 HanseRez. II 43
  • [erscheint eine Partei nicht vor Gericht] dasselbe teil sulte gar und zumal nidirfellig sein und gentzlichen vertzeihen und abelassen von dem obgenanten hertzogtum und herrschaft zu L.
    1372 LünebUB. 137
  • des gaf de rat ... em scult, dat he ere wikbeldes recht mit utwendighem rechte wolde nedervellich maken
    1377 Helmstedt/DRWArch.
  • wurde der nedirfellig, der daz orteil strafte, er wurde der sachen nederfellig 
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 242
  • so bide he [Lehnsherr] denne en [Lehnsempfänger] to der antwerde to lenrechte. antwerdet he denne nicht so is he neddervellich 
    2. Hälfte 14. Jh. RichtstLehnr. 13 § 1
  • wert den de man de dat ordel besculden hevet neddervellich des rechtes, so hevet he sunte Petere vorboret de dre marc sulvers
    14. Jh. Nowgorod(Frensd.) 12
  • wert de jenne, de seck des rechten beropet an de von D., nedervellig des rechten, so scholl he deme andern seine koste erleggen, und dem rade twe pundt geben
    1403 Wigand,Beitr. 150
  • we sek eynes tuchnisses odir eyner bewysinge beropet hir vor ... gerichte, unde des nicht vullenbringet odir nedervellech werd, vraget de schulthete ordel up to deme sulven gerichte, so synd desyenen broͤke ver schillinge
    um 1410 GöttingenStat. 360
  • weres ouch zache, das imandt myt seynen eyden nicht vulfure und sunderlich myt den ersten dreyen eyden, zo ist her der anderen alle nicht vulfaren, und ist nydderfellig geworden
    1435/54 DanzigSchB. 45
  • werdt einn nederfellich siner sake ... denn schall de ertzebißchup dre vertein nacht leggenn ... vorsumet he de, so schall me en fredeloeß leggen
    1436 BremLGProt. 12
  • des js H. ... nedervellych gheworden ende de rechters vellich in vijff merken, vm dat se H. bastert neve voert setten to tughe ende he neet tughen en mochte
    1445 OmmelWarfc. 11
  • so schal he [Straftäter] beteren deme sakewolden xc schillinghe ... secht he neyn, so schal he dar neyn to segghen mit eneme nemede ouer sin slachte, wart he sines rechtes neddervallich, so schalme eme sine ghudere betalen alse he mit xii mannen herden dar
    DithmLR. 1447 § 108
  • de schoͤlen vns na gemenem rechte nedderuellich vnd klaglos delet werden
    1448 DithmUB. 41
  • ende weer he dan daer niet [um auf die Klage zu antworten], de verclaget wort, de sal nedervallich wesen syns rechtes
    1470 Richth. 272
  • welch partige nedderfellig wirdet, ist durch recht schuldig, deme andern partte zcu entlegen gerichtiskost
    1474 PössneckSchSpr. I 97
  • so kenne gij unde delen H.D. der hundert mark neddervellich 
    1479 LübRatsurt. I 147
  • vrowen de de scheldeword roren to samde, edder eyn vrowe gheue vnerliike worde ... secht se neen, se bescherme siik mit twelff manne eeden, edder werd se dar neddervellich ane, se drege de käkstene vth der stad
    15. Jh. ApenradeSkra Art. 34
  • [das Gericht findet] derhalven B.H. oren handel nedderfellich 
    1538 HolstVierstUrt. 152
  • heft he dar güder, so bindet ene de vörladinge, unde is he vörgeladen unde steit nicht tor antwert, so valt de neddervellige sake in den güdern, dar in dem rechte belegen, uttorichtende dorch den richter
    1539 Bunge,Rbb. 193
  • wenneer du di nu so upgeboden hefst, so sint darmede alle de vorigen eschinge, ok neddervellige saken, genzlik gedödet, unde so din wedderpart di in de neddervellige sake bringen wolde, so mot he di van nie wedder eschen unde dre mal na einander neddervellich [Bed.: III 2] delen laten
    1539 Bunge,Rbb. 225
  • nadem den parten ein steckerrechtdach up jegenwardigen dach ... angestellet und sie ... nicht erschenen, so kent sie ein ersam radt nedderfellich 
    1549 LübRatsurt. III 644
  • so averst de ... cleger vam ampte nedderfellich erkandt worde, so schal he den bröcke ... tho gevende schuldich sin
    1577 HambZftRolle 19
  • [wenn jemand einen anderen verleumdet] und aber der beweisung niederfellig wirdt
    1583 HadelnLR.(Pufendorf) IV 7
  • dem niederfelligen und verlustigen parte
    1585 Hadeln/Sehling,EvKO. V 444
  • so ferne etwa twyspalt under den meistern des tuffelmakerhandtwerckes entstahen wurde, und de sake tho rechte gelangede, schall de nedderfellige deell sinen schaden nicht alleine sulvest dragenn, sondern ock dem obliggenden parte sine unkosten nah rechtlicher ermehtung erstaden undt afftragenn
    1589/98 Böhmert,Zftw. 85
  • [der Bischof hat] L.L.s eidt nedderfellig erkandt den he sulff 12. ... gegeuen hedde
    1595 Ekenberger,Eluc. 97
  • die im fuͤrstenthum Ehsten und den incorporirten landen zu erb und eingesessene seyn, hoͤfe und guͤter haben, es sey klaͤger oder beklagter, duͤrfen keine caution oder vorstand im gericht stellen, besondern da sie niederfaͤllig werden, tastet man ihr gut an
    1650 EstRitterLR. 206
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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