Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Oberburggraf

Oberburggraf

, m.


I Befehlshaber in einer Burg
  • [Pflichten eines Unterburggrafen:] die wacht beneben dem oberburggrafen vleissig bestellen
    1567 Gundlach,HessZBeh. I 324 Anm. 5
II hoher Regierungsbeamter; in Ostpreußen Leiter des oberburggräflichen Amtes in Königsberg, das als Gericht in Zivilsachen fungiert (vgl. Fischer,KamPolR. II 158), in Böhmen, ausgehend vom Burggrafen von Prag, der höchste Amtsträger des Königreichs
  • diejenige [handwerker] ..., so dergleichen befreiung allbereits von uns erlanget hätten ..., sollen dennoch zu tragung der gemeinen bürden ... verbunden sein, auch darzu durch unsern oberburggrafen angehalten ... werden
    1643 ActaBrandenb. I 598
  • ober-burggraf in Böhmen, ist die hoͤchste charge in diesem koͤnigreich ... er ... hat die aufsicht uͤber die justitz
    1717 Hübner,ZtgLex.8 1202
  • so muste er dennoch bey dieser gelegenheit [der preußischen Königskrönung], als land-hofmeister den reichs-apffel wehlen, und im gegentheil dem hn. ober-burggrafen, als dem justitiario des landes, das schwerdt uͤberlassen
    1720 Lünig,TheatrCerem. II 98
  • es ist die regierung [in Königsberg] von undenklichen zeiten her mit 4 ober-räthen, nämlich 1. dem landhofmeister, 2. dem ober-marschall, 3. dem kanzler und 4. dem ober-burggraf besetzet gewesen
    1751 ActaBoruss.BehO. IX 181
  • es ist diesem besondern collegio [dem ober-burggraͤflichen amte in Königsberg] ein ober-burggraf oder praͤsident, der jetzt zugleich unser wuͤrklich geheimer etats-rath und mitglied der regierung ist, vorgesetzet
    1774 NCCPruss. V 3, 1 Sp. 502
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