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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Pacht

Pacht

, f., m.

aus lat. pactum, vgl. auch Pakt und Fächt 

I Recht, Gesetz, Anordnung, metonymisch: Gesetzbuch; Befugnis, Verfügungsgewalt; speziell auch Bezeichnung für den pactus legis Alamannorum (Belege 867)
  • illorum legem, quae vulgo dicitur phaat, plenam habuissent sicut ceteri Alamanni
    867 SGallenUB. II 140
  • ut eis liceret habere plenam legem, quae vulgo dicitur phaath, sicut ceteri Alamanni
    867 WirtUB. I 168
  • dane hilfet die loute ... noch lantreht, noch pfaht: / dâ rihtet got mit sîner chraft
    um 1130 MillstätterSündenkl. V. 154
  • alse Ludewîch daz rîche besaz, / den vursten hiez er sagen daz, / daz si die junchêrren / die pfaht hiezen lêren / nâch rômiscen rehte
    Mitte 12. Jh. Kchr. V. 15103
  • ez ist ouch geschriben wol / an der phaht 
    1215/16 Thomasin V. 5614
  • da saz er [keiser] an daz gerihte; do hiez er dar tragen die pfaht 
    nach 1275 ProsaKaiserchr. 188
  • wa man die pfaht nennet, daz sint diu lantreht buoch
    nach 1275 ProsaKaiserchr. 197
  • er [babest] gebot ime [keisere], daz er gebute allen den, die der goteshiusere vogete sin unde wæren, daz si reht vogetreht næmen, unde swer des niht entæte, daz er daz nach der pfaht rihte
    nach 1275 ProsaKaiserchr. 218
  • [es gibt] an diesem bůch dehainer slacht lantrecht ... wan als ez von roͤmischer pfat vnd von chvͦnich Charls recht her chomen ist
    1295 Schwsp.(Kurzform I/Eckh.) Art. 1b (Kt)
  • will gy richte hegen, / dat doeth ouer de jwen, dar gy hebben pacte vnde plege! / gy synt nicht geistliger personen ouericheit
    1. Hälfte 16. Jh. E. nd. Reimchronik, hrsg. A. Mante (Lund 1935) V. 240
  • pacht ... es bedeutet dieses wort ... ein gesetz, welches ehedem pactus genennet wurde und welche benennung besonders das salische gesetz fuͤhret
    1762 Wiesand 796
II
Vertrag, Übereinkommen, Pakt
  • ob ich [Kaiser] nâch der phahte dem liute rehte rihte
    Mitte 12. Jh. Kchr. V. 5418
  • haben etlich pauren ... ain pacht gemacht, das yren kayner der frawen von F. kain reverentz in der kurchen thue
    1525 BauernkriegQ. I 123
  • es soll keinen mietmüller, der seinem herrn aus dem pacht oder dienste entgangen, ein anderer mühlherr in dienste annehmen
    1666 Gotha/QNPrivatR. II 1 S. 647
  • pacht ... es bedeutet dieses wort ... einen schriftlich abgefaßten contract
    1762 Wiesand 796
  • in diesem jahr 1643 wurde der vorhin gemeldte pacht wegen der frohndienste continuiret, jedoch das pachtgeld von 100 reichsthalern auf 85 herunter gesezt
    1784 Mader,ReichsrMag. IV 115
III für einen bestimmten Zeitraum vertraglich vereinbarte, (meist) entgeltliche Nutzung (I) einer Sache oder eines Rechts, insb. von Grund und Boden einschließlich der Fruchtziehung, auch das daraus resultierende Vertragsverhältnis; die einzelnen Rechtsformen der Pacht sind in den Belegen oft nicht deutlich voneinander zu trennen
Sachhinweis: HRG.1 III 1396f.
  • wer guit hait jnne wan dem keiser vor eyn payte, dywile de rechte vnd ebenne duit dem keyser, so mag en der keyser nit verdriben wan dem gude
    um 1350 KlKaiserr.(Hs. Corvey) II 119
  • soe wie sinen pacht op wil gheuen, ... die sal dat goet, dat hi op gheuen wil, bouwen siin jaren wt
    1377 Nijhoff,Ged. III 40
  • waert saeke dat yemant een steed gehuert hadde ende daer ghien brieuen op en waren van bescheydelike jaertall, soe selment holden voer ewighe pacht 
    BolswardStB. 1455 Kap. 61
  • de stede [schal men] dar vor einem borger tho P. verkopen tho acht dagen na zede und wonheitt der stadt P. de se buwen, soferen de gemeine, de dar pacht inne hebben, der sulwest nicht buwen und dar vor beholden willen
    1505 Richter,Paderb. I Anh. 130
  • erffguet ... dat P., T.'s vader, in pacht gehadt hefft
    1539 DuisbNotgerProt. 75
  • men verstaet, als een pacht-goed, land, of meersch ghegheven is ten loyalen pachte, dat den pachter niet en vermach het selve land te veransane: maer vermach alleene twee vruchten in een mest te sayen, ende moet het derde jaer brake laten ligghen
    1558 VlaemsRecht 193
  • dass die herren zu J. den pfacht haben in der mühlen
    1567 Eifel/GrW. II 582
  • durch das geld haben viele kontrakte ihren ursprung erhalten, z.e. der kauf, die pacht oder die miete
    1757 RechtVerfMariaTher. 181
  • den pacht auf lebenslang nennet der baier neu-stuͤft
    1758 Estor,RGel. II 625
  • die paͤchte sind und bleiben willkuͤhrlich so, daß nach verflossener zeit der pachter so wohl als der verpachter den contract aufzuheben berechtiget sind
    1762 Wiesand 796
  • da die römischen rechte denen pächtern öffentlicher güter nach geendigten pacht-jahren ein näher-recht zu der pacht zuschreiben, wenn sie dasselbe pacht-geld, was ein ander bietet, geben wollen, so wollen wir dieses ... bey unsern cammer-gütern bestätigen
    um 1772 Pufendorf,HannovLREntw. Tit. 63 § 5
  • pacht. ob dieselbe durch den verkauf der grundstuͤcke gebrochen werde?
    1776 BrschwWolfenbPromt. II 494
  • daß sich die altteutsche pacht von der roͤmischen sehr stark unterscheidet, indem bey jener die sache dem paͤchter und bestaͤnder zum nuzeigenthume unter beobachtung des erforderlichen sinnbildlichen gebrauchs der belehnung ist uͤbergeben worden. dahingegen derselbe bey der roͤmischen pacht nur die abnuzung der verpachteten sache in sich schließt
    1785 Fischer,KamPolR. II 627
  • der pacht erfordert 1. wechselseitige einwilligung, 2. eine nuzbare sache, und 3. eine verguͤtung. er geht entweder auf lebenslang, auf eine bestimmte zeit oder auf willkuͤhre
    1785 Fischer,KamPolR. II 628
  • der pacht heist ... arenthirung, admodiation, bestand, heuer, miethe, stuͤftung, den hof oder das gut verthun, oder auf gewinn austhun, die meierey
    1785 Fischer,KamPolR. II 628
  • man vermischt vielmehr dermal die begriffe des laßes und gemeinen pachtes dergestalt, daß sie im bezuge auf ihre rechtliche wirkungen eins zu sein scheinen
    1788 Thomas,FuldPrR. I 257
  • eisernes vieh ist vorhanden, wenn ich jemandem mein landgut verpachte, mit den darauf befindlichen pferden, rindvieh und schaafen, unter der bedingung, daß er mir dereinst nach geendigtem pacht, dieselbe anzahl vieh zuruͤck liefern ... soll
    1801 RepRecht VI 317
  • diese beede gattungen des bestand-vertrags zerfallen in verschiedene abtheilungen. man nennt: 1.) miethe, den bestand über häuser oder fahrniß; 2.) pacht, den bestand über feldgüter
    BadLR. 1809 Satz 1711 (S. 463)
  • jeder auch mündliche pacht hört kraft gesezes auf, sobald seine nach dem vorhergehenden saz zu ermessende zeit verstrichen ist
    BadLR. 1809 Satz 1775
  • von den regeln, die der miethe und dem pacht zugleich gelten
    BadLR. 1809 S. 464
  • beim antritte des pachtes ist eine genaue gutsbeschreibung aufzunehmen
    1831 Mohl,WürtStR. II 857
IV Entgelt, Abgabe für die Nutzung (I) von Sachen, Rechten oder Kapital; metonymisch: aus einem Vertragsverhältnis resultierende Abgabeverpflichtung und Einnahmeberechtigung
  • dey hovesluide ... hebbeth bekanth vor uns, das sey syn unser kerken ... alle iair sodanne denste schuldich tho doene und pacht tho bethalen
    1285 WestfUB. VII 932
  • das die vorgenanten gut von her oder von hale oder von missewasse verdirbet oder verwustet werden, also das sie den vorgnanten gewonlichen pocht nicht gegeben kunnen oder mogen, wan das geschicht und woe es geschicht, so sal man nach des landes gewonheit zitliche und mugliche entwichunge und abschlahunge der golde und des pochtes tun
    1324 Sachsenhausen/Ogris,LeibrenteMA. 48
  • umb jerliche bekentliche pecht mogen sy mit iren boten von stund an penden, und umb unbekentliche pecht sollen sy dingen und ringen als umb andere scholt
    1336/56 RhW. II 2 S. 98
  • wer dem keiser recht dut mit dem phade von des riches gude, dem sal er genade dun zu aller zit
    1. Hälfte 14. Jh. KlKaiserr.(Munzel) II 115
  • en kan hye dan dyes nicht vercopen op siinen erve tyns ende siine versetene pacht, so sal hye van deme riichtere orkunde nemen ende van guden luden ende behalden dan selven dat erflike gůt ende důn siin beste dar mede
    1355 DortmStat. 80
  • eyn gůd zů H. ... gibbit jerlich stendis pachtis 2 maldir habirn und 2 mesten oleys, 3 gense, 3 hanen und 1 fastnachthůn
    1374 MarburgSalb. 225
  • de erflike ... pacht van achte veerdel wynes
    1384 CoesfeldUB. I 153
  • is dat van gueder alder gewoenten her kommen, dat men alle pacht uyt plege toe peynden, soe wen oick dat men den jairlixen pacht schuldich is
    1390/1401 KalkarStR.(Flink) 128
  • veer stucke und eyn half stucke hůfslaghedes landes ... vry van allem tegheden, voghedye, koninghes thinse und allerleye ander thinse, pacht und ansprake
    1391 BremUB. IV 166
  • dat wy ... verkopen unse gud ... myt aller pacht unde plycht, de dar tho horet
    1392 HamelnUB. I 494
  • wer pfachtland besitzet muß pfacht bezahlen
    14./15. Jh. DortmStat. 168
  • enich onser burgere die den anderen pacht sculdich is wt husinge offt erue, ende die pachter [Verpächter] komet ende sueket sijn pacht 
    nach 1412 Vollenhove II 69
  • vor de vore schreven pennynghe schal ik er gheven des yares ii mark paght 
    1421 GarzStB. 38
  • ift de pacht twe jar verseten ifte verholden worden, wer icht de pachtgude vorlaten syn unde vorvallen an de pechtener
    1424 HamelnUB. II 73
  • die sijnen acker vermiedt omb bescheyt, dat heytet pacht of tijns
    1426/40 KleveStR. Art. 98
  • erflike tijns of erfliken pachte of jaerlike lijfrenthen of pensye, die binnen jaers verschenen is, sal men maenen ende eysche
    1426/40 KleveStR. Art. 206
  • schal N. synen erven edder breffinholdere ploghe edder pacht dar van up sinte Michaelis dach geven
    1432 QuedlinbUB. I 294
  • dat elc poortere vry in eeneghe van den voorseiden neeringhen zal ... visschen in der stede watre ... zonder eeneghen pacht daerof te ghevene
    1433 CoutGand I 615
  • alle ander bekennisse van erftijns, van jairgulde, van pacht, van schade off schulde ... die soilen geschien voir twe scepenen off meer
    1441/48 KleveÄltStRHs. 171
  • zo wat commer, chijns oft pacht, die bynnen 30 jaren niet betaelt noch kenlic gemaent en hadde geweest opte pande, medepande ofte onderpande ... sullen doot sijn
    1448 BredaRbr. 47
  • wat kirchen, cloister ind andere geystliche luyde sint, die erve, lant, beynden, peychte, tzense, capuyne off andere eyniche gulde buysen der muyren, bynnen deme ryche gegolden ind erkreygen haint
    um 1450 Loersch,AachRdm. 211
  • eyne peyndinge op D.M. vor versetene pechte und gulde
    1460 ClarenbergUB. 269
  • ock schal nemans de ene den andern uth deme lande steken to huere, so he syne pacht betalt
    1480 MeppenUB. 316
  • noch wort prescriptie civilijc geïnterrumpeert bij betalingen eens deels van der schult, pacht oft rente
    1496 CoutBrab. II 2 S. 79
  • en sall de richter up renten, pacht eder tynsen off der geliken, der men nicht yn restlicher besit off boringe en is, geyn pande geven up den derden dach to verkopen
    15. Jh. BeitrWerden 10 (1904) 116
  • wanner auer dusser drier meiger der kercken ome to sinen tidenn ore pact ader gulde brochte, queme de meiger suluen, so is ome die schulte plictich to denende
    15. Jh. Hameln/NdJb. 33 (1907) 5
  • zo sal niemant huisinghe vercopen, daar pacht wtgaet, id sal bij die genen raed ende moet wesen, die de pacht ofte rente daarwt heeft
    wohl 15. Jh. StaverenStR. Art. 45
  • es sollen die von S. den pfarrn in ehren und wuͤrdigkeit halten als ihren seelvater und ihm seine pachte verreichen
    1500 NeuzelleUB. 108
  • der kyndere steffvader schal den kynderen van deme korne, dat up deme acker ghewassen ys, pacht geuen geliker wyse alse men gyfft van anderen acker
    1518 Magdeburg/Wasserschleben,RQ. 2
  • verfalle, pfechte, vpkumst vnnd rente
    1521 Westerwald/GrW. III 123
  • pfecht vnd zinss ist man schuldig zu s. mertinstag
    1521 Mosel/GrW. III 816
  • alle lehenpechte folgen er up ere anpart, aldeweile den erven, de nicht dat lehen erven, pechte gebören
    vor 1531 RügenLR. Kap. 152 § 5
  • es sol auch inen und allen pfarkirchen und geistlichen gütern in stedten und dörfern gebürliche zinse und pflege on alle weigerung gereicht und nichts abgebrochen werden, und so auch in der visitation oder sonst erfaren, das denen an pechten, geltzinsen, acker oder wiesen zu irem enthalt ... erstattet und eingeraumt [wird]
    1540 Mark Brandenburg/Sehling,EvKO. III 86
  • hab Ph. vatter vier oder funf kinder verlassen, welche gutlich mit einander getheilt, gestockt und gesteint haben, es seien guter oder pfecht in feld und dorf
    1554 WiesbadenGB. 77 [oder hier: Pachtgrundstück?]
  • fort weist der scheffen meinem g.h. zu zinsse vnd pecht, die pecht woll bekerbt, vnd das gelt woll beschrieben
    1561 Untermosel/GrW. II 341
  • huushuere es executoire ... by pandynghen ... zo oock executoire es pacht ofte heure van lande
    1563 CoutGand I 60
  • wanner der bergman verners ander bleystoff in die reidung uff pecht bygegoulden oder zu sumen gesadst, sullen die pecht auch zuvor ausser dem gude bezalt werden
    1567 ZBergr. 17 (1876) 350
  • soll der bestender oder dessen erben, alle jare die erbzins oder pfaͤcht, dem eigenthumsbsherrn guͤtlich außrichten
    1571 SolmsLR. 11
  • so mag die frau ... in ihres seligen junckherrn wohnung, und allen guͤtern, ein jahr, sechs wochen und drey tage ohne einige einsperr sitzen bleiben, und alle nutzungen, zinsen, paͤchte und dienste der guͤter, zu ihrem besten geniessen
    1577 BremRitterR. 20
  • weisen die geschworne ... droge pechten, als korn, weiß, haber, gerst, honer ... im fronhof ... zu lieberen
    1577 RhW. II 2 S. 179
  • die nasse pechten oder weinpechten
    1577 RhW. II 2 S. 180
  • es soll auch der officiant oder kellner ... selbst erscheinen, umb seine pfachten und restanten einzuforderen
    1577 RhW. II 2 S. 177
  • der kirchvoigten ampt ist ... der kirchen, predigern und auch anderer kirchendienern prebenden, pachten und besoldungen myt guten, klaren registern bewaren
    1593 Ostfriesland/Sehling,EvKO. VII 1 S. 690
  • dasselbe ambt Sch. mit allen dorfern, wusten, feldern, pechten, zinßen, diensten, gerichten
    1599 BrandenbSchSt. III 125
  • soo een lantheer zynen pacht mach grooten by zynen eedt, dair geen huyercedulen van en syn ... meynen die sommige, dat die pachter sijn jairen grooten ende cleynen mach, mair ten is nyt wair
    16. Jh. UtrechtRBr. II 410
  • als R.V. ... sein hausfro dhaselbsten von dem edell und ernvestn A.v.D. zu L. mit leib und blut, erblich pfacht und dienst frei gekaufft laut deshalber uns fuͤrgeprachten erbkauffbriefes
    1614 Behnes,BeitrMünster 705
  • ingleichen [soll] der schriftsaͤßigen ritterschaft und staͤdten, so paͤchte, zinnßen und frohnen unter denen aemtern haben, ihre jura vorbehalten sein
    1657 Kretschmann,LeipzOHofg. 150
  • das sie mit der nachgelassener wittib die ubrige 10 jahr den hoff einhaben und selbigen pfacht und liebnus gleichwie Th. seelig lieberen sollen
    1660 SPantaleonUrb. 544
  • die tucker, wenn sie nach fastnacht und nach auffkommendem wasser zum fischen sich ins haff begeben, entrichten von der zeit an biß martini der hohen herrschafft ihre gewöhnliche pächte 
    1696 WollinTucker. 184
  • das er allerdings befugt sein, ... eine wohnung, daraus er die jährige pfacht empfähet, an den jenigen zu verheuren, der daß meiste gibt
    1720 KircheGrafschMark I 77
  • befindet sich am alten schloß W. eine cammeralerbbestandsmühl, zu welcher mühl aigendlich keine gütere gehören, sondern jährlich ihren herrschaftlichen pfagt gibt an korn 40 malt.
    1739 KirchheimW. 184
  • meyerhoͤfe sind solche, welche einem meyer uͤberlassen worden sind, so, daß er daraus alle nutzungen zu heben befugt ist, dagegen aber dem eigenthuͤmer einen jaͤhrlichen pacht und dienste leisten muß
    1780 Gabcke,DorfBauernR. 107
  • sie [leibeigenen] muͤssen sich in Niederteutschland sogar die verwandlung des diensts in pacht, und des pachts in dienste gefallen lassen
    1785 Fischer,KamPolR. I 754
  • die einnahme und gefaͤlle der stadt fliessen aus folgenden qvellen ... den paͤchten von den staͤdtischen wassermuͤhlen, ... paͤchten von den eigenthuͤmlichen staͤdtischen laͤndereyen ... paͤchten von der fischerey
    1786 Gadebusch,Staatskunde I 107
  • so wurden auch einzelne zum gute gehoͤrige hoͤfe und laͤndereyen an andere, meistens unfreye personen, unter der bedingung uͤbertragen, daß sie fuͤr den besitz und genuß dieser hoͤfe und laͤndereyen einen gewissen pacht entrichten, auch gewisse dienste zu praͤstiren verbunden seyn sollten
    1802 RepRecht X 229
  • zeitgewinnguͤter sind diejenigen, welche auf eine gewisse anzahl von jahren ... von dem gutsherrn an den besitzer (colonen) unter der verbindlichkeit zur entrichtung einer jaͤhrlichen pacht in gelde, naturalien oder diensten und des gewinngeldes nach ablauf der bestimmten jahre, verliehen sind
    1825 Geck,Soest 378
  • schlageschatz, auch praͤgeschatz, hieß sonst theils die pacht, die ein muͤnzmeister dem landesherrn vom ertrage der muͤnze geben mußte
    1832 Schlössing,KaufmWB. 300
  • up unser liever frauwen dagh nativitas dan sal der groesse pacht erschienen sein des hoefs, so sal der bodt des hofs ind uns gnedigen herren des nesten sondags na unser frauwen dage ein klok luden, dat sal sein ein vermanunge des groesen pachts 
    oJ. Erft/GrW. II 754
V
Termin zur Zahlung der Pacht (IV) 
  • vint die [Verpächter] dan gheen tilbaer guet an toe panden, soe sal hie ghaen andie burgermeisters ende laten dat teykenen, soe sal hie beiden thent die ander pacht an komet, ende soe sal hie weder komen mitten baden ende versueken sine pacht [Bed. IV] als vorseit is
    nach 1412 Vollenhove II 69
VI Gelöbnis, Verpflichtung
  • allick man mey syn lesta wandelya, al hede hij aldeer een pacht op seth, dat hij't naet dwaen scholde
    1480/81 JurFris. II 54
  • p[acht] der gehorsamke(i)t
    15. Jh. Lasch-Borchling II 1342
VII Rang, Stellung (innerhalb einer Familie oder Dynastie)
  • die tiuristen under in, / ire namen sulen chunt sîn, / die sîn in ire geslahte / an der uorderisten phahte 
    1120/30 Exod.(Papp) V. 1182
VIII Schätzung, Veranschlagung, Steuer
  • dat niemen geen goet innebringhe ... dat den pachte van den poorten toebehoort dan ten gherechten gate
    1338 MnlWB. VI 2
  • want enige poirteren ende inwonende van S. haer goeden niet te pachte noch te scote gebracht hebben, so ordineren ... wy dat een ygelick poirter ... hem binnen drie dagen ... hem laet pachten ende ponden by synen eede
    1452 WestfriesStR. I 27
IX sonstiges Entgelt, Einnahme
  • wannehe ... ein werck von einem ehrbaren rath vergünstigt und verliehen, der solle sich alßdan mitt den kohlmeisteren und wiegeren eines sicheren pfachts, welcher (so lang under der gemeinden gearbeitt) gereicht werden solle, vergleichen
    1602 ZBergr. 13 (1872) 522
  • in wie fern die pächte von den scharfrichtern und abdeckern zur criminal- oder zur landesherrlichen obergerichtsbarkeit zu rechnen sind, beruhet auf den besondern verfassungen einer jeden provinz
    1794 PreußALR. II 17 § 123
X
  • pfacht ... ein zins der leibeigenen
    1762 Wiesand 807
XI Braukontingent
  • unse borgers unde borgersschen, de dat bruwarck hebben unde plegen ore pacht to bruwende
    1491 ZNdSachs. 1896 S. 338
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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