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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Pfänder

Pfänder

, m., Pfander, m.


I mit der Vollstreckung der Pfändung (I) (Pfandnahme, Pfandverkauf, Versteigerung) beauftragter Amtsträger, bei der Viehpfändung auch die durch das Vieh geschädigte Privatperson (Beleg 1508)
  • die panden wille van cheinse van sinen lande, de baillu es sculdich eenen pander te ghevene
    1248/68 CoutDesseldonc 37
  • swer dem pfenter oder die mit im reitent missehandelt an dem leib, der hat vnserr hulde niht
    1294 MWittelsb. II 48
  • die dyckgreue en mach nyemandt doen daegen, ... dan mit onsen geeden pander 
    1308 Salland/Pufendorf IV app. 417
  • swer dem enprist, der in hiez pfenten, der ist dem pfenter chains lons schuldich
    1340 MünchenStR.(Dirr) 343
  • Ch.d.W., geschworner pfender der stat ze M.
    1360 MBoica 22 S. 343
  • [Amtseid von dem] pfentter 
    1364/1380 MünchenStR.(Dirr) 576
  • mag der egenante H. ... pffendin uff den guttirn czu W. ... mit vnserm pffender den wir adir vnser anwaldin ym dorczu leyen wellin
    1391 CDSiles. I 56
  • daz er die gesworen pfenter räuber hieß
    1428 BambEchtb. 57
  • das im ... leutt v. gutter ... vnrechtlich mit vil andern sachen beswert werden, v. sunderlich durch die pfenter v. rawber von der landfursten wegen gar verbrent, geraubt v. verderbt werden
    1434 Indersdorf I 238
  • uns ist anbracht, wie sich meniger ... derselben behabnüss widerseczen und die gerechtpoten und pfennter auf ire güter nicht wellen weisen ... lassen
    1453 CDSiles. 27 S. 188
  • wanneer die pander syne pandingen veruolgen will, alsdan sall datt gerichte vanden pandtge, opbiedinghe, en eigeninge nyet meer hebben, den een halff heren pundt
    1457 Overijssel/Pufendorf IV app. 334
  • wo der phenter das vich über den dritten tag behalt, ist er dem gericht zu wandl verfalln 72 ₰
    1508 OÖsterr./ÖW. XII 598
  • bevelchen wir uͥch ernstlich, ob die pfaͤnder und zůbotten uͥch umb hilf wurden anruͤffen, inen alldann die mitzůteillen
    1521 BernStR. VII 1 S. 668
  • wolt aber niemand die pfand außnemen in der vorgenanten zeit, so mag der pfender dieselben pfand darnach verkauffen vngefaͤrlich so teürst er mag
    1546 Perneder,Inst.(1546) 92r
  • phantrecht ist das man den pfender wo sie recht pfent haben, das pfant zu lösen göb per zwelf pfening
    1573 Steiermark/ÖW. VI 153
  • e.h. möchten dem beschluss im vertrag nach durch deren pfendter in unserm beysein die ... pfarrunterthanen sambt deren kirchen ... mit ordenlicher pfandtung einziehen
    1597 AktGegenref.2 I 245
  • muͤssen die auktionarien ... mit vorwissen des pfaͤnders ihren [der zur Auktion stehenden Gegenstände] werth veranschlagen
    1598 Scotti,Wetzlar 2020
  • die obrigkeiten sollen nicht gestatten, daß die gemeinen die ... beeidigten pfaͤnder ohne hinlaͤngliche ... ursachen abschaffen
    1755 BrschwWolfenbPromt. IV 288
  • das pfandgeld verbleibt dem pfänder, wenn bloß wegen störung gepfändet worden
    1794 PreußALR. I 14 § 444
  • der pfaͤnder hat sich ... aller verletzung oder toͤdtung des gepfaͤndeten viehes ... gaͤnzlich zu enthalten
    1803 RepRecht XI 299
II urspr. mit der Einziehung und Verwaltung der Pfänder (V) befaßter Gemeindebeamter, dessen Aufgabenbereiche sich je nach der dörflichen und städtischen Verwaltungsstruktur sehr unterschiedlich ausgestaltet haben (zB. Überwachung der Einhaltung von dörflichen oder städtischen Ordnungen, Rüge von Übertretungen, Schlichtungen in Streitigkeiten zwischen Dienstboten und Herrschaft)
Sachhinweis: Sander,Nürnb. 216ff.; Pitz,Schriftwesen 188f.
  • sol ein idleiche ganz vorsthub niht mer pfender und huter haben dann eynen
    1386 NürnbChr. I 30
  • [über weidbrüchiges Vieh] möchten die von W. pfander setzen und pfandschillinge ziehen
    1398 SchweizId. V 1145
  • wer aufm lande ist, als richter oder so richtergüter besitzen, die muß man durch den pfender einladen, vnder des voits briff vnd sigill, 14 tage oder 8 tage vor dem rechtstag auf's kortzst
    14. Jh. Glatz/ZRG.2 Germ. 45 (1925) 356
  • die gassen zu raumen und zu vegen bestellen, wart dem pfenter empholhen
    1440/44 NürnbChr. III 360
  • es ist H. pfender widerumb bestellt zum pfend ampt daz jar, daz er des sol warten ... und sol gewalt haben: wenn er ein sach vor im hat, die sol er dem ainunger sagen und den manen, daz er daz ustrag
    1443 NördlingenStR. 418
  • soll auch zu Amberg vnd zu Sulzpach in yeder statt ein pfendter von stund an nach angang dieser aynung bestelt werden, vnd diese aynung ganz aus allemahlen also zween pfendter sein, die des [hammer-einigung] wartten sollen
    1464 Lori,BairBergr. 75
  • auß dem grossern rath weelet man ein pfenter, des ampt ist, die zwitracht so sich zwischen den ehehalten und irer herrschaft ie zu zeiten fürtragen, zu entschaiden, auch darob zu halten, auf das die gemainen weg, stroß und gassen geseubert und das prot, flaisch und anders so zu mark gefürt würt, in rechtem kauf und zimlichen wert verkauft werde. diesem pfenter sein auch zugeordnet vier rathsherrn, mit welchen er ... die hantwerksleut verhorn ... strafen, auch auf eim ieden hantwerk geschworn maister machen muß
    1516 NürnbChr. V 799
  • unser der bürgermaister, zinßherren, pfender, rueger oder ander amptsherren, die von unser und gemainer stat nutz und notturft fürfordern, dieselben fürbot sollen zu aller zeit ... macht ... ze straffen haben
    1521 WindsheimRef. 29
  • der marckvoget oder pfander so vom rathe darzu bestellet wirt, soll fleißig achtung geben vff den wall, damit derselbe nicht gaer verwuͤstet werde
    1597 PeineStat. 267
  • wann jemand vor das untergericht vom herrn burgermeister oder gemeiner stadt pfaͤnder, wegen abspannung eines oder des andern ehehaltens gewiesen wird, sollen sie ... darauf zu sprechen befugt seyn
    1646 Lahner,Samml. 118
  • ein jedes dorf sol gleicher gestalt einen, zween, oder drey pfaͤnder, nach ... nothdurft der feldmark zu bestellen, und ... alle jahr beaͤidigen zu lassen schuldig seyn: welche ... dahin sehen sollen, damit niemand auf äkkern, wiesen, oder andern orten schade geschehe: wessen vieh betreten wird, das soll ohne unterscheid bis zur erstattung des schadens, und erlegung 3. fl. strafe dem gerichte nebenst dem pfandt-gelde, so der pfaͤnder von jeglichem stuͤkke haben soll, in den pfande-stall getrieben werden
    1647 SlgOrgVerwGBrschw. 74
  • der pfänder fordert den fuhrzettel am sambstage undt werden die fuhren gemeiniglich angeleget auff den folgenden dinstag
    1680 SchlesDorfU. 314
  • die ... einschreibung und zeichnung deß veichs durch die peürtvögt und pfander 
    1732 InterlakenR. 588
  • ein kauf [soll] lauth markt an einem sontag durch einen pfander in die kirchen gethan u. am vierten sontag wieder herausgeruefen werden
    1744 LandsbrauchInnerbregenz 48
  • ob feuerherren, pfaͤnder und hirten bey jeder dorfschaft bestellt seyen
    1804 v.Berg,PolR. IV 162
III
Person, die gegen Pfand (I) Geld verleiht
IV wie Pfändner (I) 
  • wer der ist, der dez spils pfanter ist, selbsol oder puͤrge, do uber 60 haller verspilt wirt, der můz geben 30 lib[ras] h[aller] an die stat, ob er dez unlaugenhaft wirt
    um 1320/60 NürnbSatzB. 118
  • swelch burger spilt ... an ainen pfander 
    um 1330 RavensburgStR. 87
  • so mag yezuzeitten ein pfendter oder ein andere person ratshalben darzu geordent von gemeines fiscus oder seckels wegen ... dasselb spilgelt mit gericht ... einbringen
    NürnbRef.(1479/84) VI 19
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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