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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Pfandgeld

Pfandgeld

, n., vereinzelt auch Pfandelgeld, n.

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I bei einer Pfändung (I) anfallende, meist als Pfänderlohn (II) verwendete Gebühr, bei Viehpfändung (Pfandstall) zusätzlich zu dem Futtergeld (III) zu entrichten
  • wenn de staddener enen frömbden kremer pandet, de gifft davor 8 ßl. pandtgeld 
    1330 Fock,RügPommG. VI 251
  • wat dar broke vallet unde komet van rychtes edir ungerychtes wegen ..., de schullen des rades unde stad wesen, sunder rychtegelde unde pandgelde schal der vogetheren syn
    1. Hälfte 15. Jh. GöttingenStat. 228
  • wo ... schaf, geiss oder suwen gepfent wärden, sol yedes hopt vich ein ß d. pfandgält den pfenderen gäben wärden
    1505 GraubdnRQ. III 167
  • vor alle pandunge höret veer schilling pandgeld, uterhalven landschatt, kerkentegeden und bischoppeskorne, darvor hören twintig schillinge sundes pandgeld 
    vor 1531 RügenLR. Kap. 51 § 4
  • dem gerichtsdiener ader fronebotten xii ₰ pfandegelt 
    1531 BrandenbSchSt. I 129
  • das furgebot, pfand- und helfgelt ... hat er [landknecht] wie ander knecht
    1531 QKulmbach 276
  • dz hinfuͤhro niemandt in den brandtheiden ... mit einigen vihe hutten soll, bei peen zehen taler ... vnd 1 fl. dem heidereitter pfandtgeldes, so offte er betretten wirde, zu erlegen
    1547 CCMarch. IV 1 Sp. 771
  • die gepant is te regt, sal 't pantgelt mette schult betalen
    1551 Beekman,DijkR. II 1289
  • so soll ... ain iede gans ain laib brots zu pfantgelt und straff unnachläßlich verfallen sein
    1555 Tirol/ÖW. III 140
  • so sie averst [eines Hüteversäumnisses] schuldich befunden werden sullen sie dubbelde brocke und pandtgeldt geven
    1574 OstfriesBauerR. 123
  • hundert gulden pfant- und strafgelt 
    1597 AktGegenref.2 I 237
  • do uͤber die anzahl, so dem huͤter uͤberantwortet, schweine befunden, die sollen unser sein, und dem knechte sein gebuͤhrlich pfandtgeldt folgen, auch hieruͤber aller unterschleiff verboten seyn
    1610 CCMarch. VI 1 Sp. 204
  • so sollen ... die tuchten ... ziemliche pfandung thun, und uͤber einen ort, oder zum hoͤchsten, halben luͤbeckeschen gulden zu pfandgeld nicht fordern oder nehmen
    1618 Hagemann,PractErört. II 340
  • in den kerspelen sollen de vogede van yder beest tho pandtgelde hebben twe stuver
    1639 Schlüter,WestfProvR. II 88
  • daß sie uͤber die geordnete pfand gebuͤhr, von dem abgepfandeten viehe, ein großes und uͤbermaͤßiges an pfand- und standgeldern exequiren und erzwingen thaͤten
    1646 CCMarch. II 1 Sp. 139
  • ein jedes dorf sol gleicher gestalt einen, zween, oder drey pfaͤnder, nach ... nothdurft der feldmark zu bestellen, und ... alle jahr beaͤidigen zu lassen schuldig seyn: welche ... dahin sehen sollen, damit niemand auf äkkern, wiesen, oder andern orten schade geschehe: wessen vieh betreten wird, das soll ohne unterscheid bis zur erstattung des schadens, und erlegung 3. fl. strafe dem gerichte nebenst dem pfandt-gelde, so der pfaͤnder von jeglichem stuͤkke haben soll, in den pfande-stall getrieben werden
    1647 SlgOrgVerwGBrschw. 74
  • sobald dafuͤr [schaden] gebuͤrlich abtrag, neben dem pfandel-gelt erlegt ... werden solle
    1680 Grupen,Disc. 602
  • da die ein schädlichen menschen viech hunt oder hennen befunden, [solten sie] dieselben alßbalt oder von denen ein pfant zum dorfrichter bringen; daß pfantgelt hiervon ist des tags 3 und nachts 6 kr. einem hüeter
    1685 NÖsterr./ÖW. VIII 363
  • welche [burgermeistern] dann diejenige, denen daß vieh so schaden gethan gehörig, vor sie burgermeister kommen lassen und neben ersezung des schadens, wan einiger geschehen, daß pfandgeld dictiren ... sollen
    1723 WürtLändlRQ. I 55
  • pfand-geld, so demjenigen, welcher die pfaͤndung verrichtet, zukommet
    1743 AltenburgSamml. I 488
  • [die schützen] haben ... von denen frevlern nachfolgendes zu nehmen: ... von einem wagen oder karch holz, wie umhauung eines baums an pfandgeld 15 kreuzer, welches halber der gemeind und halber dem schützen
    1744 SchriesheimW. 173
  • daß bloß vor die gepfaͤndete stuͤcke das pfand-geld gefordert, wenn aber die heerde auch schaden gethan hat, solcher besonders bezahlet werden muͤsse
    1751 NCCPruss. I 160
  • soll eine besondere stadtforstkasse eingerichtet und der bürgermeister zum rendanten über die einkommenden pflanzgelder, brüchten, gelder, schütte- oder pfandgelder, hudegelder, stammgelder und sonstigen forsteinkünften ... angeordnet werden
    1771 IserlohnUB. 326
  • im fall contravenientes angetroffen werden, so wird das betroffene vieh bey dem königlichen richtmann in der stadt Hamm auf den pfandstall gesetzet, und muß der eigner das vieh durch ersetzung des pfand- und futtergeldes, auch schadens reluiren
    1773 HammStR. 97
  • das pfandgeld vor eine axt gehoͤret demjenigen so pfaͤndet
    1775 HistBeitrPreuß. II 434
  • wenn jemand in des andern wiesen, aecker und sonst zwischen dem korn, da keine gemeine huͤtung ist, das gras wegschneiden und huͤten wird, so soll er demjenigen, dem der schade geschieht, selbigen mit 1 thlr. zur straffe buͤssen, und demjenigen, der ihn findet, einen ortsreichsthaler oder 6 gr. pfandgeld geben
    1780 Gabcke,DorfBauernR. 149
  • wird ... vieh auf einem fremden grund und boden betroffen, hat der beleidigte macht, nicht nur das vieh zu pfaͤnden und pfandgeld, nach vorschrift der polizeyordnung, zu nehmen
    1788 Gadebusch,Staatskunde II 37
  • das pfandgeld verbleibt dem pfänder, wenn bloß wegen störung gepfändet worden
    1794 PreußALR. I 14 § 444
  • wer sich dem pfändenden im begriffe der vorzunehmenden pfändung entzieht, muß das pfandgeld doppelt, und wer sich der pfändung mit gewalt widersetzt, muß dasselbe vierfach entrichten
    1794 PreußALR. I 14 § 459
  • daß das vieh uͤblicher maßen gepfaͤndet, und, ehe satisfaction gegeben, auch das pfandgeld erleget ... werde
    1804 v.Berg,PolR. IV 308
  • bey jedem frevel kommt in anschlag: ... das pfandgeld fuͤr den angeber, welches 12 groschen fuͤr jeden frevler betraͤgt, und ... mit der strafe in gleichem verhaͤltnisse erhoͤhet werden soll
    1811 Heinemann,StatRErfurt 417
  • nichts ist z.b. gewoͤhnlicher, als daß nach den dorfsbeliebungen von auswaͤrtigen ein hoͤheres schuͤtt- und pfandgeld bezahlt werden muß, als von einheimischen
    1823 StaatsbMag. II 740
  • als schutzmittel des besitzes ist auch die pfaͤndung, d.h. die befugniß, eigenmaͤchtig dem stoͤhrer im besitze eine sache auf frischer that wegzunehmen, und solange in verwahrung zu behalten, ... bis wegen schaden, kosten und pfandgelds der gestoͤrte befriediget ist ... stehen geblieben
    1824 Mittermaier,PrivR. 141
II
durch eine Verpfändung gesicherte Darlehenssumme
  • nach verlauf der zehen jahren ... mag er [Pfandinhaber] den verpfandern ... dahin halten, ihme das pfandgeld zu erlegen, oder das gut abermahl aufzubieten
    1583 HadelnLR.(Pufendorf) II 6
  • solches an dem capital des pfandgeldes kuͤrzen und abziehen
    1623 StapelholmConst. 629
  • es mag kein pfand oder dessen wiederloͤsung verjaͤhret werden, besondern es stehet dem schuldener und dessen erben jeder zeit frey, das pfandgeld anzubieten, zu erlegen und sein ausgesetztes pfand wieder an sich zu loͤsen
    1650 EstRitterLR. 345
  • zu solchen beweglichen guͤtern [so mann und frau haben zusammen gebracht] gehoͤret ... alles pfand-geld, so auf land und ander gut ausgethan wird
    1717 Blüting,Gl. I 29
  • daß wann die schutzverwandte juden anvertraute guͤter gekaufft, oder auch geld darauf geliehen, und solche guͤhter innerhalb 6 wochen wieder besprochen werden, die schutzverwandte juden gehalten seyn sollen, solche guͤter jedoch gegen erstattung des pretii oder pfandgeldes dem besprecher ohne zinsen zu restituieren
    1731 NStaatsbMag. I 778
III Ersatzzahlung für nicht geleistete Verpflegung
  • alzo M. ende H.B. ... [mijns genadichs heren gevangen] bewairden, ende also sy te hove doe ter tijt niet en aten noch die rentemeester hem gheen pantgelt en gaf, so is hem voir hoeren cost betailt s dages elc iiij gr.
    1410 RsprGrHolland II 277
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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