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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): pfennigswert/Pfennigwert

pfennigswert

, adj.

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in einer bestimmten Menge und Qualität und zu einem angemessenen Preis
  • imgleichen solle auch das bier pfennigswerth sein
    16. Jh. NrhArch. 6 (1868) 470
  • bescheiden kauf, bescheiden gewicht und penwirtz wert
    2. Hälfte 18. Jh. (Hs.) RhW. II 2 S. 113
unter Ausschluss der Schreibform(en):

Pfennigwert

, m., n., afries. u. mnd. (Pfennigwürde), f.

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meist in der verkürzten Form Pfennwert 

I vorgeschriebene Menge einer Handelsware für den Verkauf im Kleinen; bei Pfennigwerten einzeln, stückweise, im Kleinen
  • æt ælcon gegyldan ænne peninge, oððe an peningwurð weaxes
    um 1043 DiplAngl. 605
  • vire penningwerd wasses
    1207 WestfUB. VII 23
  • ze P. fünf vischlehen geltent alle freitag v pfenwert vische
    um 1280 MBoica 36, 1 S. 456
  • tut aber er ez [Korndiebstahl] pei dem tage so gildet daz phenewert den gerechten davmen vnd eines shillinges wert die hant
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 190
  • zwen chæuf sint da, da geit man ie von dem chauf all sunntag ein pfenbert, da gehœrnt zwo hofstet zu
    Anf. 14. Jh. Bayern/GrW. VI 116
  • des midwekens mach en jewelk sipollen senep anys edder komen ... vorkopen up dem markede by penningewerden edder samkopes
    um 1350 LünebZftU. 104
  • sol man ... vor dem munster sechzigkh phenwert helbling under arm leit geben und vierzehen phenning den sonder siechen
    1394 SPöltenUB. II 370
  • daß unsere richter und amtleute darauf sehen ... sollen, gleichen kauf und pfennwerth alles essenden dinges zu geben
    1427 Tirol/ZBergr. 39 (1898) 326
  • ob ain armes mensch zue im [fleischhacker] kämb und begehrt ain pfenwert fleisch, so ist ers schuldig ime zue geben
    1430/1625 NÖsterr./ÖW. VIII 730
  • onse borgere zellen hoers zelfs visch, den zij zelve van buten brengen, bij penwerden wail moigen slijten
    1445 UtrechtRBr. I 355
  • hij zel zelve zijnen visch bruken bij penwerden ende sonder ofslaen
    1445 UtrechtRBr. I 357
  • wen ainer oder meniger herkümbt mit obs des man helbert und phenwert geit, so ist er phlichtig von ieder zullen zwen phenning zu stegrecht
    1450 NÖsterr./ÖW. VII 926
  • soe zullen all onsse burgers vry wesen te coepen van vytlantsche ende inlandsche luyden by cleynen offte groete penninckweerden tot alle tyden
    1455 BolswardStB. 1455 Kap. 50
  • alle vreembde luyden van ouerzee is verboden geenrehande goet te kopen op den dincxedaghe of op ons weecmarcte van lantluyden by penwarden oft by helen sommen
    1456 SneekStB. Art. 178
  • [Tabelle:] so sollen wegen 4 helbert Strassburger 20 loth 1 quintel, zwei pfemmert 20 loth 2 quintel
    1650 SchlettstStR. 483
II
Ware, Nahrungsmittel mit weitgehend feststehendem Preis, daher auch als zugelassener Ersatz einer Geldzahlung

II 1 im Einzelverkauf, in kleiner Menge, zu geringem Preis
  • allermaenicklich sol chauffen vnd verchauffen alliv chaufmanschaft vnd pfenwert 
    1397 MWittelsb. II 582
  • en sal niement optie appelmarct ... gheenderhande pennewarden noch comenschap te coop toghen
    1401 Fruin,Dordrecht I 71
  • es war befolen den hern von K., das sie ein aufsehen sullen haben uf die flamischen pfennewerte, das dy aufgehoben werden nach der ordinanczien der gemeinen hansestete doruber gemacht
    1452 HanseRez.2 IV 83
  • 2 droghe tunnen mid tynne, iseren drade ... meste unde ander cleyne peninckwerde 
    1454 HansUB. VIII 242
  • es leyden auch die hantwerchslewt grossen mangel an kol, desgleichs ist grosse teurung an allen essunden phenberten 
    1462 FRBern. VII 309
  • sol der verkauffer soͤlliche pfenwert oder ware ... dem kawffer vertigen vnd weren fuͤr kawffmanssgut
    NürnbRef.(1479/84) 28, 2
  • wo ainer oder mer ain tail kauft umb gelt oder umb phennwert 
    1486 Görz u. Tirol/ZBergr. 48 (1907) 503
  • welicher der wer, der nicht rechte wag oder mass hat, der ist dem richter verfallen di selbig phenbärt oder andre phenbart des geleichen
    2. Hälfte 15. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 20
  • ain ieder ladner sol in seinem laden fail haben allerlai notturft und davon verkaufen helbert und phenbert in pillichem kauf
    1512 NÖsterr./ÖW. VII 890
  • uil landtfahrer ... die jhre pfennwert auff dem rugken vnnd von hauß ze hauß tragen, die man hausirer nennet
    1516 Haltaus 1160
  • leynbat, garn, smalz, huener, ayr, har gennss, vögel, lemper, vnd was solher phenbert sein, soll ain yeder auf gemainen offen plaz faill haben
    1524 SalzbStPolO. 171
  • das derjennich, so im leben beleibt, die schuldt vnd pfenbertt an allen ortten habe zw ermanen vnd zu geldt machen
    1525 Strieder,Notariatsarch. 418
  • des fryen kouffs halb habend wir bißhar anders nutzit gestrafft, dann unzimliche fürkouff und damit kein pfennwert anders gesteigert, dann des er wärt were
    1531 deQuervain,BernRef. 238
  • welch gast aber ehe das fändl abgenomen wierdt, kaufet, dem soll der richter das pfenbert nemen und ime kaufer verloren sein
    1599 OÖsterr./ÖW. XII 9
  • alle pfenningwert und kaufmanschaft
    16. Jh. (Hs.) Bär,Koblenz 56
  • es sollen auch alle phennbert die also an offen markht bracht verkauft vnd kauft werden das gewegen phennbert hayssen vnd sein allain auf der fronnwag vnd sunst nyndert an kainem gewicht gewogn werden
    16. Jh. SalzbMarktO. 397
  • [kremer ungeldt:] wer zu sannct Nabor, er sey burger oder frembder, uszwendig des daches feil heldt, es sey was pfenwerdts es woldt, giebt ein frembder ides mall ein pfenig und der burger 1 heller
    um 1600 SAvoldStR. 96
  • der für- und aufkauf ... ist auf das schärpfeste verbotten, und solle nebst confiscation des pfennwerts sowohl der verkaufer als kaufer nach ohngnaden gestraffet werden
    um 1618 Tirol/ÖW. II 45
  • befindt sich oftmals, das durch die fürkäufler und verkäufler in getraid heimbliche pact, ehe solche pfenwerth zu freien markt komben, gemacht werden
    nach 1693 Innviertel/ÖW. XV 52
  • dass alle ... furhleute ... das salz ... wein ... und anderen pfännwerth zu vertauschen befugt sein
    1740/53 SammlKKGes. I 282
  • vom kauf allerhand pfennwerthen zur haus-nothdurft
    1774 Wagner,Civilbeamte II 31
  • fuͤr das andere, soll er auf allen freyen jahrmarkten, in dem ganzen land, in allen pfenwerthen, so er zu seiner selbst hausnothdurft, oder handwerk bedarf ... den einstand haben
    1788 KurpfSamml. IV 900
II 2 als Ersatzleistung, insb. an Stelle eines Teils des Arbeitslohns
  • daz von des gelter varenden guͤt ein phenningwert umb einen phenning werde gegeben dem manne, dem er sol gelten
    1340 WienRQ. 120
  • das die gewerkn, nach dem yeder huttman gerait hat, den arbaitern irn lon furderlich gebn und mit pfenwerdn nicht nottn
    um 1461 Worms,SchwazBergb. 141
  • dat jemmavm disse secke ner om nen secke nen mede nyme, hor mitter wird ner jenster wird, panning ner panninchswird [weder wegen dieser Sache noch wegen irgendwelcher (anderen) Sache sollt Ihr ein Geschenk annehmen, nicht mit der Wahrheit noch gegen die Wahrheit, Geld noch Geldeswert] 
    1464 (Hs.) WesterlauwersR. I 630
  • das kain arbaiter genet oder gedrungen werden sol phenwert oder waar zu betzallung seines lidlons zu nemen
    1510 Tirol/ZBergr. 12 (1871) 107
  • wan ainer dem andern schuldig ist vnnd legt im tayl zu phannd, so hat der, dem man schuldig ist die wall im soͤliche tayl schaͤtzen zu lassen, oder nit, wolt er sich des nit benuegen lassen, so sol im der schuldner ander phenbart oder phanndt legen
    1517 MaxBO. Art. 209
  • unser herren ... vermeintend, das sy [gotzhuslüt] mit gelt söltend betzalen, doch wo sy gnůgsame pfenwert bringen wurdend, das alldann ein vogt dieselben wol möge nemen
    1528 InterlakenR. 344
  • das die, so sollich ablösig järlich zinß kouffen wöllend, söllichs mit barem gelt thüend, also das sy nitt pfenwert noch schulden oder verfallen ußstönd guͥlt zů zinß schlachind
    1530 BernStR. VII 1 S. 274
  • sollen ... unsere bergrichter ... gewalt haben ... in solchen pfenwerthen [die anstelle von Lidlohn gegeben werden] maaß und ordnung fuͤrzunehmen, auch das tradt, brod, fleisch, wein, zwey maaß und andere maͤssende pfenwerth ... zu schaͤtzen
    1553 FerdBO. Art. 141
  • es soll der gült-brief mit baarem geld aufgerichtet werden ... und soll daran weder getreyd, wein, molchen, pfennwerth ... noch andere dergleichen dinge angerechnet werden
    1761 BernStR. VII 2 S. 866
II 3 wie Pfennigbrot 
  • [Amtseid der Pistores] daz wir das prot beschawen und besorgen, daz ein pfenningwert umb 1 pfening geben werd
    1364/80 MünchenStR.(Dirr) 579
  • ein iderman der do becket auff den freymargt, der zal deste grösser brot backen das dem phemert off dy bencke nicht schaden brenget
    1377 KrakauZftO. 32
  • were ock dat en mer brodes geue vmme enen schilling wan verteyn penwerd; de broke is des werckes kore
    1387 NdJb. 75 (1952) 17
  • das die pöken ier gerechte pfenwerth und hölbert pachen sollen mit sollichem si die pfenning geweren
    1433 NÖsterr./ÖW. VIII 675
  • men sal backen pennincx wairde, als men hier voirtijts gedaen heeft
    1445 Brielle(Jager) 106
  • wan sy das [prodt] zw ring finden, so geb der marckhtdienner zway phenwerdt vmb drey helblinng vnnd darzue zw wanndl zwen vnnd sibenczig phenning
    1543 Kaltenbaeck I 112
  • die becker vnd hoͤcken sollen das rechte pfennigkwerth nach vmbstenden des kornkauffs vermuͤge der brodttaffel backen vnd feil haben
    1593 NMittThürSächs. 4, 4 (1839) 75
  • so ein beck zu H. ... sitzt, und deucht die schätzer dasz die pfenbert zu klein weren, haben sie macht, dieselben zu besuchen und zu schätzen. seind sie dann zu klein, haben sie macht für 15 ₰ weck zu schneiden und den armen leuten zu geben
    oJ. Franken/GrW. VI 96
III Nutzvieh
  • wann ein pferd oder anders pfennwaͤrth auf offenem maͤrit verkaufft ... wird
    1709 Mutach 179
  • wie dann auch ... das im schaden ergriffene pfennwaͤrth in pfandstall gestellt und darinnen in erwartung deß abtrags deß schadens behalten ... wird
    1709 Mutach 145
  • würdet denen sambentlichen unterthannen hiemit aller fürkauf und ihnen selbst schödtlicher ochsenhandl aufs neu, ja bei würklicher wecknembung des viechs oder pfennwerths und noch darzue erlegenten geltstraff verbotten
    1730/47 OÖsterr./ÖW. XIII 19
  • weilen sie, da ihr mann sel. im todbett und seiner vernunfft beraubt ware, einen feißen stier als das beste pfannwehrt dem fahl entäußeret und verkaufft, wegen solchen fräffels 50 [Pfund]
    1732/33 ArchBern 19 (1909) 149
IV
eine Portion zum geringen Preis, meton.: Mahlzeit
  • [ein Wirt] sol aim yeden gast das pfennwert oder das mal gen, wie des gasts vermugen ist
    1505 GraubdnRQ. III 175
  • bey dem W. alhie zere das pfenwerth 
    1588 MittGMus. 1893 S. 22
  • eine billichmäßige leidenliche tax und würdigung des pfennigwerts 
    1629 Württemberg/QNPrivatR. II 2 S. 81
V eine Maßeinheit für Flüssigkeiten
  • man sol ouch datz nieman dhein vailes trinchen nemen noch trinchen, dann datz den, di mit der stat steur und losung tragen; und wer daz doruͤber tut, der muz je alsofft 12 d geben, alsofft er ez uͤbervert mit einem pfenwert 
    1361 RegensbUB. II 204
  • die die des antwercks sint und mit jeman gemein hant, die nit des antwercks sint, mögent wol das gemeyn ole verkoufen mit pfunden, eymern, pfenwerten 
    15. Jh. StraßbZftO. 404
  • wie man den wein außruffet, als solle man ihm den burgern geben mit derselben mas, hellerwerth pfenwerth und ämperweis und viertlweiß
    17./18. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 606
  • [gemet van bier] nog is er een gemet dat heet 1 penneweert, ende houdt 3 waelpotten
    oJ. CoutBruxelles 429
VI geringer Geldwert (von einem Pfennig (I))
  • soo dat si ymmer voor die drie pennincwaert waers ymmer ses pennincwaert weres daer voor hebben
    15. Jh. MnlWB. IV 253
  • auf sie [jesuiter collegium] hin geb er uns nit für ein pfenning, dann er bekäm nit ein pfenningswerth von ihnen, muesten also selbsten bezahlen
    1641 FreibDiözArch. 5 (1870) 274
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