Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Pfleghafte

Pfleghafte

, m.

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Angehöriger des Standes der nicht schöffenbaren Freien, die auf Königsland siedeln, der Munt des Königs unterstehen, in die "Pflege" eines Grafen gehören und diesem daher abgabepflichtig sind; der Pfleghafte darf das von ihm bebaute Land vererben, nicht aber frei veräußern (nach H. Thieme/HRG.1 III 1733ff. mit Lit.)
vgl. Bargilde
  • querelam ... super duobus mansis in Rodagherode, quos mihi usurpabam forensi jure quorundam hominum, qui in vulgari dicuntur plaeccathte 
    1214 WalkenriedUB. I 71
  • vriheit diu is aver drier hande: scepenbare, de der biscope sent suken scolen, plechhaften der dumproveste, lantseten der erceprestere
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 2 § 1
  • de plechhaften sin ok plichtich des sculteiten dinges to sukene over ses weken van erme egene. under den mut men wol kesen enen vronen boden, of de vrone bode stirft
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 2 § 3
  • de birgelden unde de plechhaften hetet unde sculteiten ding suket, dene gift men veften scillinge to bute unde ten punt to wergelde
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 45 § 4
  • die biergelten vnd pflegehaften chauflæute haizzent vnd die schulthaitzen dinch sůchent. den geit man vunftzehen schilling ze půzze
    um 1275 Dsp.(Eckh.1971) LR. Art. 283 § 4
  • plechhaften sin, di in dem lande eigen hebben, dar si wat sin plichtig af to gevene, oder to dunde
    nach 1325 Buchsche Glosse/SspLR. I 2 § 3
  • incomen lude dat sin di varen u. comen; di horen tu deme gemeinen lantdinge; plechhaften dat sint undersaten, di horen in der marke under wilen tu sunderlikem dinge
    nach 1325 Buchsche Glosse/SspLR. III 32 § 1
  • [Ssp.: die bodel sal to minsten hebben ene halve hove egenes] anderes en were he nen plechafte 
    nach 1325 Buchsche Glosse/SspLR. III 61 § 3
  • [biergelden] dat sint tinslüde edder pachtlüde, de dat gut erven u. verkopen mogen, aver plechaften sint, de tome gude geboren sint u. des nicht verkopen mogen
    Anf. 15. Jh. Altmärkische Glosse/SspLR. III 45
  • pfleghafften sind vor alters diejenigen genant worden, welche was eigens auff dem landt gehabt, da sie jerlich pflichtig gewesen, etwas von zu thun oder zu geben
    1426 T. v. Bocksdorf, Remissorium (ungedr.)/HRG.1 III 1734
  • van drierleye lude. de ersten hebben gued vmme ere ambacht alse schepenbaer frie lude. de anderen hebbent dorch dat dat se dat meden vmme ere plege alse plegehaften ... de drudden hebben gued van meyerschap alse biergelden
    SspGl.(Stendal 1488) zu I 54
  • wuͤrde aber ein landtsesse oder sonst bawerguͤlten, zinsleute, die sonst pfleghaften geheissen werden, in solcher gestalt, wie oben vermeldet, getoͤdtet, so ist sein wergelt zehen pfundt
    1541 König,Proz. 158v
  • etlike vorhuren fruchtbar wolgebuwet gudt erffliken vmme jarlike tynssze vnde plichte; de sulck ghudt besytten, de heten plechafften 
    1. Hälfte 16. Jh. Langenbecksche Glosse/HambStR. 246
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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