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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Pflug

Pflug

, m., f.

glossiert aratrum, dentalia AhdGlWB. 462
Sachhinweis: PropyläenTechnikGesch. I 380ff.; AberglWB. VI 1718-1726

I von einem Ochsen- oder Pferdegespann gezogenes landwirtschaftliches Gerät zum Aufbrechen und Wenden des Ackerbodens, auch das Gerät mit Zuggespann oder nur das Zuggespann

I 1 als landwirtschaftliches Arbeitsgerät im bäuerlichen Wirtschaftsleben; Wendungen beziehen sich insb. auf die Vergabe oder Auflassung einer Hofstelle, den Besitz und die Nutzung von Ackerland; (Gut) unter dem Pflug haben (ein Hofgut) besitzen und bebauen; den Pflug in den Herd stoßen eine Hofstelle einziehen (Beleg 1420; vgl. Herd (I)); Grund legen [zu] des Herren Pflug dem Herrn Land zu seiner Nutzung zurückübertragen (Beleg vor 1350?), Stroh folgt dem Pflug das Stroh verbleibt zusammen mit dem Pflug bei einem Erben (Beleg 1802)
  • stirft ok de herre, de man gift ok sinen tins, dene he deme herren gelovet hadde, jeneme an den dat gut gedript, unde ne bedarf nemande, de ene gewere, wan sinen pluch 
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. II 59 § 2
  • dut en man sin lant beseit ut to tinse oder to plege to bescedenen jaren, dat men it eme beseit weder late, to swelker tit he binnen den jaren stirft, men scal it den erven beseit weder laten, went he is [en] nicht lenger weren ne mochte, wan de wile dat he levede. de erven scolen ok van der sat so gedanen tins oder plege geven jeneme, an den it gut geboret, alse men jeneme scolde, de it ut dede; went it sines selves pluch nicht begenk, do he starf
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 77 § 1 u. 2
  • welich man hofes gůd hat, der iz verluhen hat zů erbeidene umme halb, der sal sin gůd ferrihten nahc des hofes rehte, unde sal sin lantsidil deme konege dienen fon des pluges diele [aL.: deile]
    1303 FrankfUB.(Lau) I 422
  • ouch hatt es sin ordnung wie ein gotzhus gůt mit eerschatz so es koufft würde von einem probst empfangen werden sol by 3 ß bůss ... und mag ein probst darin faren mit sinem pflůg als in sin gůt
    1303? Luzern (Kt.)/GrW. I 167
  • wir bekennen ouch an dissem briue, das sie ir gut, das sie vff dem lant habenn, das sie mit iren pflugen arbeiten, das sie das schullen vorschossen mit der stat vnd davon kein lantpet nicht geben
    1319 CDLusat. I2 227
  • quam hi niet [zum gerichtlichen Kampf], men zoude ... zinen grond legghen sheren plouch unde zine catelen sheren tafele
    vor 1350? CoutBourgBruges III 233
  • we de gud dan under synen ploge hevet unde dar up gemergelt hevet, dey sal syne jare uth hebben, alze mergels recht is vor de schulde, de se vor gegulden hebbet
    1380 InvNichtstaatlArchWestf. III 75
  • unse vorwerk, ... dat under dem ploghe heft H.D.
    1386 DRWArch.
  • [den Zins muß geben] we dy drittehalven huven werket unde under synen plogen heft
    1391 BergeUB. 180
  • wo der phluk vnd die eide vnd die sense geet do sal nymand golt suchin ane des gunst des der ackir ist
    Ende 14. Jh. (Hs.) SchlesGoldr. 229
  • wenne aber ein bischof sinen buw selber wil haben so sol er seinen pflug stossen in das selgelend und sol das tun dem richen als dem armen
    14. Jh. Burckhardt,Hofr. 196
  • soll aber die churmudt inwendigh sechs wechen betzalt ... werden, sonst mugen die herrn das gut gewinnen under iren plugh 
    1409 NrhAnn. 148 (1949) 146
  • tusschen A.H. ende R. js gewijst, dat A. vorss. die muddenn [Getreideabgabe], die hie ouer dat arue hadde, dat he der ploech vann volgen sall, thenn were dat R. met beterenn schijne bewijsenn mochte
    1416 DrentheOrdB. 8
  • wenn ein probst wil, so mag er sinen phluge vff sant Jorgen tag jn den herd stossen, vnd sin guͤter selbs buwen
    1420 Elsass/GrW. IV 35
  • we dem andern acker uth dem plöge nymt ahne synen willen und vorladt, des broke steyt uppe eyn marck
    1426 OsterwieckStB. 24
  • wann der 4 cent eine wäre, so solle einer und ein knabe bei einem pflug bleiben, und weiß der etwas zu rügen, das soll er an die bringen, die auf den stuhl gehören
    1429 ZWirtFrk. 10 (1875/78) 35
  • alle dat ghienne dat binnen des walts geleide licht, dat lif ind lit aentreft, seentz ind ploich oevergeit, sal wie van alders an dat hoighe gericht
    1516 NrhAnn. 6 (1859) 22
  • neubruͤche oder novalia ..., seynd solche hirr nichts anders, als unbebaute feldungen, uͤber die noch kein karst, haue oder pflug gegangen
    1705 KlugeBeamte I2 520
  • da auch sich zugetragen, daß ... gutsbesitzer, bauern ausgekaufet, und die aecker unter den herrschaftlichen pflug gezogen
    1766 Rabe,PreußG. I 3 S. 246
  • die wuͤsten aecker und steuerbaren hufen, welche die obrigkeit unter ihrem pfluge ... hat
    1785 Fischer,KamPolR. I 723
  • stro folgt dem plog 
    1802 Schütze,HolstId. III 219
  • wir han guter under unserm pflug, die den herren zu sant G. wedder pfening noch heller geben
    oJ. Erler,NeustadtWeinstr. I 253
I 2
der Besitz eines Pfluges bzw. Anteils an einem Pflug(gespann) dient als Berechnungsgrundlage für Abgaben oder die Verrichtung von Frondiensten, wobei der ganze bzw. halbe Pflug die volle bzw. halbe Zahl der Zugtiere eines Pfluges bezeichnet; hier auch Belege zu den Bedingungen des Frondienstes mit dem Pflug
  • daz ieder man von W., der einen pflueg mocht gehaben oder halben, in iegleich arbait auf sein chost einen halben tach ze ackcher gieng
    1263 HeiligenkreuzUB. I 157
  • sol der meiger gen ze essende, wer im mit dem pflůge fronet ... ze vasten brot und roten win
    1279 (Hs. 1495) FreiburgUB. I 289
  • von itzlichem pfluge der vorgenanten gutter zcwene scheffl einen weiss den andern rocken alle jar [als Abgabe]
    1338 CDPruss. III 16
  • der abbt hatt auch das recht das ein jegklich gesessen man soll jm thun seinen tagwen, mit der howen drey, mit der axt einen, mit dem pflug einen
    1339 Alsatia 1854/55 S. 75
  • het er aber vihe, das er mit einem pflůge fert, so sol er zwene tagwan tůn
    vor 1341 Breisgau/GrW. I 366
  • sullen si aller ierlich uf sente Mertins tag geben unsirm huse, von itzlichim pfluge der uf dem gute get, eynen scheffil korns und eynen scheffil weysis, und von iczlichim hakin eynen scheffil weysis
    1351 CDPolon.3 III 16
  • so wie te H. en pluech hevet, die is schuldich den greve enen ardach
    14./15. Jh. NrhAnn. 28/29 (1876) 23
  • iglich gewonlich pflug, der vonen der gemeinde in dem dörff zu F. vßgehett, gibtt denn herrn des gerichts alle jar ein malter beedekorns, vnnd die häuwer, die nicht pflug haben, geben den herrn jars gemeintz vierzehen vnntz heller
    1415 (Hs. 18. Jh.) PfälzW. II 595
  • wer ein pflug hat, der sol meinem herren zwo meny thun vff sinre gefrönde
    1429 Alsatia 1854/55 S. 74
  • we dar ene egene ploch heft, schal en to allen sunte Michaelis dage darna geven ene tunnen roggen
    1435 OstfriesUB. I 408
  • de kotere, de nicht plogh odir perde hebben, scholn uns eynen dagh hoygh meygen und uns eynen dagh hoyggen helpen und se ... scholn uns eynen dagh in dem arne helpen snyden, bynden offte sammen, unde eyn juwelik vullecomen huyss, dat buirheit hevet, scholn uns to vaslavent eyn hon, un uppe paschen twe styge eyggern gheven, de kotere eyn hon unde eyn styge eyggern
    1449 ArchWestf. 4 (1831) 184
  • wer zu Appenwiler sizet und einen pflug hat der sol jährlich frönen in den dinghof 3 tag mit sinem pflug in dem feld
    1486 Burckhardt,Hofr. 156
  • mit zwaien ochsen anfurchen und anstrecken und nit mit aim ganzen phlug 
    1490 Tirol/ÖW. IV 173
  • van elcken huyse ploech houdende jairlycs een broot ende eenen halven bercxschen ouden gro. weert
    1515 Stallaert II 68
  • [dem fergenmeister] gibt einer, der ein pflug furet, ein halb malter korns, und einer, der ein halben pflug fúret, und sunst ein armer, ein firntzel korns
    1516 Kurpfalz/GrW. I 452
  • nha dusse voirruckte teyn jaren sollen se uns ... van eren herden, egenen ploech und wat se sulvest gebruiken ... eren teynden geven
    1530 OldenbUB. III 309
  • ein jederer pflüger, so mit pferd, wagen, pflug und gespan frönden leistet
    1552 LuxembW. 444
  • da ein tenther heft ein korntenden ... und wert mit einer ploch geploget und geseiet, ... der tentman sey schuldig ..., den tentheren von allen gewaxenen koren te gefen de teinde garfe
    1562 WestfLR. 93
  • [der Pastor erhält 1/2 Malter Hafer von jedem Acker] da ein pfarmann ein ganzen pfluch führet
    1580 Koeniger,SendQ. 112
  • ein bawer, der mit zwey pflügen zackern gehet [hat die Erlaubnis], 8 kühe oder kälber auf die waid zue tun
    1615 SchriesheimW. 165
  • mehr hat der fluer von einem jeden morgen acker ein garb, und der ein aigen pflueg in das feld füehrt ain laib brot zu geben schuldig
    1651 WürtLändlRQ. I 8
  • daß ... ein bauer mit einem pflug 4 simmer, ein bauer, so mit 2 pflüg und bißweilen mit 3 zackeret 8 simmer ... jährlich geben solle
    1759 (Hs.) KirchheimW. 273
  • van eneme isliken huße, dar eine pluch uthgeyt, soß hamborgere schillinge unde van eneme ißliken huße, dare eyn hake uthgeit, dre schillinge
    undat Übs. einer lat. Urk. von 1293 LünebUB. I 112
I 3 Belege zum Schutz der mit dem Pflug geleisteten Arbeit und des erzielten Ertrags; auf dem Gut sitzen um Pfluges Teil ein Hofgut bewirtschaften für einen Anteil (meist die Hälfte) am Ertrag der Feldfrüchte
  • des mannes sat, die he mit sime pluge wirkt, die is verdenet, als die egede dar over gat
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 58 § 2
  • nimpt ein man ein witewen die gut hat daz man mit dem phluge pawet stirbet sie vnd shol daz gut wider gan vnd ist daz geset vnd gebawet der man nimpt den nuz mit rechte dar abe
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 137
  • swaz der man verdient mit seinem pflůg, mit seinem vich, do der man selb oder sein gedingter ehalt pey ist, daz heizzet alles gearntz lon
    1340 MünchenStR.(Dirr) 351
  • das dy lude, dy da siczcen uff der lude gude vmb iren czins ader vmb ires pluges deil, vber keynes mannes guit hait dy keyn recht czu sprechen, das vorganck moge han, want sint sy hude da, sy sint marne anderswo
    um 1350 KlKaiserr.(Hs. Corvey) II 24
  • so wie bij voerwaerden up bilevinghe comt, eist up leen, eyghijn of erve, daer behoudt de plouch haer recht, dats de heelft van den grane
    Mitte 14. Jh. CoutScheldewindeke 257
  • nymt ein man ein wittwe, dy eigen ader lipczucht ader lehen ader czinsgut hat, was der in dem gute mit sinem pfluge ererbeit hat, stirbet sin wip, er her sahet, er sol ez vollen erbeiten, sehen und abesniden und czins oder pflege sol her darabe geben yenem, uff den es ersterbet. sterbet aber dy frowe nach der sahet, als dy eide das lant begangen hat, dy sahet ist ires mannes und endarff nymant davon pflege noch czins geben, wen da kein czinsgelt abe was
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) I 20 Dist. 2
  • nemt eyn man eyn wedewe di eygen oder lehn oder liftucht oder tyns gud het wat so he in deme gude met synen plugen arbeidet steruet syn wif er der sat he sal dat vularbeiden vnd segen vnd afsnyden. auer tyns oder plege sal he daraf geuen yenen vp deme dat gud vorsteruet. steruet auer di frouwe na der sat alse di egede dat land began het di sat is ores mannes vnd he en is dar nymande nicht plichtich af tu geldene weder plege noch tyns dar sy en geyne tyns gelde af plichtich en was
    1397/98 BerlinStB.(Hs.) 98r
  • wer aber das der gemelten eelütt eins ... sich wydder veranderte in die ee, und stirbt es vor sant Jorgen tag von der kinde verfangen gůt, so hörent die zweyteil der blůmen zů dem pflůg und das dritteyl den erben
    1482 Pforzheim 143
  • wann der fall geschech nach sanct Georgen tag, so sollten, die dann die guͤtter ingehebt ... hetten, nemen daß hew, vnnd die allten kind das embdt, vnnd wann die guͤtter alle lehr seindt, so seyen die guͤtter alle heim gefallen, den alten kinden, doch so sollen dem pflug seine recht pleiben
    1552 Fischer,Erbf. II 230
I 4
Belege zum Friedensschutz für Pflug und Zuggespann, Schutz vor Diebstahl, Zerstörung und Pfändung; den Pflug (be)rauben insb. die Zugtiere, aber auch einzelne (Eisen-) Teile des Pfluges, seltener das ganze Gerät stehlen
Sachhinweis: L. Leesment, Pflugraub im Mittelalter/ZRG.2 Germ. 58 (1938) 534ff.
I 5 das Ackergerät als bewegliches Gut, Zubehör des bäuerlichen Gutes bzw. Bestandteil des Heergewätes (III) 
I 6 das Ackergerät als Strafwerkzeug bei der spiegelnden Strafe für das Auspflügen eines Grenzsteins
  • we den faersteyn edder kam vme erede myd vorsate, den sal men in de erden grauen vnd laten syn hovet dar vte, so hoͤ alz de faersteyn gestanden haid vff der stedde, vnd sal myd eynem nygen ploge, dar nicht medde geeret ist, vnd myd vere vollen an den ploegh gespannen, de nicht meer getogen hebben, vnd nyge gescherre an den ploegh gedaen vnd eynn ploegh helder vnd driuer, de nicht meer eynen ploegh gehalden edder gedreuen hain, vnd sollen den acker eren, vnd magh sich dan de begrauen man was behelpen daz magh er doen
    1454 Westfalen/GrW. III 80
  • ob he eynen malstein tzuschen agkern ader weßen uß erit, ... man spricht es sy ein recht, daß man denselben sull graben in das loch, da in der malstein gestanden hait in die erden, biß an sinen goͤrtil, unde sull dan mit eyme pluge unde vyr pherden ober en faren
    1493 Schmincke II 746
  • einer der ein marckstein wissentlich ausgrebt, den selben soll man in die erden graben piss an den halss, vnd sal dan vier pferde, die des ackers nit gewont seyn, an einen pflug [spannen], der do neu sey, vnd sollen die pferde nit mer gezcogen vnd der engk nit mer geern, nach der pflughabe nit mer den pflug gehalten haben, vnd jm als lang nach dem hals ern, bis er ym den hals ap geern hat
    1506 Franken/GrW. III 590
  • soll man nemen ain neuen pflueg ... und mitten durch ine [Grenzfrevler] faren, damit sich ain ider darvor wisse zu hueten
    1549 NÖsterr./ÖW. XI 265
  • ob jemantz so vermessen der markstein außoͤer ..., was der vermacht? ... man sull innen gleichs dem gurdell in die erdt graben, und soll ime mit einem ploich durch sein hertz fahren
    1586 CDRhMos. V 398
  • in den alten fuldischen cent-und ruͤgegerichten findet man in diesem falle [Wegackern des Mittelrains zwischen zwei Feldern] die jaͤmmerlichsten straffen. so soll z.b. der frevler in die erde bis an hals gegraben und ihm uͤber den kopf mit einem pfluge gefahren werden
    1788 Thomas,FuldPrR. I 259
I 7 Belege zu Ge- und Verboten im Zusammenhang mit dem Pflug und dem Zugtier
  • hwae soe dis dikis hilde delth iefta decht, mit spada greft iefta mit ploge ereth ..., dat scel hij ... beta mit twam pundum ende dae schelta mit twam pundem [wenn jemand die Deichberme abgräbt oder aufgräbt, darin mit dem Spaten gräbt oder mit dem Pfluge pflügt ..., so soll er das ... mit zwei Pfund und dem Skelta mit zwei Schillingen büßen] 
    12. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 222
  • sve besaiet land enes anderen mannes anderwerve eret, he sal ime den scaden gelden uppe recht unde sine bute geven. [Glosse:] dit is weder di, di secgen, he wedde als dicke unde vorbore bute, als he di pluch utbore unde inset
    nach 1325 Buchsche Glosse/SspLR. II 46 § 4
  • arbaitt er ez [ein geliehenes oder als Pfand gegebenes Pferd] in dem wagen oder in dem pflůg und wirt ez geergert, daz sol er zwivalt gelten
    1340 MünchenStR.(Dirr) 336
  • hvasa others monnes hanxt nimpth and thet rit ieftha arbeideth, sa breckth hi tua pund olsa hi oppasit anda tua pund olsa hi offsit. tua pund olsa hit ynnan wayn ieftha ploch slaith [wenn jemand das Pferd eines anderen Mannes nimmt und das reitet oder zur Arbeit verwendet, so verwirkt er zwei Pfund für das Aufsitzen, und zwei Pfund für das Absitzen. Zwei Pfund (verwirkt er), wenn er es vor den Wagen oder Pflug spannt] 
    Mitte 15. Jh. EmsigerR. 196
  • das ist auch, ob einer ein roß aus wrsach zu spaciren in ein stat hot gelihen ... vnd in einen wagen oder in ein pflug hot gesetzt ..., der begeet ein diebstal
    um 1500 Summa legum 555
  • soe wye aff offt an syne ploech ryden wyll dye sall dorch dye voer ryden den naegesten wech vp den mynnesten schaedenn onnygen tdoene verhuydenn alst moegelicken ys
    1518 DuisburgStR. IX 27
  • es soll niemandt dem andern auff der wintersaet nach Martini vnd auff der sommersaedt nach Walpurgi mit der pflug wenden
    1597 PeineStat. 259
I 8
in rechtlichen Regelungen zu Herstellung und Reparatur eines Pflugs und zur Anschaffung eines Zuggespanns
  • al ander grofwerk unde wat to waghenen unde to ploghen hört unde hofslach ne mot he [der unzünftige Schmied] nicht smeden
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStat. 105
  • ein iczlich smid, der smidrecht nicht enhat in wicpilde, der mac wol smide, waz er wil, an var allez, das man phliget czu vorczinene ... alle andere grop werk, was czu wagen und czu pflugen gehort, und hufslac schol er ... nicht smiden
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) V 11 Dist. 2
  • hat der scheffenn geweist das von alter gewonheit der leenman magh inn dem busch haivenn plögh, reisterenn, leideren, rungen und das alles in dem busch gekürt
    1409 NrhAnn. 148 (1949) 147
  • ist das jemant den wald wüstet nit ze notdurfft bruchen des buws oder pflugs, der bessert mit schazung des schaden lx sch. und 1 helbl.
    1434 Burckhardt,Hofr. 48
  • was ein schmid mit siner hand gedient, das ist lidlon, vnd wo er einem isen gipt, das ist ein kouff, vßgenommen das einer zum pflůg brucht, das ist lidlon
    1519 ArgauLsch. I 224
  • so vel aver den exisze belanget, willen wy vorschaffen, dat degene so ossen eder ander war tho ohrer eigen ploch und husholdinge kopen, darmit unboschwert scholen bliven
    1546 OldenbUB. VI 470
I 9 das Ackergerät als Werkzeug bei der Beweiserbringung für den Vollbesitz der körperlichen Kräfte
  • bewist der gebuwer sine crafft, daz er eynen ummegang synem phluge gevolgen moge eynes morgens lang, so hat die gabe craft von rechtis wegen
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 270 [zu LR. I 52 § 2]
I 10 zur Festlegung einer rechtlich bedeutsamen Tiefe oder Länge
  • al schat under der erde begraven deper den ein pluch ga, die hort to der koningliken gewalt
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 35 § 1
  • wie weit ein gewizzen einem manne ein seine aygen oder lêhen gesagen mug, dez well wir euch beschaiden. ist es auf einem akcher, sô sol di gewizzen nicht weiter sagen denn eines phluoges lanch
    vor 1328 Ruprecht(Claußen) Art. 111
  • ez sol auch jener bereden mit seinem aide, dâ hin deu chuntschaft geweist wiert, daz er nicht en wizze, daz er chain guot inne hab dâ hin, dâ deu chuntschaft hin ertailt ist, denn als vil als deu chuntschaft her aus gesait hât. dâ mit sol er ledich sein auf dem velde eins phluoges lanch als verre als vich und phluoch gelangen mach
    vor 1328 Ruprecht(Claußen) Art. 152
  • von der wißwäßry, so ist unser recht, das ein jeder das wasser mag leiten in das sin, eines pflůgs túf
    1509 ZürichOffn. I 340
  • der herschop undersaten hebben nicht mehr egens in der herschop liggende grunde, alse mit der ploch dep in de erde plogen
    1552 Dittmer,Sassenrecht 86
I 11 bei einem Frühlingsbrauchtum
  • [Ratsverordnung:] man sol auch an bemelter escherigen mitwoch des vmziehens mit dem pflug müssig steen
    1510 Birlinger,WB. 94a
II als Bezeichnung für den bäuerlichen Stand nach dessen Arbeitsgerät, auch übertragen Lebensunterhalt, Gewerbe, Geschäft, Einnahme
  • an der voitîe und an sînen phlügen [an den verschiedenen Regalien] / sol der künic im lân genüegen
    um 1285 (Hs. 14. Jh.) Ulr.v.Etzenbach,Alex. V. 26109
  • seltem im gelinget, der wider sînen orden ringet. dîn ordenunge ist der phluoc 
    2. Hälfte 13. Jh. Helmbrecht9 V. 291
  • ich bins genant ein ackerman, von vogelwat ist mein pflug 
    Anf. 15. Jh. AckermBöhm.(Jungbluth) 3, 1
  • nu ne vindstu el neghene ploech, die di mach winnen enich ghevoech
    oJ. MnlWB. VI 480
III wie Pflugdienst (I) 
IV eine Abgabe von einer Hofstelle
  • dys sind die renthe und gulde ... daz die von G. sullin jerlichin 1 phlug gebin
    um 1380 WeimarRotB. 28
  • schal N. ... ploghe edder pacht dar van ... betalen
    1432 QuedlinbUB. I 294
  • weiters erkennen sie [geschworne sehner] dem coster für belohnungh jahrs von jederem ackerman ein sester weitzen, von einem daglohner ein sester haber; darbeneben den besten pfluch ohn einen so die zehenhern für auss nehmen zum halben
    1605 DiedenhofenW. 74
V im Rheinland: silberner Pflug eine (Geld-) Abgabe als Todfall- bzw. Besitzwechselabgabe, ursprünglich hervorgegangen aus einem silbernen Votivpflug(eisen) als Weihegeschenk an die Kirche
  • wer ouch dyser hoiwguider ench acker intfenckt man myt einem silveren ploch off v marken
    1491 Rheinland/GrW. III 853
  • widers hant sy ... gewesen uf dickgemelten Stapelhoef gehoerich den curmoid, nemelich zwae silveren ploichen, und das dritte ein pertzcurmoid
    1539 RhW. II 1 S. 179
  • weisen die geschworn lehenman daz alle andere lehenguiter ... mit den silbern plogen, das ist mit vunff schill. cölsche verchurmoit ... sollen werden
    1544 Rheinland/GrW. II 731
  • sein aber kein quick, soll man das curmuth mit dem besten kleydt verbesseren ader mit einem silberen ploch, dass sein vunff marck
    1559 Rheinland/GrW. II 648
  • sofern desselbigen lehenmann absterbt, sollen die erben dasselbige an meiner gnediger frauen mit einer silbern pflueg vertedingen, doch zehen mark vor die pflueg geben
    1573 RhW. II 1 S. 243
  • mit einem silbern pflogh, den zu losen mit funf marcken
    1577 Rheinland/GrW. II 659
  • wilcher der cuermuediger hostert ein hat und ein untfangen hand ist, dwilche nit bebaut ist, und abliebich wurde, ist unserm g.h. erfallen einen silbern ploech den zu vertedingen uf funf mark
    1595/1600 RhW. II 2 S. 159
  • wannehe einiger geschworen auß uns vom leben zum toot kommen, welcher ein ganz lehn hat, daß aldan derselbiger ... unserem schulteißen ... mit einem gantzen silbernen pflügh, oder fünf mark cölnisch darvor ... verfallen sein
    1617 NrhAnn. 5 (1857) 209
  • was 17 morgen grundz ist, es were an land, benden, busch oder hofstet, ist ein pfertzcurmut, und was darunden, ist ein silbern plouch 
    Anf. 18. Jh. (Hs.) RhW. II 2 S. 70
  • wan die empfanger diser hoffstätt absterben, sollen die selbe dem herren von ieder churmodt funf marck für einen silberen pfluch zu geben schultig sein
    oJ. Rheinland/GrW. IV 763
VI ein Landmaß von regional unterschiedlicher Größe, auch eine Bauernstelle
  • ic agnian wylle to agenre æhte ðæt ðæt ic hæbbe 7 næfre ðe myntan ne plot ne ploh, ne turf ne toft [ich will als eigen Gut behaupten, was ich habe, und niemals dir zudenken weder Fleck noch Pflug Landes, weder Rasenstück noch Hausstelle] 
    1020/60 Liebermann,AgsG. Becwæð 3
  • on Ottanleage ii. ploh 
    1025 Robertson,AngloSaxChart. 166
  • swa þæt on þa tun þa wæs tenn ploges oðer twelfe gangende ne belæf þær noht an
    1131 AgsChr.(Plummer) 261
  • pro unoquoque aratro parvo quod radlo dicitur, lapidem cere, pro magno autem quod plug nominatur, duos lapides cere persolvat
    1262 CDPolon.3 I 354
  • das ... ouch die vndirsassen der vorbedachten ritther, vns gebin sollen von iclichen hoken eyn scot. ... vnd van iclichem pfluge ii scot.
    1278 CDPruss. I 172
  • wir ... verlihen ... daz gereut ... zu fůnf pfluͤgen, wo und an welhem ende er die vorgenanten pfluchwͤrte nemen welle an einem stuͤch oder me
    1329 für Büdingen/MGConst. VI 1 S. 487
  • lehen zu zwain pfluͤgen akkers
    1362 WürtVjh. 8 (1885) 128
  • do zwene pfluge ackers zugehoren
    1389 CDMorav. XV 253
  • W.C., alse de 12 morgen odir mer syns eygen lands unde ok ander lude land eyn del umme geld unde eyn del umme korne buwet, schal he den veldwarden geven dre metten roggen, dat is halff so vele alz ome eyn akkerman plecht to gevende van eyme ployge de vul ackerwerk heft
    1411 GöttingenStat. 301
  • dorumb wir ... P.v.M. zu rechtem erbpurggut verlihen haben das burgstal zu der Rotenpurg ... und dorzu ackers zu anderhalb pflugen 
    1413 QFürstentBayreuth I 36
  • 35 prussche freye pfluge, der pfluk gebit 1 loth. summa 2 m 4 1/2 sc des pflukgeldes, das sich do vor geboret
    1414/22 DOrdGrZinsb. 10
  • dargegen diser banwart haben sol sinen lon, wie ime der ... ouch von den guͤtern und pfluͤgen ze geben geordnet ist
    1534 BaselRQ. I 1 S. 299
  • to disser tit is twierley recht jm lande geweset, dat wendische recht is geweset, dat men keine pacht, sonder den teyenden gegeuen heft, id hedden auerst de Wende men haken vnd keine ploge 
    um 1535 Kantzow,PommChr. 75
  • daß ein jeder uf ostertag vom [!] jeder pflug vor ostergelt gebe ein fetmengen, ein handwerksmann einen alb. und jeder gemeindsmann drei heller
    nach 1650? RhW. II 2 S. 124
VII
in Schleswig-Holstein: steuertechnische Rechnungseinheit zunächst für landwirtschaftlich genutzten Grundbesitz, später auch für Kapitalvermögen
Sachhinweis: Falck,SchleswHolstPrR. III 563-576
  • wie viele pfluͤge die stadt Toͤnning, sowol ihres handels als laͤndereyen halber, dem lande abzunehmen [verpflichtet sein soll]
    1647 CStSlesv. III 2 S. 33
  • [wurden] im amt Tondern ... wegen ungleichheit der pfluͤge von den eingesessenen viele klagen gefuͤhrt
    1712 StaatsbMag. II 195
  • dieses closter stehet in der landes-matricul auff 60. pflügen 
    vor 1743 Westphalen,Mon. III 356
  • so ist es nur noͤthig zu bestimmen, zu welchem werthe eine hufe oder pflug angeschlagen werden soll, um es ... auszumitteln, zu welcher hufen- oder pflugzahl die ganze feldmark angesetzt werden muß
    1821 StaatsbMag. I 525
  • ein adel. pflug zahlt also an steuern: a) an contribution 28 rthl. ... ein amtspflug giebt aus: a) an contribution 28 rthl.
    1823 StaatsbMag. III 10
  • diese pfluͤge sind jedoch, da im amt S. jeder hofbesitzer uͤber seine stelle frei disponiren, und sie beliebig zerstuͤckeln kann, meist unter viele besitzer verteilt, von denen aber einer den pflug hat, und pflugsmann heißt
    1823 StaatsbMag. III 277
  • besoldung [der physiker] von 5 schillingen fuͤr jeden zu den außerordentlichen amtsanlagen pflichtigen pflug des districtes
    1827 StaatsbMag. VII 643
  • diese vogtei ... begriff 32 pfluͤge 
    1834 ArchStaatsgSchleswH. 2 (1834) 502
VIII eine Personenbezeichnung

VIII 1 Pflüger (I), Person, die den Pflug führt iU. zum Menner (II), Person, die mit dem Pflug Frondienst leistet; (ganzer) Pflug Mannschaft, die zur Arbeit mit einem Pflug erforderlich ist, dh. Pflugführer, Treiber der Zugtiere und evtl. eine Person, die die Erdschollen zerkleinert
  • man sol aber deme pflůge dru brot geben, deme heber eis, deme menner das ander unde deme pflůge das dritte
    1300 Oberrhein/UrkAgrarG. 246
  • also wanne man yn zu morgen broyt git, so sal man jedeme pluge eyn broit geben uz dem hoffe und eyne garbe clobelachis
    1375 ArchHessG.2 3 (1904) 151
  • daß ein ieder dienstbot nach pfants recht an den dritten tag soll bezalt werden, desen gleichen der pflueg 
    1413 NÖsterr./ÖW. XI 183
  • wan auch dieselben pflug vom acker komendt so soll der meyer ihnen gnug geben zu essen ... vnd weins gnug
    1429 Alsatia 1854/55 S. 74
  • das man iglichem pflug geben soll ein halben leib brot
    1582 BadW. 189
  • erkennen meyer undt gericht jedtwederm gantzen pflugfrönder jedeß ruckß haber zu sähen, drey mutschen, dem so den pflug haltet, treibet und nachähet, jedtwederm eine, zu brachen aber undt zu rühren jedtwederem gantzen pflugh jedeß malß zwo mutschen
    1681 LuxembW.(Majerus) I 144
VIII 2 Besitzer eines Pflugs (VI) 
  • yeder plug zu S. were schuldig den lenherren drei dage in deme jare zu eren bit [!] iren plugen [Bed. I]
    1375 ArchHessG.2 3 (1904) 151
  • wiesen auch obgem. scheffen und erkhennen eim ... apt sent Maximins cloesters ploech und echden, also ein iglicher ime selbst bauwet, und soll man zu den vasten eim iglichen ploech geben zwoe mütten und einer echten ein mutte
    1537 LuxembW. 453
VIII 3 eine Anzahl Menschen, die zusammengehört, Mannschaft; im Deichbau: eine Anzahl von neun Arbeitern, die Erdarbeiten verrichten
  • in den iersten [zal gaan in eene processie] die ploech van O., die ploech van V. ... die smede, die moeldere, die becker
    1565 MnlWB. VI 481
  • pflug ... diejenige mannschaft, die bey dem deichbau an einem puͤttwerke arbeitet, und gemeiniglich aus neun arbeitern besteht
    1783 Jacobsson,TechnWB. III 245b
  • pflug, bey puttarbeiten eine anzahl von 9 karrengaͤngern
    1792 Benzler,DeichWB. II 41
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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