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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Pfründe

Pfründe

, f.

mnd. und mnl. provende, mnd. auch provene; zur etymologischen Verwandtschaft mit Präbende vgl. DWB. VII 1799; ahd. pfruonta glossiert lat. annona, salaria, stipendium AhdGlWB. 463
Sachhinweis: Ogris,LeibrenteMA. 66f.; U. Stutz, Lehen und Pfründe/ZRG.2 Germ. 20 (1899) 213ff.

I (durch eine Person oder Institution gewährte) Nahrung, Verköstigung, Unterhalt
  • ni si tház uúir fáremes inti coufemes in allo theso menigi phruonta 
    um 830 Tatian 80, 4
  • tér óuh tes purgliutes frûondo iu flégen sólta
    um 1000 Notker I 149
  • er gebot daz niht bestůnte deheinem armen siner phrůnte 
    1060/80 GenesisM. 77, 22
  • man sal ... brot ... den nemelichen vrowen von Sch. von den vorgenanten zuein ahteilen weizes zu pfruͤnde geben
    1277 DOrdHessenUB. III 340
  • dan heeft hi sine provende ter hogher cokenen gheliec enen here, sonder wijn
    4. Viertel 13. Jh. CorpMnlTekst. I 2864
  • [Stiftung,] in ir siechhauss das man den siechen ir pfrienndt damit bessern soll
    1320 MBoica XVI 331
  • wenn uff den man giselt, ken dem muz der wirt gerecht werden mit sime eide, das er den giseln ir rechte pfrunde habe gegeben, trinken und essen
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) III 16 Dist. 13
  • to winachten, wanne men provende gift, jowelkeme gildemestere eyne provende unde der werdinnen in deme hus eyne provende 
    1381/1408 GöttingenStat. 407
  • sullen im bereit zu furn sein, wann in landes not angeet ... darumb sol er den knechten ir phrunt geben und ein trinkchgelt nach gnaden
    14. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 965
  • besitzet dann ain ritter das taiding ... der hat die pfrünt und das mall von recht des tags in dem pfarhoff
    vor 1483 NÖsterr./ÖW. VIII 717
  • der gutsherr gehalten ist, ihnen [eigenbehoͤrige] bei der naturellen dienstleistung den praͤven oder pflicht nach wie vor zu geben
    1741 Wigand,Paderb. III 127
  • es werden auch so gar beamte und paͤchter bey strafe dahin angewiesen, daß sie denen dienst-leuten die proͤven ... nicht verkuͤrtzen
    1749 Klingner I 101
II
für einen Geistlichen bestimmtes Amt, das mit einem selbständigen Einkommen (unterschiedlicher Art, zB. Naturalien, bestimmten Geldsummen, Gütern, Nutzungsrechten) aus einem Stiftungskapital, Grundvermögen, Abgaben usw. ausgestattet ist; der Amtsinhaber muß das Amt entweder selbst versehen oder darf es bei Pfründenhäufung auch von einem Vertreter wahrnehmen lassen; metonymisch auch Einkommen, Unterhalt; vereinzelt auch mit einem Einkommen verbundenes Kirchenamt für einen Nichtgeistlichen (zB. einen Küster, Beleg 1539); selten auch weltliches Amt (Beleg 1461)
Sachhinweis: Plöchl,GeschKirchR. II 408ff.; HRG.1 III 1743f.
  • an pfrüenden und an kirchen müge in misselingen: der sî vil die dar ûf iezuo haben gedingen dazs ir guot verdienen umb daz rîche in liehten ringen
    1190/1230 WaltherVogelw.10 11, 3
  • de ungeradede suster ne delet nicht er muder rade mit dem papen, de kerken oder provende hevet
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. I 5 § 3
  • swelikes borgeres sone to bisscope gekoren wert he ne darf nicht geuen mer tein scillinge. he ne hebbe prouende so scal he dhenen
    1227 BrschwStR. § 39
  • [die ehemalige Äbtissin beurkundet] daz daz gůt ... weder an urbor noh an gemaine phrunde horte
    nach 1264 WirtUB. VI 148
  • ob dú phrůnde ... also swach wúrde, daz ain priester daruffe nit beliben mak, so sol man si besseren von dem vorgenanden triteil dez hoviz, daz dú phrůnde iemerme stæti si
    1276 FreiburgUB. I 263
  • haben die kint einen pruder der ein phaffe ist hot der selbe kirche oder phruͤnde do er sich von begehen mac die geswistereide teilent nicht mit im daz varnde gut
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 7
  • tut er [Priester] des [Lesen einer Messe] nicht, so sol er [Prior] im die phrünt nemen die selben wochen vnd sol di versuompten messe von der selben phrunt frumen
    1297 MBoica XVIII 25
  • der prister sal han zu siner prunden bevor alle satzunge vnde alle selegerede, die vor gesetzt sint oder hernach gesetzet werdent einem pfaffen
    1311 OtterbergUB. 305
  • sol der oblayer den herren geben funf schilling phenninge ze pezzern ir phrunt ... vnd funf schilling dar vmb, daz alle wochen wert gesprochen ein messe
    1318 OÖUB. V 215
  • dat die van H. horen pape gheven sullen alsulke provende, als si hier toe ghedaen hebben
    1319 Mieris II 213
  • súlen die ... gaistlichen frowen ... die phrůnde lihen ainem weltlichen priester ..., der ain biderman sie, gůtes lúmden und phaͤfliches lebens
    1347 EßlingenUB. I 432
  • das ein jeglich priester, der in der vorgenanten kilchen oder capellen ist gepfruondet, uf derselben pfruonde sitzen und si selber verdienen sol, es si denne, das in siechtage ... entschuldige
    1364 FreibMünsterBl. 5 (1909) 74
  • dat wy langhe tijt groot ghebrec hebben ghehadt an onser provend, als vanden payment dat van jaer te jaer op ons quaet
    1367 MnlWB. VI 746
  • ich graf H.v.F. ... tůn kunt ... daz ich ... gestift habin ain êwig mésse vnd ain pfrůnde 
    1370 FürstenbUB. II 287
  • ob die ... priester und altaristen deheinerley leysch gůt beseczzen, die zů irn pfruͤnden und gotesgaben nit gehoͤrten
    1378 HeilbronnUB. I 133
  • ist daz symonei, daz ein mensch geit etzwas vmb ein kirchen, vmb einen altar oder vmb ein pfruͤnt oder vmb ein ander geistleich gůt
    1390 (Hs.) BerthRechtssumme 1970
  • darna worven papen grote provene van deme pavese; do wart noch mer kives mang den papen
    1395 Grautoff,LübChr. I 238
  • sewmnisse ... die vnser stifft geliden hat vmbe daz daz vnser thumproͤbste vns vnser pfrunde zu rehter zyt off niht gereicht ... haben
    1397 MWirzib. VIII 477
  • so heist eynes peculium quasi castrense, das seynt pfrunden, das ist zotan genys, der den geistlichen rittern, das ist, die pristerschafft hat durch yres dinstes wille, das sie mit gebete thun kegin gote durch des reiches heil und der sammenunge der cristenheit
    um 1400 LiegnitzStRb. 259
  • hia scellet om nen paeplika pronda claegia, oers dan om da fiouwer tida ende om da thria offer ende sawendel [sie (die Priester) sollen wegen keiner geistlichen Pfründe klagen, außer wegen der Gelder für vierteljährliche Seelenmessen und wegen der drei Altargaben (zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten) und wegen der Zahlung für wöchentliche Totenmessen] 
    1404 WesterlauwersR. I 596
  • hant aůer de kint eynen broder oder eynen paffen vnde hat her kirchen oder proůenden, da von he sich begen moge, de swestere ne teilent nicht mit ime daz varende gůd
    um 1410 Schwsp.(Kurzform/Gr.) Art. 5a (Kz2)
  • waz pfruͤnden und kirchen antreffende ist ... ist den leyen ir recht behalten, die kirchen und pfruͤnden zů lihen hant
    1416 SchlettstStR. 119
  • das [ein schock huͤhner 6 kloben flachß] soll alles bey meiner pfruͤnden zu A. bleiben und das corpus meiner pfrunde soll damit bestellt sein
    1420 MittOsterland 2 (1845/48) 314
  • sie [tomherren] sullen haben ainen vogt und ainen kelner, die ir dinck versorgent und sie irer pfrund außrichten zwir im jar
    1439 RefSigm.(Koller) 181
  • die papelike proven van Z.
    1440 BronnGZeist I 214
  • [Pfr. als Stiftung] so wye tcapittel ten B. off eniger kercken, gasthuysen, onser vrouwen choor, den heiligen sacramente off enige geestelike proevenen off personen, hoe die genoemt sijn, bynnen den B. off dair buyten, enigen huysen off erven gheeft
    1445 Brielle(Jager) 51
  • win so man inen dann sust ze pfruͤnd git
    1447 HeiligkreuztalUB. II 274
  • das der burgermaister vnd rat ewr k.g. stat hie jerlich ir phrünt vnd ambt zu den weinachten aufsagen
    1461 WienCopeyBuch 288
  • welk wertliche persone der geistliken gudere dar sulves underhefft umme jarlix renthe eff pechte, de to eren kerken leynen eff provenen horen, unde der to rechten tyden nicht betalen, den mogen de geistliken anlangen myt geistlikem gerichte und banne
    1472 Richter,Paderb. I Anh. 87
  • desglich sol man hinfür kein vnelichen me vff kein pfrund nemen
    Ende 15. Jh. LuzernStR. 31
  • gab der bapst Adriano dem kaiser [Karl d. Gr.] die freyhait, das er alle bistumb und pfriend ze leichen hett
    15. Jh. AugsbChr. I 294
  • das ich dieselben pfründt vnd meß mit mein selbs leibe ... besitzen versehen verwesen vnnd ordenlich nies halten sol
    1500 JbDillingen 18 (1905) 84
  • daß der cantzler ... sich annemen soll ... aller geistlicher, lateinischer sachen und geschefte, pfrienden und anders betreffnis
    1504 Carlebach,BadRG. I 72
  • [K. übernimmt] die beladnuͥß, so bishaͤr ein jeder custos unsers stifts gehept hat, unsern kantzel mit breyden, jarziten und anderm zuͤverkuͥnden, zůversechen ..., ordnen wir im jaͤrlich und diewyl er unser stift kantzel ... versicht ..., und darzů genuͤgsam, toͤgenlich und uns gefellig sin wurdt, von unser stift zů geben und ußzůrichten 200 libra, es sye an pfruͤnden, presentzen, korn und barem gelt
    1509 BernStR. VI 1 S. 206
  • sicht man vor augen, das yetzo schir keiner in Teütschland ein gute pfrund hat, er hab den zu Rom darumb gethinet, oder aber die mit gifften vnd gaben erworben
    1520 Hutten IV 158
  • das man on kayserlichen gwalt in sunderheit erlang für hin kain ewigen jartag oder pfrůnd soͤll stiften
    1521 Hutten II 107
  • inn geistlichen sachen als pfründ, wůcher, eh vnd zehende betreffen, ist der richter nit von not schuldig gerichtlich ordenung zů halten
    1523 Köbel,GO. 17v
  • demnach ein ersamer rath sich des bapstsmonat in lyhung der pfruͤnden underzogen, wollen unnsere herren den selbigen furer behalten
    1526 AktBaselRef. II 259
  • wan pfrunden in unseren landen ledig wurdent, die selben mit unsern lands kindren besetzt werden söllen
    1526 GraubdnRQ. I 272
  • daß ihr hinfür kein pfründ mer, es seien canonicat, pfarren, predicaturen oder vicarien ... bei euch verleihet, auch auf jemand anderst belehnung niemand zur possession ainicher pfründen in unsern gebit kommen lasset
    1528 Brandenburg-Ansbach-Kulmbach/Sehling,EvKO. XI 106
  • noch schal he [coster] hebben na older gewanheit de proven, angslagen up 9 m., nemlik gift gemeinlich ider hoff einen schinken und twe brot
    1539 PommVis. I 312
  • man erlopt den pfafen von iren pfrienden umbs halb der nutzung in truchen [Erl. des Hg. ebd.: man gestattete, die Pfründen zu verlassen gegen die Hälfte des Pfründeinkommens zum Besten der Stadtkasse] 
    1545 FreibDiözArch. 9 (1875) 229
  • [Titel:] pfrůnd bůch, darinn 207 pfruͤnden begriffen
    nach 1545 ArchBern 29 (1928) 279
  • thumbherr ader beneficiat ... sein allein ihrer pfründen und beneficien ... fruchtgeniesser
    1573 NÖLTfl. II 7 § 31
  • N.N. priester, der die meß vnnd pfruͤnd ... von vns zu lehen gehabt hat, dieselben sein meß vns (als die patronen vnnd lehenherrn, den ius conferendi vnd præsentandi zustehet) frei ledig an die handt resignirt [hat] ... darumb haben wir solche meß vnnd gottsgabe mit allen solenniteten, pertinentien, vnnd zugehoͤrungen ... verliehen
    1574 Zwengel 214r
  • [die] jungfrauen ... scholen dem praweste, priorissen und prediger des closters mit hand und mund anloben, diesulve [statuta] to holdende bei vorlust der provene und aller klostergerechtigkeit
    1586 Pommern/Sehling,EvKO. IV 500
  • vermoͤg deßelbigen [kilchensatz zu latin. jus patronatus] syen ir fuͤrstl. gnaden befuͤgt, diese pfarr und pfruͤnden mit kilchendienere zu besetzen und zu entsetzen
    1588 AppenzUB. III 3 S. 256
  • sie wöllen ... ime als ordinario loci und derselben probstey sambt denen incorporirten beneficien und pfriendten confirmatori von vogt- und lehenschafft wegen einen andern tauglichen cath. priester zum probst ... praesentieren
    1595 AktGegenref.2 I 159
  • nun lautten die species in bemellter parenthesj gesetzt, von pfrundten, güldten, zinsen, zehenden, unnd welltlichen ligenschafften
    1598 Kratsch,Justiz Anh. 13
  • weliche geistliche ... allain auf ier leben lang habenten pfruenden und beneficien fruechtniester seind
    1599 NÖLREntw. II 5 § 10
  • im concilio tridentino ... fürgesechnen strafen als der privation oder entsetzung von pfarren und pfründen 
    1623 AktGegenref.2 II 746
  • von der pfründ wegen, die man bißher einem jetlichen pfarrer geben hat, daß ist nemblichen 4 mltr. dinkel, 8 maltr. roggen, 4 mltr. gersten ... und 18 ß heller
    1651 WürtLändlRQ. I 180
  • es sollen aber von unserem oberen rath keiner geistliche lehenschaften und pfründen, es seien probsteien, priorat, pfarreien, vicariat, rectorat oder wie die namen haben mögen, ohne sonderbar unser vorwissen ... vergeben ... werden
    1655 Carlebach,BadRG. II 164
  • der geistliche wucher, simonia und kauffhandlung über ... pfruenten 
    1666 SalzbChr. 92
  • bey dem geistlichen lehen bekommet der geistliche ordentlicher weise ein kirchenlehen oder pfruͤnde von dem bischof
    1740 Senckenberg,Lehen 18
  • [es] sollten, den heiligen canonen ... gemaͤß, die klosteraͤmter, capellen und andere regulierte pfruͤnden nur an wirkliche religiosen, die in der abtey profeß gethan haͤtten, ... abgetreten werden
    1755 Helyot,Klosterorden V 189
  • die zwey pfründen Beatenberg und Habkeren belangend, soll ein jeweiliger landvogt zu Interlaken denen selben wie im vergangenen allso noch ferners dero pensionen ausrichten
    1762 InterlakenR. 641
  • der panist wird auch pfroͤndner, und weil er weltlich ist, leienpfroͤnder, und wenn diese leienpfrond dem unterhalt der conventualen oder den geistlichen pfroͤnden des closters gleich ist, leienherren-pfroͤnder, leienherren-pfrund, genannt
    1783 Spittler,Panisbriefe 5
  • auf diese art [feudalinvestitur] erhielten die erzbischoͤfe, bischoͤffe, aebte ihre kirchenaͤmter und pfruͤnden 
    1785 Fischer,KamPolR. II 345
  • an proͤven oder praͤbenden erhalten die prediger von hoͤfen und kathen ... einige mettwuͤrste ... geraͤucherte schweinskoͤpfe ... fische und flachs, oder statt dessen das proͤvengeld
    1788 Gadebusch,Staatskunde II 219
  • die ritterschaft setzte in ihrer ... ritterordnung fest: daß an die kloͤster, stifter, communitaͤten, gotteshaͤuser, hospitaͤle, pfruͤnden ... und andere ... collegien keine ritterschaftliche guͤter ... veraͤußert werden sollen
    1788 Kerner,RRittersch. II 274
  • die verliehenen pfruͤnden sollen nicht durch vikarien oder commendisten versehen, noch viel weniger ein unerlaubter handel damit getrieben werden
    1792 RepStaatsVerwBaiern III 15
  • der papst vergibt die pfründen, deren besitzer sich geschäftehalber bei der kurie befindet und allda oder acht deutsche meilen im umkreise gestorben ist
    um 1795 StaatsRHeilRömR. 60
  • es ist das recht des kaisers, einmal während seiner regierung auf jedes deutsche stift eine taugliche person zu einer pfründe nach belieben zu ernennen
    um 1795 StaatsRHeilRömR. 63
  • [die staatsbeamten genießen] pfruͤnden, canonicaten u.s.w. die ihnen zu einem gewissen preise angerechnet zu werden pflegen
    1798 Bischoff,Kanzlei. II 1 S. 238
  • koͤnigspfruͤnde bedeutet das patronatrecht des kaysers, in den unmittelbaren oder auch mittelbaren capiteln eine pfruͤnde zu vergeben
    1801 RepRecht IX 196
  • von den substitutionen ... unterscheiden sich die stiftungen, wodurch die einkuͤnfte von capitalien, grundstuͤcken oder rechten zu gemeinnuͤtzigen anstalten, als: fuͤr geistliche pfruͤnden, schulen, kranken- oder armenhaͤuser ... bestimmt werden
    1811 ÖstABGB. § 646
  • jeder baier ... kann zu allen civil-, militaire- und kirchen-aemtern oder pfründen gelangen
    1818 QStaatsR. 71
  • der koͤnig vergiebt diejenigen stellen, bei welchen der staat die pfruͤnde fundirt, dotirt, oder augmentirt hat
    1831 Mohl,WürtStR. II 561
III
Abgabe zur Finanzierung einer Pfründe (II) 
  • de brodere vorscr. skolen gheven ere pacht ende provende tho der kerken tho K. al jaer
    1424 OstfriesUB. I 281
  • ein jeder hofner ... in den vier zeiten im jar muss dem pfarner preven entrichten 3 quentin
    1554 PommVis. II 352
  • [das] jede prebenden, kaplaneyen und vicariaten, caland, pfründen und andere gefell, so der kirchen zugehörig ... zusammen eingezogen werden soll
    WolfenbüttelKO.(1569) 209
IV vertragsmäßig durch Einkauf oder Stiftung gesicherter Unterhalt in Naturalien, Geld, Unterkunft usw., i.d.R. durch Einkauf in eine dazu bestimmte Einrichtung (Spital, Siechenhaus, Armenhaus, aber auch Kloster usw.) erworben (mit günstigen Bedingungen für Träger öffentlicher Ämter); insgesamt mit sehr unterschiedlichen Ausgestaltungsmöglichkeiten; metonymisch auch Versorgungs-, Pfründstelle; vereinzelt auch in anderen Lebensbereichen, zB. Stiftung zu Unterstützung eines Studiums (Beleg 1465)
Sachhinweis: Ogris,LeibrenteMA. 66f.; Reicke,Spital II 187ff.
  • ist och daz si [Ehefrau] sich wil ... ziehen ze gaischlichem lebenne, so sol si wider zů ir phruͤnde gan und sol man ir die gen an allen furzok
    1291 WirtUB. IX 506
  • is dat sagge, dat wir alsus de brůderschaf, als vurs. steit, neit verkouffen in moychten na unsen willen, des provende sal man inleygen uns brůderen in dat schrijn mit namen
    1323 KölnZftUrk. II 311
  • dz sylber, dz zů der pfrůnd in dem spittal gehoͤrt
    1348 ZürichStB. I 154
  • is das sich die personen in dem closter meren ... adder sich begeben in das closter, die sullen ire pfrunde mit en brengen, also das die andern durch iren willen keynen gebrechen durffen leiden
    1349 CDPruss. III 87
  • ist och daz des gotzhus lüte ieman ain gut von der hant gent ledig und loss aͧn alle gefärde daz mag kain probst geweren ez waͤre denne daz ein gotzhus man oder ain gotzhus frowe gedingdes mit ainem probst uͤberainkomen waͤren umbe lipgedingde oder umbe phruͤnden da sol es ain probst och weren
    1354 WürtVjh.2 5 (1896) 364
  • ez sol aber kain siechomaister gewalt han, kaine pfrunde ze gende zen siechen an den rat den maistentail
    1358 KemptenStB.(Beck) Anh. 8
  • daz an dem vorgeschriben jartag aller unser samnung ein erber almuͤsen von dem chloͤster geben werd, yedem mann uber sein phruent ein mazz guetes weins
    1364 OÖUB. VIII 165
  • H.F. ... und A., sin eliche husfroͧwe ... wöltind ... geben dem spital ze Baden alles ir ligendes und varndes gůt ... umb zwo pfrůnden ... mit essen und trinken und andern sachen nach ir lib notdurft
    1376 BadenArgUrk. I 107
  • dat men ghene broeders noch susters ontfanghen sel int gasthuys te L., noch provene dair in copen moghen van deser tijd voirt
    1406 LeidenKb. 47
  • dat wy hebben ... ghekoft twe prouene vt vnseme samenden ghude
    1412 Lasch,NdStB. 31
  • ein jtlich junckfrowe der de provende gegeven werd ... de sall offeren tho nut und behoeff der junckfrowen gemeinlicken in den hospitale twoelff marck guder penninge
    1417 Steinen,WestfGesch. IV 670
  • ich M.P. bekenn ... meiner l. muter ... ein leybgeding v. pfründ ir lebtag redlichen ... ze kauffen
    1435 Indersdorf I 249
  • als wir ... erkouft haben umb 370 guter rinischer guldin die pfrende des tisch und spise, die allwegen ain spitalmaister isset
    1435 Wörner,HospitalSchwGmünd 235
  • ir auch ze pfrönd geben zwai hundert pfund oder mer
    1. Hälfte 15. Jh. Kaufringer XIII V. 504
  • wanne eynich unser scheffen syns scheffendoms gepant wirt, deme sall man geynrekunne provende geven
    1452 KölnAkten I 737
  • in welke vorscreven sessteyn provende schullen se numer nemen ... achte mansnamen unde achte vruwesnamen
    1455 HildeshUB. VII 130
  • alle die, di pfrunde in die orden kaufen, es sein frawen ader man, die sullen und müssen gleichwol losung geben und mitleidung haben als ander mitburger
    1460 EgerStG. 22
  • dat ... en genant her J.v.H., borgermeyster vnde prouisor des collegium tho C., my zeer hart entegen is, alzo dat ik de possessien myner prouen nicht krijgen kan
    1465 LübUB. X 620
  • miner herren keller sol an dem wienachtabend den husgenossen, den roten win teilen, das ist einem husgenossen, der ganze pfr[uend] hat, sol er geben 3 1/2 kopf wins, und einem der halbe pfr[uend] hat, sol er geben 1 kopf und drü quärtli wins
    15. Jh. SchweizId. V 1285
  • von aussetzigkeit wegen ... den oder dieselbigen vnser burger, burgerin vnd kinder soll man in das siechenhaus zu nemen vnd die pfrund ... zu geben verbunden sein
    1503 EngenStR. 381
  • ein truckne pfrundt in irm closter ihr baider leben lang ... zum ersten einen erbern gemach ... järlich 3 sch. korn ... 2 metzen kern ... 1 virtal schweinefleisch
    1505 Indersdorf II 236
  • das ain ieder, so im rat ein zeit lange gesessen, nachfolgends uff sein beger er und seini haußfrouv iglichs umb funfftzig gulden in spitall genomen und ein reiche pfrunt gegeben, und wurde solich gellt zu langen zielen dem spitall gereicht
    1517 MosbachStR. 581
  • wer wider solichs [Spitalordnung] thie, der sol on alle gnad sein pfrend verfallen sein und zů dem spital ausgestossen werden
    1. Hälfte 16. Jh. AugsbChr. IV 404
  • pfründhauß ... damit diejenige, so alte betagte leut sein ... in unserm land ein sauber ort haben, das sie selbst ... ire pfründen kaufen mögen, so haben wir zu solchem gebrauch das closter L. ... verordnet
    1574 Kurpfalz/Sehling,EvKO. XIV 477
  • daß niemand vnserer vnderthanen ... seine guͤter seinen kindern, verwandten oder frembden, inn: vnd ausserhalb lands gegen einer pfreuͤndt vbergebe
    BadLO. 1622 Bl. 66r
  • wer lust hatt mag ihm da [spital] erkauffen ein pfrond 
    vor 1653 Fizion,Reutlingen 62
  • die spitälern, bruder-, siechen- oder andern armenhäusern einverleibte personen können über den halben teil ihres sowohl vorher als auch zur zeit der erlangten pfründ erst eroberten vermögens eine letztwillige verordnung errichten
    1673 Salzburg/QNPrivatR. II 2 S. 119
  • personen, welche gegen einbringung eines gewissen stucks gelds in eine pfründ aufgenommen werden
    1690 Würzburg/QNPrivatR. II 2 S. 153
  • [bei Ge- und Verboten] sollen die pfründner nicht murren ... sondern schuldigen gehorsam leisten bei verlust der pfründe 
    1757 Wörner,HospitalSchwGmünd 167
  • jene wohltat [dadurch einer solchen person ihr taͤgliches stuͤck brod verschafft wird] ... nennen einige leibgeding, gnadenbrod ... gottesgab ... und in den urkunden wird solche durch pfruͤnde, layenpfruͤnde, layenherrnpfruͤnd ... ausgedruͤckt
    1784 Bonelli,Panisbriefe 4
  • durch pfruͤnden versteht man gewisse, ungewisse, oder lebenslängliche einkünfte: sie werden auch genannt stipendium, beneficium, donatio, dotatio, pensio
    1784 Bonelli,Panisbriefe 5
  • wenn er [pfruͤndner] die pfruͤnde in natura genießt, so ist es seine pflicht, sich so zu betragen, daß in ansehung seiner auffuͤhrung keine klagen einlaufen. er soll seinem pfruͤndherrn die schuldige ehrerbietigkeit bezeigen
    1784 Bonelli,Panisbriefe 184
  • der vertrag, womit eine pfruͤnde oder lebenslängliche unterhaltung in wohnung, kleidung, kost und pflege ... erworben wird, ist ein verpfruͤndungs-vertrag
    BadLR. 1809 Satz 1983 a
V
bestimmte Menge, Portion, wie sie in Pfründverträgen ausbedungen zu werden pflegt
  • sullen wir in von igleichem mutt dann geben ain phrunt weins und ain herren prot und nicht mehr
    1368 SPöltenUB. II 48
  • dass man dem apt teglich sol gen zwei brot, anderhalb pfr[uend] an win, ein herrenpfrund an fleisch
    1405 SchweizId. V 1285
  • so sal heer B. ... bi den dischmeesters doen cleeden vp den zeluen dach des mandaeghs, eenen disch van xxxiii prouenden van broode, van wine ... elke prouende waert wesende viere vlaemsche groote
    1409 InvBruges IV 35
  • all tag têgleich zwo pfruͤnt wein, ayne herrenpfruͤnt, die ander gesintpfru*nt
    vor 1412 FRAustr. 59 S. 217
  • dat syn vader ... vor ghaff H.v.d.C. unde deme rade ... alle yar eyn schepel rogghen unde eyne provene van den Thichtlinger broke
    1445 MeppenUB. 203
  • wann einer in ein leitgebhaus gehet und ... fodert ein pfrünt wein oder bier
    1603 NÖsterr./ÖW. VIII 243
  • wann ein neuer wirth hochzeit gibt, eine kleine proͤfen oder stuͤck fleisch dafuͤr gegeben zu werden pflegte
    1706 CCOldenb. VI 15
VI wie Pfründebrot (II) 
  • daz nieman kein ander broͤt veil habe vor den greden denne die pfrunde von den stiften, und auch nieman uf die pfrunde semeln backe
    1341/42? WürzbPol. 47
VII
Abgabe der Gemeindemitglieder zur Finanzierung eines Hirten, der zu festgelegten Zeiten deren Vieh auf die Gemeindeweide treibt; metonymisch auch Hirtenlohn und wie Pfründanlegung 
  • die vleischower, die ir gekouft vie uf der burger viewiede triben, die geben halbe pfrunde darnach, alse man die pfrunde gesetzcet
    1328 Tzschoppe-Stenzel 527
  • leszet eyn man zeyn vych bezunder gen alzo das her ys nicht welle triben czu der andern herth, der zal do von geben halbe pfrunde 
    1. Hälfte 14. Jh. Böhme,DiplBeitr. I 2 S. 22
  • der widmeyer soll halten den ranen on schaden, vnnd stet selb drit fry der pfronnd halb
    1424 Reyscher,Stat. 246
  • dz ein jeglicher mayer jm dinckhoff soll geben dem dorff einen eber vnnd einen stier, vnnd sollent die aller pfrunden ledig stohn
    1480 Elsass/GrW. IV 210
  • wenn einer ein vieh oder mehr verschweigt, biß die pfründ erscheind, ist er verfallen vmb das verschwigen vieh
    1501 ZWirtFrk. 4 (1856/58) 106
  • wann man die pfrönd ein will nemen ... so sol man das acht tag vorhin und vor der kirchen verkinden ... es sollen auch die vierer ... dem seuhirten die pfrond ein antworten
    1505 Schwaben/GrW. VI 230
  • am sonntag vor der wahl [des Bürgermeisters], soll die stuer unnd pfrienndt ... eingenommen werden
    1587 NeuburgKollBl. 70 (1906) 2
  • welches fich getriben wirdt, es sei jung oder alt fich oder schwein, es werd in die erste oder andere pfrend [Bed. VIII] getriben, so geit es ganze pfrend 
    1593 WürtLändlRQ. II 66
  • wann einem ein stuck vich drey tag vor der pfriendt außgetrieben wurde, so ist solcher daß hürtengelt schuldig
    1651 WürtLändlRQ. I 9
  • wann einer schwein oder mehr hin ein kaufft ... vor der genandten pfründtanlegung oder rechnung der soll damit dieselbige pfründt ... zu bezahlen schuldig seyn
    1652 Gebhardt,Fürth 104
  • die hoffleüte ... sein von alters her schuldig ... die gewöhnliche pfründ oder hürtenlohn zue entrichten
    1695 SchriesheimW. 206
  • im fall einer ein sau hät und die nit unter den hirten trieb, ist er nichtsdestoweniger die pfrinn davon zu geben schuldig
    1720 BadW. 320
VIII obrigkeitlich festgelegtes Weiden und Hüten des Viehs gegen Zahlung der Pfründe (VII) 
  • soll auch ein iedwederer, so sein viehe von der pfrund, ehe man dieselbig angeschniten, es seie gleich die erst, ander oder drite pfrund, drei oder mehr tag lang getrieben hette, ebenmeßig schuldig sein, dieselbe pfrund [Bed. VII] davon zu erlegen
    1600 HeidelbStR. 1127
  • was [vor schwein] gefält vor lorenzen-tag die sollen pfründten in die letzte pfründt zu st. martinstag
    1652 Gebhardt,Fürth 104
IX Stiftung einer Messe
  • [Memorienstiftung:] so scole wy gheven juwelikem prestere eynen scilling honoversger penninge ... unde laten todreghen twey provende mit twen kertzen
    1388 HamelnUB. I 485
X Anspruch auf die Ausübung von Rechten, insb. den damit verbundenen Erträgen und Zahlungen
  • dat holtgerichte unde dat degelikes gerichte und di grut und di zise van bere und van brode is des stichtes alden erve und bennige provende 
    oJ. Lasch-Borchling II 1727
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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