Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): privat/Privat

privat

, adj.

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im Verhältnis zur sich entwickelnden Staatlichkeit: dem persönlichen, nicht öffentlichen, nicht amtlichen Bereich zugehörig; die Öffentlichkeit oder eine übergeordnete Gesamtheit nicht betreffend
vgl. publik
  • tegen previlegien, rescripten, instrumenten ende alle scriftueren, zij zijn publijcque oft private 
    1496 CoutBrab. II 2 S. 22
  • hier suldij weten dat private personen geheeten zijn diegeene, die niet en zijn gestelt in enniger digniteyt, ende alsoe is dat recht privaet geheeten, dat principalijc behoirt tot elcx singulier proffijt ... ende private delicten oft misdaden zijn geheeten, die civilijc getracteert wordden
    1496 CoutBrab. II 2 S. 182
  • idt wurde iderman behertigen, dath eth nicht ein private, sunder alle dusser stede sake were
    1533 HanseRez.4 I 142
  • alse ok eine temelike antal van schepen alhir ... gebuwet werden ... to schmeleringe desser stadt naringe, alleine ut privatem vordel
    1553 HambBurspr. 135
  • [der Sekretär soll] die innerliche und privat landtsachen, die regierung, hoicheit und gemeinen nutz belangt, deßgleichen die privat reichshandell ... verwalten
    MünsterKzlO.(1574) 250
  • sollen ... meine raͤthe sich mit einander freywillig begehen in publicen sowohl als in privat negotiis
    1645 CCOsnabr. I 1 S. 272 Anm. 30
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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Privat

, n., Privet, n., f.

Abtritt, Latrine; insb. in nachbarrechtlichen Vorschriften
  • ene priuaten vnde enen swinestal ne schal men nicht neger maken der straten oder dem kerkhoue mer vif vote. eneme nabure nicht neger dan dre vote
    Ende 13. Jh. LübMndStR. Art. 141
  • gewelbe zu privaten, wer die machen wil, der sol das tun mit wissende unde urloube des rates
    1315 PfälzWB. I 1236
  • [Klagevortrag:] es haete der vorgenant Nyffnach und sin nachgebuͤrin diu Aemmaenin uf iren hofsachen, die ir lipding sint von den herren von sant Mauritzen, zwuͤ privet und die selben stuͤnden sinem aigen ze nahen, und von der selben privet wegen waere sin maur gesunken
    1337 AugsbUB. II 323
  • [Übschr.:] von den priueten, die in der eben drey statschuch von des nachpawrn hauß, vnd an einem hohen ende gen dem darunder ettwas weiter
    NürnbRef.(1479/84) XXXV 15
  • [Klage,] dath de anthwordesman ein privat, so se tho beiden siden van oldinges here gebrucket, dem kleger tho vorfange sine dhore und ingangk dessulven privat tho genagelt und vermureth
    1540 LübRatsurt. III 327
  • in die kerke, in den reventer ende in den dormpter ..., bij den vur, op den privaet sullen die susteren altijt silencium holden
    1. Hälfte 16. Jh. MnlWB. VI 697
  • kein heimlich gemach oder prophat soll nach der straßen und gemeinen platzen ausgehen noch überhangen
    1558 JülichPolO./QNPrivatR. II 1 S. 355
  • privaͤt oder heimligkeiten sollen den kirchhoͤfen und strassen naͤher nicht, denn auf fünff, und seinem nachbarn auf drey fuß gebauet werden
    1586 LübStR. III 12 § 10
  • privat oder heimligkeiten sollen den kirchhöfen und strassen näher nicht, dann auff fünff, und seinem nachbarn auff drey fueß gebauet werden
    1586 LübStR. III 12 § 10
  • das thürnlin sampt der prophat, so auf des gemeinen nutz der statt C. grund und boden hinder bemelten beeden höfen erpawen
    1599 KonstanzHäuserb. II 516
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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