Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Ranzion

Ranzion

, m. f.

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auch verschliffen ranzon, ranze(n), ranzun, im Mnl. mit vielen Nebenformen; von afrz. rançon 

I Lösegeld, Geldbetrag für den Loskauf aus der (Kriegs-)Gefangenschaft; auch der Loskauf selbst (Beleg 1432); meton. auch die Gefangenschaft, aus der sich der Anpruch auf das Lösegeld herleitet (Beleg 1528)
  • die goede manne ..., die op die borch gevangen lagen, ... heeft deen vore die ander naer sijn rantsoen ghemaect aldaer jegen P.C.
    1432 Willems,Brab. II 172
  • so sint die von U. so redlich an mir [Gefangenem], dz mich nit verkoufent wellent, so fer ich die rantzung selber moͤg dar bringen
    1499 ThurgauBeitr. 89 (1952) 27
  • daerof zy die penninghen hebben moeten betailen in verding ende in rantsoen, dat zy van den gelderschen ... gevangen zijn gewest
    1514 InfHollant 255
  • 70 marck lubesch, so die ancleger vor den anthwordesman tho rantzune uthgelecht
    1526 LübRatsurt. III 19
  • die gfangnen napolschen herren uss siner ranzung und sicherung genomen
    1528 deQuervain,BernRef. 273
  • D. wolt den schantlichen man läbendig gfangen haben und in umb die ranzen schetzen
    1530/48 SchweizId. VI 1163
  • einen abt, so ... gefangen wurden und uf zehen tausent gulden sein ranzuen angeschlagen
    1571 MittStArchKöln 17 (1889) 106
  • ranzionen und außlösungen auß der gefangenschaft [werden auf das Erbe angerechnet]
    1654 NÖLO. IV 18 § 3
  • der lieutenant, andere officirer oder trabanten sollen fuͤr ihre ranzion einen monath-sold zahlen
    1692 Faber,Staatskanzlei I 391
  • vor die auslieferung eines todten [Soldaten] wird keine ranzion bezahlet, wenn sie gleich, da er noch lebte, versprochen waͤre
    1771 Zincke,KriegsRGel. 45
  • die art und weise, wie kriegs-gefangene aus ihrer gefangenschaft wieder frey werden, ist: 1. die ranzionierung, welches ein vertrag unter den kriegenden theilen ist, vermoͤge dessen beyderseits gefangene fuͤr eine summe geldes, welches die ranzion heißt, ihre freyheit bekommen
    1790 Krünitz,Enzykl. 50 S. 419 iV. 422
  • ranzion (lytrum) ist das loͤsegeld, womit der gefangene aus der gefangenschaft befreyet und in freyheit gesetzt wird
    1805 RepRecht XII 168
II Brandschatzung
  • [Forderung,] dass man aber zu ranzung 800 kronen bezahlen oder aber den prädicanten entfernen solle
    1533 SchweizId. VI 1164
  • ranzion, loͤse-geld, ... heist ... anderns das geld, womit eine feindliche pluͤnderung oder gedroheter brand abgekaufet wird, welches man gemeiniglich brandschatzung nennet
    1741 Zedler 30 Sp. 823
III
wohl vermengt mit frz. raison 
"Prozente der Hauptsumme" (nach MnlWB. VI 1035)
  • den ontfanck van den jaerlicxen rentsoen die men stelt up de exchijsen, die de burgermeesters plegen te hebben voor emolumenten, heeft mijn heer ... doen appliceren tot prouffite van der stede
    1514 InfHollant 428
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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