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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): rechten

rechten

, v.

I "Gerechtigkeit widerfahren lassen" AhdWB.(Schützeichel)5 150
  • sua cunctis attribuens nullumque eo quo non merebatur afficiens. mánnolichemo réchtonde nîomannen ánderes héfendo dánne sô er uuérd íst
    um 1000 Notker I 801
II einen Rechtstreit führen, prozessieren, vor Gericht streiten
  • ze verchaufen an alles rechten 
    1328 BrixenUrk. I 443
  • recht ein pfaffe mit einem layen vor werttlichen recht, wirt dem pfaffen an demselben recht wandel ertailt, di selben wandel sullen uns angevallen
    SalzbLO. 1328 Art. 3
  • wer auch, ob ein ausman mit ainem burger in der stat zu rechten hiet vnnd seinen heren mit jme precht vnd der zu jme sten wolt vnd jm des rechten helffen, so soll der vogt aufsten zu dem burger vnd soll dem des rechten auch helffen
    1332/1554 Neuburg aD.StR. 250
  • umb daz pfant han ich vor mit im gerecht und han auch ims anbehabt
    1346 BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 225
  • bringent si [Streitparteien vmb ein gvͦt] beide ir gewern, so rehten die gewern mit einander
    14. Jh. Schwsp.(Kurzform II/Eckh.) LR. Art. 207a (Ks)
  • wan einer von dem rhat einen von der gemeindt heist liegen, so soll der von der gemeindt ... ihn nit selbst rechten. er soll es von ihm klagen vorm schultheisen
    14./15. Jh. Neckargemünd 607
  • [er] recht ... mit bot vnd mit klag
    1430 Indersdorf I 223
  • wenn ein gast mit einem angesessen rechtet in der grafschafft ... so sol der gast dem angesessen man das recht verpurgen
    um 1435 Bayern/GrW. III 649
  • niemand sol klagen, rechten noch emphahen zu der heiligen zeit
    1486 Görz u. Tirol/ZBergr. 48 (1907) 503
  • ob ein arm man einen diep phieng und er des rechtens nicht vermöcht, so sol im ide hertstat aus der gemain zu hilf geben 2 ₰, damit der diep uberwunden wirt
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. VIII 527
  • vmb lehen das sol man vor seinem lehenherren usztragen vnd rechten 
    15. Jh. Schw sp. Var./WSB. 74 (1873) 406
  • ein herr sol zvm minsten zwelff man haben, wo er mit seinen mannen vmb lehenrecht rechtet 
    15. Jh. Schwsp.(Kurzform II/Eckh.) 252 (Kb)
  • wo ain burger oder ain burgerin mit den anderen ützit ze rechten hat ... so sol man mit namen ainem ains rechten und dem andern ouch ains, also us und us, untz sy von ainandern gericht werden
    um 1500 RottweilStR. Art. 10
  • wenn ein burger mit einem gast allhie rechtet, so mag kein auswendiger kein gezeugniß über keinen bürger geben
    15./16. Jh. Lauda 193
  • so einer mit dem andern vmb gross gut rechtet, das dann den merern teil seiner narung, habe vnd vermoͤgenss antrift, der wuͤrdet fur einen myssgoͤnner vnd grossen veinhdt seines widerteils geacht
    1507 BambHGO. Art. 41
  • soll ... ain jeder, der zu Asperg rechten will, er sey klaͤger oder antwurter im anfang vnd eingang deß rechten ... inn daß gericht legen zween schilling
    1510 Reyscher,Stat. 111
  • welher das gericht samblet und nit rechtet, der solle den gerichtscosten abtragen
    1519 Unterengadin 242
  • wo ... die sach zwen gulden oder darundter beträff ... darumb soll man nit rechten lassen sonnder nach billichkait darjnn hanndln
    1553 BairFreibf. 232
  • da einer des rechtenß und verpots unrecht wiert, der ist zu wandl 72 ₰ und dem andern thail seinen schaden und spruch abzutragen
    1604 NÖsterr./ÖW. VIII 930
  • sollent sye ihme fürderlich für grycht pütten lassen und soll er ihnen des rächtens sin uff ein tag
    1629 UnterwaldenRQ. 87
  • [es] soll der ambtman nach dem mal drei stunt ruefen, ob iemant zu rechten habe
    1655 Tirol/ÖW. II 56
  • so ... einer redlich ... verhindert wird, daß er nicht rechten kann, solle die verjährung demselben kein nachtheil bringen
    1713 TrierLR. XXI § 21
  • wann um gelt oder schulden gerechtet wurde, so nit über fl. 15 die summe sich belaufete, solle kein appellation gestattet werden
    1718 ChurBund. 282
  • wird den hofhoͤrigen ... anbefohlen, daß sie unter sich nicht rechten ... sondern bei solchen begebenheiten ... auf dem amtshauße ... sich ... zu guͤtlichen der sachen hinbringung anmelden sollen
    1724 Sommer,Handb. I 2 S. 247
  • wer dan rechten will, bittet den h. landama um ein fürsprech
    1744 LandsbrauchInnerbregenz 12
III
(be-)urteilen, bewerten, schätzen; Recht sprechen, zu Gericht sitzen, richten, richterlich entscheiden; bestrafen, verurteilen (Belege 1319, Ende 14. Jh.); auch: schlichten, beilegen (Beleg um 1400)
vgl. rachten
  • ene solen neyne heren ofte stede solt oder denst nemen van vredebrekeren, of se begrepen werdet, men se solen rechten na vredes rechte
    1319 DortmUB. I 262
  • wer gerichtes mudet, der sol sichern, das er sin clage follenfure, dem sol man rechten 
    1321 Saarbrücken/GrW. II 6
  • der niderste richter mus nicht rechtin di vorvestunge, di der hoiste richter hat getan
    1. Hälfte 14. Jh. NeumarktRb. 154
  • doit he des [geborgtes Gut auf rechtlichem Weg zurück gewinnen] nit vnd wil das geweldenclig widder gewinnen, so rechtet man is an yme noch dem rauffrechte
    um 1350 KlKaiserr.(Hs. Corvey) II 20
  • weme keyn schade geschiit wan den anderen, de sal is dem keyser clagen vnd sal is nit selber rechten 
    um 1350 KlKaiserr.(Hs. Corvey) II 44
  • bekennin wir umme soliche ansprache ... umme farinde habe ... das wir dar umme gůtlich gerechtit sin
    1352 DOrdHessenUB. III 293
  • der richter oder der ze rechten hat
    um 1365 MünchenStR.(Dirr) 395
  • och sol ain schulthaiss rechten über alle sachen ân die ainem an den lib gânt
    1385 Zeerleder-Opet 70
  • wenne eyner fur schulde ... gerechtet wirt, vnd das der clager den ander meynstrafft darnach ... so ist er darvmb verfallen trey phfunt phfennig der alten muntze
    Ende 14. Jh. BambStR.(Parigger) § 24
  • ok hebbe wi under uns werknoten willekoret, dat wi schullen scheldewort under uns rechten ane voget
    um 1400 LünebZftU. 98
  • moghen die ghene, den onrecht gedaen wort, of die ghene, den men niet rechten en wil, oer saken beropen to Groningen
    1416 OstfriesUB. I 204
  • als ich auf heut das hofrecht besass und rechtet an stat des durchleuchtigen ... fürsten
    1419 Bozen/NeustiftUB. 483
  • der richter soll sprechen zu einem yetlichen schoppffen, jnbesunderheyt, wer der wer, der vor mals zu dem rechten nye nit gelobt het, der rür noch mals an disen stab auff das er dar mit anzeyg als ein geschworner zu rechten 
    Ende 15. Jh. MittGMus. 1901 S. 130
  • im gastrechte gerecht werden und nit im statgerichte
    1501 PosenStB. I 292
  • außgenomen ainen gast, dem soll man das rechten thuen am dritten tag hinnach
    1526 OÖsterr./ÖW. XIII 217
  • daß die zent über alle wort und werk, die leib und ehr antreffen, zu rechten und zu richten habe
    um 1576 WürzbZ. I 1 S. 382
  • fräueln, darumb ain vogt dry stund in dem jar rechten mag
    oJ. Thurgau/GrW. I 266
IV etwas auf die Gant (I) rechten etwas zwangsversteigern
  • haws vnd hoffstat auf die gant gerecht ... vmb dreyczehen gulden
    1457 MittSalzbLk. 14, 2 (1874) 93
  • den halben tail der tzwair ödlender güter ... auf dy gant gerecht 
    1465 MBoica 24 S. 253
  • wo aber ainer in ainem moneid nach dem zuesperren seiner gult nicht entricht würd, der mag ... dasselb gut darumb auf die gant rechten 
    Ende 15. Jh. StraubingStR. 323
V ausrichten, herrichten
  • ein jeder schultheyß ist schuldig, alle vollgeding die tafel zu rechten und zu beweinen
    1564 (Hs. 17. Jh.) MünchenGA. 23 (1846) 170
VI gerade machen, von Maßen: "dem obrigkeitlichen Maße gleich machen" Schiller-Lübben III 437
  • alle mate schaltu recten vnde lyken
    um 1450 E. Schütz (Hrsg.), Joseps Sündenspiegel ... (Köln/Wien 1973) V. 3332
unter Ausschluss der Schreibform(en):