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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1Reck/1Recke

1Reck

, n., f.?, 2Recke, m., f., Rick, n., m.


I Stange, Latte; die Art ihrer Befestigung am Gebäude entscheidet über ihre Eigenschaft als bewegliches oder unbewegliches Gut
  • alle ricke, dy gemacht sin, da man icht anhengen sol, sin dy angevestent mit ysen oder mit holcze, das man sy uff kein ort uz mac geczin, so bliben sy by dem huse. mac man aber uff ein site dy stange uzgeczyhen, so das man sy nicht czwischen dez rickez slossen uzczihe oder uzslofe, so mac man das wol tun
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) II 1 Dist. 5
  • fleischhowerkessele oder wasserkessele ... gehort nicht czum huse ... ouch ire houstocke und ire houbenke in den fleischhutten und ricke, da man das fleisch pfliget an czu hengen
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) II 1 Dist. 16
  • [der] grossen pesten prunnseil soll alleweg ein pare auf der vesten im sale an einem rick oder stangen hangen und warten
    1464/70 Tucher,NürnbBaumeisterb. 111
  • die ricke grentz soll sein von drey gutten ricken ..., alß denn soll sie vor ein rechtdänige grentze bestahn
    1562 Thorn/ArchKulturg. 6 (1908) 172
II (Latten-)Zaun, Einfriedung; wohl auch Landeswehre (IV), Grenzbefestigung (1488)
  • das ein amptman oder zentgraff ... zu gebiethen habe allen ... [das man] ricke, landtwere, graben ader andern fridt machen solle, so sollen die selben, die des ermant würden, also gehorsam ... sein
    vor 1457 Franken/GrW. III 531
  • ain ordnung zu der landsrettung und der gegenwer ... damit jedermann wiss ... wievil leut zu der nacheil auf sein müssen und wievil zu behuetung der päss und der rick 
    1488 Stolz,WehrverfTirol 50 Anm. 93
  • alle kirchspielskinder ... sind schuldig, dem pfarrer seine zeune um die widen, gerten und sonst ... als auch die ricken in den feldern zu machen und in baulichem wesen zu behalten
    1575 Preußen (Hzgt.)/Sehling,EvKO. IV 153
III Folterwerkzeug, Reckbank (I); auch: die Folter selbst
vgl. 1Leiter
  • bekennt uppe dee reke [tortur] in pine der schlingen
    1422 Kiel/Dreyer,Anm. 19 Anm. 6
  • [Bericht,] das di j[uden] so zaͤch waren an dem recken, das ir vil nichtz sagen wolten
    1478 UrkJudRegensb. 151
  • jenen inlaͤndischen bettlern und vaganten aber, welche an abseitigen orten, oder mit gewehr, oder dieterich-schluͤsseln ... versehen, ... ist ... ohne anfrage eine sogenannte reck, mittels einsmaliger aufzieh- und anschlagung des seils zu schencken
    1751 CJBavCrim. I 11 § 5
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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1Recke

, m.

glossiert lat. ultor AhdGlWB. 480
Verbannter, Geächteter; Flüchtling, Fremdling; Krieger (auch der einzelne Krieger iU. z. Heer); ab 16. Jh. nur noch pejorativ: Landstreicher
  • wræcca[n] wineleasum
    vor 750? Beowulf(Nickel) V. 2611
  • them uurekkiun sagda, thea thar an elilendi erlos uuârun ferran gifarana
    1. Hälfte 9. Jh. Heliand9 V. 631
  • gif hwa ymb cyninges feorh sierwe, ðurh hine oððe ðurh wreccena feormunge oððe his manna, sie he his feores scyldig [wenn einer dem Leben des Königs nachstellt, durch sich oder durch Beherbergung Geächteter oder seiner Mannen, sei er seines Lebens schuldig] 
    892/93? (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. Af 1, 4
  • dat dû noh bi desemo rîche / reccheo ni wurti
    9. Jh. Hildebrandslied/MSD. 5
  • diê selben dára ... recchen uuâren unde sie uuálloton fóne diête ze diête, fone rîche ze rîche
    um 1000 Notker II 445
  • Jacob ... was ein êrlich reche 
    1060/80 GenesisW.(Smits) V. 2567
  • wir suln in recken wîse / ze tal varen den Rîn
    um 1200 Nibelungenlied21 Str. 341 V. 1
  • do wurden eitgesellen die ... recken 
    1250 Rosengarten 49
  • diu frouwe bi dem recken truoc / ne tohter schœne
    Mitte 13. Jh. Kudrun(Symons) 197 V. 2
  • der vil kleine recke 
    Ende 13. Jh.? Laurin V. 487
  • der ellenthafte recke vom rosse viel inz gras und ledec sînes dienstes er bî dem künege was. der kampf der hete nu ende, her Eckevrit was tôt
    13. Jh. Waltherlied 41
  • wir sint kume recken 
    1391 Mone,AltdSchausp. 115
  • miles recke 
    14. Jh. Bumke,Ritter. 20, Anm. 10
  • do was de rek ze mager gar
    Anf. 15. Jh. Wittenweiler,Ring(Wießner) V. 6225
  • gartknecht, recken und faullentzer
    1570 SchwäbWB. V 223
  • [Verordnung,] daß unsere stabs-beampte ... vor denen jahr-maͤrckten einen gewissen streiff auff alle strassen thun und solche antreffende roͤcken forttreiben
    1666 Reyscher,Ges. XIII 475
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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