Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Roß

Roß

, n.

ae. u. afries. hors; auch dim.

I Pferd als Reit- und Nutztier

I 1 im Rechtsverkehr: zB. als Bestandteil des Heergewätes bzw. des Todfalls, der Morgengabe (I), rechtlich als Fahrhabe gewertet
  • so sal de vrowe to herwede irs mannis svert geven, unde dat beste ors oder perd gesadelet
    1224/25 Ssp.(Eckh.) LR. I 22 § 4
  • die vrouwe sal geben zů herwete ires mannes swert vnde sin ors oder sin beste phert gesadelet vnde das beste harnasch, daz her habete, zů eines mannes libe, do her starp, binnen sinen weren
    1261 BreslUB. 23
  • waz værnde gvͦt heizet. golt. vnd silber. vnd edel gesteine. vihe. ros. vnd allez daz man triben. vnd tragen mac
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 168a
  • ist ein eigen man ritter er mac niht mere [als Morgengabe] geben wan ein ros oder ein vihe
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 18
  • seinem phaffen mag man wol ein ros in wertleichem gericht anphahen, wan ein ros ist nicht ein geistleich dinch
    um 1330 BrünnRQ. 402
  • das best hopt ros rinder oder ander lebendes gůt
    1400 Geschfrd. der 5 Orte 38 (1883) 32
  • der frei gebaur und frei leute die nicht ritter sein, die mogen geben iren weiben zu morgen gabe ein roß 
    15. Jh. Schwsp.Var./WSB. 73 (1873) 454
  • das comodatum besteet in beweglichen guetern, als in einem wagen, in einem pflueg vnd sich bewegenden ... thiern, in einem menschen, roß, ochsen
    um 1500 Summa legum 416
  • zu rechtem haubtfall ... von einem man sein böstes roß und von einer frauen die böste kuehe
    1546/1764 WürtLändlRQ. III 254
  • von einem hauptvech roß, rind, küg oder schwin vier den. [Zoll]
    1548 NydauFrhB. 52
  • das der vatter gwalt habe, dem sun roß harnisch gweer vnd kleider zeuergaben
    JaunLR. 1560 S. 51
  • das der vatter gwalt habe, dem sun ross, harnisch, gweer und kleider zevergaben und die mutter der tochter ir morgengab, houptgwand, kleider und kleinotter
    JaunLR. 1560 S. 25
I 2 Dienst mit dem Pferd: Spanndienst, Einsatz für das Gemeinwohl in Notsituationen und beim Militär; Abgabe auf das Tier
  • gebures gerihte ... gif he aferað, ne ðearf he wyrcan ða hwile ðe his hors ute bið [des Bauern Rechtspflichten ... wenn er Spanndienst leistet, braucht er die Zeit, da sein Pferd draussen ist, nicht zu arbeiten] 
    um 1020/30 Liebermann,AgsG. Rect 4
  • wer vircik huben ader mer coufet von vnzeme hus, der sal mit vollem wafene vnd mit eime verdacten rosse ... vnd mit anderen zwen pherden dinen
    nach 1251 Kulm/CorpAltdtOrUrk. I 39
  • ez ensol nieman ovf den andern invarn, noch leisten vmb dhein gvͤlt, div hinder zehen pfvnden ist, noch dhein ros noch hengst setzen, vmb dhein gvͤlt hinder drin pfvnden
    1281 Regensburg/CorpAltdtOrUrk. I 410
  • weret dat uns enes orleges not anstuͤnde, des we uns irweren mosten ... so scolle we van H. holden teyn man up orsen unde teyn man uppe hinksten
    1328 QuedlinbUB. I 82
  • ob daz ist daz ayn richter ayn ros in der ... statt dinst ze tod reyt, daz ist man nicht pflichtig noch schuldig ze geben
    1391 MHungJurHist. V 2 S. 1
  • wann die äbtissin ausfahren will, so soll man von jedem lehen ein roß zu ihrem kammerwagen leihen
    1444 NeuburgKollBl. 53 (1889) 40 Anm.
  • welicher inwoner ... aigne roß hat, derselb soll dem hirten järlichen ain holtzfart tun ongeverde
    1480 WürtLändlRQ. I 14
  • die von H. gent das holz zu dem hohen gericht, ursach das man in uf ir begern urtel gibt uber ros und hert
    1494 Unterelsass/GrW. V 512
  • soll demnach hierauf ein creyß den andern verstaͤndigen, ... wie hoch sich eins jeden huͤlff zu roß und fuß, auf den einfachen reichs-anschlag erstrecke
    1555 RExekO./RAbsch. III 32
  • daß sich desselben crays doppelhülff auf 400 zu roß ... erstreckt
    1564 Moser,KreisAbsch. I 359
  • wofern dan das erfallene gut pferdscurmutig, soll der halfman, so die guter bauet, schuldig sein alle seine roß und pferd zu B. uf den hof sitzent gerichts ufzuleiten, umb zu besehen, welcher unter denen das beste
    1577 RhW. II 2 S. 178
  • so einer ein magers ammächtiges roß an die robath schickt und ein bößers daheimb hat, ist er verfallen 72 ₰
    um 1600 OÖsterr./ÖW. XII 833
  • die gültrüstung zu roß oder gültpfärd
    1606 ZSteir. 13 (1915) 83
  • von judenzeichengeld in und zwischen den messen sollen hinfürder von jedem roß 6 gute albus vom juden fallen
    1614 VeröfflFrankf. VII 2 S. 551
  • dass ein landtmann macht und gewahlt haben sölle, seine mannschaft, ross und harnisch zu vergaben wäm er will
    1623 Niedersimmental 111
  • wegen der gültrüstung zu roß 
    1640 ForschSteierm. VII 464
  • ist ein jeder schuldig, mit fleiß daran zu seyn, daß er mit seinem roßdienst sich zu allen zeiten ... an roß, mann, gewehr und waffen der musterrolle gemaͤß fertig halte
    1650 EstRitterLR. 474
  • ist ... ein aufschlag erganngen zu roß unnd fueß und dem 10. mann aufbotten wordten
    1652 SteirGBl. 5 (1884) 15
  • der cammerholden robath ... alwo die inleuth 6 tag, die roß haben 12 tag im jahr zue robathen schuldig
    1654 NÖLO. V 2, 4 § 5
  • [bei feürsprunst] solle ... die burger und gmainpauern, welche roß haben, mit laitvaßern ... zuezulaufen ... schuldig sein
    1660 NÖsterr./ÖW. VIII 119
  • auf den sauanger sollen nur die jenigen burger, so anvor robatroß halten mießen ... wer aber zuwider deßen zwai roß hinauß treibt oder ein anderer der kain robatroß bedarf, solle er alsobalden umb 6 ß ₰ gestraft ... werden
    1687 Steiermark/ÖW. X 129
  • es soll ieder zeit ein ganzes lehen mit 4 rössern robathen, es sei in ackern holzfuhren heigen und antern fuhren
    17. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 610
  • [es] solle ein jeder, der sich mit einem roß in dise rodordnung eingelassen, alle waren, so ihme zu seiner zeit auf der rod zu füehren gebüeren, das jahr hindurch, so oft es ihme trüfft und einem vom rodmaister geboten würd, alsobalden füehren
    1731 Vorarlberg/ÖW. XVIII 230
  • der ... chur-fuͤrst ... gebetten [hat, es] ... von wegen solcher grafschafft zur reychshuͤlff bey zween zu roß vnnd fuͤnffen zu fuß bleiben zu lassen
    1746 Moser,StaatsR. 26 S. 399
  • gesambte burgerschafft ist schuldig, alle frohnden mit roß und handt zu dem aldasigen schloß zu thuen, das seie zum bawen oder haußhaltung
    1748 Wiesloch 722
I 3
ein Pferd oder Reiter und Pferd als Bezugsgröße für Meßbares
  • die weil ... der man ... auf ein ros ... sitzen mag ... vnd ein meil gereiten mag, die weil mag er halten vnd lazzen, als ob er vierzich iar alt wære
    um 1275 Dsp.(Eckh.1971) LR. Art. 49 § 1
  • man mac och wol ane sin [lantrihtær] vrlop einen hof an ebenr erde vmbe vahen mit einr mvr als hoh daz ein man sitzende vf einem rosse oben an die mvre mit einr hant reiche
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 143b
  • man muz ouch wol vesten einen hof mit czunen oder mit stecken alz hoch als man gereichen mac uff eime ross siczende
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) VI 20 Dist. 5
  • ez sul auch ein iczlich man uberschuz als hoch von unden erhaben sin, das ein man uff eime spenischen rosse darunder her geriten muge unangerurt. wer uber das anders tut, der ... muz rumen mit sins selber schaden
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) II 2 Dist. 3
  • ob ein persohn flichtigen fueß sözt umb todtschlag ... und daß perkrecht erraicht, der solle drei tag darinen freiheit haben. und ob ihme einer zu füssen nachsözet, so ist derselbig von iedem raißspiess verfallen zween und sechzig schilling; kumbt im aber einer zu roß nach, so ist er von iedem raißspieß-weit verfallen fünf gulden reinisch
    1407 (Hs. 1687) NÖsterr./ÖW. IX 117
  • von iedem ziehenden haubt, es seye ross oder rinder, zwey viertel korns kernensteuer
    1462 SchwäbWB. IV 345
  • es soll ain ieder wendlstat raumen dreier roß lang mit dem gschier
    16. Jh. NÖsterr./ÖW. IX 197
I 4 bei dem Verbrechen der Sodomie
vgl. Kuhgeheier
  • von siner ketzery wegen, die er mit eim roß begangen hett
    1491 ArgauLsch. II 68
I 5 dem Tier zugefügter Schaden
  • hwamis hors so ma dolghet, ther en man mith leither bileith hath and mith tame halt, soe scel ma hit beta, als oft hem selme den were [wenn man jemands Roß, das einer mit einem Sattel belegt hat und am Zaume hält, verwundet, so soll man es büßen, als ob es ihm (dem Eigentümer) selbst getan wäre] 
    um 1300 (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 474
  • ob ein knecht in seines herren geschefften ist, mit seinem eigenen roß, wird es ihme erschoßen oder genommen, oder andere seine sachen raublich vnnd diebisch endwendett; der herr ist es ihm schuldig zue erstatten
    1628 Apel,Collect. 39
I 6 durch das Tier zugefügter Schaden
  • jef thet hors dulgat anne man, ast sine here hine mith tame halt and mith lere bileith hath, so schel hit beta, ascha hit self deen hethe, ner hit were buta sijn witscippe her schyn and vvr zijn wald ronne [verletzt ein Roß einen Mann, wenn sein Herr es am Zaume hält und mit einem Sattel belegt hat, so soll dieser es büßen, als ob er es selbst getan hätte, es sei denn, daß es da ohne sein Wissen geschehen und (das Roß) gegen seinen Willen durchgegangen wäre] 
    13./14. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 552
  • ob ein ros oder ... ein ander tiere iemant laidigt, so schol der herre dez selben tiers, ob er wil, um iz veriehen rechtleich
    um 1330 BrünnRQ. 403
I 7 Entwendung des Tieres
  • ef en man en oerem dis bitigheth, dat hi habbe zijn hors raeflike riden iens zijn moed ende wr sijn willa, soe aegh hyt ti betane, ief hyt bikant, mit twam scillingem [wenn ein Mann einen anderen dessen beschuldigt, daß er sein Pferd unerlaubterweise, ohne seine Zustimmung und gegen seinen Willen geritten habe, so soll er das, falls er es gesteht, mit zwei Schillingen büßen] 
    12. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 238
  • swaer dem andern ein ros stilt, begriffet er in daran, so sol er ez uf in schieben unde sol uf dem rosse bereden, daz ez sin waere unz an die zit daz ez im diuplich verstoln wurde
    1276 AugsbStR. Art. 34 § 3
  • [Klage bei Diebstahl:] so westet der chlager selbdritt auf dem rosse mit aiden, oder mag er niemant zue im gehaben, so swer er ain dreiaid auf dem rozz, und leg die hant darauf und bestet pei dem aid, daz das ros sein sei gewesen
    1350 WienStRb. Art. 75
  • wenn ich dir aber auff einen tag ein roß leyhe vnndt due brauchst es zue deinem nutz acht oder vierzehn tage oder lenger. daz ist furtum usus
    1628 Apel,Collect. 39
  • pflugdiebe: so etwa ein roß auß dem pfluge stielett
    1628 Apel,Collect. 115
I 8 Gewährleistung des Eigentümers oder Verkäufers
  • es muez auch ein isleich man, er sei rostauscher oder nicht seineu ros schermen, die er verchaufet, also des landes recht ist
    um 1300 WienStRb. Art. 74
  • wann einer ein ross oder anders thier erkauft, welches mit verborgenen mänglen behaft und selbiges dem kaufer nicht entdeckht worden, destwegen er der kaufer das erkaufte guet dem verkaufer gegen zuruckhnehmung deß kaufschillings innerhalb jahrsfrist von zeit an deß kaufs wider haimbzuschlagen befuegt ist
    1654 NÖLO. II 31 § 7
  • so einer schädlich viech höldt alß schlagende roß ... dardurch menschen oder viech schaden zuegefüegt würdt, der solle neben der straff so er der obrigkheit verfallen auch denen interessierten zue gebührlichen abtrag deß schadens verbunden sein
    1654 NÖLO. V 2, 13 § 5
  • wann einem sein roß oder anders viech entlauft und er es uber kurz oder lang erfragt und betritt, soll ihme solches auf begehren gegen gebührlicher erstattung deren entzwischen darauf gangenen nothwendigen uncosten nit vorgehalten werden
    1654 NÖLO. V 2, o § 6
I 9 Rechtsänderung durch Kauf, Tausch, Leihe oder Pfändung
  • rinder, ross vnd ander vich, das mag man wol versetzen oder ze aigen geben, daz ez ainer wider lyhe vmb ain miet
    1396 MemmingenStR. 271
  • was ross dehainer unnser burger gepfenndet hat, das enmag nieman verbieten on ains ächters. ist ouch, das er das pfanndross selber bruchet oder lyhet, das sol er tůn als sin aigenlich gůt
    um 1500 RottweilStR. Art. 189
  • als ob ich dir leych gelt vnd du gehayst mir zu geben ein roß oder dergleichen, das wirt geschetzt ein wucher
    um 1500 Summa legum 587
  • so ainer mit dem andern thuet ainen roß tausch, hat er es dann an waal und an reu, soll der tausch beleiben, gestuends aber uber nacht, und welchen es gereuth, der soll im das roß wider haimb reithen
    1611 ZRG. 13 (1878) 253 Anm. 121
  • so ... die vierer ander undt frömbde roß oder vych fundendt, söllendt sy dieselbigen in pfandtstall thůn
    1618 KonolfingenLGR. 389
  • daß sich alle die jenigen, sowohl christen als juden, so inn- oder ausser der stadt allhie zu Wienn, reißmaͤßige, oder andere roß, wie sie seyn moͤgen, kauffen oder verkauffen (es sey gleich an denen ordentlichen erchtag und sambstags roß-maͤrckten, oder sonsten in der wochen) jederzeit bey unserm handgrafen-ambt anmelden, und dieselbe kaͤuff einschreiben lassen, auch die gebraͤuchige gebuͤhrnus bey verlust und confiscirung der erkaufften roß, sowohl auch des kauff-gelds, davon unweigerlich reichen, und bezahlen sollen
    1659 CAustr. I 133
  • welcher verluhre roß küh klein oder groß vich und das sechs wuchen und drei tag unangesprochen hingaht, das soll dem maulvichrecht unterworfen und einem oberamtmann für dessen eigen gut verfallen seyn
    1659 Emmenthal 209
  • soll niemand kein roß, so kauft oder eintauscht worden, außschlagen, es werde dann vom schulthaiß oder gemeindspflegern zuvor beschauet
    1695 WürtLändlRQ. II 813
I 10
Versorgung des Tieres
  • ist daz nicht so getane vihe daz erz nicht gevahen mac als wilde ros sein vnd reinishe phert oder wilde daz zam ist oder gense daz shol er in sein gewalt treiben ob erz zv dem richter nicht pringen mac vnd shol ez dem richter kuͤnde
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 198
  • wenn der probst zu dem hoff kompt so sollent die hoflüt den rossen stroh und heu ... geben
    1434 Burckhardt,Hofr. 47
  • ob einem wegfertigen manne sein roß auff dem wege erligen wolte, so mag er wol korn oder sonst getreyde abschneyden vnndt dem roße geben, so weytt er stehend von seinem hause gereichen mag. aber führet ers davon so ists ein diebstal
    1628 Apel,Collect. 79
  • es solle auch mit allem ernst verpotten seyn, in die verhackte wäld und junge maiß ohne sonderbahre bewilligung unserer cammer kein ross, gaiß oder schaf, so lang nit zukehren und zutreiben, biß daß junge holz so hoch erwachsen, daß das vich die wifftl nit mehr erraichen kan
    1659 SalzbWaldO.(FRAustr.) 141
  • es soll auch keiner seine roß ... nicht auf die waid treiben, er habe dan einen aignen menschen darbei, damit solches vüch nicht under die traider kommet
    1725 NÖsterr./ÖW. VII 423
I 11 Viehhaltung
  • da [durch übermäßige Roßhaltung] das heu und andere underhaltung des viechs dermaßen verzert, daß desto weniger küeviech erzeugt werden mag, daraus nit klainer mangel an flaisch, milch, schmalz und anderm erfolgt ... so wöllen wir, ... daß ... dergleichen ... roß ... abgeschafft ... werden
    BairLO. 1553 III 7, 5
  • wer in die hällingische bergwerck oder unsers hofholzmaiß mer vich treibt, als ihme erlaubt, soll gestrafft werden, von einem ross 2 gulden, von einer gaiß 1 gulden 4 schilling, von einem schaaf oder rindvich 1 gulden
    1713 SalzbWaldO.(FRAustr.) 164
I 12 als Reittier
  • daz hatt eben die bedeutung, daz wenn der bapst soll auffs roß steigen, so muß ihm der kayser den steigereyffen haltenn. daz ist, wenn der bapst in der kirchen etwaz gutts soll außrichten, so soll ihme der keyser dazue behülfflich sein
    1628 Apel,Collect. 96
II phras.: ein Roß an die Wand malen den Wert des Hauptrechts berechnen, um den Ansatz für das Besthaupt festsetzen zu können
  • [wie es mit dem houbtrecht vnd fal gehalten werden solle] so ainer reich waͤre vnd hette schlecht vich ald gar keins desglichen mit den klaidern och soll mans dem gutt nach anschlagen ... alls man dan sagt ain ross an die wannd malen
    1558 Reyscher,Stat. 355
III hölzernes Pferd; das Sitzen auf diesem Pferd als Prangerstrafe
  • stattamman und ainingern ist von newem befolhen, mit der guet gegen F. zu hanndlen, und ob er nit wollt, in das rössli sehen zu lassen und darauff setzen
    1512 ZSchwabNeuburg 3 (1876) 64
  • N.N.N. weber und burger zu Augsburg zur straff verubten ungehorsams 3 stund lang uff das hülzen ross gesetzt
    1634 Schmeller2 II 152
IV meton. für einen Besitz
vgl. Handroß
  • daß aber das wort roß nicht allzeit in eigentlichen verstande vor ein pferd gebrauchet, sondern bisweilen anders angenommen und ein an sich gebrachtes neben-guth gleichsam vor ein hand-roß gehalten werde
    1750 Klingner II 189
V eine Basler Münze
  • [der Reichspfennigmeister soll] die ross oder basler sorten auch annemmen
    1594 WürtLTA.2 I 215
  • wöllen sie, beede einnehmere, hinfüro die ross oder ander dergl. grobe sorten zu vermünzung der pfennig nicht hinusgeben
    1606 WürtLändlRQ. I 537
  • es geht ietzt bei uns kain geld meer, kain toͤlpes, kain thaler, ross, fuͤnffer, auch wenig pfenning; sonder fast allain bapstkoͤpff
    vor 1607 SchwäbWB. VI Nachtr. 1576
  • einhundert rthlr. roß ein sechstel oder ein drittel vom 2ten schlage aber mit 83 rthlr. 8 ggr. [verkürzte Form von Roßgeld?]
    1776 BrschwWolfenbPromt. II 481
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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