1Rotte, f., auch m. n.?, mnd. auch Rott, n.

Rotte auch mit mnd. Tondehnung Rote; nicht immer zu trennen von ²Rod
vgl. rotten
I geordnete Gruppe von Personen, zB. militärisch: Abteilung eines Heeres (unterschiedlicher Größe), städtisch: Teil einer Bürgerschaft, meist zusammengestellt zu gemeinnützigen Zwecken (Nachtwache, Feuerwehr uä.), kirchlich-religiös: Gruppe von Sektierern; Ansammlung von Menschen, auch die Versammlung selbst; auch pejorativ verwendet (zB. für Räuberbande)
bdv.: Rottschaft
  • omnes circumpositas aecclesias villasque pedites colonienses, roten dicti, despoliaverunt
    1179 KölnReg. II 213
  • ist daz zwêne brûdere oder mêr iht hânt zu sprechen mit einander, sô sî sint in der schar oder in der rotte, die kumen zu einander unde sprechen kurzelîche unde îlen wider zu ir steten âne langez sûmen
    1264 DOrdStat. 112
  • 20000 mannen, under den waren, als man sagt, bei 500 rott juden
    1450/68 AugsbChr. II 174 Faksimile
  • wir ... obirstere heuptman off M. ... bekennen vor uns und alle unßere rotten und geselschafft
    1457 DOrdStaatsvertr. II 206
  • diener und knecht ... in ihrer gnaden streifend rot
    1502 Nördlingen/UrkSchwäbBund. I 474 Faksimile
  • wen ein glaitsknecht mit ainer rot kaufleut reit, ir sein viel oder wenig, so geburt sich von der meil 24 dn. auf all strasen
    1531 QKulmbach 283 Faksimile
  • idt scholle ock ein ider rotmester by ... sinem ede nemandt in sinem rotte liden, de kein borger sy geworden
    1532 BremChr. II 115 Faksimile
  • [welcher] heimlich vorsamlunge ader rotten macht ..., den sal man dermassen steuren, das sie das nicht mehr thun
    1534 FrankenhausenStR. 481 Faksimile
  • es solle hie in der stadt auch keine rotten noch secten, dadurch die reine lehre Christi gelestert, geduldet werden
    1536/44 HannovStKdg. 221 Faksimile
  • wie zů bschützung der landstrassen straiffend rottn sollen verordnt werden
    BairLO. 1553 Register Volltext (und Faksimile)
  • daß etliche churfuͤrsten ... zu gemeiner wolfahrt des heil. reichs ein streiffende rott unterhalten
    1559 RAbsch. III 184 Faksimile
  • in den anzuͤgen sollen der oberste und rittmeister schuldig seyn, die reuter ... in rotten einzutheilen und bey jeder rotte ein rottmeister ... zuzuordnen
    1570 Lünig,CJMilit. 59 Faksimile
  • [es] sollen ... all ... versamlungen on erlaubnuß vnd beysein der oberkait, auch alle züg vnd rotten ... verbotten sein
    TirolLO. 1573 VII 12 Volltext (und Faksimile)
  • wat rotten alle nachts geboeden zijn te waecken
    1573 Fruin,Dordrecht I 182 Faksimile
  • [visitation] ob rotten, secten, unzucht und andere laster eingerissen
    1573 Mark Brandenburg/Sehling,EvKO. III 105 Faksimile
  • es soll die ganze bürgerschafft daselbst in rotten vnnd vierthell getheillet werdenn, in jeder rott zehne mann sein ..., von jeder rott ein rottmeister ... erwehlett werden
    1577 FrankenthalMschr. 8 (1900) 34
  • die rotten von acht und acht wirthen oder feuer-staͤdten zu machen dergestalt, daß in jeder rotte der wirthe nahmen, aus welchen dieselbe besteht, ... ordentlich [gesetzet wird]
    1710 BremPolO.(1732) 740 Faksimile
  • [es] sollen diejenigen, welche ... unter dem nahmen der armen verborgene diebe, diebes-gesellen und rotten anzeigen ..., davor belohnung zu gewarten haben
    1748 Krüger,PreußManufakt. 607
  • die policey-wache ... wird in zwey rotten getheilt, jede rotte besteht aus einem rottmeister, fuͤnf korporalen und vier und vierzig gemeinen
    1800 RepStaatsVerwBaiern VI 119 Faksimile
  • man hat in disem monat angefangen die gemeindhab machen; es musste alle tag eine ganze rott helfen frohnen und hatte jeder des tags 1/2 mass wein und 1 stuck brod
    1805 SchweizId. VI 1788 Faksimile
II im Hd. nicht zu trennen von ²Rod (III)
Teil einer Gebietskörperschaft, Verwaltungs-, Gerichtsbezirk
  • ein jeder rottmeister soll von wegen der armen in seiner rotte dreierlei ordnung halten ... und anzeichnen alle hausarmen, die ... der almosen bedürftig sind
    1525 Danzig/Sehling,EvKO. IV 175 Faksimile
  • in der stat syn iij deyl, genant rotten, vnd wanne vnsse rotte [Bed. I] vsszucht ..., sullen wyr vnsen wagen zo rusten myt eym perde
    1563 Rheinland/GrW. I 623 Faksimile
  • [es] soll ain jede nachgesezte obrigkhait ... alle zechen, rotten unnd creuztrachten mit rath des obristen waldmaisters examiniren
    1563 SalzbWaldO.(FRAustr.) 91
  • midt bewilligung ohres gantzen rottes
    1597 FlensburgRentenb. 127
  • man fürt auch den hofwidt auß den bestimbten hölzern und wälten zum schloß auß den genanten rotten, nemblich in der rott Haußmaning
    16./17. Jh. NÖsterr./ÖW. IX 679 Faksimile
  • so tho gemeines landes nohdurfft ... einige tholage ... nödig, sollen die schüttmeistern macht hebben, uht jedern rott des gantzen carspells, einen by sich tho bescheiden, mit demsülvigen solcher gelegenheit halven sich tho besprecken, dat gemeine beste tho betrachten, und folgends – so nodig – averschlag tho macken, und tho register tho stellen, wo veele tho solcker nohtdruft ein jeder na synen vermögen tho contribuiren schuldig
    1618 OstfriesBauerR. 33
  • [die Häuser der Bürger seien] in gewisse kaveln und sie in gewisse rotten abgetheilet, welche von 2 sog. stadt-lieutenanten, wenn es zum thor oder zum wall gilt, geführet werden
    1670 Struck,MecklLandstädte 148 Anm. 336 [zS. ebd. 229ff.] Volltext und Faksimile
  • ieder underthon, nachbarschaft und rothen sollen ihre weeg und stög gewehrlich und guet machen
    1673 Salzburg/ÖW. I 329 Faksimile
  • alle zöchen, rotten und kreiztrachten
    17. Jh. Salzburg/ÖW. I 251 Faksimile
  • die veränderung und abwechselung der gezwölffen belangend, so sollen alle drey jahr neue an der vorigen stelle, nachbar bey nachbar, in einem jeden rotte ernennet und erwählet, auch das haupt unter ihnen, als der zwölf[f]-obrister, von unserm h[errn] pastoren in zuziehung der kirchenvorstehere und vornehmsten im kirchspiel erwählet werden
    1732 SchleswDorfO. 81
  • die unsteigerlichen stiften ... betragen ... von der nicolaer rudt ... 35 fl. 30 kr., ...von der fleißner rudt überzins 10 f.
    1749 Steiermark/Wimbersky 81
  • das amt und der kirchgang pflegt in vier sogenannte rotten eingeteilt zu werden
    1782 SchweizId. VI 1790 Faksimile
  • es wird mit ausschlusse des marktes und burgfriedens T. in 5 kreutztrachten und 32 rotten abgetheilt
    1796 Hübner,ErzstSalzb. II 549