Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Rute

Rute

, f., m.

Dim. Rütchen 

I konkreter Gegenstand: einzelne Rute oder Rutenbündel

I 1 Zuchtrute, Gerte oder Bündel aus Gerten als Strafinstrument; vereinzelt auch bei der Grenzfestlegung als Merkhilfe (1578)
bdv.: Stauprute
  • din ruôta unde din stáb, daz chît dîna fíllâ unde dîna chéstiga [übersetzt lat. virga tua et baculus tuus]
    um 1000 Notker II 73
  • sie [Bürger, die das Minoritenkloster angegriffen haben] enmogen sich es danne redeliche vnde nach rehte entschuldigen, dc sie drie sunnentage ... offenliche vnde ane geuerde gan solen, die man baruůz vnde in den hemden, zwúrent umbe die lútkilchen vnde zeimal [!] vmbe der brůder kilchen, vnde růten in der hant habent, da mite sie der priester der da messe singen sol, ville vnde slahe
    1295 Colmar/CorpAltdtOrUrk. III 321
  • di weil ein iunglinch vierczehen iar alt volchleich nicht ist worden, di weil verdient er nicht den galgen mit stelen: sunder hat er aigen guet, mit dem schol man di diephait czwivoltig gelten ... hab aber er nicht aigen guet, so schol man im mit rueten an der schraiat haut und har abslahen
    um 1330 BrünnRQ. 399
  • die [mans persoenen, die blasphemie sechten] sullen staen opten kaeke, mit dreck toe werpen of in die wrimpe myt roeden te slaen
    1426/40 KleveStR. Art. 355
  • kaͤme er [Straftäter] daruͤber in vnser statt den soll man auff den kaick setzen ... vnd schlagen jhn mit rutten aus der statt
    1437 KölnStat. I 45
  • by straffung der rutten [für Gotteslästerung]
    1450 Burckhardt,Hofr. 76
  • der [dieb] sol an pranger gestellt. vnd mit ruten außgestrichen werden
    1499 TirolHGO.(Schmidt) 101
  • dieselben bosshafftigen kupler oder kuplerin, auch diejhenen, so heuser darzu leyhen, soͤllen ... des landes verweyst, in branger gestelt, die oren abgeschnitten oder mit rutten aussgehawen [werden]
    1507 BambHGO. Art. 148
  • een dief van simpelder dieften, es omme deerste reyse ghesleghen met roeden, omme de tweeste geteeckent in de oore, ende omme de derde reyse wert hy gehanghen
    1510 Wielant,InstrCrim. 96
  • N.T. ist heut zu der ruten verurtailt und aussgeschlagen worden
    1510 ZSchwabNeuburg 3 (1876) 65
  • uf den fall aber ein ubelthäter aus genaden oder sonst ohne rechtliche furstellung und erkantnus auf den pranger oder in die eisen gestelt ... mit ruthen ausgehauen ... werden, an solchen uncosten geben die zentverwanten ... nichts
    nach 1532/75 WürzbZ. I 1 S. 98
  • wer [von den Wiedertäufern] sich aber trotz der belehrung durch den pfarrherrn nit bekehren und berichten lassen wollte ... dieselbig person [soll] mit rutten außgehauen vnd yr ein zeichen an einen backen gemacht ... werden
    1537 Kassel/Winkelmann,RelGemeinsch. 26
  • das ein richter ... auch einen vnmuͤndigen eher mit einer rutten steuppen [soll], denn das er die scherffe an jme gebrauchen lasse
    1541 König,Proz. 8v
  • wenn ainer ainem an einem fenster loset ... und der wurde sein innen der in dem hauß ist, möcht er in entleiben herauß durch das fenster, so sol er in ziehen auf die gassen und sol im legen drei pfenning auf sein herz, so hat er in gepuesset gegen der welt. so aber solches ein kind oder ein unwitziger mensch thät, so sol man dasselbig mit ainer gueten ruetn hinweg streichen
    1546 NÖsterr./ÖW. VII 81
  • ist H.S. diebstals halben ... zum tod verurtheilt, aber aus genaden mit ruthen ausgestrichen ... worden
    um 1576 WürzbZ. I 1 S. 391
  • das er mit eigner hand hat diese drei personen von T. auf dem ersten grenitzstein mit rutten gestrichen ... zum grenitzgedechnis
    1578/1601 TrautenauChr. 266
  • wann zwey personen die ehe brechen, soll ein jeder auf zweymal 60 marck gestraft werden; haben sie nicht zu bezahlen, sollen sie mit ruthen ausgestrichen werden
    1583 HadelnLR.(Spangenb.) 96
  • jegens den overtrederen und ungehorsamen sol der rector ... wie ock alle andere meisteren in oiren classibus, mit worden, handplacken und roeden na gelegenheit der mißhandlung und overtredunge erenstlich vorfaren
    1596 Emden/Sehling,EvKO. VII 1 S. 521
  • sollen [die Ehebrecher] ... 3 suntag nacheinander mit prünneten körzen, entplesten armen und daran habenden rueten in eisn für die kirchen gestelt werden
    um 1600 OÖsterr./ÖW. XV 77
  • [kann die Ehebrecherin ihre Strafe aus Armut nicht bezahlen] soll sie vor der raht- oder ting-stubenthuͤr mit ruthen gestrichen werden
    1653 SammlLivlLR. II 242
  • noch [soll man] ... die ruthen, mit welchen der missethaͤter außgestrichen wird, vergifften, oder solche straff durch anderwaͤrtige mittel wider das urtheil schaͤrffen lassen
    NÖLGO. 1656(CAustr.) 49 § 5
  • extra-ordinari straffen ... vor der kirchen und ausser deß freythoffs in die prechel stellen und ruthen in der hand halten
    NÖLGO. 1656(CAustr.) 52 § 7
  • were aber der betrug dermassen geschaffen, daß die straffe deß gefaͤngnis nicht genugsam ... sol man dieselben mit ruten aushauen lassen
    1673 Span,BergurthelBO. 26
  • [der Säumige] wird auch mit 4 paar ruthen gestrafet
    1696 AbhStaatswStraßb. VII 250
  • ruthenstrafe ..., welche zum höchsten in 10 paar ruthen bestehet
    1696 AbhStaatswStraßb. VII 254
  • daß er solte an den pranger zu aller leute spott und hohn, eine ruthe in der hand haltend, gestellet werden
    1721 Struve,PfälzKHist. 712
  • wenn aber bauern unnütz oder ohne grund über ihre herren klagen gehen, so sollen selbige das erste mal mit zehn paar ruthen, das zweite mal mit zwanzig paar ruthen bei der kirche gestrafet ... werden
    1762 Eckardt,Livland 331
  • ist W.Z. ... in puncto duplicis adulteri mit 3 sonntaglichen ausstellung bei dem kirchtore und einem schwarzen bußkleid, haltender ruten und brennenden kerzen, und einer tafel am hals abgestraft worden
    1772 Strnadt,Mat. 372
  • [die Rutenstrafe] wird immer mit zweyen [Ruten] zugleich 3 bis 4 mal ... geschlagen. zehn paar ruthen vom gerichte, sind also 30 bis 40 schlaͤge auf den entbloͤßeten ruͤcken immer mit 2 ruthen; aber 30 bis 40 paar, doch nicht auf einmal, sondern an 3 sonntagen hinter einander, werden anstatt der lebensstrafe zuerkannt
    1795 IdLiefl. 198
I 2
eine weiße Rute muß zur Warnung von Personen getragen werden, die Kontakt mit Pestkranken hatten
  • alle denghenen ... die in enighe husen wonen ..., daer yemende van der pestilencie gesturven of zieck leggende es, dat die ... gaen zullen den tijdt van zes weken lanck ... mit een witte roede van drie voeten lanck openbaerliken in hoer handt
    1452/94 AmsterdamRbr. 278
  • dat een ygelijck een strodewijs uuythangen sal ende een witte rode draeghen, daer die pestilentie regniert of enige sijckten uuytgedragen zijnt of metter pestilentie besmet moghen wesen
    1526 Amersfoort 229
I 3 Schankzeichen für zeitlich begrenzten privaten Bierausschank; in dieser Zeit ist der Schankraum aus dem Bereich des Hausfriedens herausgenommen
  • in berhusen, dar ber veyle is to deme tappen, dar de rode steket, dar mach men vorvestede lude unde overhorighe lude wol up holden binnen den ver wenden unde vor deme tappen liker wis alse in der ghemeynen straten
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. II 2 § 153
  • de wile de rode to dem berhuse steket ... so ne is dar binnen den ver wenden noch vor deme tappen nen husvrede; in anderen steden des huses heft men husvrede
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. II 2 § 158
  • in berhusen, dar de rode steket, dar ne mach de bodel nemende vore beden wanne de, de dar vore inne wonende weren, er dat veyle ber worde to teme tappen
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. III § 5
  • we beyr ane rode sellet, dat willen unse hern vor eyne taverne hebben
    Anf. 15. Jh. HalberstUB. I 575
  • sal man eyne ruden stecken zcu dem selbigen vasse byrs. were abir, daz das eyme von der hant nicht gheen wolde, wen he denn dy ruten czwene tage steckene gehad hedde, so mag he dy ruden ane wandel inczihen
    1433 Größler,Eisleben 47
  • niemandes soll bier austhun, noch ohne ruten schencken, dem es von den marckmeister nicht gebothen
    1662 Querfurt 152
I 4 Gerte als Werkzeug eines Rutengängers, der damit Erzgänge im Gestein oder vergessene Grenzverläufe aufspüren soll; auch bei Ritualen von Hexen, Wahrsagern uä.
  • [die Geistlichen werden von der Obrigkeit aufgefordert, von der Kanzel herunter] zu warnen, zu strafen und zu bannen die warsager, teuffelbeschwörer ... alle unholden, hexen, so das wetter machen, hagel sieden, mit verzauberten rueten heimliche schätz suochen
    1531 SchweizId. VI 1829
  • die růten von haselstauden gmachet, gebrauchen sie zů den sylber gaͤngen, von eschen zů dem kupffer, vonn dannen zů dem pley, sonderlich zum zin, von eisen oder stahel zů dem goldt
    1557 Agricola 29
  • růte damitt ettliche vermeinent die geng auß zerichten
    1557 Agricola Register s.v.
  • sy hette uff des tüffels geheiss desselben kuog ouch mit einer rueten, so er iro in einem hag gezeiget, geschlagen und sy hierdurch umb die milch bracht
    1571 SchweizId. VI 1830
  • verschinene ernd habe sy uss anwyssung des bösen geists ein herdhafen vol wassers hinder ir huss getragen, mit hasslenen rueten dar in geschlagen; daruf syge ein rägen gevolget
    1611 SchweizId. VI 1830
  • schlug die ruthe noch schaͤrffer ... und gab der ruthengaͤnger vor, es muste bey jetzt gedachter tanne ein reinstein stehen
    1. Hälfte 18. Jh. Beck,Gränzen4 202
I 5
Rute für einen Flechtzaun; meton.: der Zaun, das dadurch umschlossene Gebiet
  • scheideltüne holden beide parte, dar sie tüschen stan ... de olden heilden also: dem de ende von den roden des tuens in sine scheden steckt, de dörfte den tuen nicht helpen holden und plegen derhalven de samende tüne van beiden siden tuenen
    vor 1531 RügenLR. Kap. 72 § 15
  • es soll auch ainer dem andern nicht stock ziehen durch die rueden, wer an solcher tat begriffen wird, der ist anzefallen für ein dieb
    um 1613 NÖsterr./ÖW. VIII 482
  • ob ain pämb in ains rueden steth und das obst in den andern weingarten fiel von dem pämb, so soll das beleiben in dem weingarten des er ist
    um 1613 NÖsterr./ÖW. VIII 483
I 6 als Rekognitionsabgabe des Lehnsmanns an den Lehnsherrn
  • C.B. es houdende ... een leen ... met neghen manscepen, dats te wetene eenen man staende te eenen paer hantscoen ende te eener geschelder roede; item een ander manscip staende te eenen schaetse ende een paer hantscoen
    1539 MnlWB. IV 1140
I 7 im Zusammenhang mit einem Losverfahren
  • der lotunge woneheit was vil envaldich: se sneden ene roden van eme vruchtbaren bome unde braken af de twigeken unde tekeneden se underschedelike unde worpen se up ein wit cleit unwarlike, unde up aventure vielen se tosamene
    um 1260/70 SächsWChr. 264
  • von den schwaigen wegen, was des nach der burger gebott hie belyben sol, das man das mit der růt und mit dem loͧse glych tailen sol, es syen lemmer oder schaͧff
    um 1500 RottweilStR. Art. 119
I 8 Treibstock, Peitsche uä., hier in symbolischem Gebrauch zur Kennzeichnung eines Rechtsanspruchs
  • ist saecke dat imant in desen vors. bosch fiert mit wagen, als he hout soe roept he, als he laet soe bitt he, als he vaert so vleut he. kan he dan also sere gevaren, dat he met sinen vorsten perd op sinen hoff can comen, daer he woont, [ende] dat dy vorster hem naer comen, so sal dan dergene, dy den wagen drijft, sijn roed achterwarts schoten, ende daer mit sal he quijt sijn op den tijt
    1534 BelgMus. 5 (1841) 429
II Richterstab; die vom Richter in die Hand genommene Rute versinnbildlicht die Ausübung seiner Rechtsprechungsgewalt und Sitzungshoheit; in einer symbolischen Handlung wird der Gerichtsstab bei einem Todesurteil zerbrochen; die am Gerichtsgebäude ausgesteckte Rute signalisiert die laufende Gerichtssitzung; mit der Münze, die an die Rute gehalten wird, wird die Zuständigkeit des betreffenden Gerichts anerkannt (Beleg 1570); seine Hände an die Rute schlagen etwas gerichtlich verhandeln (Beleg 1411)
  • daer een heere justicie heift van live, ende vierscare, ende laten van sculden, ende juredixie van erven, daer sal een baliu roede draghen in hove. ende daer een man dit niet ne heift, ne sal de bailiu ghene roede draghen in hove, want hine heift ghene juredixcie danne van den gronde van leene
    13. Jh.? CoutBourgBruges III 258f.
  • comt die rechter mitten tscependom ende maeckt vierschair; ende als ghewijst is, dat hy vierschair ghemaect heeft als recht is, so neemt hy een roede in die hant ende leit die opter aerde ende vraechts vonnes: off hy ... sculdich is den ommeganc mitter roeden op te heffen ende omme te gaen, ende yghelic poirter goet recht te pleghen
    Anf. 15. Jh. BrielRb. 152
  • dat die maghen [bei geklärter Erbteilung] ... niet sculdich en sijn haer hande aen die roede te slaen noch haer hoghe boeten te waghen, als omder delinghe vanden guede, die P. ... aftergelaten heeft
    1411 Fruin,Dordrecht II 18
  • poorters van der voorseide stede, die de roede van justicien droughen
    1457 CoutFurnes III 278
  • overdragen by den rade ... tegen dieghene die sich in den tyden als men die roede dreegcht, huyden dat men se nyet bekomen en kan voer oeren mont te gedagen
    1461 NijmegenStR. 230
  • indien hij [schout] des maendaghes ofte des woensdaghes voor negen uren des morgens tot drie uren naemiddach toe die roede vuyt laeten steecken hadde, daerby dat een yegelick, die aen den recht te doen heeft, weeten mach, dat die schoudt open rechtdach houden zall
    1532 UtrechtRBr. II 322
  • alle persoenen graet van hoirie hebbende in en sterfhuus vermoghen heurlieden hoir te fonderene by drie meddelen, te wetene, by verclaerse, handslaghe ande roede ofte by aenvaerdinghe van goede int sterfhuus ghedaen van v scell. ofte meer, ende alzo ghehouden in alle commeren ende lasten vanden sterfhuuse
    1546/48 CoutCourtrai(Strubbe) 427
  • de schultus hefft dat ordell, wo vorbeslaten, utgespraken und alle, de dar raet und daet to gegeven, van dem levende tom dode vorwiset und de roden na krigesgebruick und fitzrecht daraver gebraken
    vor 1562 Beninga,ChronFries. II 634
  • als d'aenleggere in rechte compareert, soo maeckt hy [officier] hem hoff-werdich, gelovende alhier te staen te recht, daeraf de meyer heeft eenen stuyver van de handt aen de roede te houden
    1570 CoutErps 104
  • kein verbrechen darf doppelt gestraft werden, z.e. es wollten 2 gerichtsherren eine schwangere person abstrafen, dann das gehet nicht an, eine zuͤchtigung mit doppelter rute widerspricht Mevius [ein gelehrter Autor]
    1772 Wagner,Civilbeamte II 11
III Gerichtsstab, der die offizielle Funktion einer Gerichtsperson kennzeichnet, insb. bei der Pfändung (I) oder 1Ladung (I 1) vor Gericht; durch die Berührung eines Gegenstands mit dem Amtsstab wird symbolisch ein Rechtsanspruch hierauf erhoben
  • so en solen ... niet meir sijn dan twe gesworen knapen ende sarganten ... ende die twe solen roede ende swert beide draghen
    1380 CoutMaestricht 122
  • so sal hy [Bote] wesen een vreder des twists ... ende tot enen teyken dairoff sal hy altoes draghen een roede in sijn hant
    Anf. 15. Jh. BrielRb. 83
  • zullen de boden mitte roede ... de geschatte huysen, erven ende gronden ... bij drie marctdaechsche geboden ter vente doen stellen
    1406 LeidenKb. 439
  • bekende scholt, die men peynden mach, als men die roede nyet en dreecht, ende dair pantwerijnge op geschieden, die sal men oeck voert uytrichten, all lege die roede 
    1449 NijmegenStR. 150
  • die gemeyne ladungh ader citatioen gescheidt hijr tho N. dorich opheffongh der roden, off als men die roedt draight etc.
    1577? NijmegenStR. 453
  • wan sich der töedsfall begibt, sollen alle die pferd von irem hof uf des ordens hof getrieben werden, und eins von den pferden, welches dem herrn [Landkomtur des Deutschen Ordens] gefelt, soll man mit einem weißen ruetgen hinden uf den rueck schlägen und merken. solches sollen sie uf gnade vertedingen
    1578 RhW. II 1 S. 183
  • wanner dy bode eynen man besleyt dan sal hy voer syn hoefft besetten metter roede of hy is nyet beset
    Ende 16. Jh. (Hs.) LimbWijsd. 253
  • off die bode guet beset off beslet dan sal hy dat guet voer syn oegen sien ende leggen die roede daerop. anders en sal het, myt rechte, niet beslagen syn
    16. Jh. LimbWijsd. 253
  • wannehe das perd geschlagen sall werden, so sullen die perd uf den hof in ein rei gestalt werden und der scholtes sall van hinden zu gaen und besehen dieselb und unbetast derselben ein mit der richtlichen roden schlaen, wilch wan beschehen, so ist dem hern datselbt erfallen
    Anf. 17. Jh. RhW. II 1 S. 174
IV
Szepter, auch Bischofstab als Herrschaftssymbol
  • to deme veften hefft he [König] en sceptrum, dat ys en gulden rode, de hefft vppe dat ende ene tweuolde lilien ... weme de rode de koningh negede, dat betekende, dat de sine gnade hedde
    nach 1325 SspGlLR.(Buch) 1323 (Ssp. III 60)
  • keysers koenyngs roide sceptrum
    1477 Schueren 212
  • [Aufstellung bei der Königskrönung 1653: hierauf folgt] ihre fuͤrstl. gnaden der herr bischoff zu Regenspurg welcher in der lincken hand ein buch, in der rechten aber eine silberne ruthen trugen
    1719 Lünig,TheatrCerem. I 1154
V Rute des Hirten, Hirtenstab (I) 

V 1 im Zusammenhang mit Weiderechten und mit Bezug auf Vieh: mit getriebener, treibender (uä.) Rute absichtlich mit einer Gerte angetrieben iU. zu verlaufen
  • si sullent mit ir vich nit weiden noch faren in geverden mit wüssent und getribner rueten von derselben alpe wider die bergmeder
    1398 SchweizId. VI 1825
  • an denen kreysen sy allzit mit irem vich mit tribenden růten ... im holz vnd veld gefaren, ir weidgeng gehept
    1466 BruggStR. 47
  • deßglichen moͤgen wir mit trybender růten von alter har so wit mit kleynem vnd grossem vych weyden
    1505 BruggStR. 112
  • das nieman dem anderen nütt sölle intuon [kein Vieh pfänden solle], ob eitweders von einem zwing in den andern gieng, als fer das man es nütt mit willen darin tribe mit tribnen rueten 
    1513 SchweizId. VI 1825
  • dingt man einen hirten, und wann er deß ersten außfähret, so soll, der ihn fürtreibt, fraw oder mann, die ruten, damit er treibt, in einer hand haben und daß wehnbrot in der andern hand; so ist nachmals der hirt schuldig, red und antwort zue geben
    um 1675 (Hs.) SchriesheimW. 127
V 2 pfandweise einbehaltenes Vieh kann durch den Halter wieder mitgenommen werden, wenn eine Rute als Anerkennungssymbol der Pfändung hinterlassen wird
  • wann zuo zitten eim ein vich on gfar uss der statt hinüber in strassen oder in güetter kement dass man dann die neme und für die burg an ein pfal in pfands wiss bünde, so keme dann der, dess dass vich wass, und neme dass und, ob er das ze lösen angentz nitt statt haben mocht, so müeste er ein rueten in pfands wiss an die statt stellen
    1496 SchweizId. VI 1831
VI Angelrute
  • dat se [borger] nenerleje rechticheit schollen hebben noch mit roden, noch mit angelen, korven effte hamen [zu fischen]
    1500 (Hs. 1687) ZNdSachs. 1878 S. 74
  • es mögen die vnderthanen in stetten vnnd gerichten, die ... angesessen sein, aigner person, die grossen wildsee mit dem angel oder der růten von freyer hannd ... zu jrer selbs haußnottturfft ... vischen
    TirolLO. 1573 IV 16
VII Meßrute (II), zB. zum Ausmessen von Land, Faß- oder Visierrute zum Messen eines Faßinhalts; auch die geeichte städtische Meßrute, die das verbindliche Normmaß für alle weiteren Meßruten festlegt (um 1400, 1489); meton.: Grenze
  • vnde náh keuuórfenemo lôzze teilta er daz lánt mit mâzsêile also man nû tuôt mit ruôto 
    um 1000 Notker II 320
  • si aliqua bona censualia habentes voluerint habere inter se ra et roede, hoc dictorum H. et A. iudicio discernetur, nisi forte aliqua bona propria sita sint penes illa censualia, que fodere debeant
    1268 StUtrechtOorkB. IV 20
  • voert soe sal die dreck-greve [!] ind die hemelraden die weteringe schouwen alsoe verre als die roede gegaen heeft
    1356 Beekman,DijkR. II 1393
  • soe wat dedinc, of zeven [Zeugnis von sieben Männern] of ra ende roe, of anders enigherhande zaken, de vallen op dese voerseiden goede, des sel G.d.D. enen brief van ons halen, daer wi hem machtich in maken
    1358 VerslOudeR. 4 (1903) 93
  • [Grundstücke,] die der stat ... geswornen messer mit der stat růten úberslagen und gemessen hant
    1378 EßlingenUB. II 169
  • derselver royden synt ouch zwey par up der kameren, darna man sich gemeynligen in der stat richten mach
    um 1400 Köln/Keutgen,Urk. 323
  • [280 kleine Morgen] die sin gemeten mit der langer roeden, der igelic margen helt dartigh in lengenden end 5 in breyden
    14./15. Jh. NrhAnn. 28/29 (1876) 29
  • wie een pael begheert, daer die roede over ghaet, die zal den rechter geven ii sc.
    1408/14 NBijdrRgel.2 2 (1876) 69
  • hant sie [Ratsmitglieder] ine empfangen zu eym wein roder und hant ime die selbig rode bevolhen damit vort zu roden
    1413 Bär,Koblenz 217 Anm. 1
  • zoe is een roe getogen tusschen der Loesdrecht ende Brokleveen, dat miin heere van Utrecht lange tijt heeft doen vervolgen aen minen heren van Hollant
    1414/17 BijdrHistGen. 9 (1886) 73
  • wanneer die wijn scoen ghelaten zijn ende die roeder den wijn fijn roedet, zoe zelmen den wijn nader fijnre roeden versijsen
    1430 UtrechtRBr. I 278
  • auf sollicher rueten, die [im Quadrat] tausent stain vast, ist ain münich gebrennt, hellt ain gaden, und haben die paumaister ain rueten, und ist aine in der stat camer
    1489 MünchenStR.(Auer) 212
  • so wilch man der stede roide dreyt, die ensall geinen wyn veil haven, noch zappen, ind so woe hey wyne haven of zappen woulde, so sall hey die rode laissen lyghen
    um 1500 QKölnHandel II 830
  • were es sach, das vonnötten wurdt hein die ruth zutragen, die herrn dass begerten, wer dass thun soll mit recht vnd wer dabey sein soll mit recht? item antwort der scheffen vnd weiset, dass soll thun der jungst scheffen vnd der eltst, die ruth zu tragen, vnd die gantze gemein
    1540 Saar/GrW. II 29
  • das ain yettlich dorff aygen rutt hatt mit bestimpter lenge ettlicher werckschuch, damit man die jucharten der äcker misset
    1558 Reyscher,Stat. 357
  • [der Wein darf] biß die rodt gelegt, und das quantum verzeichnet [ist, nicht verkauft werden, da er erst versteuert werden muß]
    17. Jh. Korsch,StrRKöln 146
  • kleyne partijtjes van onbeheerde gronden ende landen, onder de roede niet gebracht, ende daeromme in s'graven schotboek niet bekent
    oJ. Beekman,DijkR. II 1393
VIII
"in den Seegrund eingestossne lange Stange zur Bezeichnung der Grenzen der einzelnen Fischereirechte" SchweizId. VI 1827
  • [dem N. wird erlaubt] seinen gütern entlang innerhalb der rueten nach syner gelegenheit etwan mit einer netzen zu fischen
    1642 SchweizId. VI 1827
IX Galgen, Kreuz; übtr. Kreuzzeichen bei religiösen Handlungen
  • ic Offa þurh Christes gyfe myrcena kining ðas mine geoue mid rode tacne gefæstnige
    780 Birch,CartSax. I 326
  • hie giuuêt im thuo forð thanam gangan te them galgon, thar hie uuissa that godes barn, hrêo hangodi hêrren sînes, nam ina thuo an thero niuuun ruodun endi ina fan naglon atuomda
    1. Hälfte 9. Jh. Heliand9 V. 5732
  • ⁊ sprænge se mæssepreost haligwæter ofer hig ealle ⁊ heora ælc abyrige þæs haligwæteres ⁊ sylle heom eallum cyssan boc ⁊ Cristes rode tacn [und es sprenge der Priester Weihwasser über sie (Beteiligte eines Ordals) alle, und ihrer jeder koste vom Weihwasser; und er gebe ihnen allen das (Evangelien)buch zu küssen und Christi Kreuzeszeichen] 
    um 930/1020 (Hs. um 1125) Liebermann,AgsG. Ordal 4, 1
  • et crucem Christi, et aqua benedicta [ae. glossiertrod cristes ⁊ water gebletsod]
    10./11. Jh. Ordines Dunstani/Form. 714 Anm. c
  • als di tiaef fenzen js ende dat ma him dae scelta anderdat haet, ief him di hals wrdeelt wirt, soe ne schel di scelta dyn tiaef her hwaen ner blinda. soe aegh di bannere him ti bindane ende ti dere rode ti ledane [wenn ein Dieb gefangen ist und man ihn dem Skelta übergeben hat, so soll der Skelta den Dieb, falls ihm das Leben abgesprochen wird, weder hängen noch blenden. Sodann soll der Gerichtsbote ihn binden und zum Galgen führen] 
    12. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 224
  • tha hagesta bende, thet him thi suarta doc ur tha achne bunden is end tha honda urbec end til there rode let is [die schlimmste Fesselung (ist), daß jemandem ein schwarzes Tuch vor die Augen und die Hände auf den Rücken gebunden werden und er zum Galgen geführt wird] 
    um 1300 HunsingoR. 82
  • tha haghesta bende, huam sa ma en sim umbe sin haud sleith and sina honda urbec bint and ma enne doc ur sinne agne bint and ma hine to there rode leth, theth forme is soghen schillingar to bote, thet othere eluuene schillingar, [thet thredde fiftene schillingar], theth fiarde [ac] fiftene schillingar [die schwerste Fesselung (ist): Wenn man jemandem ein Seil um den Kopf schlägt und ihm die Hände rücklings fesselt und ihm ein Tuch vor die Augen bindet und ihn zum Galgen führt, so ist das erste mit sieben Schillingen, das zweite mit elf Schillingen, das dritte mit fünfzehn Schillingen, das vierte auch mit fünfzehn Schillingen zu büßen] 
    14. Jh. EmsigerR. 80
X Rechtsgewalt über jn. oder etwas; auch im Wortspiel (Anf. 15. Jh.)
  • [bei Einklagung wegen zynß auf guiter:] der scheffen richten sall, daß er [cleger] soilch guit under seyne ruede mag schlagen und sall daß verbuedingen, daß ist, kompt der schuldener bynnen jairs frist und gibt dem cleger seynen zinß ..., so sall er ime seyn erbe weder geben
    1366/1424 KoblenzGB. 88
  • worde een onjarich weze ghequetst, het soude sijn smarte beleeden mit sijns voechts hant manpersoen; ten wair dattet inder scolen ghedaen wair, so soudt die meester corrigeren; want watmen onder die roede broect dat sal die roede ende mitter roeden rechten
    Anf. 15. Jh. BrielRb. 98
  • die alderen ende die meyster, die ymant (onder) oir roede ende ghehorsamheyt hebben, hebben oick maetlike dwangh sonder pene te verliesen
    1426/40 KleveStR. Art. 393
  • daz die benanten min sůne vsz miner růten vnd straff gewachsen sind, vnd ob sy etwas wider úch getan hettent, ... daz mir das in gantzen trúwen leit were
    1466 CartMulhouse III 5
  • dat ghy [Bailliu und Schöffen] terstond al t'volc wesende onder de lenghde van uwen roeden vergadert met clocslaghe ... ende die ... in ordenen stelt
    1488 AnnFlandre 14 (1855/56) 90
  • kind, die under ir vatter oder můter růt sint, was die uss dem iren uͥber v ß den. tůnt, das sol kain kraft han
    15. Jh. IsnyStR. 167
  • so verr das angenommen kind naturlich eelich vatter vnd můtter hett, die selben verlürt das kind nit, sonder behalt vaͤtterlichen vnd muͤtterlichen stammen, also wan solich sin naturlich vatter vnd můtter absterben, so erbt daßselb ergeben kind nit minder dann als ob es allweg vnder der růt siner eltern ... blyben, vnd von nyemants angenommen wer
    1520 FreiburgStR. III 7, 4
  • schlecht iemand sein knecht oder diern mit rueten, den soll der richter nit richten, wan niemand mag gewissen was inner haus ain wüert mit seinen gesind zu schaffen hat
    1. Drittel 16. Jh.? NÖsterr./ÖW. IX 640
  • söllend hiemit die kind, so sich nit ... verehelichet, under irer elteren, als vatter und mutter rutten und gewalt verblyben, biß uf die zeit, daß der eltern eins mit tod abgaht und das lebendige sich widerumb verehelichet
    1646 SaanenLschStat. 286
XI Gerichtsbarkeit; auch der Gerichtsbezirk; auch als Eigenname (Beleg 1547)
  • [j.,] die geseten is oft woent onder der prochie van R. ende onder de roey van Breda behoirt
    1508 BredaRbr. 78
  • de baillius van der vyf roeden ende andere vassalen
    1515 OrdonnPaysBas I 416
  • de bailliu van der roede van sente Baefs
    1546 CoutVieuxBGand II 5
  • de notoire costume vander selver roede van Thielt
    1547 TieltCost. 259
  • binnen der voornoemde heerlichede ende roede van sinte-Pieters
    1551 CoutSPierreGand 67
XII das Amt des Gerichtsboten (Beleg 1424); Offizier von der langen Rute, kurze, grüne, rote Rute Bez. für eine Amtsperson, die im Auftrag einer Obrigkeit handelt (das Adjektiv-Attribut kann regional zugeordnet werden)
  • die roede of tboedambocht
    1424 GooilandRbr. 220
  • officier vander langher roeden 
    1545 CoutAnvers I 152
  • welcke sommatie, dach, ure ende tydt de corte roede teeckent opten rugge vanden briefe oft acten
    1545 CoutAnvers I 186
  • betaelt aende groene roede der stadt vanden B. van een verbuet te leggen op eenen acker lants
    1581 MnlWB. VI 1493
  • hett sie die roede roit ... uff der tait funden, sult er sie hinnemen und innen ir recht toin
    1586 BuchWeinsberg III 386
  • hat er freiwillich bekant, er hett zwischen 70 und 80 menschen ohn scheffen urtel, ohn malefitzs recht, ohn ordentlich recht und erkentnis, als des churfursten von Coln roede roede und generail commissarius, laissen hangen
    1587 BuchWeinsberg III 386
XIII eine Maßeinheit

XIII 1 ein Längenmaß
  • se [haga] is fram þære ea sylfre bi þæm norðwalle eastwardes xxviii roda lang ⁊ þonon suþwardes xxiiii roda brad
    904 Robertson,AngloSaxChart. 36
  • vercochte den hare H. ... ii 1/2 bunre lans de rode met xx voeten
    1249 CorpMnlTekst. I 42
  • xx mensuras, que růden nuncupantur
    1333 NeuenwaldeUB. 83
  • sal ein iczlich weingarte sechczig ruten lank und acht ruten breit sein und sal iczliche rute acht elen haben
    1374 BrüxStB. 47
  • ghet eyn wip zu der kirchen ane menliche hulffe ader wibliche, und sie von der kirchgen gesessen sy zwenzig ruten, so mag sy daz ire vorgebin, daz ir nicht anirstorben ist, daz sy sich nicht yn vormundeschaft gegeben hat, unde sy selber zu dinge kommet ane menschliche hulffe, und so lange do steit, bis man die gabe bestetiget, so ist sy mechtig, daz ihre zu vorgebin von rechtis wegen
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 270
  • een nederlandsche myle bevat 1000 roeden, of wel (de roede tot 20 voeten) 20000 voeten, of (als boven) 8000 schreden
    14. Jh. CoutBruxelles 409
  • haben wir die mile gemessin mit eyner yserynne kethin, ... vnd die kethe behaldit czwu rute, vnd die rute beheldit vnser eilen achtehalben, vnd der rutin drissik beheldit eynen morgen vnd der morgen sechscig eyne mile
    14. Jh. SchweidnitzRdm. 349 Anm. 1
  • gehoͤret nach rechte zu eyner meylen wegis ... lx morgen oder gewende. des machen xv fusse 1 rutte, vnd lx rutten machen ein gewende ader morgen, vnde lx morgen machen 1 meyle
    um 1400 SchweidnitzRdm. 349
  • zoe sal hi ... den heer ende der stede te beteren, doen maken twee roede mueren
    1403 Fruin,Dordrecht I 251
  • ii morghen myn i rude in de brede
    1432 GarzStB. 57
  • eyn gemessenn meile sal behalden sechczig gewende und ein gewende sal haben sechczig ruten 
    1470 FreibergUB. I 266
  • boete van een rode mueren
    1497 Fruin,Dordrecht I 136
  • eyne maße adder eyne rute, die funffczehn fuße langk ist, unnd sulchir ruten ader maße sechßigh machen eynen agker adder eyn gewende unnd derselbige acker adder gewende sechßigh machen eyne myle
    2. Hälfte 15. Jh. FreibergUB. I 325
  • [Verkauf] een stuck veens ... twaelff royen breet
    1510 BronnGZeist I 393
  • 50 ruten machen ein pflug gewende
    um 1530 SchlesDorfU. 47 Anm. 2
  • de rode viii elen luͤb. langk
    1560 DithmUB. 241
  • weiset man einen gemeinen weg hinder dem dorff, gnandt die herstraß, der weg soll einer roden weitt sein
    1562 Eifel/GrW. II 696
  • sol ... eine rute auf achthalbe kölmische eln und 2 mansdaumen ... gerechnet ... werden
    1577 Preußen/QNPrivatR. II 1 S. 387
  • in deme Bilwarder synt 2400 morgen landes, vnd 1 morgen hefft 120 roden yn de lenge vnd 5 roden yn de brede, vnd 1 rode holt 14 vote vnd yn 1 morgen geit 2 schepel ynfalles [dh. Einsaat]
    1579/85 ZHambG. 6 (1875) 361
  • da 10 zoll einen fuß und 20 fuß eine ruthe und 100 ruthen [im Quadrat] einen morgen halten
    1710 HistBeitrPreuß. II 169
  • wer gelegenheit hat, sein land vom gemeinen felde in koppeln einzunehmen, derselbe soll zur strafe zwei ruthen auslegen, und in dessen zaun er haftet, wie gebräuchlich halben zaun nehmen
    1722 Nerong,Willk. 88
  • eine ausgemessene ruthe zur aussaat oder schur hat achthalb ellen
    1722 Wuttke,Städteb. 129
  • eine rechtfertige gräntze soll heißen, ein grabe einer halben rutten breit und 2 elen tieff
    1770 ZMarienwerder 49 (1911) 56
  • die schieferbrecher, ... welche die personalfreyheit geniesen, dagegen aber die zehnte ruthe stein an die herrschaft abgeben muͤssen. die gewonnene und gehauene steine werden zum verkauf in zehn fuß langen aufrecht stehenden reihen gesetzt. dies heißt eine ruthe. man hat aber zweyerley ruthen, franke ruthen und gemeine ruthen. jene werden so gesetzt, daß sie frank und frey dicht aneinander stehen, folglich jeder schiefer nur einmal bezahlt wird, bey diesen aber sitzt immer eine reihe steine neben der anderen, und die schiefer sind so ineinander verschoben, daß viele luͤcken dazwischen bleiben
    1781 Klipstein,Briefw. I 4 S. 41f.
XIII 2
ein Flächenmaß; Quadratrute, Maß von je einer Rute (XIII 1) in der Länge und Breite, als Teilmaß eines Morgens (III 1), auch das Flurstück, das nach der Rute gemessen wird; beim Rübenzehnten eine Abteilung oder Reihe (VI) von Pflanzenbüscheln? offen zu Bed. XV 1 
  • dat lant dat was haren B., acht ende dertech groete roeden ende twelef clene
    1294 Maastricht/CorpAltdtOrUrk. V 447
  • [Verkauf von] vier růtin matten
    1298 BaselUB. III 219
  • unam peciam, que vulgo dicitur rvͦta 
    1298 BaselUB. III 238
  • iiii virgas dictas rvͦte 
    1300 BaselUB. III 290
  • [Verkauf eines Weinbergs von] dricendehalp morgen aͧne niuncehen růten 
    1328 EßlingenUB. I 271
  • hy ... vercochte een derdendeel van vi ymeten ende l roeden lants
    1. Hälfte 14. Jh. AardenburgRbr. 220
  • seisthalven roeden artlantz
    1369 SGereonUB. 442
  • ccc roeden es een ghemet
    1390 ChartPierreGand II 111
  • een dagwand maekt 100 roeden 
    14. Jh. CoutBruxelles 408
  • wo man aber ein pflasterer zu fur dinge und uberhaubt hin lassen will, gibt man ie von einer ruten, die hat dreizehen stat schuch und mit gerechent in ein vierung nach der ruten, ein ruten uber zwerch und ein ruten nach der leng, do gibt man von sechtzig pfenning allein zu machen
    1464/70 Tucher,NürnbBaumeisterb. 51
  • sess und twintich roden mores und werven belegen in Hager kaspel
    1477 OstfriesUB. II 87
  • die zehend ruth an rüebeneckern wirdt im kleinen zehenden geben und vom dorf hinauß gemessen
    1557 SchriesheimW. 308
  • [sollen die Pächter der Gartengrundstücke] von jglicher ruden drei lauffende albus dreglicher jährlicher pfacht geben
    1595 BeitrWerden 12 (1906) 152
  • das Mittelwerder hält in sich 46 morgen 147 ruten 
    1597 Beck,DanzigerNehrung 309
  • ein morgen akher hölt 170 ruthen, iede zu 16 keißerschuh, ein morgen wießen 160 ruthen, ein morgen waldt 140 ruthen 
    1603 Eppingen 830
  • von den rüben die zehent ruth 
    1610 SchriesheimW. 245
  • der zehend ... soll ordentlich und zwar wie es die zehende garb, ruthe, zeil oder anteil mit sich bringt ... entrichtet werden
    1706 SchriesheimW. 303
  • liegen in dießem bezirk die 23 ruthen auch, wovon M.M. ... jährlich 30 xr und ein huhn entrichtet
    1743 KirchheimW. 178
  • das land ... enthaͤlt ohngefehr 1950 diemath zu 400 ruthen 
    1781 HistBeitrPreuß. I 117
  • an orten, wo [mag-saamen gleich wie das welsch-korn] nach der ruthe zu zehenden herkommens ist
    1786 Gerhard,SaarbrSteuerw. 174
XIII 3 ein Volumenmaß (Haufen bestimmter Größe?), zB. für Erde, Steine uä., oder Hohlmaß für Flüssigkeiten, das mit der Meßrute oder Visierrute festgelegt wird
  • coeplude ... die copen wouden drie roeden wijns
    1383 Fruin,Dordrecht I 244
  • hant [die Prüfer] die rode und den ycher in demselben vass gleich gross funden
    1413 Bär,Koblenz 217 Anm. 1
  • [Klage darüber,] dat men huere vaten meer houdende dan eene roede niet winden en wille ten craene
    1435 HanseRez.2 I 337
  • nymandt sal meher holcz binnen der stadt habenn adder seczenn denne eyne halbe ruthe 
    1. Hälfte 15. Jh. DanzigWillk.(Günther) 16
  • iiii ruten kalkstein
    1479/80 MeißenUB. 97
  • eenen pennynck groote te wetene van elcken viercanten roede ofte schacht erde
    1563 CoutFrancBruges II 699
  • vier ruthen holz
    1665 ProtBrandenbGehR. VII 1 S. 319
  • eine ruthe steine von 124 cubic fuß
    1789 UnnaHeimatb. 95
XIV im Deichrecht

XIV 1 Rute und Maß geben zur Vermessung der Deichanteile auffordern; das Ergebnis bildet die Bemessungsgrundlage für die gesetzliche Unterhaltspflicht des Deichabschnitts
vgl. Rutenteil
  • dat wi ghegheven hebben dien van W. roede ende mate hoir land ende horen dyc te meten
    1335 Mieris II 573
XIV 2
in Wendungen, die das Verlassen von Ländereien mit dem dazugehörigen Deich bezeichnen (nach Beekman,DijkR. II 1392)
  • dat ... alsulcke menichte van gemeten, soe wel vronen oft dijckerslandt ... gecavelt sullen werden bij dijckgrave ende gezworenen, mitten gezworen lantmeter tegens die gemeten, tzy vronen oft dijckerslandt, die alsulcke persoonen geabandonneert ende voer de roede ofte spade sullen hebben laten blijven
    1534 Beekman,DijkR. II 1393
  • vort groet ... scade datter dagelicx compt van tlant daer den derrinc geslegen wort, ende hoe veel datter voor de roede blyft liggen onbeheert
    1540 Beekman,DijkR. II 1393
  • deurdien te beduchten es, verde 't meerdeel ofte de twee deelen van den zeluen lande geabandonneert ende op de roede zullen blyfuen drijfuen
    1577 Beekman,DijkR. II 1393
XV Recht auf das Messen mit der Rute (VII) und die damit verbundenen Abgaben
  • te deisen leene behoord de mate vander roede also verre als zoe strect in't sceipendom van Ypre ende vander castelrie
    um 1390 AnnFlandre 19 (1867) 282
  • [der burggreif] hat die salzmais, die roit im doim, die schreiproven und wirtschaft im H. gehat
    1580 BuchWeinsberg III 63
XVI Einnahmen aus der Akzise für Faßinhalte auf der Grundlage des Meßergebnisses mit der Visierrute
XVII eine Maßangabe bei der Berechnung des Wergelds
  • qui nobilem occiderit, mccccxl solidos conponat. (ruoda dicitur apud saxones cxx solidi) et in premium cxx solidos
    um 802/03 LSax.(Schwerin) 21
  • sin [dagewarchten] wergelt is en berch vul weites van twelf ruden, alse iewelk rude van der anderen sta enes vedemes lang. iewelk rude scal hebben twelf negele opwart; iewelk nagel scal van deme anderen stan, alse de man lang is bit an de sculderen, dorch dat men den berch boren moge van nagele to nagele; iewelk nagel scal hebben twelf budele; iewelk budel twelf scillinge
    1224/35 Ssp.(Eckh.2)LR. III 45 § 8
XVIII Penis
  • da ... onkuschait getriben werd in der růt oder zagel
    1472 SchwäbWB. V 505
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):