Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Schächer

Schächer

, m.

auch Schacher 
unspezifischer Wortgebrauch: Dieb, Räuber, wohl auch Mörder
bdv.: Schachmann
  • thie thar in ni gét thurah duri in then euuist thero scapho, oh gistigit allesuuanan, ther ist thíob inti scaheri 
    um 830 Tatian 133, 6
  • nu dúent iz man ginúage zi scáhero lúage [vos autem fecistis eam speluncam latronum]
    um 868 Otfrid5 II 11, 23
  • dem scahari ... in demo chruci der uone Christo gerehthaftet uuas
    um 1000 Notker III 101
  • þeáf and sceácere 
    Bosw.-Toller 820
  • dat hilege cruce, mit deme twe andere, dar de scakere in gehangen weren
    um 1260 SächsWChr. 122
  • so brinct hi him selue jn dera scakera rawe ende jn hiara riocht [so macht er sich eines von Schächern begangenen Raubes schuldig und zieht sich ihre Bestrafung zu] 
    13. Jh.? (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 248
  • iz ist gescriben daz min hůs ein betehůs ist, nu habet ir dar uz gemachet ein hol der schechere 
    13./14. Jh. AltdPred. I 119
  • wer besagt wirtt, das er schedliche lewt behalt, als diebe vnnd scheher ... vnnd zue dem erstenmall gemonet wirt darumb mag er sich allain bereden
    Ende 14. Jh. (Hs. 1513) SchemnitzStBR. 95 (§ 26)
  • do sprach A. schalklich, er [B.] hette es eim verhiten schacher und eim diep gelichen
    1403 SchweizId. VIII 101
  • wer wirt vmb düpstal oder schach verteilet, dez schachers gůt oder dez diebes, die inderhalb der stettü ziln sint, sint des herren
    1410 FreiburgÜÜbers. Art. 65
  • die scaker ... hinc te rechter hant aent cruce
    um 1410 MnlWB. VII 256
  • da man darumb vil teyding und künkleich täg hin und her het, da wollt Otto als ein herczog mit E. sam einem schachär, ein primat mit einem ungeadelten nicht fechten
    1427 AndreasRegensb. 624
  • die gueter hingetragen zu werden vnde aufgehebt, als thuen die schacher, die kreftigen rauber vnd rauber
    um 1500 Summa legum 608
  • Christus vorsmadede den scheker nicht, de mit em gekrütziget ward
    1543 Wolfenbüttel/Sehling,EvKO. VI 1 S. 67
  • käm aber ain schämblicher, alß ain mörder, schächer oder diep ... in die gegent, ... auf welches herren grunt er behauret wurt, so soll deßelben herrn ambtman denselben übelthöter antwurten dem gegentrichter
    16. Jh. Steiermark/GrW. VI 54
  • wehr unsern gnedigen herrn in sein paumgarten schacher gehet ... der ist unsern gnedigen herrn verfallen leib und guets
    1667 NÖsterr./ÖW. VII 655
  • het waren al quade dieve, scakers ende moordenaers
    oJ. MnlWB. VII 256
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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