schalken, schälken, v.

I jn. zu einem Schalk (I) machen, knechten, versklaven
II jn. einen Schalk (II) heißen, jn. schelten, schmähen, verunglimpfen, beleidigen
  • das si [Torwächter] nieman us noch in lassen, dar nach si dü tor beslieszent ... wer si darumb schalchte, oder dehein leid tete mit worten oder mit werchen, der git 10 ß
    14. Jh. LuzernRatsbüchlein 33
  • vor gericht schalken. item wer den andern vor gericht beschalket mit schmaͤhen oder boͤsen worten
    1466 SGallenOffn. I 428 Faksimile
  • waͤr den andern schelkt mit boͤsen worten und red, der ist dem gericht vervallen 5 ß ₰
    1496 ÜberlingenStR. 128 Faksimile
  • ein schantlichen, tratzlichen, hoch eerenverletzenden, schalkenden brief
    1551 SchweizId. VIII 682 Faksimile
  • es soll khainß dem andern sein thuch oder arbeit schelkhen, weder mit worten noch geberden
    16. Jh. Alemannia 15 (1887) 91 Faksimile
III sich wie ein Schalk (II) benehmen
IV überlisten, betrügen
V entwenden, unterschlagen, veruntreuen
VI den Markt schalken gegen den Marktfrieden verstoßen
  • wer aber den markt schalkti oder daran fräfleti, der söllte darumb mit dem rechten gestraft werden
    1559 SGallenOffn. II 570 Faksimile