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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): scheiden

scheiden

, v.

ahd. skeidan glossiert divido, segrego, iudico AhdGlWB. 535, ahd. skeidon glossiert discrimino, discerno AhdGlWB. 536; im part. prät. Überschneidungen mit dem Verb gescheiden 

I trennen, sondern; abteilen

I 1 vermögensrechtlich trennen; im Zsh. mit dem Austritt aus dem Familienverband oder der Gütergemeinschaft
  • halt ok de vader sine kindere in vormuntscap na ir muder dode, svenne se sik von ime scedet, he sal en weder laten unde wider geven al ir muder gut, it ne si ime von ungelücke unde ane sine scult geloset
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. I 11
  • blyffen [nach dem Tod des Vaters] ock mer kynder nha alse eyn vnde wyl syck de ffrowe ffan den kynderen scheyden, so scholen de kynder nemen de twe del des gudes vnde de ffrowe dath drude del
    1279 RigaStR. 44 a
  • efft se [ffrowe] [nach dem Tod ihres Mannes] nympt eynen anderen mann, is se alsus ganslycken gescheyden ffan eren kynderen
    1279 RigaStR. 45 a
  • das sich nieman scheiden sol von sim erbe töd oder lebende, won [wo nicht] mit dem dritteil; scheidet er aber von dem erbe lebende mit dem abzug, so sol er unverscheidenlich dritteilen, was er het
    1296 Schwarzwald/ZGO. 36 (1883) 280
  • war lude to samene hebbet erue ... so weleker van deme anderen wil scheden de schal dat erue setten vp penninge vnde schal ienen laten kesen de sine kumpane sint an deme erue also dat se nemen dat erue oder de penninge
    Ende 13. Jh. LübMndStR. Art. 61
  • wolde aver de vrowe sich voranderweiden na sime dode, so scal man ore geuen twintich marc, dar mede scal sie sin gescedet von den kinderen
    13./14. Jh. HalleSchB. I 39
  • blift se [Witwe] aver mit den kinderen ... ungetveiet mit irme gude, svenne se sik dan van in sceidet, se nimt al ir recht an dem gude dat dar denne is, also se't do nemen solde do ir man starf
    nach 1325 SspLR. I 20 § 3
  • het ein gotzhusman zehun sün, so der vater stirbt, der eltist sun na im der gibt och einen val na dem vater, und die andern alle darna ... werdun sü aber gelantmannot also dz sü sich schident, und dz gut teillunt so git yeclicher einen val vom teil
    1344 Burckhardt,Hofr. 240
  • wo eyn vader mit syme kinde vnfridelich lebet ..., da hait der keyser irleubet des vader neesten frunden, das sy den son scheiden van dem vader, also dat ym dat erbe folgen sal
    um 1350 KlKaiserr.(Hs. Corvey) II 5
  • eyn wedewe, dey ghescheden were van eren kinderen, dey mach buten ar vǒrsocht ere varende haven gheven unde laten van der hand weme se wel
    2. Hälfte 14. Jh. DortmStat. 86
  • wann ein kind mit seinem gueth von vatter und muetter geschaiden, ... erstirbt ohne leibs-erben, dasselbig gueth ... soll wiederumb ahn mutter oder ahn vatter fallen
    1413 Buchhorn 310
  • sin twe broder, de sick scheidenn willenn in dem erue, so schall de eldeste broder delen, vnnd de jungeste keisenn
    1438 BremLGProt. 16
  • [Testament:] so gheve ik myner suster E. eynen rynschen gulden ... unde wil, dat se myt desser giffte unde gave sy ghescheyden unde affgedelet van alle myme gude
    1485 MittLübeck 10 (1901/02) 41
  • leicht ain herre seinem brůder lehen das sy mit gemainer hand empfangen hand vnd geleichen gewer dar an hand, vnd sy sich schaiden mit dem gůt vnd tailen das vnder sich, das tůnd sy wol aun dez herren vrlaube
    15. Jh. Schw sp. Var./WSB. 74 (1873) 415
  • mag weder sein ehefrauw noch seine kind, dieweil sie noch nicht mit der ehe vom vater gescheidet vnd gesteürt sind, ... sömlich kauf zeuchen
    1541 ArbergStSatzg. 18
I 2
jn. (seiner Rechte) entheben, ihm seine Privilegien, Würden nehmen
  • tut ez [einen Toten ausgraben] ein phaffe den shol der pishoshof uon al seinen eren shaiden die pheflich sint vnd shol die nimmer wider gewinnen
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 362
  • wër ... vnser cheiserlich bot versmähet vnd nicht hielte, den scheiden wir von gemeinschaft der christenhait vnd von allen seinen ërn vnd rechten
    1333 Indersdorf I 66
  • waͤre jemand, der die vorgeschriben artickel ... uͤberfuͤre, und nicht hielte ... der sal in des heiligen reichs achte ... verfallen, und von allen ehren und wuͤrden gescheiden sin
    1398 RAbsch. I 98
  • neyn borger scal vesten eyn eit buten der stat efte nemen sik antwart to, vnde geit iergen yn neueningen edder santmans ede, he scal sceden wesen van der stat rechte
    1492 FlensburgStR. Art. 101 (S. 101)
  • es soll ... kain pawmann, seines herren guͤter darauß er zinnsen ist, ainem anndern pawmann, nit hinlassen oder verleihen, auf zehen jar oder darüber ... one seines herren wissen vnd willen. thette er es aber darüber, so solle ... er ... von allen seinen rechten geschaiden sein
    TirolLO. 1573 V 7
I 3 etw. (voneinander) abgrenzen, trennen (zB. Grundstücke oder Territorien); Pfanne und Gewöhrd scheiden das Siederecht entziehen (Beleg 1507)
  • iz ist nicht recht daz der herre sinis mannis len scheide, iz ne si daz her is have von eime andirin herrin ... wirt iz abir wider deme rechtin gescheiden, so sal der minnir teil deme grozirn volgin
    nach 1300 GörlitzRb. 45
  • es sol auch der ... hof ... alle weg beliben ein vngeteilt guͤt, also daz ich noch kein miͤn erbe den selben hof oder ihts daz darzu gehoͤrt sullen teilen noch von einander scheiden on geuerde
    1349 MWirzib. V 382
  • das die stobe von dem ackir nicht gescheidin noch der acker von der stobin nicht vorkouft sal werdin
    1394 DresdUB. 94
  • die selben guͤter, ... die sol niemand scheiden denne die scheidluͤtte zuͤ R.
    Ende 14. Jh. Elsass/GrW. IV 4
  • die ober sul schaide die druͤw doͤrfer E., N. und H.
    1498 HeiligkreuztalUB. II 390
  • dat ... dat samende [brutschat] nicht mede gebraken edder gescheden were
    1499 OberhLüb. 45
  • zo waer man ende wijff vergaderen in echtschap ... ende hebben hij of se getroude kinderen, zo sullen de kinderen also na de goede wesen als hij of se, het en ware sake dat hoere goed to vooren gescheden ende gedeelt ware
    wohl 15. Jh. StaverenStR. Art. 110
  • wa aber ... M. oder sein erben ... seymig ... würden ..., haben wir [Eigentümer eines Siederechts] ... macht und gewalt, sollich sieden zu unseren handen zu nemmen und pfannen und gewerd schaiden ze lassen
    1507 Weber,Siedenserbleihen II 117 [ebd. ö.]
  • im wendischen rechte werd ein bur mit sinem ehegaden beervet, dat kind, so balde it up de werlt kumpt, samet und scheidet de gueder der olderen: it samet also, dat de öldern und kinder werden like rike; if scheidet edder delet also, dat dem vader höret ein deel, der moder dat ander, dem kinde dat drudde
    vor 1531 RügenLR. Kap. 47 § 1
  • scheidet die mitte deß stroms zwey souverainiteten oder lands-oberkeiten, so gehoͤrt die insul, wann sie in der mitte deß stroms gelegen, beiden souverainiteten zu
    1709 Mutach 43
  • sollen die von der alpe Z. ankommende schaafe ... in einem herzustellenden einfang eingetrieben und dort mit ordnung geschieden werden
    1801 Tirol/ÖW. III 227
II aus der ehelichen Gemeinschaft entlassen, (eine Ehe) beenden; sich (von jm.) scheiden (lassen) die Ehescheidung vollziehen (lassen); zu Bett und Tisch scheiden die geschlechtliche und wirtschaftliche Beziehung zwischen Eheleuten auflösen
  • hweer soe sibbe synena sint ende dam hiara sonda riouwath, soe schelleth hia ti hiara decken gaen ende bieda him riochte ban, dat hi se sceda wille, thre scillingen [wenn zwei (zu nahe) verwandte Eheleute da sind und sie ihre Sünden bereuen, so sollen sie zu ihrem Dekan gehen und ihm die gesetzmäßige Bannbuße, drei Schillinge, anbieten, damit er sie scheiden möge] 
    10. Jh.? (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 192
  • wirt en wif mit rechte von irme manne gesceiden, sie behalt doch ire lifgetucht
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 74
  • sve wif to echte nimt unwetene, der he nicht hebben ne mut, unde kindere bi ere gewint, werdet sie seder gesceiden mit rechte, it ne scadet den kinderen to irme rechte nicht, die er der scedunge geboren sin
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 27
  • vvirt der man von sinem wibe gescheiden. vnd daz si beidiv niht entwissen daz si bi ein ander ze vnrehte sazen. si behaltent ir selber gvͦt vnd ir morgengabe
    um 1275 Schwsp.(Langform Z) LR. Art. (L.) 24
  • dat welich wif van erme echten manne gescheden wirt vor deme gheistliken gerichte umme unkuscheit, dat sei mit eren echten manne nicht en wonet, de vorluset ere medeghave
    1369/74 Homeyer,Klenkok 420
  • daz heymlich globde entscheidit keyne e. daz uffinbar globde scheidit alle e
    Ende 14. Jh. EisenachRB.(Rondi) I 45 § 1
  • nympt eyn man myt wytschopp eyn [wyff] de by eynem echten manne handelinge hefft ... werden se ... gescheyden na rechte der hilgen kercken so scholen se allyke vele nemen van dem yngedome wente se wusten beyde wol de vnard
    um 1400 JyskeLov I 24
  • jef disse foirscriouwen liode, deer aldus onredelika libbet ende god nath ontfruchtet ende dat aefta nath wollet halda ner weer wrfulla ende willet jn dae aefta scede, soe scelze de decken sceda ney dae gaestelika riucht [wenn diese vorhin erwähnten Leute, die so ungebührlich leben und Gott nicht fürchten, die Ehe weder aufrechterhalten noch wieder fortsetzen wollen, sondern die Ehe lösen möchten, so soll sie der Dekan dem geistlichen Rechte gemäß scheiden] 
    1404 WesterlauwersR. I 604
  • hweer soe en man fan zijn aefte zijd sceda wil and dat aelda lioda sint ende om gastlicheid dat aefte ende, hia schelleth da decken jaen tree scillingen. ende sintet jonge lioed ende sent onredelick togara ... soe scelze di decken sceda ney dae gaestelicka riuchte ende hia scellet den decken jaen en marck [wenn sich ein Mann von seiner Gattin scheiden lassen will und es alte Leute sind, welche die Ehe wegen Eintritts in den geistlichen Stand auflösen wollen, so sollen sie dem Dekan drei Schillinge geben. Und sind es junge Leute, die ungebührlich miteinander leben ... so soll sie der Dekan dem geistlichen Rechte gemäß scheiden, und sie sollen dem Dekan eine Mark geben] 
    1404 WesterlauwersR. I 610
  • daz man si scheiden solte zů bette und zu tische
    1417 SchlettstStR. 119
  • want een echtschap geschedt wordt, de ghene kynder enhebben, ... soe sall elck synn eghen ghuedt weder hebben
    1. Hälfte 15. Jh. Richth. 305
  • wo eelüt zu bett vnd tisch geschieden werden, dann so sol jetweders dem andern ... nützit pflichtig noch ze antworten haben
    1489 Luzern/WillisauAmtR. 104
  • es sy froͮwe oder man, der me denne eines eliche gemechide nimet, die wile das ander lebet ..., sy weren denne von erst von einander gescheiden mit recht, der vnd die suͥllent von vͥnser stat vnd stat zil varn ein gantz jar vnd fuͥnf phunt ze eynunge geben
    15. Jh. BernStR.2 1/2 S. 144
  • ob bayde eemenschen wellen williglichen geen in einen gaystlichen orden, den so wirt geschieden die ee, wan ytz sein sie der welt gestorben [si ambo conjuges volunt ingredi relgionem, tunc matrimonium separa(re)tur, quia (ambo) jam mortui sunt mundo] 
    um 1500 Summa legum 185
  • wa sie geschaiden weren, alßdan moͤchte die fraw, mit dem iren, vnnd vmb daß ir, ohne den man wol rechten
    1510 Fischer,Erbf. II 143
  • ehelüde van ein ander tho scheidende, edder twistige saken tho ordelende, höret der avericheit mit rade der visitatoren tho richtende mit richteshandel
    1526 Lauenburg/Sehling,EvKO. V 470
  • war frouwe und man sich scheedet, de eyn kindt eder meere kyndere achter leythe
    1530 MünsterStat. 231
  • so eine frawe ane erben isth vnd von irem manne gescheiden wirt, so mag der frawen vom gutte nicht mehr volgenn alleine was ir vor gerichte gegeben ist vnnd ire gerade
    1546 Wasserschleben,SuccO. 145
  • wo aber das knäbly oder meitly das obgemelt alter [sechzechen jar] nit hetten, dan soll die ee nüt gälten und sol man sy scheiden 
    1561 GraubdnRQ. II 97
  • wirdt ein weib auch mit rechte von jrem manne gescheiden, sie behelt jre leibzucht
    1561 Rotschitz 144v
  • ob der man das weib auch hernach berurt habe, nachdem er gewust hett, daß sie zuvor von einem andern beschlafen seye, und so man solches befindet, ... solle man sie nit scheiden 
    1563 Kurpfalz/Sehling,EvKO. XIV 307
  • daz die ee nichts scheidt, dann der eebruch
    1564 FRAustr. 43 S. 215 Anm. 1
  • dieweil ... gott die eheleute also hart mit einandern verknüpfet, dass kein mensche die zu scheiden recht oder macht hat
    1585 Hadeln/Sehling,EvKO. V 442
  • ferners werden die ... stände ... bezüchtiget, als ob sy die verbottne ehe zu copuliern und entgegen die rechten unzeitig zu scheiden und also unehe- und unehrliche beywohnungen ... gestatten
    1600 Graz/AktGegenref.2 I 741
  • wuͤrde sie zu bett und tisch von ihm billich geschieden und abgesondert
    1626 Carpzov,PractNov. I 59
  • ob sich ein vnglaubiger wil von seinem glaubigen weibe scheiden wegen des glaubens, dehme soll mans zue laßen
    1628 Apel,Collect. 43
  • vier stück [Gründe] so nur daz bett vnd nicht die ehe scheyden 
    1628 Apel,Collect. 44
  • so aber durch gottes schickung die gescheidenen es seye vor oder nach dem jahr sich mit einander versühnen wurden, so sollend sie sich zwar deßhalb dem ehe-gericht anzeigen, aber darumb kein neuer kirchgang vorgenommen werden
    1709 Mutach 22
  • wenn eine guͤltige ehe aus verschulden des ehemanns ... zu tisch und zu bett geschieden wird, so nimmt die frau alles zu sich, was ihr ... gebuͤhrt
    1756 CMax. I 6 § 43
  • sie [ehe] kann aber auch durch ehebruch, boͤsliche veranlassung, todsfeindschaft ... geschieden werden
    1789 Thomas,FuldPrR. II 75
  • geschiedene ehefrauen haben den gerichtsstand an ihrem wohnorte
    1815 Gönner,EntwGesB. I 17
III
eine (schiedsrichterliche oder gerichtliche) Entscheidung treffen, bescheiden, urteilen, schlichten; verstärkend: in/mit Recht/Minne/Freundschaft scheiden; jn. scheiden über js. Streitigkeit bescheiden; sich mit jm. scheiden lassen sich mit jm. einem Schiedsspruch unterwerfen (Beleg 1. Hälfte 15. Jh.); teidingen und scheiden (jn. zu etw.) verurteilen (Belege 1372, 1429); ein Urteil scheiden ein Berufungsurteil fällen (Belege 1319, 1424)
  • sannath hia omme dae ieer, soe scheede hit di prester, deer hiara bedera faedir is [streiten sie sich über die (Zahl der) Jahre, so entscheide es der Priester, der ihrer beider Beichtvater ist] 
    um 1080 (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 142
  • wil ... ein man ze vil půzze daz sol stan an ir paider vreunde. mugen ez die niht geschaiden, so nem der rihter weiz læute zů im vnd schaide ez
    um 1275 Dsp.(Eckh.1971) LR. Art. 102 § 1
  • wölte der bisschof ... der kinde lüte enhain annsprahe hen, dar über sint gesezzet schidelüte die ez suln rihten und schaiden 
    1284 Mohr,Cod. II 29
  • dô giengen die schidliut zuo im dar / und schieden, daz er Ôsterrich / scholt enphâhen
    nach 1284 EnikelFB. V. 869
  • daz der chriek, der zwischen minen herren ... vnt mir gewesen ist vmbe die hůbe ... geschaiden ist mit vnser baider gutem willen
    1285 OÖUB. IV 33
  • dez sol der rate an nemen ze scheidenne 
    1291 SchaffhRbf. 42
  • die habent vns also gescheiden, vnd den chriech verslihte
    1299 SeitenstettenUB. 125
  • wan daz gerichte scheidet, so sal der schuͤlteß ... gen zü der stat ... und besehen, ob daz also sy, als er [buͤrger] geclaget hat
    13./14. Jh. Kohler-Koehne,Worms 21
  • swer der burger am rate sitzet und ein urteil von dem schultheissen fuͥr den selben rat zuͥhet, der sol von sinen gesellen gan, swenne sie die selben urteil scheiden wellent
    1319 ZürichStB. I 17
  • wie die uns scheydint eyndrechtliche mit minnin abir mit reythe, des solle wir gescheydin sin umme sollich gůt
    1326 DOrdHessenUB. II 369
  • so syn wi ... umme desse schelinghe ... vrůntlike unde leflike mit der abbedissen ... ghescheyden 
    1343 CTradWestf. I 134
  • were dat also dat lude weren dey lant tho zamane hedden, wůrden dey twitalich umme aferen eder umme afgraven, dey mochten ere vrent maken eder ere nabůre, de mochten sey mit mynnen scheden 
    1. Hälfte 14. Jh. DortmStat. 71
  • een twist ... tusschen ... den ghemeynen borgheren van D. op ene side, unde den rikes luden oppe dee anderen side, dee schedde dee raet
    Mitte 14. Jh. DortmUB. I 372
  • dat wir [commendur und die brudere ... des dudeschen huses zu Covelentze] van beiden siten mit unserm wist und willen van allen tzweyungen und dedingen, die thuschen uns ... erstanden sint, ... gescheiden sin
    1356 DOrdenUB. I 411
  • sprechen czwen man czu widerstrit ein gut an ... so sol man sy daruz scheiden mit einem wasserurteile
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) I 30 Dist. 5
  • dat sie sceyden wurden in vruntscuppen edder in rechte
    1360 BremGQ.(L.) 135
  • dat gi vns der sake scheden schullen mit vruntschap eder mit rechte
    1361 LübUB. III 409
  • were ok dat disser stede ... mit der anderen schelhaftich wǒrde, de schǒlden ǒrer beyder sake klaghe unde antworde bescreven senden an den rad van M., de scholden ... wesen dat scheel unde de sake to schedende mit vruntschap eder mit rechte
    1370 HamelnUB. I 425
  • daz vns vmb diz sache in alle wise alz vorgeschriben ist kunt vnd wissend ist, won wir si selber also geschaiden vnd getaͤdinget haben
    1372 MZoll. I 225
  • waͤr aber die ansprach ob drissig pfunden, so ... sond denne die beid raͤte die vrteilen verhoͤren vnd scheiden by jren eyden
    1384 BadenArgStR. 35
  • scheiden wir, das vnser herren dem ... H.F. vnd sinen erben geben sullen tzwei hundert pfunt heller ... fur sin dinst
    1389 MWirzib. VIII 104
  • hebben se ... schelinge vnder sick, so scholen vnse mester myt en ghan vor de weddeheren, de scholen se scheyden 
    1390 Wehrmann,Zftr. 384
  • were ock, dat unse man tho unwillen quemen mit unsen steden, dat wille wy und scholet scheten in vrunschop
    1397 Freudenstein,WaldSchaumburg 73
  • weret dat ... unser borgere ... schellinge hedden, wo de geschapen weren, und de rad ... dat schedede mit dem recht
    1403 DortmStat. 237
  • so scheide ich, daz ... E. und S. von Munster und ir erben rechte vogtherren sein sollen
    1407 Franken/GrW. VI 89
  • gescheiden unde gerichtet
    1414 MarburgRQ. I 134
  • was och vrteillen stössig werden, der sol ein twingher von R. scheiden, wölt der sy aber nit scheiden, so mag einer sin vrteil zien gen Basel
    1423 Luzern (Kt.)/GrW. I 172
  • wann vrteilen stoͤssig werden vff dem geding zů meyen oder ze herpst, dieselben vrteilen soll man ziechen in das nachgedinge, vnd da soll si dann ein twingher oder richter scheiden mit den genossen
    1424 ArgauLsch. I 663
  • dat de radt van Q. de ören ... gesandt hadden, de dat [twydracht] eindrechliken ... na örer beyder wilköre in leve und witliker vrüntschop gededinghet gescheiden und gedeilet hebben
    1429 QuedlinbUB. I 288
  • [auf dem tag zu Briesk war man sich] bis uff das scheiden nahe komen
    1435 Brest (Weißrussland)/DOrdStaatsvertr. I 196
  • want men recht mit recht niet scheiden noch deilen en mach
    1447 NijmegenStR. 142
  • darmit [Teilung des Ackers] sullen die gebrechen gescheiden und ufgehoben sein
    1497 MansfeldKlUB. 65
  • kumen leut für eynen rat, die man scheiden sol vmb ein sach, ... so sal nymant herfür zu in treten in ir gesprech
    15. Jh. LeutenbergStR. 445
  • sollen de meysters [des ampts der murlude] sich jegen de knechte ... geborlich holden ... unnd so darinne twistich, sollen se van beiden deilen vor de herrn kemerers komen, de sollen se scheiden 
    1546 Stieda-Mettig 431
  • twischen steff-kinder oͤverst ... so dar kyff under entsteit, den schoͤlen de sampt-fruͤnde scheden unde uthleggen, wat vaderlike unde wat moderlike erve ... is
    1593 JütLow.3 I 16 § 2
IV schlichtend in einen Kampf oder eine Rauferei eingreifen, Streitende voneinander trennen
  • ist, daz sich lute werren mit einander unde werden des gescheiden 
    um 1300 FreibergStR. 33 § 6
  • wehr durch rechtes schaiden schwert oder messer zuckhet, der bewär das mit seinem ayd, damit ist er lödig
    1321 (Hs. 2. Hälfte 15. Jh.) Neuötting 21
  • wär das die burger mit ain ander zerwerffen wöltint oder zerwurffint, so sol mänlich zů löffen vnd das wenden vnn schaiden ân alle gevärd bi dem ayd
    14./15. Jh. SGallenRatsSatzg. 25
  • wenn ainer ain fridpreͣch wunden sticht ainem, der schaidet und ist, das der schaider das klegt, so wirt die wund gericht, als ob er sin dem seher [Widersacher] getan hett
    1436 IsnyStR. 186
  • wäre ouch, das ... yemant heimliche vyentschaft vernimptt, ... vnd innen notürftig bedunkt, zeuorkommen, darzu sol yederman lauffen, frid vff nemmen, vnd scheiden vnd frid geben, denen so die sach angatt
    1465/81 GlarusLB. I 134
  • ob zwen an ainander sluegen und ainer schaiden wolt oder frid put von wegen der herrschaft und die sluegen auf in, daz er sich weren must und schaden tet, der ist der herrschaft nicht verfallen, und die auf in sliegend, ist jeder verfallen
    1519 Unterengadin/GraubündenRQ. B I 2 S. 610
  • so doch der hochen oberkait [abt, decan und convent] ze strafen zustat, als ... frid versagen, parteyen oder im schaiden wunden
    1569 SGallenOffn. I 90
  • [Übschr.:] wie man schaͤiden und frid machen solle
    1585 LBAppenzIR. Art. 13
  • wer aber [waffen] rucket umb schaidens wegen und bestett das wie recht ist, der ist des wandels vertragen
    Ende 16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 748
  • welcher fridt eruorderte, vffneme oder schiede, vnnd dardurch an sinem lyb verletzt oder geschediget wurde
    um 1608 UriLB. 23
  • so ... jemands zů einer zerwürffung kaͤme, vnd scheiden woͤlte, vnd in soͤlchem von der parthyen einern verletzt wurde, sol die schuld vff den vrheber deß gestüchels fallen
    1616 WaadtStat. 198
  • wan es sich aber erfunde, das er [welcher zů einem stoß ... gath] parthyisch gescheyden hette, so soll er zächen pfund pfennig zebůß gäben
    1620/21 BruggStR. 218
  • wann jemand stössig ... wurde, so sollen alle die darzu kommen, trewlich scheiden, und friden, bei ihren eyden, und sich niemands partheyen
    1713 ChurBund. 280
V
fortgehen, wegziehen, (jn.) verlassen

V 1 (unter Verlust von Privilegien) Abschied nehmen, fortgehen; auch refl.; wohl geschieden sein einen Ort, eine Gegend als rechtschaffener Mann unter Einhaltung von Recht und Ordnung verlassen haben (Beleg 1577/83)
  • dc er ... denne von dem ... gůte sich scheiden sol, niemer darumb me zi bittenne, wan an alle widerrede dervon an zůversicht zi schiedenne
    1297 ZürichUB. VII 7
  • wan wer das vberfuͤre, der ist ze stunde maynaide vnd rechtlose, er habe zuo dem nuͤen rate geschworen, oder er sie als denn anhaim gewesen oder nit, vnd darzuo sol des selben wib vnd kind, die nicht vßgeben vnd dennocht bi jm waͤren ... vs der statt schaiden vnd daryn nymermer kome aͤne alle geuaͤrde
    1396 MemmingenStR. 267
  • weren dar ein edder mer kinder afgeraden edder van der heerschop gescheiden 
    vor 1531 RügenLR. Kap. 50 § 5
  • wer aber die buͤrgerschaft gewinnen will, der muß uns mit einem besessenen buͤrger einen vorstand bestellen, daß er ein teutsch gebohren frey mann und wohl geschieden sey, von der gegend, da er her ist
    1577/83 LünebRef. 811
  • dieser [vaͤtterlichen] gewalt endiget sich, wan ... der sohn von wegen erlangter ansehenlicher aemptern oder auß anderen ehrlichen ursachen mit gut von dem vatter scheidet 
    1709 Bern/Mutach 25
V 2 aus einem Dienst- oder Amtsverhältnis ausscheiden, dieses beenden
  • dat O.S. heft untfanghen van dem rade twe pundere, de sal he wedder upantworden ... waner he uter waghe schedet 
    1349 RigaLibr.red. 67
  • eyn ieglich knecht, der eyme manne dienet biz an die zit, die er ym gelobit hat, dem sal man synen lon geben ie er usz synes meisters husz scheide 
    1. Hälfte 14. Jh. (Hs. 1473) KlKaiserr.(Munzel) 218
  • welch molfurer von eyme comppan scheidet, den sal keyn andir comppan zcu dinste uffnemen denn obir acht tage
    1434 DresdUB. 160
  • wandel gesellen solent ... in solicher massen scheiden von ihrem meister und von den hütten, also dasz sie niemans schuldig blibent
    1459 Straßburg/Wissell,Steinmetz 93
  • dat ein geselle ... upstod makede mit sinem meister ... und also mit unwillen van sinem meister schedede, desulvige schall van uns vor einen vorlopenen gesellen geholden und eme to arbeiden nicht vorgünt werden
    1540 LünebZftU. 179
  • welcher meister ein gesellen animmbt, der mit guten willen von seinen vorigen meister gescheiden ist, der sol ihm auf ein halb jahr annehmen
    16. Jh. Stieda-Mettig 497
V 3 jn. ausweisen, verbannen
  • kriegent zwene burger sament, die beide von gewalte und dur über muot dem rate ungehorsame sint, so sol man si beide von der stat scheiden 
    1304 ZürichRBf. 180
V 4 von einer Anklage oder Strafe loskommen, sich vor Gericht von etw. reinigen
  • A.G. quam vor dat rychte unde clagede up enen zulverne kop, den hee under M. vant, dat hee siner moder dufliken vorstolen were. so quam M. unde schedede dar van myt rechte, dat, do hee den kop kofte, noch dufte noch rof dar ane wuste
    1380 StralsVerfestB. 52
  • will ... de antwordesman syn recht dar to doen, dat he nicht mer dan de kleder vnde eyne halue tunnen vleisches entfangen hebbe, dar mede mach he van em scheden 
    1485 OberhLüb. 243
  • darup bidde ick ordel vnde recht, indeme T.T. des nicht gestendich is, oft he mit sinen schlichten worden dar van scheden schole
    1556 Dittmer,Sassenrecht 113
VI refl.
unterscheiden
  • vnd ob sich gleich die gaistlichen vnd weltlichen recht an mer ennden vergleichen. so schaiden sy sich doch in manigen weg von ainander
    Layensp. 1511 Vorrede
VII enden, beenden; refl.: aufhören
  • daz dritte lit an deme ende des vingirs bezeichint de sestin sippe ... an der sivenden [am Fingernagel] scheidit sich du sippe
    Anf. 14. Jh. GörlitzLR. Kap. 45 § 10
  • wie mag einem todten schmacheit geschehen, so doch der todt alle ding scheidet 
    1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) 41v
VIII Edelmetalle abscheiden, voneinander trennen
  • so ainer silber gen Mayland bringt, das da gold helt, sey silbergeschir oder an stuckn und es in die zecha legt, so muß er gebn 16 ß per marcha zu schaiden und 20 ß, als oft man ain onz gold findt am schaiden 
    1504 DHandelsakten V 127
IX ablösen; ehe sich Tag und Nacht scheiden bei Dämmerung
  • soͤlch gebot [gerichtliche Ladung] sol geschehen, allezeit bey auffgange vnd niddergange der sonnen, ehe sich tag vnd nacht scheiden, denn vor tag vnd bey nacht mag niemands gebot krefftig geschehen
    1561 Rotschitz 2r
X etw. auflösen; hier: eine Handelsgesellschaft
  • hefft E.B. sick vorwillekort de selscop mit M.B. hyr bynnen L. to slichten vnde scheden, vnde hefft denne M. syn fulmechtiger nene macht van der selscop int besunder gehat, den eyn ghemeyn beuell schulde tomanen vnde derhaluen rekenscop to nemen, so is sodan macht vnde beuell tor selscop to scheden nicht nochsam
    1503 OberhLüb. 328
XI enterben
  • [er] hevet vertegen sines vader erue also beschedeliken, of he sic an dobelspele oder an anderm vnrechte vnde of men dat getivgen moge mit des knechtes vrunden, so sal he gescheden sin von sines vader erve
    1325 HalleSchB. I 6
XII jn. (vor Gericht) laden
  • wenne ein partey der anderen darczu [gerichtliche Austragung] schaiden wil, so sol sy das thun mit yrem offin briffe
    1435 BrüxStB. 105
XIII
tun heißen, befehlen
  • waz vns vnser ... herre von W. ... heizzen vnd scheiden one geuerde
    1358 MWirzib. IX 183
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):