Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): 1schiffen

1schiffen

, v.

bair. auch schifften 

I von einem Schiff: fahren, segeln; von Personen: mit dem Schiff fahren, ein Schiff steuern; auch: ein Schiff treideln
  • schall nen schipper mit laden schepen ... na sunte martens daghe uth einer haven
    nach 1282 RevalStR. I 99
  • so wor lude winnet en schip vnde dat schepet mit ereme gude, brecht dat schep vppe der reise vnde bringhet dhe bodheme enes gewelken vruchtmannes gudes also vele tu lande, dat he gheuen moghe sine vrucht. he schal gheuen gance schephvrucht
    Ende 13. Jh. LübMndStR. Art. 230
  • syben sint der fryen kunste ... dy e[r]ste ist di buwinde kunst, di andire di webinde kunst, di derte dy schiffinde kunst
    Ende 14. Jh. EisenachRB.(Rondi) III 119 § 1
  • zwischen den zwain gemerkchtten, das man aus dem vrfar sol schifften mit den scheffen, die in das vrfer gehorent, von ainer scheffart sol man nemen der herschafft sechtzehen phenning
    1450 NÖsterr./GrW. III 701
  • [wer] das sach, daß er [Schiffmeister] schiften muͤst in das Jn oder in die Jser ..., so mag er zu demselben [eigenen] scheff und schifften roß und leut genug mieten
    1455 Gemeiner,RegensbChr. III 234
  • kopman unde schippere to wolden underwijsen unde warnen, ... nicht up vyande bodeme schepeden eder nene vyande guder vorden
    1480 OstfriesUB. II 128
  • schiffleuthe, vectores, die da schiffen vnd fahren
    1566 Göbler,Hdb. 146
  • [Befehl an die Schiffleute] daß ihr euch hinfuͤro deß hohenauens und schiffens uͤber die schlacht gaͤntzlichen enthaltet
    17. Jh. CAustr. I 476
II mit dem Schiff befördern, verschiffen
  • ok en schal me nenerleye korn offte mel hir utvoren offte van der Wesser schepen, id en sche na rade des rades by vorluse des gudes unde by twintich marken
    1450 BremRQ. 264
  • dat zee [Kösliner] ere ghude uppe eren stranden möghen quit vnde vrygh schepen tho water yn vnde uth
    1480 Benno,Köslin 216
  • wat eyn yderman schepet, dar schal he de vracht van geuen, al weren de guder buten schulde des schipheren vordoruen efte vorgaen er se auer qwemen
    1497 HambStR.(Eichler) P 26
  • so wo huret eyn schip, vnde schepet he dar in efte nicht, vnde wyl he vthschepen er dat schip to segel geyt: he schal geuen halue vracht
    1497 HambStR.(Eichler) P 30
  • de veerman is schuldig, dat he de ware ... ane schaden und vorderf schepet 
    vor 1531 RügenLR. Kap. 132 § 5
  • das sie [pawren] yhr korn ... nicht ausserhalb lands durch sich noch ander schiffen noch bringen
    1535 CCMarch. V 2 Sp. 72
  • mandat ... des inholts, dat ... kein korn ... vth erer mar ... vorkoft, gefoͤhret, geschevet [schoͤle werden]
    1563 DithmUB. 283
  • was ein jeder schiffet, da soll er die fracht von geben, da gleich die guͤter ohne schult des schiffers verdorben ... weren, ehe sie vberkemen
    1603/05 HambGO. II 15 Art. 1 [hierher?]
  • es sol das schiffen vnd ausfuhr des korns alle jahr im herbste ... keinem stande gestattet werden
    1608 Scheplitz,Stat. 395
  • kein schiffer soll fuͤr sich allein ... gutt oder kauftmannschafft einnehmen, schiffen oder fuͤhren, sondern, da ein vortheil dißfals verhanden, soll er denselben allen schiffsfreunden zugleich zu erkennen geben
    1614 HansSeeR. V 6
  • bodmerey, ... daß er ... baares geld ... auf ein schiff oder geschifftes gut mit dem bedinge darleihet, daß er, wann selbiges verlohren gehen sollte, auch sein darlehn verlieren [wolle]
    1727 PreußSeeR. VII 1
III
(ein Schiff) be- und entladen, befrachten, löschen; von Dingen: einladen, an Bord bringen; von Personen bzw. Passagieren: einschiffen, an Bord nehmen; geschepet auch: vollständig beladen
  • tha alle fresa skipad weren, tha leweden hia, hoc hira sa erest thene londgong nome, thet hia ene pictunna bernde end tha otherum thermithe kethe, thet hia londgung nimen hede [als alle Friesen sich eingeschifft hatten, da gelobten sie, dass diejenigen von ihnen, die zuerst an Land gingen, eine Pechtonne anzünden und dadurch den anderen anzeigen sollten, dass sie an Land gegangen waren] 
    um 1300 HunsingoR. 72
  • [wo] eyn schiff geschifft wirt. mit was gute. das is sy. [sic] so sal man dem schiffmanne halbe frucht gebin von dem gute
    1385 CDPruss. IV 39
  • alse de schipper dat gud ut zinen scepe gescepet heeft, zo mach hi dat gud by ziner bord holden vor zine vracht unde vor ungelt
    Anf. 15. Jh. Hs. Brügge/Telting,SeeR. 40
  • engheen persone en moet rogghe copen, de ghewaghet of gheschepet is ende den men to G. to markede voren sal, eer he to der stad comet
    1425 GroningenStB. 150
  • voertmer wanner yenich schipher kumpt in eene havenn ... de schal myt sick bringhen eenen breeff dar ynne he bewiisen schal uppe wat tyt he geschepet und rede was
    1447 FlandrCop9 S. 17
  • we in beschedener tyd nicht schepet, de betert den schaden
    1497 HambStR.(Eichler) Reg. P
  • welch schiffman ... seyne foringe nicht schiffet, dem sal der schipper nach anczall seyner fracht seyne foringe beczalen
    15. Jh. DanzigWillk.(Simson) 55
  • dar schall ock nemand jennigerley frembtes gud schepen an der stadt vhörde ane des rades vullbort
    1562 Westphalen,Mon. IV 3255
  • ith mögen ... twee coopluede ... ein schip ... befrachten, jedoch also, dat de minste van den twen ... tein last in alsolck schip schepe 
    1613 Baasch,Börtfahrt 70
  • schifften nennt man an der Donau das lichten oder loͤschen der schiffe, um bey den ... strudeln und wirbeln ... sicher wegfahren zu koͤnnen
    1792 Benzler,DeichWB. II 104
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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