Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): (Schiffsbord)

(Schiffsbord)

, m., auch n.

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mit Vorformen des Kompositums
Reling; Schiffswand?; Schiffsdeck; auch als pars pro toto für das Schiff selbst; in Eidesformeln; binnen Schiffsbord an Bord, während der Fahrt; zur Bezeichnung eines besonderen Rechtsraums
  • weer schelleth wessa emmermer rekin ende rede fiouwer wagen ti dae goedishuse ..., hit ne se dat ... hit stande an stedes owere, dat ma moge koma mey scipesborde ti dae wiade goedishuse [ferner sollen immerdar vier Wege zum Gotteshause ... offen und gangbar sein, es sei denn ..., dass es an der Wasserseite des Ortes stünde, so dass man mit dem Schiffe zum geweihten Gotteshause kommen könnte] 
    10. Jh.? (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 182
  • fan scipes bisettingha: iefter en scip oen dyn ower komt ende dat met penda wille ... lef hi dae schiolda bisect, zoe is di schipman niaer mit eenre hand wr sines schipes bord ti vndriochtane, dan hi thore enich pand tiulda [von Pfändung eines Schiffes: wenn ein Schiff ans Ufer kommt und man es pfänden will, ... wenn der Schiffer die Schuld ableugnet, so ist er näher berechtigt, sich mit einem Eid über dem Bord seines Schiffes freizuschwören, als dass er irgendwelche Pfändung zuzulassen braucht] 
    12. Jh. (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 226
  • sa hwersa en mon otherne nimth bi here and bi halsdoke and werpth hini utur skipis bord and anna uthaldene stram and twa skipu hini urskridath and thet thredde hini feth, sa hach hi to bote thritich enza and thritich merk tha liodon to fretha [wenn jemand einen andern bei den Haaren und beim Halstuch greift und ihn über Bord eines Schiffes und in eine auswärts gerichtete Meeresströmung wirft, und zwei Schiffe über ihn wegfahren und das dritte ihn auffischt, so kommt ihm eine Buße von dreißig Unzen zu und dem Volke dreißig Mark als Friedensgeld] 
    um 1300 RüstringerR. 106
  • he [einer Geldschuld beschuldigter Schiffer] were siik mit twelff mannen eeden edder mit synen schip kyndern ..., de zweren mit eme, vnde he sette synen voet vppe des schepes bord [lat. 1355 supra scips borth pede posito] vnde vorvulle mit syneme eede dat recht
    15. Jh. ApenradeSkra Art. 14
  • so wie den cleinen exsijs coopt, als vanden groten, diemen gheeft van den hoppenbier, dien salmen zijn ghelt ghereedt betalen over scheepsboort 
    1401 Fruin,Dordrecht I 57
  • wairt dat enige wtheemsche luyde mit gedende scepe binnen Leyden quamen ende drinckelbier inhadden, ... die sullen binnen scepsboort vrij wesen van horen bier exsijs, mar des soe en sullen die scipperen van dat bier niet opt lant brengen
    1451 LeidenKb. 168
  • ein jewelk schipper schal na older gewonheit bynnen schepeszborde synem volke spisen
    1530 HanseRez.3 IX 766
  • nemant schall tollenn vor ein leddig schip edder schepesborth 
    Mitte 16. Jh. FlensburgWillk. 11
  • alle deren, so binnen schepes borte sint
    1561 Westphalen,Mon. IV 1827
  • dat volck schal holden guden frede und einigkeit binnen schepesbort 
    1561 Westphalen,Mon. IV 1832
  • alles schiffs volck ist schuldig sich binnen schiffsboort finden zu lassen, den tag darnach als es angenommen
    SchwedSeeR.(1706) 2
  • [schiff-justitz:] der thaͤter [wird] vom leben zum tod gewuͤrget, und darnach uͤber das schiff-bord in das meer geworffen
    1753 Oberländer 634
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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