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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Schlägel

Schlägel

, m., n.


I ein Schlagwerkzeug; eine Hiebwaffe uä.

I 1 Hinrichtungswerkzeug, Mordwaffe, Streitkolben; Schlägel und Barte sind die Werkzeuge des Henkers
  • so sol man im das haubt abslahen vnder der leder lawben mit slegel vnd parten
    2. Hälfte 14. Jh. RegensbFriedg. 81
  • wo des [Heerfolge] der rugrave fellig wurde so soll man dem dinstman sin heubt abeschlagen mit einer silberin barten und mit eym gulden schlegel 
    14. Jh. ArchHessG. 14 (1875/79) 712
  • der leychtlich ... geschlagen hett, [darf nicht als schwaͤrlich gestrafft werden,] ... als der, der mit eim grossen schlegel oder karst geschlagen vnnd toedtlich verwundt het
    1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) 138v
I 2 Axt, Beil; ua. beim Schlägelwurf zur Grenzbestimmung (vgl. v.Künßberg,RechtlVk. 129) und als "Warner" vor Holzdiebstahl
Sachhinweis: HRG.2 I 509
  • so der ferg nit ... erscheint ... zu den vier malen mit den xiv heller wert guts ... sol der schultheiß nemen einen schlegel als schwere als ein halb firnsel korns und soll sten an dem staden und sol den schlegel werfen in den Rhein, als verr er mag und, als dick der ferge daruber fert, da hat er der herren frevel verlorn
    1527 Sandhofen Sp. 112
  • vnd soll slegel vnd weck den förster wecken, wen er hauwet, so rüfft er dem förster, vnd wen er ledet, so beittet er
    oJ. Ortenau/GrW. I 414
I 3 Glockenschwengel
  • es ist weislich vnd wol von alten gesaget, das ein ergangenes vrteil vnd sententz one die richterliche huelffe vnd volnziehunge, gleich sey einer glocken one schlegel, dieweil es keinen nachdruck hat
    PreußHofGO. 1578 Tit. 13 § 1
I 4 schwerer (hölzerner) Klöppel
  • [bei der Ratswahl] wenn ... der jüngste burgermeister ... erstlich ... die stattleges ... abließet, ... undt auff außrufung des neüerwehlten rahtherrns balt kommet, muß der rahtsdiener mitt einen schlägel auff ein bred schmeißen, also daß es raßelt ..., undt dan die stück zu dem fenster außwerffen, undt so viel ihrer seyn, so viel breder werden zerschlagen
    1666/70 Ayrmann,Livl. 29
I 5 im Bergbau: Handfäustel; auch als Abbildung auf dem Bergzeichen, meton.: Ort in der Grube, an welchem Gestein behauen wird
Sachhinweis: Veith,Bergwb. 416 f.
  • item schullen neyne twey hauwer varen vp einen slegel, doch steyd dat an den veer vorstenderen vnde an den hoytmann, wat de dar vmme bilken vmme dat beste
    1476 Wagner,CJMet. 1031
  • wo tzwenn stollen tzuhauff komen mitt durchschlegen: die wehrenn sich mitt dreienn virttellnn aines lachters das ainer dem andern weichenn muß: darnach hawett ein iedlicher wiederumb an: vnnd was er mitt schlegell vnnd eisenn gewinntt also das in die maß nit eraichenn khan mitt denn dreienn vierttll das beheltt er mit dem rechtenn
    1513 (Hs.) SchemnitzStBR. 129 (§ 50)
  • schlaͤgel ist der ort in der grube, wo einer uffn gestein arbeitet
    1693 Schönberg,Berginformation 82
  • unser insiegel ... nebst beystechung des gewöhnlichen bergzeichens als schloͤgel und eisen
    1751 Lori,BairBergr. 614
I 6 große Holzkeule, die einem Mann an die Haustür gehängt wird, der von seiner Frau geschlagen wurde
  • hat nun ein weib mit ihrem mann uneinigkeit, und rauft oder schlägt sie selbigen, so wird ... der schlegel ... dem mann an die hausthüre gehängt
    1787 ZDPhil. 6 (1875) 38
II Stab als Herrschaftssymbol; insb. für die Gerichtshoheit
  • vnd ob sein furstlich gnade zu iglichem vngebotten dinge den stoike slegel vnd anders wie itz gemelt nit hett, vnd die scheffen vnd gemein sollichs clagtenn, alsdann soll sein fuͤrstlich gnade vnserm ... herrn von K. ... für die höchst bueß ... verfallen sein
    1. Viertel 16. Jh. ArchHessG. 1 (1835/37) 383
III Schlachthaus; Schlachtbank; auch das Schlachten (I) selbst
  • schlachhauße: percussorium oder schlegel 
    Voc. 1482 cc6v
  • aber alle innlendische metzger so das viech zům schlegl kauffen vnnd in vnserm land vermetzgen, die moegen das faißt vnd mager viech, klain vnnd groß, nit allain auff den ofnen wochen oder iarmaercktn, sonder auch allzeit an den staellen im land kauffen
    BairLO. 1553 III 6, 3, 1
  • metzger [sollen] ... viech zům schloͤgl treiben vnd anderßwo auß dem land nit verkauffen
    BairLO. 1553 III 6, 12
  • innlaͤndische metzger, so das vich zum schlegl kauffen, ... moͤgen das faist ... vich ... allzeit an den staͤllen im land kauffen
    BairLR. 1616 S. 505
  • wie ... alle ... inlenderische kaufer ... so vieh zu kaufen vermainen, ieder zeit von denen obrigkeiten ... ordenlich verfertigte potent, dorin die anzal der stuck, und dos sie dieselb ollein zum schlögl und hausnotdurft ... gebrauchen, begrüffen sein sol, firzuweisen hoben
    17. Jh. (Hs.) Salzburg/ÖW. I 128
IV wie Schlageisen (II) 
  • daß man keine allzuschaͤdliche jagds-instrumenta auf unweidmaͤnnische art brauche ... item das wildpret in scheuren, schlaͤgel, traͤtten oder fallen fangen [soll]
    1705 KlugeBeamte I2 566
V Gefangenenwärter, Stockmeister, Scherge (III) 
  • das [Selbstmörder] ... außerhalb freitshof dem nachrichter oder schlegel zu begraben oder zu verbrennen bevolhen werden
    1560 Regensburg/Sehling,EvKO. XIII 448
  • es sollen ... die gefaͤngnussen ... also beschaffen sein ... vnd mit der atzung also gehalten werden, wie an jedem ort dem eysenmaister, schlegel oder schergen die ordnung gegeben ist
    BairLR. 1616 S. 802
  • der schlegel oder eisenknecht, so darin [fronvest] wohnt, ordinarie soll zu gebietten, und mit den gefangenen ... azung und dergleichen betrefend, zu disponieren, die verantwortung haben
    1655 KurpfSamml. V 726
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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