Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): schlagen

schlagen

, v.


I jm. mit Hand, Faust oder einem Gegenstandes einen Schlag (I) versetzen; jn. prügeln; insb. als strafbare Körperverletzung oder tätliche Beleidigung; fließende Wunden schlagen blutende Verletzungen zufügen
  • se ðe slea his fæder oððe his modor, se sceal deaðe sweltan [wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, der soll Todes sterben] 
    892/93? (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. Af El. 14
  • sve so den anderen sleit ane vleischwunden oder roft, wert he ... vor gerichte gebracht, it gat ime an den hals noch an sin gesunt nicht, wende wedde unde bute verboret he dar an
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 37 § 1
  • swelch burger einen lantman slehet oder rovfet inder stat ze Colmer der sol dri schillinge ze bezzerunge geben
    1278 CorpAltdtOrUrk. I 346
  • so we uor rechte dhen anderen sleit, to then oren ... that scal he beteren theme uoghethe
    1279 StadeStR. 90
  • ein urhap geschit in V., daz sich lute werren unde wunden slahen einander ... welche alrest kumen zu des aftervogitis huse unde ... klagen ... also: daz ... si gewunt, daz habe getan der man unde sin unrechte volleist, der beheldit di erste klage
    um 1300 FreibergStR. 27 § 2
  • chlagt ainer den andern an, er hab in geworffen, geslagen oder gestozzen mit ... stecken oder mit stainen ..., daz sol er pùzzen, als umb rauffen und slahen und stozzen
    1346 BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 172
  • wenn ein mensch vindet einen geweihten daz der vnchaͤuscht, oder daz sich treit ze vnchaͤuschkait die er taͤt ... mit seiner můter ... mit seiner tochter ..., vnd in dar vmb sleht ze stund an der selben stat do er in begriff pei seiner frewntinn. aber wolt er in dar nach slahen an einer andern stat, dez moͤcht er niht tůn an grozz suͤnd. oder sluͤg er in durch anderr laͤut willen, wolt er in dann slahen, so solt er in niht wunden noch in so hartt slahen daz im grozzew mail da von chaͤme
    1390 (Hs.) BerthRechtssumme 290
  • ist aber daz er dich hat geslagen, so solt du in niht hin wider slahen, vnd solt daz leiden, vnd sluͤgest du in hin wider nach seinem slag, daz waͤr ein rachung, die allen laͤuten verpoten ist. wan niemant sol sich selb rechen
    1390 (Hs.) BerthRechtssumme 2180
  • welk borgher den anderen sleyt to den oren, edder wor he ene sleyt, wert he des vortughet mit twen borgheren umbesproken eres rechtes, de scal gheven der stad vyf mark
    1428 BremRQ. 176
  • were es sach, das jemands den anderen auff vnser statt rahthauß ... oder fůr in des rahthauß freyheit oder in den vierbaͤncken des hohengerichts ... schluͤge ... das sich khuͤndtlichen erfuͤnde, wer dann sein messer erst außgezuͤge vnd den ersten schlag oder streich thete ..., der soll ein handt verbuͤrt haben
    1437 KölnStat. I 81
  • weler ein schlecht mit einem schenkfaßs, sester oder kanten, oder welerley geschirr es ist, der beßsret dem kleger viiii ß
    1456 Zürich/GrW. I 83
  • ap man eynen fluchtigen fredebrecher volget, slahen noch wunden sal man nicht yn der freyheyt [Cod. 1,12,2]
    um 1490 RechterWeg II 1054
  • so we den anderen myßhandelt vp deme markede al mit slande edder stoͤtende, edder der gelik. he schal eme beteren na deme broke, dar na deme raede mit dren mark suluers
    LübR. 1509 Art. 154
  • vonn faͤhlen damit die kinder ir erbthail verwuͤrckhen: ... so kinder mit freuenlicher gewaltsame ire elltern schlachen 
    1510 Fischer,Erbf. II 173
  • van injurie by faite: ... die maniere maect yemende te willen slane, wyperende met zynen messe, stocke of metter handt, injurieert, al en slaet hy niet, ende es te pugniere van den wyperinghe. maer slaet hy daernaer, zo pugniert men den slach
    1510 Wielant,InstrCrim. 108
  • so eyner geschlagen wirt vnnd uͤber etlich zeit darnach stürb, also das zweiffelich wer, ob er der geklagten streych halb gestorben wer, ... moͤgen beyd theyl ... kundtschafft ... stellen
    1532 CCC.(Schöffer) Art. 147
  • das entschuldiget allein nit von vnfleiß, so er spricht, ich habs nit gewißt, wan man jm mag zů zelen, das ers solt gewißt haben oder sunst etwas anders bewart solt haben, als ... war, mir zimpt zů schlagen den, der mich schlecht vnd als ich jn wolt schlagen, schlůg ich ein andern
    1536 Gobler,GerProz. 84v
  • wer den andern auffem rathaus reufft ader schlecht, der sol vier wochen reumen vnd dem rath vmb den freuel vier alde schock vnabbitlich zur bus geben
    1540 JenaStO. Art. 26 [b]
  • welcher ... fliessent ... wunden ... schluege, der ist der herrschaft zue ... poen zehen pfund heller verfallen
    1612 WürtLändlRQ. I 816
  • so ainer ainen mit außzogner wehr schlueg, die er an der seiten trueg in ainer schaid, der ist verfallen daß wandl 72 ₰
    1648/58 OÖsterr./ÖW. XIII 31
II refl.: sich verprügeln, miteinander raufen; subst.: Schlägerei
  • schlüegen sich zween mit feusten oder stäben ..., dass man die spitze sehe, der freuel ist des gerichts
    1505 Hunsrück/GrW. II 163
  • von schlacht-buoß: wo zwen einandren schluegen, so ist es dem angfenger zächen schillig buoß
    1605 Kothing,RQ. 78
  • so ... etliche ... in einem schlagen ... bey einander waͤren ... und jemand ... erschlagen wuͤrde, so man ... weiß, von deß haͤnden die entleibung geschehen ist, der soll als ein todtschlaͤger ... gestrafft werden
    1652 Carpzov,PractNov. I 6
III jn., auch ein Tier, totschlagen, töten; meist in der Wendung jn. zu Tode schlagen jn. töten

III 1 als Straftat
  • uuâre íh pezígen dáz ih uuólti chîlicha brénnen, únde fáfen sláhen 
    um 1000 Notker I 34
  • sleht ein man den andern ze tode ... vnd entrinnet ... so sal sin wirtin sitzen alsein eliche witewe in schirme libes vnd gutes
    1253 Öhringen/CorpAltdtOrUrk. I 55
  • wir heizen auch daz morder der mit dem anderen izzet oder trinket oder in guͤtlich gruͤzet sleht er in ane shulde. daz ist ein mort. vnd man shol in dar vmbe radeprechen
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 159
  • swer den anderen ze tode shleht, der sol niemerme komen jn die stat
    1296 Basel/CorpAltdtOrUrk. III 435
  • thet is thi hagosta breke, thet ma enne prestere sle bi tha altare, therfon rist thi hagosta fretho [das ist das schwerste Verbrechen, dass man einen Priester am Altar erschlägt; das hat das höchste Friedensgeld zur Folge] 
    um 1300 RüstringerR. 110
  • itta smela warum, ther acha reddian iefta fior gader kumat, hwasa ther anne mon sle, on there tofere iefta on there fonfere, C merka grenslachta to vrielde [wer in den kleinen Gerichten, wo acht oder vier Redjeven zusammenkommen, oder auf dem Wege zum Gericht oder vom Gericht einen Mann erschlägt, (zahle) hundert Mark Groninger Prägung als Zuschlagswergeld] 
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 194
  • doe ward Z.R. zlayn ander gheesten fan Sindelre meente [da wurde S.R. von der Sondeler Gerichtsgemeinde im Geestlande erschlagen] 
    1463/64 WesterlauwersR. I 578
  • iederman soll fridtwertig sein in seinem haus als der herzog in seiner burk. wer aber das man ainem luff in sein haus mit frevel ... so ist er der herschaft 5 lib. ₰ ze wandl ... wer aber das er in zu todt schlueg, so ist ain mort hinz im zu klagen und soll auch kain freiung geniessen
    vor 1489 NÖsterr./ÖW. IX 3
  • der ain ze totslecht auf lawgen vmb sein gût oder durich neyd, daz haisset mord
    1503 SteirLl. Art. 237
  • welicher aber ain wechter ze tod schlieg, in welicher gestalt das wäre, das sol für ain mort erkent wärden
    1505 GraubdnRQ. III 161
  • schlüg ... einer den andern über den gebottnen ... friden ... zů tod vnd das kuntlich ist, der sol nach recht mit dem rad als vmb ein mort gericht werden
    1520 FreiburgStR. IV 2, 6
  • das ein heimbschen oder frombder wyb oder mann, den andern zuo todt schlüege ... in vnnsrer lanndtmarch, würt der ergriffen, so soll er ouch denn lyb verlierenn
    um 1608 UriLB. 20
  • ob ain frëmbter ainem haußgenossenen nachgieng auf das aigen, ob er den frembten zu todt schlueg, darumb ist er niemanten ichtes verfallen
    1641 NÖsterr./ÖW. IX 568
III 2
einen Straftäter, insb. bei handhafter Tat, als entschuldigte bzw. nicht strafbare Handlung
  • se ðe ðeof slihð, he mot aðe gecyðan, þæt he hine fleondne for ðeof sloge [wer einen Dieb erschlägt, der darf durch Eid beweisen, dass er ihn, den Fliehenden, als Dieb erschlug] 
    688/94 (Hs. um 1100) Liebermann,AgsG. Ine 35
  • gif feorran cumen man oþþe fræmde buton wege gange ⁊ he þonne nawðer ne hryme ne he horn ne blawe, for ðeof he bið to profianne: oþþe to sleanne oþþe to alysenne [wenn ein fernher gekommener Mann oder ein Fremder außerhalb des Weges geht, und er dennoch weder ruft noch Horn bläst, so ist er als Dieb zu erachten: entweder zu erschlagen oder auszulösen] 
    695 (Hs. um 1125) Liebermann,AgsG. Wi 28
  • [Überführung eines erschlagenen Verbrechers:] süs sal man ok verwinnen enen doden, of man ine in düve oder in rove oder in sogedanen dingen geslagen hevet
    1224/25 (Hs. 1369) SspLR. I 64
  • welcher ainen bey der nacht in seinem hauß finndt, den er nit bekennt ... vnnd ... er jne ... widerstandts ... halben, vnd daß er sein nit gewaltig sein moͤcht ... zu tod schluͤge, der soll vom todtschlag entschuldigt sein
    TirolLO. 1573 VIII 51
III 3 ein Tier, ua. in Notwehr
  • lauffet einen man ein su an oder ain hunt ... unde wil in bizzen, wert sich der unde sleht ... den hunt oder die su ze tode oder swaz er im tut [er handelt] in rehter notwer
    1276/1370 AugsbStR. Art. 48 Nachtr.
  • daz ein man hawet pavme da ze walde pei dem wege so nahen daz er dar an geuallen mak ... vnde slecht der pavm ze tode ein vihe er shol ez gelden als ez wert ist
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 172
IV jn. mit Hieben oder Prügeln bestrafen, züchtigen; jn. zur Staupe schlagen jm. öffentlich die Rute geben, jn. auspeitschen
  • benedden viii sol' schal men ene [deef] to der stupe slaen, vnde mit enem gloyenden slotele an sine eyne leere bernen
    1270 (Hs. 1493) HambOrdB. M 7
  • slehet ein man ein lerkint mit gerten oder mit der faust one plutrunst da tut er wider niemand an
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 174
  • vnde heuet he des geldes nicht, so sal men ene slan vppe deme dische
    um 1300 RigaStR. 190
  • nymande sullen sie [phaffen] dorynne [Gasthaus] slahen noch obil handelo, sunder mit senfftigen worten sullen sie leute undirweizen
    um 1400 LiegnitzStRb. 39
  • en mochte he [borger] dessen broke nicht geven ofte beborgen, men scolde ene setten in des stades cameren to verteyn nachten; en worde he dar nicht utghelost, men scal ene tor stupe slan 
    1433 BremRQ. 225
  • [fälschliche verclagung:] ist es aber durch irsal geschehen, hat dann der verclagt die schmacheit des schlahens oder kerckers gelitten, so sol diß zerstoͤrung on des verclagten willen nit gegündt werden
    1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) 118v
  • dat hy [scarpcoc van der stede] eenen man uter stede leedde ende met roeden slouch den xii dach in november xx den. gr.
    1454/55 Claeys,BourreauGant VI 461
  • ob sie [Ehefrau] aber ein junge nerrin ist oder frech, bitter were, sol er [Ehemann] sie nit mit waffen, sunder mit gerten vnd stecken slahen 
    um 1500 Summa legum 210
  • der eeman soll ... sy [eeweib] on ursach ... nit gröblich slahen stössen werffen oder ander untzucht und mashandlungen anlegen
    SalzbLO. 1526 Bl. 49r
  • wann das dienstvolck von ihren herren und frauen ... ihres ungehorsams ... halber gezuͤchtigt und geschlagen wird, haben wirth und frauen ... nicht daran verbrochen
    1583 HadelnLR.(Spangenb.) 94
  • da der diebstahl unter 5 ungersche guͤlden ..., und es das erst mahl [ist], soll er zur staupe geschlagen werden; ist es aber uͤber 6 ungersche guͤlden, wird der dieb mit dem strange gerichtet
    1583 HadelnLR.(Spangenb.) 99
  • so sollen sich diese [Meistersgattinnen] nicht unterstehen, die jungen [Lehrlinge] zu .... schimpfen, oder gar zu schlagen 
    1769 BadZftO. 102
  • jemanden zur staupe schlagen, d.i. ihm den staupbesen geben, ihn öffentlich stäupen, welche r.a. noch in den gerichten gangbar ist
    1801 Adelung2 IV 314
V beim gerichtlichen Zweikampf einen Hieb ausführen
  • sol der chlager auf sten, vnd sol sich ze champhe pieten, vnd sol slahen zwen slege, vnd den dritten sol er in die erde slahen 
    um 1275 Dsp.(Eckh.1971) LR. Art. 89 § 2
  • wil aber diu [vergewaltigte] frowe sins rehtes niht unde wilz im wern, daz muz si tun mit eime kamphe mit ir selbes libe, also daz der man sol sin begraben unz an den nabel, unde sol er in siner hant haben einen aichinen stap, der sol einer dumellen lanch sin unde sleht ane gevaerde unde hantvollic
    1276 AugsbStR. Art. 31 § 1
VI ausschlagen, einen Tritt versetzen
  • wann ein vierfiessigs thier ... hat schaden gethon, als so ein schlagend pferdt hinder sich geschlagen hat ..., sollichs geschicht ... nit wider die natur des thiers
    1436 (ed. 1516) Klagsp.(Brant) 103r
  • alle die slahunde ros oder peissunt hunt haben, wem schad davon geschiecht, so man inn das eemals undersagt, die sollen den schaden puessen
    1450 NÖsterr./ÖW. VII 404
  • wann solche thier für den schaden zur straffe hingegeben werden, so gereycht es dem beklagten zu seiner erledigung, dann also ist das gesatz der zwoelff tafeln geschriben, als naemlich: so ein schlagend pferd mit dem fůß schlagen würde oder ein rind, das mit dem gehoͤrn pfleget zustossen, stossen würde
    Gobler,Inst. 1552 Bl. 143v
VII jn. in Eisen schlagen jm. eine eiserne Fessel anlegen; jn. an den Pranger, Kak (II) usw. schlagen jn. an den Pranger usw. stellen, als Ehrenstrafe
  • stilt ein man ... unde ist des gutes saehzik oder druber, so sol man in henchen; ist sin minner, so sol man in an der schreiat slahen unde durh die zene brennen
    1276 AugsbStR. Art. 41
  • ok sal di bodel wen he ymande tu kake sleit nicht er vphoren, di heren heitent dan em muntliken vphoren, sluge he darbouen, so mengen slach sal man em weder slan alse he bouen der heren bod sleit
    1397/98 BerlinStB.(Hs.) 94v
  • weret dat einer tho dem kake geslagen edder upgesettet worde, den vorspraken schall men geven 2 schilling
    1401 LünebStR. 75
  • was vor wehere im rathusse ader wo der rath von der stad wegen schencken gerückt wurden, sal sich der rath zu halden vnd die an den kagk slahen 
    1488 RudolstadtStR. 228
  • were es sach das ein unthädiger mann ergriffenn würde, den soll mann inn den stock schlachenn, unnd soll mann im den leyb legenn inn das truckenn, unnd die füsz inn das nass
    1535 Hanauer,Constd'Alsace 212
  • da wurde ihm [Beleidiger] das urtheil gemacht, daß er sollte enthauptet werden, wurde aber begnadigt ... und wieder in eisen geschlagen 
    Ende 16. Jh. Silbermann,Straßb. 167
  • gibt ... einer oder eine ain erbern mann der ein burger ... ist verbottene wort, der geb dem richter zwei pfund pfening zu wandel ... hat er ... der pfening nicht, so werds geschlagen an den pranger
    18. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 596
VIII jn. in ein Fass schlagen jn. in ein Fass einschließen
  • also schlug man sy [der Hexerei angeklagte, in Haft Verstorbene] in ain fass und fürt sy gen stigen hinab in den Rin
    1550 Konstanz/Hansen,QHexen 592
IX von Münzen: herstellen, prägen; auch: Münzzeichen auf die Münze prägen (Beleg 1709)
  • nieman ne mut ok penninge slan anderen penningen gelik, se ne hebben sunderlik beschet
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 26 § 5
  • swer uf iemens phenninge d'heinen ualsch sleht, od'r heizet slahen, d'n sol man haben fur einen ualscher
    1235 MainzRLFr.(Corpus) 13
  • welch muͤnzer vash pheninge slecht dem shol man die hant abe slahen
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 348
  • swer uffe iemannes pfenninge dekeinen valsch, schleht oder geschlagen hat, den sol man haben, fvͤr einen valscher
    1287 Würzburg/CorpAltdtOrUrk. II 241
  • hirumme ne schal ere muntmestere von C. nene pennige slan, he ne hebbe tůvoren unses herren muntmestere vorwisset tvelf punt tů dheme slaghe maidheburchscher pennige
    1294 MagdebUB. I 102
  • daz die konige zů Beheim ... an welchin steden sie wullint, mogint dun muntzin slahin von gulde und silbir undir allir wise und furme
    um 1360 GoldBulle 126
  • von der muentze wie man die in wirden sol halten vnd schlagen 
    1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. Inhaltsverzeichnis VI 27
  • ok schal nyn muͤnter pennynge bernen, de bynnen syner tiit geslagen sint up der stede munte, de tosamende den slach holden, den he sleit, noch de de he sulven slagen heft up den slach
    1417 HanseRez. VI 381
  • so hebbe wi vorvaren, wo gi binnen juwer stad alle geld buten juwer veer stede munte geslagen gesettet hebben, jewelik geld na sinen werde
    1428 LübUB. VII 151
  • schlueg man ain müntz, die solt man nemen 1/2 ℔ für ain newen ungerischen guldin
    1450/68 AugsbChr. II 51
  • [sie] schluegen chreuzer und pfenning dabey khain silber was, nur khupffer und wuerden dardurch gericht
    1460? Senckenb.,Sel. V 95
  • der außlaͤndische falsche muͤntz schlagt, ... der soll mit dem feuer vom leben zum todt hingerichtet ... werden
    NÖLGO. 1656(CAustr.) 87 § 7
  • falsch muͤntzen, welches auf dreyerley weis geschicht: erstlich, wann einer betrieglicher weis eines anderen zeichen auf die muͤntz schlagt 
    1709 Mutach 168
  • daß demselben [dom-capitul] erlaubt seyn moͤge, auf einer von sr. ... majestaͤt muͤnzstetten muͤnze schlagen und praͤgen zu lassen
    1721 HalberstProvR. 152
  • in kraft des ... [münzrecht] schlaͤgt er [Regent] gold-, silber- und andere muͤnzsorten
    1770 Kreittmayr,StaatsR. 33
X
an/auf etw. klopfen, ua. um ein Geräusch (Warnsignal, Lärm) zu erzeugen
  • swenne er fiwer siht oder raup hoeret oder diupstal oder zerworfnusse under den burgern oder gesten, so sol er an die gloggen slahen durh fride unde durch bezzerunge
    1276 AugsbStR. Art. 23 § 3
  • ez sol ein iglich mensch, wann ez sein mel ab der steig traet oder chert, ab dem lauff auzzen slahen mit einem pill oder mit einem kerwisch oder mit weu ez in der hant hat, und waz in dem lauff beleibt, daz ist dez mùlners
    1346 BairLR.(Schlosser/Schwab) Art. 341
  • vnd ist och hainsůchen also, welher ainen an sein tur fraͤuelichen stosset oder an sein fenster schlecht 
    4. Viertel 14. Jh. SchongauStR. 70
  • est, daz eyme eyn swarm bene enphlugit und vallen an eynen boym ... so sal her yeme sagin, des der boym ist, daz her mit eme ... sinen swarm helffe gewinne. si sullen miteynandir gehin und sullen mit stecken an den boym slahen 
    Ende 14. Jh. EisenachRB.(Rondi) III 116
  • daz nyemandts bey nachtlicher weil die druml auf der gasse slahe noch annder lautmärig geschray vnd vnfueg zutreiben sich vnnderstee
    1524 SalzbStPolO. 46
  • es mag ain jedlicher, so er sein mel von der steig tregt, oder ab dem lauff koert, aussen an die zarg mit ainem piller schlagen, oder mit aim koerwisch ... vnnd was in dem lauff bleibt, das ist des müllers
    BairLO. 1553 V 8, 12
  • so die maister auff die kanden schlugen und still schweigen hiesen und zwaimal uff die kant geschlagen were, ainer nit still schwige: ... zwolff pfenning zur peene
    1574 FrankfZftUrk. I 445
  • von dem schlagen des frohnen mit der hölzernen keule auf das angehangene brett ... [ist] unsere meinung, daß das brettschlagen ... bei hiesigen rathswahlen ein zeichen der zusammenrufung sey
    1752 Rostock/D.W. Poeck, Rituale der Ratswahl (Köln 2003) 221
  • so bald bei hiesigen rathswahlen der frone das schlagen aufs bredt verrichtet hat ... wird auch die bürgersprache öffentlich verlesen
    1752 Rostock/D.W. Poeck, Rituale der Ratswahl (Köln 2003) 222
XI etw. in den Boden einschlagen, einrammen; ua. als Grenzmarkierung, (jm.) einen Stecken (vor etw.) schlagen als Zeichen der Ausgrenzung aus der Gemeinschaft
  • so ain richter ansagt ainer ganzen gmain und ainer nit kumbt, so soll der richter dem selbigen ain steckn fur die thur schlachen und ain ieder aus der gmain sol drei schleg auf den steckn thuen
    1480 NÖsterr./ÖW. VII 90
  • wan ein richter eine rachtung düt vor schult, so sall man stecken slagen vor das erbe, ee man die rachtung dut und sall dabei sein die fürsprechen, der burggrave und der budelle, als man das eigentlich geschriben findet hernach, wie man stecken schlagen sall
    15. Jh. MainzGFormel 71
  • wo sich ... ainer solches gemainen nutz setzet und nit thain wolt, so solt der richter die burger zu im nemen und solt demselbigen ... ain stecken fur die dier schlachen 
    16. Jh. NÖsterr./ÖW. VII 125
  • wann ainer ein pannzaun machet und derselb zaun nit auf seinem rain ist sondern auf ainer gmain ... grunt, alß oft er ein stecken schlecht alß oft ist er verfallen zweiundsibenzig pfenning
    1617 NÖsterr./ÖW. VII 75
  • im fahl sich aber die auswendigen herrschaftsburger ... dessen gruntobrigkeiten darwider vill disputirens machen wolten, so solle ihnen aller burgerlicher genuß gespert und der stecken vor die thüre geschlagen werden
    1701 NÖsterr./ÖW. VIII 854
  • rain und marckstain haben die freyhaidt, wo die gemacht und geschlagen werden, und yemandt dieselben fräventlich entblösse, der soll gerichtlich gestraft werden
    oJ. OÖsterr./GrW. III 682
XII etw. anschlagen, anheften und damit öffentlich bekanntmachen
  • da ... schluegen [sie] die citation an die kirchtür und ließen die verkünden in allen pfarren
    1450/68 AugsbChr. II 85
  • darauf ein keyserlich berůffung und citacion innhaltund ein terminum peremptorium außbracht, die meinem gnedigen herren von Basel an seiner gnaden kilhtůr lassen slahen 
    ProtBKammerger.(1465/80) 380
  • so soll dise lanndpott unnd ordnung ... offenlich verlesen ... auch davon glaubwürdig abschrifft an die ansichlichen kürchen geschlagen ... werden
    1529 SalzbWaldO.(FRAustr.) 73
XIII (eine Markierung) setzen; etw. einkerben; den Kern auf die Beile schlagen Preis für Getreide auf das Kerbholz (I) kerben
  • frytags ..., so der pfister dem khunden den kernen uff die beylen schlecht, [mag er synen khunden zween batzen] nachlassen
    1553 Meyer,Handelsmarke 24
  • wie einer an die fron geht, holz daruon vfmachen ... vorbehalten dasjenig holz, so zu uerbawen guet vnd daraufn der statt zeichen geschlagen 
    1587 WaldkirchStR. 25
XIV pflügen, umpflügen
vgl. Kehr (I)
  • bei dieser straff [zehen schilling] solle nach dem pfluegrecht das feld nacheinander geschlagen werden, wie solches von alters her bräuchig gewesen
    1727 WürtLändlRQ. II 80
XV (Torf) stechen
  • soll auch niemand unter den bohlsleuten den kötenern oder insten vergönnen, auff dem felde torffflagen oder platten zu graben oder zu schlagen, bey willkührlicher straffe und confiscirung deßen, was gegraben oder geschlagen worden
    1708 SchleswDorfO. 436
  • es soll auch niemanden befugt seyn, es sey kötner oder insten, auf hohlebüller felde heyde zu schlagen, weil nicht zu viel da verhanden ist, das die nachbahrschafft haben können, sondern auf frembde felder hoelen müssen
    1753 SchleswDorfO. 357
XVI fällen, hauen; abschneiden, abschlagen
  • das ain yeder er sei edl oder unedl in seinen holtzern, so nun von aigenschaft wegen oder zu seinen lehenguetern gehören, wol aicheln ... slahen, lesen, verkaufen ... soll
    NellenbHegau(1497) 59
  • ob auch etwär ainen slag empfanngen und holz darinnen geslagen hätte, ließ das ligen, und wolt es nicht fürderlich arbaittn, dem sol es nit gestatt werden. er sol auch kain freyung damit haben, sonnder der waldmaister mag denselben slag aim anndern verleihen mit sambt dem geschlagnen holz
    1524 SalzbWaldO.(FRAustr.) 51
  • wie das holtz zu rechter vnd nit vngewohnlicher oder vnrechter zeit geschlagen sol werden
    BairLR. 1616 S. 743
  • daß er vermitlest fellung seines ihme zugeteilten holtzes vorsetzlicher weis kein anders holtz zuboden schlage und solches ... hinweg schleppe
    1706? SGallenOffn. I 125
  • [zum Zubehör zählt] alles geschlagne und noch unverkaufte holz
    1794 PreußALR. I 11 § 85
  • der fruchtnießer hat ein recht auf den vollen ... ertrag; ihm gehoͤrt daher auch ... das forstmaͤßig geschlagene holz
    1811 ÖstABGB. § 511
XVII
wie schlachten (I) 
  • swaz ein iude vleisches sleht, ez si rinderin, schaefin oder kelberin, daz sol er selbe toeten
    1276 AugsbStR. Art. 19 § 13
  • dat niement vleesch en sla noch en doe slaen binder stede vander S. omme voort te vercoopene
    1379 BijdrZVlaand. 3 (1858) 278
  • wie tot enighen tiden van den jair een rint slaen wil binnen L. ..., die sel dat rint brenghen voir die halle ende niet weder van daen te leeden, eer dat besien ende ghelooft is van den vinders, dat hijt slaen moet, bi der boete van 18 sc.
    1406 LeidenKb. 56
  • [die] geswornnen beschawmaister, söllen alles viech lebentig, ee das geslagen, gestochen, vnd aufgearbait wirdet, auf ansagen der meztger ... damit nichts ... schedlichs ... verkhaufft werde, mit vleiß beschawen
    1524 SalzbStPolO. 232
  • doch soll den metzgern in unnsern stetten, märckhten und auf dem lanndt das khauffen an den stätten so vil sy der zu pannckh offendlich slahen und vermetzgern nit verpotten sin
    SalzbLO. 1526 Bl. 111v
  • daß ... die jetzigen metzger alles groß vieh auf dero gewoͤhnlichen schlacht-baͤnck und nirgends anderstwo schlagen, damit dasselbe ... durch die fleisch-beschauer ... beschauet werde
    1559 CAustr. I 368
  • schlüg [der fleischhacker] ein vieh, das nicht rechtfertig wär ... soll er gestrafft ... werden ... weither soll er sein rinder, oder viech, schlahen auf freyer gassen, nicht heimblich in haüssern
    1604 Urbau 64
XVIII etw. zerschlagen; auf die Erde schlagen niederreissen
Sachhinweis: E. Fischer, Die Hauszerstörung als strafrechtl. Maßnahme im dtsch. Mittelalter, Stuttgart 1957
  • ist daz ein ... weip in notnunft genumen wirt vnd ... sie ruft vnd ir kuͤmpt niemant ze helf, mac man des dev leute vnd daz haus vberzeugen selp dritte mit den die daz rufen haben gehoͤrt, man shol vͤber die levte richten ... vnd daz haus, da ez inne geshehen ist, daz shol man auf die erde slahen 
    nach 1280 Schwsp.(Langform M) LR. Art. 233
  • soe hwam soe sijn kinbacka twa werpen werth iefta mit swerda slaghen werth and hi sijnre sundena nath, bekanth mith hem, soe scel ma him beta mith xx pundem [wenn jemandem seine Kinnlade durch einen Wurf oder mit einem Schwerte zerschlagen wird und er seine Gesundheit verloren hat, so soll man, falls man es ihm zugesteht, ihm mit zwanzig Pfund büßen] 
    um 1300 (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 474
XIX jn./etw. bewegen, führen, treiben

XIX 1 von Tieren, insb. Vieh: an einen best. Ort, zB. auf die Weide treiben
  • hatt er deheine swine in sime hove, der mag xii kouffen und die tůn und slahen in den ecker
    1258 SchlettstStR. 7
  • do sprechen wir ouch zuo rechte jr yegelicher von der geburscheffte, der mac wol sin vihe uf die almende slahen unn den kein fremedez nih, wanne mit der ebtischine wille
    um 1300? Hanauer,Constd'Alsace 201
  • eft dar jenichman an unsem lande koyghesch quick ... kofte unde to deme merkede sloghe unde brochte, de dar mede begrepen worde, de scholde thegen unse land ghebroken hebben lx lüb. mk.
    DithmLR. 1447(Eckh.) § 23
  • ob man farren unter das vich schlüeg, es wer auszwendig oder hie, so sollen si lonfrei gehüett werden
    1475/1568 Bayern/GrW. VI 201
  • nijeman die bijnnen der stat wonen meer rijnder op Z. te slaen dan drie schaeren
    2. Hälfte 15. Jh. KampenStR. I 180
  • daß unnser waldmaister, sovil müglich ist, verhuete und darob sey, daß nyemants in verhawten maißen kainerlay viech slahe 
    1524 SalzbWaldO.(FRAustr.) 55
  • setz vnnd will ich das niemand sein ross, kueͤ, noch ainicherlay gross noch klains vihe in noch auf die winter oder haber oͤsch, weder auf sein, noch annder acker schlahe oder darauf gan laß, biß dass kornn in yedem oͤsch ganntz abgeschnitten ... worden ist
    1536 MindelheimGO. 16r
  • ob iemant mit seinem potten sein viech nach wolt halten und nit fur den halter schlueg, so soll der nach dem halter halten
    Mitte 16. Jh. NÖsterr./ÖW. XI 49
  • verrer woͤllen wir, das durch kainen jnnwoner vnsers fürstnthumbs merer viech auff die gmain wayd geschlagen werd, dann derselbig vber winter von seinem gůt fuͤrn moͤg oder in sein hauß schlagen will
    BairLO. 1553 IV 20, 2, 1
  • es soll ein jeder benachbarten ... gehalten sein, sein pferde, vieh und was er sonsten auff die weide schlegt, vor den algemein dorffshirten zu jagen
    1746 SchleswDorfO. 558
XIX 2 von Personen: jn. bringen, führen; refl.: sich begeben; einen unrechten Weg schlagen eine verbotene Route nehmen; jn. vom Land schlagen jn. des Landes verweisen; sich an/unter jn. schlagen sich in js. Obhut, Vormundschaft, Lehensherrschaft begeben; zu etw. geschlagen sein zu etw. gehören
  • sve so unrechten wech sleit over gewunnen land, vor iewelk rat sal he geven enen penning, die ridene man enen halven, unde solen den scaden gelden
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 27 § 4
  • als er dann setz, er wolt im empfarn sein, dez hab er nie willen gehabt vnd wolt vngern sich an ander herrn slahen 
    1432 Indersdorf I 232
  • frouwe B.M. ... hat ... denselbin formunden ... czu eynem vorsorger gekorn unde sich under denselbin ... met allem yrem gute gegebin unde under yn geslagen 
    1474 PössneckSchSpr. I 83
  • es sollen auch die obrigkhaiten an den ortthen da die prunsten seindt schwartze mendel als ... pettler, landtsknecht oder ander bestellen, die sich ... auff den strassen ye zu zeyten sehen lassen vnnd do sy dergleichen geselschafft antreffen, sich zu jhnen schlagen vnnd in jhr geselschafft begeben
    1565 BairLandrichterInstr. 3r
  • ob ... einer so nit lanndtman were, sölcher gestallt, alls ... [fridtbrecher] funden wurde, da soll ein landtaman vnnd rath gewalt habenn, einen von dem lanndt zeschlachenn, oder nach gestallt der sachen zestraffen
    um 1608 UriLB. 26
  • ob eß auch für fridbrüchig anzusehen [ist] ... wan ieman den andern über vnd nach beschechener citation vor die oberkheit schlagen würde
    1752 SchwyzLB. 25
  • unterthanen werden, außer der beziehung auf das gut, zu welchem sie geschlagen sind, in ihren geschäften und verhandlungen als freye bürger des staats angesehen
    1794 PreußALR. II 7 § 147
XIX 3 sich zu Haufe schlagen sich zusammenrotten
  • auf den fall ... ein kriegs-volck sich zu hauff zu schlagen unterstehen wird
    1564 RAbsch. III 205
XIX 4 von Sachen: etw. bringen, abladen
  • niemand soll seinen mist schlagen bey der stadt mauren und kirch-glinden, die zu verwäßeren bey 3 pfund burch
    1611 StolpStat. 246
XX berechnen, veranschlagen
  • fueret auch ein gast durh die stat sinen kaufschatz ... der sol geben ie von dem saume zwen phenninge. sint ez aber huͤte, so sleht er ie zwainzik grozze huͤte fur einen saum
    1276 AugsbStR. Art. 10 § 5
  • das man dem richtere kein wergelt noch busze zuspricht, sunder drie hochstes gewette; die sien geslagen uff eyn halb wergelt
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 362
XXI aufrechnen
  • ist ein man schuldic unde ist man im wider schuldic, so sal he schult gein schult slan 
    um 1300 FreibergStR. IV § 8
  • van roeve ... ende van scade, die onder partien ghesciet is, wantet onverdrachghelic groit is, so slaen wi scade tieghens scade
    1309 GroningenUB. I 160
XXII
(Kosten) erhöhen, (auf den Preis) aufschlagen
  • von den kauffleuten,welche jren schuldtleuten den borg auff die waar schlagen, vnd die waarn vber den billichen werth hoeher anwehren, als sonsten meldung beschehen
    1576 Damhouder,Patrocinium 68
  • avch sollen die iuͤden das geliehen gelt, so jhnen widerumb zubezahlen, verschrieben oder bekennt wirt, vollkoͤmmlich lieffern, kein wuchergelt dareyn schlagen, oder eynmengen, noch auch viel oder wenig darvon abziehen oder innbehalten
    FrankfRef. 1578 II 12 § 4
XXIII etw. geben, zuteilen; Geld auf js. Kopf schlagen Kopfgeld ausloben, an Geld schlagen in Geld auszahlen; auf die Gant schlagen, zum Ganten (I) geben
  • wuͤrde sich auch finden, daß die gerade, verderben wollte, so soll man die dem vater, uff gebuͤhrliche, fleißige, unverdaͤchtige wirderung an ein geld schlagen, und soll der vater das geld, denen kindern, zu ihren muͤndigen jahren ... davor ... stellen
    Zeitz 1562 S. 280
  • wann ain stuck nach ausgeeung der ersten gant und der ordenlichen dreier ganttäg wider auf die gant geschlagen wirt, und der nit behalten will, dem es in erster gant haimbgangen, wirdet dasselb stuck in ander ... ganten nit wie erstmals 3 tag an ainander vergant, sonder geet in ainem yeden tag ain gant aus
    1571 MünchenStR.(Auer) 238
  • nachdem R. entwischt, ... [wurde] eine taglie publicirt, und ein grosse summa geldes auf seinen kopff geschlagen, vermoͤg welcher dem jenigen ... welcher besagten R. lebendig lieffern 10000 fl. ... sollen bezahlet werden
    1735 Fuhrmann,Öst. II 551
XXIV sich/die Hände in etw. schlagen sich mit etw. befassen; sich in js. Schulden schlagen Schulden für jn. übernehmen
  • wie ihr euch dan in desselben schulden geschlagen und deren zum theyl bezalt ... hattet
    1540 Bamberg/FreibDiözArch. 7 (1873) 102
  • hat mir der keyser ferpotten nichts tetlich gegen inen furzunehmen, und er welle sich in die sach schlagen und dieselb ... vertragen
    1550 Druffel-Brandi I 466
  • vnd mit der anzaig, daß jhr eines condition, als der [von den anwaelden] sich zum ersten in die ding schlug nit besser dann des oder der ander sey, sonder was einer anheben wurd, daß der ander solches volfueren vnnd enden moeg vnd naemblich zuklagen vnd zuuertretten, zů libellieren
    1576 Lettscher 13v
  • die statt R. aber antwortete in einem demütigen schreiben dem herzog ... weilen ihro durchlaucht dero gnädigster schirmsfürst seye, ... darauf ihro durchlaucht zu acquiesciren sich erklärt und dero hände weiter in dise sach zu schlagen 
    um 1691 ReutlingerGBl.2 20/21 (1981/82) 264
XXV die Hand an/über ein Gut schlagen ein Gut vereinnahmen, ein Gut beieinander schlagen ein geteiltes Gut zusammenführen, etw. voneinander schlagen etw. trennen, teilen
  • were auch sach, dat einig man ein gutt dheilte, so manicher rauch so manich kor, vndt wan idt wieder bey einander wird geschlagen in einen rauch, so ist idt auch wieder ein korig gut
    1419 Eifel/GrW. II 766
  • dor uff wir dann unser beider graveschafft und herschaffte nach unnserm besten verstentnis von enander geslagen und geteilt ... haben
    1493/1503 PaulinzelleUB. 451
  • weir id sachen dat eymantz dis guet krege, de sal ind moiß id intfangen bynnen jair ind dagen, off der here mach de hant ayn dat guyt slayn 
    1524 Loersch,AachRdm. 142
  • wann einer, er syge frömbd oder heimsch, in dem stettlin N. an einich lyberben abgan würt, das alsdann der burgermeister innamen des stettlins die hand v̈ber desselbigen gut, es syge ligends oder farends, schlachen möge
    1548 NydauFrhB. 60
XXVI auf. jn./etw. (etw.) schlagen jn./etw. (mit etw.) belasten, zB. mit einer Steuer oder Schulden; jn. zu Zins schlagen von jm. eine Abgabe fordern
  • wele aber in ander herschafte zichen wölten mit gunst und willen des gotzhus amptlüten, uf dieselben mögen si setzen und slachen ein jerliche stür
    1271 FRBern. II 771
  • daz di purger czu diser czeit czu unser chronung in der stat von ierem guet ... gemainen pern, der auf daz gantz lant waz geslagen, uns habent gegeben
    1291 BrünnRQ. 378
  • dat ghelt scal de clegher up dat gut slan dar he inghewiset is
    1334 StendalUrt. 3
  • [se] scolden dat don, of dar nemet uppe ne wonede, unde scolden de kost up dat erve slan unde scolden dat van dem ersten tinse nemen
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. I 3 § 32
  • wer der so arm, das man in mit gerichte dar czu nicht mochte betwingen, so schol das iener selber tun mit schepphen urteil und schol dy koste, dy er dar an tut, slahen uff ienes erbe; das schol man im fronen an gehegter banc, welcherleye czins er uff der selben gewere wil, das her den schol heben alzo lang, biz das er sin kost wider ufgehebet
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) II 2 Dist. 8
  • dry hundirt schog ..., die wir yn uf unser muncze slahen mit andern schulden, die sie daruffe haben, unde bewisen ouch den vorgenanten ... die ... [geschuldete Summe] in unser muncze ... inczunemene
    1372 FreibergUB. II 35
  • und waͤr, ob ainer ... vmb guͤlt naͤch vnser stat recht gefangen wurdent, dem sol der klager all tag geben zwaier wester pfenning wert kost, vnd sol die selben pfenning vff die gult schlachen als lang das werot
    1396 MemmingenStR. 261
  • wil er aber ein zinß vff das ligend gůt schlahen, so sol ers offenlich vor gericht vertigen, sunst wo anders gehandelt würd, sol die verpfandung nit krafft haben
    1520 FreiburgStR. II 8, 4
  • daß der zu zins geschlagene unterthan sich solchen zins durch das um gedungenen lohn, oder mit feilschaften ... einzubringen gelegenheit habe
    1738 Grünberg,Bauernbefr. II 35
XXVII etw. unter sich schlagen etw. unterschlagen, veruntreuen; jn. Alfanz (II) schlagen jn. prellen, betrügen, übervorteilen
  • wer ... seinen gesellen alfanz schlueg, oder seines tails mer wolt geniessen, dann er von recht solt; derselbig, waͤr seinem gesellen verfallen sein tail, wo man daß mit warhait auf in kaͤme
    1463 Lori,BairBergr. 60
  • wann sie [vormuͤnder] etwas von der kinder guͤter unter sich geschlagen und uͤber die seite gebracht
    1717 Blüting,Gl. I 115
XXVIII bei Versteigerungen: auf etw. schlagen bieten
  • welcher allermaist daruff [den zehenden] schlacht und mynem herren gefellig ist mit siner bürgschaft, dem mag myn herr lihen
    Anf. 16. Jh. Zürich (Kt.)/SchweizId. IX 317
XXIX jm. den Ritterschlag (I) erteilen
  • do slooch hie vor synem sale, gode vnde der hochtyt to eren ... tweleff rittere syner besten man
    vor 1417 BremGQ.(L.) 88
  • wan wir den erbaren S.N. zu ritter geslagen ... haben
    1458 CDBrandenb. I 24 S. 441
  • hierauf name der canzler das schwerd von dem ordens-herolde, gabe es Adolfen von Cleve, welcher damit den fuͤrsten zum ritter schluge 
    1668 Fugger,Ehrensp. 881
  • die ceremonien sind wie bei der krönung des kaisers, nur mit dem unterschied, dass [der Kaiserin] ... die salbung nicht an den ... den teilen des körpers ... gereicht wird; sie schlägt auch keine ritter
    1804 Gönner,StaatsR. 144
XXX
die Zunge zum Maul heraus schlagen die Zunge herausstrecken; als Beleidigung
  • mit geperden geschehen auch iniurien, als ... iemands ... schluͤge die zung zum maul herauß, iemands zu schmach vnnd beleydigung
    1550 Gobler,Rsp. 74r
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):