Schock, m., n., Schochen, m.

vgl. Hocke (I)
I ein Mengenmaß für Getreide(garben), Reisig uä.; Garbenstand, Haufen, Bund; auch: eine best. Anzahl Garben; häufig bei der Bemessung des Zehnten
vgl. 1schocken
  • tres collectas manipulorum id [est] tres scocconos, sicut vulgo dicitur
    1140 Hersfeld/Dobenecker,Reg. I 295
  • decimam quoque xlta schocorum super villam K. idem frater noster comparavit
    1216 HMeißenUB. I 80 [hierher?] Faksimile
  • svar man rechten tegeden uppe'n velde gift, dar sal man geven dat tegede schock, gelike gut den anderen, oder die tegeden garven
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. II 48 § 6 Textarchiv: SspLR. II 48
  • anderhalue houe, dat het knechtesgud, de gelden achten schepel gersten, dre schepel hoppen unde anderhalf schok haueren unde neghen honre unde dre schilinghe
    1327 Quedlinburg/Höfer,ÄltesteUrk. 217
  • ze W. git man 4 sch. der vür den höuzehendun von dien ... matten den zehendun schochun und gent nüt huspfennig
    1344 Burckhardt,Hofr. 247 Faksimile
  • wenn man die matten höwet, so sol machen einen schochen der sol sin sechsmennig und den tretten ein frowe die sol anhan zwen wisse hentschuhe und sol ir bieten ein knecht das höwe mit einer gablen die sol syn sieben schuhe lang vor dem ysen
    1364 Burckhardt,Hofr. 132 Faksimile
  • dy schal betalen ... eyn half schok gersten vnde eynen haluen morgen gersten
    1381 CalbeWetebok 43
  • tegede ... na garuental na schokken oder na mandelen
    1397/98 BerlinStB.(Hs.) 79r
  • man geft manger wegen tu tegede eyn bescheiden schok oder eyn half ... von der huve
    1397/98 BerlinStB.(Hs.) 106r
  • das jhar ist gewachsen am getreide, an schock aber [lies: ader?] gebinde: 33 schock winther-gerste, 255 schock korn
    1528 MittOsterland 5 (1862) 476 Faksimile
  • [die von O.] söllend zů der zyt, so man howet, schochen nit zatten machen und demnach den zehenden schochen also für den zehenden geben
    1538 Bächtold,BeitrSchaffh. 112
  • wie lange dat ein man sin korne in den schocken in einer tegetbaren veltmarcke stan to laten schuldich sy? so lange, dat die tegeder sinen tegeden vthgeknuttet hebbe
    16. Jh. Schaumburg/GrW. III 318 Faksimile
  • [soll das Heu] hernach in gleiche scheiben, hauffen, schochen oder plahen zertheilet ... werden
    1650 Hartmann,WürtGes. III 127
  • muß ein dreschregister gefuͤhret werden, ... wie viel schock woͤchentlich gedroschen worden
    1758 v.Justi,Staatsw. I 542 Faksimile
  • [wann einer] sein gut mähen wurde und nicht darauf kommen könte, ohne einem anderen und über das seine zu fahren, soll er demselben eine maaden mähen, das heü dörren und in schochen aufmachen
    1774 InterlakenR. 656 Faksimile
  • alle nutzung so die guͤetter haben ..., im hewet vnnd embdet, so das khombt an die schockhen, so haist, vnnd ist es fahrende haab
    oJ. Fischer,Erbf. II 299 Faksimile
II ein Stückmaß, eine Recheneinheit: meist 60 Stück, regional stark variierend
II 1 von Münzen; insb. in Sachsen als (neuer) Schock Groschen 60 Groschen, wovon ein alter Schock ein Drittel ist; zT. verkürzt für Schockgroschen
II 2 in Bezug auf Längen- und Volumenmaße
  • innerhalb der biermeile, welche damals auf 60 schock ruten gerechnet
    1715 Klingner I 933
  • 3 schock kannen betragen in Sachsen ein viertel bier oder anderes getraͤncke. 6 schock oder 360 kannen ein faß
    1745 Frisch I 499 Faksimile
  • das kannenmaaß soll durchgehends nach dem dresdner eiche und kanne eingerichtet, und auf ein faß 7 schock kannen oder 5 1/2 eymer und 24 kannen gerechnet werden
    1793 Schwarz,LausWB. III 152 Faksimile
  • hält eine kufe [Bier] 2 faß, 4 viertel oder 10 schock, d. i. 600 kannen
    1796 Adelung² II 1814
II 3 für Waren und sonstige Gegenstände
  • tein scock garvano
    11. Jh. Freckenhorst/CTradWestf. I 25 Faksimile
  • czwey schock eyer czu osternn obigis czinsis
    1274 Plauen/CorpAltdtOrUrk. I 226
  • ob wergkgeczeugk herquweme dem hentwergk zu gute, es were, was das were zu dem hentwerg gehorende, das sal nymandis kouffen uber eyn schock. were es aber ubir eyn schock, so sal er gen zu den zechmeistern und sal sy fragen, ob man solliches wercksgezeuge bedurffe uff das hentwerg
    um 1300 FreibergStR. Zus. 6 § 9 Textarchiv: FreibergStR. Zus. 6
  • 3 schok flakfysch
    1411 MarienburgKonvB. 249
  • haben vorkowfft P.B. czwenczigk schock huffeysen, itczlich schock vor czwen gulden
    1458 MagdebR. II 2 S. 75
  • eyn schoeck hoener, dat is twelf honer ... und eyn half schock gense, dat is sees gense
    1474 WerdenUrb. I 534 Faksimile
  • to lonende den knechten [der bekermaker] dat veerbendede schock vor 4 schilling
    1494 HambHandw. 532 Faksimile
  • 1/2 schok gefengniseysen
    15. Jh. DOrdGrÄmterb. 30
  • von aim schockh vnnser frawen visch ain phening
    1524 SalzbStPolO. 104
  • ii schock sturppe teygell
    1524 ZHarz 22 (1889) 278
  • ein schock latten
    1547 CCMarch. IV 1 Sp. 774 Faksimile
  • ein schock schweine mit einem kempen, die sollen ... auf ihre deele gezogen sein
    1579 Peine/GrW. III 255 Faksimile
  • sollen die küchenschreiber ... alle fische von unserm fischmeister und fischknechten nach dem gewichte, nach dem schock und kandeln zehlen, einnehmen und ihnen dieselben bezahlen
    1586 Kursachsen/Kern,HofO. II 61
  • sollen sie ... dem herrn aussenkämmerer auch 30 schock grosse schmerlen ... einliefern
    1601/10 Benecke,FischOWPreuss. 300
  • von ainem schock sail ain pfenning
    1602/15 NÖsterr./ÖW. VIII 104 Faksimile
  • dat schock ketel
    1636 Rigafahrer 308 Faksimile
  • alß cantor hat er jährlich zuheben ... 20 libra butter, 2 schock käse
    1640 CöllnKons. 184
  • fuͤr ein schock eschen zu kuͤfen bandholtz - 2 rthl.ßl.
    1693 BremPolO. 163 Faksimile
  • vom schock eichener bohlen 2 fl. ... an zahl-geld gegeben werden
    1761 DanzigW. III 198
  • 1 schock sind 60 stuͤck
    1788 Gadebusch,Staatskunde II 98 Faksimile
III eine Berechnungseinheit für den Wert von versteuerbarem (Grund-)Vermögen, als Bemessungsgrundlage für die Schocksteuer; auch die Steuer selbst
  • das ayn ytleicher ... von aynem yczleichem schoke seiner guter geben schulde aynen halben groschen ... czu losunge
    1398/1407 IglauOberhof 208 Faksimile
  • sal ein iglicher burger vom schocke herfarten und reysen, was man dorauf noch gelegenheit des zogs setzen wirt, und was drin, oberley groschen uber das schog, so ein burger geben, befunden, sall ein iglicher, was das tragen wirt, vorrichten und geben
    1500 SaalfeldStB. 36
  • von jedem schock der liegenden grunde und stehenden erbe, der schoß-ordnung zuentgegen, ... mehr nicht allß einen schilling genommen
    1606 ActaBrandenb. II 461
  • ob ein pachter die kriegs-beschwerden zu tragen schuldig? ... mag derselbe so viel, als durch die erhoͤhung der schocke er beschweret wird, am pacht-gelde wohl abziehen
    1698 Lünig,CJMilit. Anh. 436 Faksimile
  • bey erweislichen und gehoͤrig klassifizirten kaduzitaͤten ist der unterschied zu beobachten, daß, im fall die grundstuͤcke zum theil noch zu gebrauchen, und also nicht vollstaͤndig kaduk sind, nach proportion ihrer nutzung in der gangbarkeit erhalten, die uͤbrigen schocke aber in die dekremente klasse gesetzet werden sollen, dahingegen sind diejenigen, so ganz und gar nicht zu nutzen oder an mann zu bringen sind, in die kaduke klasse zu lociren
    1716/92 Schwarz,LausWB. I 249 Faksimile
  • vererbte kammerguͤter sind mit schocken und quatembern zu belegen, und so welche veraͤußert werden, soll die rentkammer mit der obersteuereinnahme wegen derer davon zu entrichten habenden abgaben kommuniziren
    1720 Schwarz,LausWB. I 255 Faksimile
  • schock: ... [in] Sachsen eine gewisse auflage auf den guͤtern und haͤusern, nach welcher die soldaten-quartiere wie auch andere abgaben eingetheilet
    1743 Zedler 35 Sp. 624 Faksimile
  • man unterscheidet diese steuerschocke in gangbare, moderirte, decremente, caduce und verlorne schocke
    1758 v.Justi,Staatsw. II 328 Faksimile
  • daß die schocke immitelst von den fructibus naturalibus derer nutzbaren pertinenzien, durchgehends bey denen aemtern sowohl, als denen ritterguͤtern und staͤdten, pro rata auf vorhergehende rechtmaͤßige eintheilung abgetragen und in einnahme gebracht werden sollten
    1792 Schwarz,LausWB. I 248 Faksimile
  • [steuer] nach schocken wie in Chursachsen, wo man auf jedes gut, nach verhaͤltnis seines ertrags eine gewisse anzahl schocke gelegt, und dann eine anzahl pfennige von jedem schock als steuer bezogen
    1793 Lang,Steuerverf. 233 Faksimile
IV ein Maß für (Brenn-)Holz und Reisig; Gebinde
  • daß sie ... klafterholtz und reisig in zeiten hauen, in klafftern und richtige schocke legen und bey ohnbeliebiger straffe wegen des schocksreyses nicht rambsweise handlen sollen
    1693 HessSamml. III 370 Faksimile
  • das unterholz oder buschwerk wird nach schocken [gesetzet]
    1758 v.Justi,Staatsw. I 555 Faksimile
V ein Volumenmaß für Flüssigkeiten
  • von der nyen und olden zolen to samende juwelkem huse uppr der zulten geten twe schock vorwateres to iewelker gote
    1388 LünebUB. III 62 Faksimile
VI wie Schocktuch
  • darnach ist eine andere gattung [leinwandt], schock genant, die ist nur fünff viertel eln breitt, grob vnd klein vnnd mancherley kauffs
    1595 Leipzig/QÄWGMD. III 129

1schocken, schochen, v.

Getreidegarben, Heu uä. in Haufen setzen; nach Haufen zählen; mit einer nach Schock (I) berechneten (Zehnt-)Steuer belegen
bdv.: beschocken
vgl. mandeln