Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Schwägerschaft

Schwägerschaft

, f.

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I Verwandtschaftsverhältnis zwischen Schwägern (I) 
  • dat ghi vortmeer kyesen suldt richter, borgemeister, scepenen ind raide ind baide nae ghelegenheit der stede rechten ... ind des nyet laeten en suldt ... noch umb maigschap, noch umb swagerschap 
    1390/1401 KalkarStR.(Flink) Art. 133
  • dat si bi oerre bester witscap zoelen helpen kiezen twelef scepene, die beste ... ende orberlixte tot der stad behoef, ende dat si dat niet laten en zoelen om maesscap noch om swagherscap 
    1399 ZwolleStB. 226
  • maeghescap is drierleyde, die eene comet toe van gheboert, die andere van swagerscap, die derde van vaderscap
    1426/40 KleveStR. Art. 43
  • dat ... niet meer dan twee personen tzamen zullen ... zitten inden gherecht, die naerder malcanderen zijn van maesschappen of van zwagherschappen 
    1432 Fruin,Dordrecht I 108
  • waert saecke dat een twist geviele in S., ... dat alle die geenc, die buiten S. syn ende die dien partyen toebehoorden van maegschap of van swagerschap, dat sie eenen vasten vrede hebben viertien dagen
    15. Jh.? StaverenStR. Art. 73
  • abproch sal haben allein der man von den gebornen seines weibs sip biß zw dem fierden grad oder vnd salt verstan das von der schwagerschaft, welche vorgeet der ee. ob aber sie hernach volgt, so zerbricht sie nit die ee
    um 1500 Summa legum 183
  • [Ablehnung von Gerichtspersonen, wenn sie] des clagers nägstgesyppt fründt oder schwäger seyen jmm vierdten grad der sypptzal oder swagerschafft 
    1520 BairGO. 33r
  • wye blijft sitten, ende zoe ... in den bloot is van zwagerscap off maichscap, die sal sijn stemme ghene cracht hebben
    1523 Amersfoort 133
  • [so jemanndt sein hauß] verkhaufft, so mugen des verkhauffers zuegehörig person und freundt die ... nit von schwagerschafft gefreundt seyn, denselben khauf ... an sich nemen
    SalzbLO. 1526 Bl. 101r
  • wenn des breutigams und der braut grosvater und grosmutter schwester oder brüder kinder gewesen, so ist die ehe, ... von wegen der blutfreuntschaft und der schwegerschaft halben verboten
    1548 Merseburg/Sehling,EvKO. I 2 S. 32
  • so ein beysitzer eyner parthey mit sipschaft, schwagerschaft ... verwandt ... in denselben sachen einem theil advociert, ... so soll er ... sich darauf derselben sachen gentzlich entschlagen
    1555 RKGO.(Laufs) I 13 § 13
  • [Übschr.:] von straff vnordentlicher vormischung derer personen, so einander mit naher schwegerschafft vorwand
    1572 KursächsKonst. IV 24
  • lassen doch die keyserlichen recht ... auch ohn fuͤrbringung gewalts, beyde zu klagen vnd zu antworten, etliche personen zu, als nemlich diejenigen, so ... schwagerschafft halben nahend verwandt seint
    FrankfRef. 1578 I 6 § 8
  • ein prediger soll bey der versprechung seyn und zu sehen, das nicht gesuͤndiget werde wieder die blut-freundschafft, schwaͤgerschafft oder ansehen der eltern
    1582 CCNass. I 1 Sp. 447
  • disse 12 menne schal ... ein ... unpartielick hardeß-man, de ... beiden parten ... in der bort, schwagerschop, fruͤndschop ... nicht vorwandt is, uthnoͤmen
    1593 JütLow.3 III 64 § 2
  • sollen die brodtwieger ... angeloben, das sie ... nit ansehen gevatterschaft, schwagerschaft, freundtschaft
    16. Jh. Weinheim 405
  • diejenigen welche in ainem testament zu erben eingesezt worden, die können in solchen testamenten weder für ihr person zeugen sein, noch auch gar nachente befreündte, ehegemachel, kinder, eltern, geschwistrigt und welche von bluetsfreünd oder nächer schwägerschaft wegen andern fällen verdächtig angezogen möchten werden
    1608 OÖLTfl. IV 11 § 3
  • mögend ouch die, wölicher ehewyber einanderen geschwüsterte kind sind, vnd was in der schwagerschaft einanderen nächer zugethan ist, einanderen nit khundschaft reden
    1623 ZofingenStR. 324
  • daz die schwägerschafft keine vollzogene ehe auffhebt; denn es ist eine regula iuris. factum legitime retractari non debet
    1628 Apel,Collect. 50
  • [blutschand:] die uͤbrigen in ... schwagerschafft sich befindende persohnen sollen wuͤllkuͤrlich, doch schaͤrffer, als sonsten gemeine vermischungen, abgestrafft werden
    NÖLGO. 1656(CAustr.) 74 § 8
  • affinitas: die schwaͤgerschafft, ist eine verwandtschafft der personen, zwischen des manns und des weibs blutsfreunden, und zwischem dem weib und des manns blutsfreunden, so durch rechtmaͤßige ehe contrahiret worden ist ... nach dem jure canonico aber durch einen jeglichen beyschlaff
    1753 Oberländer 40
  • die verbindung, welche durch heyrath zwischen dem einen ehegatten, und den blutsverwandten des andern entsteht, heißt schwägerschaft 
    1794 PreußALR. I 1 § 43
  • wer ... durch schwägerschaft ... mit ihr [magistratsperson] verbunden ist, darf zur besetzung einer erledigten stelle nicht vorgeschlagen werden
    1794 PreußALR. II 8 § 124
  • in einem bezirksgericht und einem gemeindsrath können zwei im ersten grad der blutsfreundschaft oder schwägerschaft verwandte personen nicht neben einander sitzen
    1802 AktSammlHelvet. VIII 1558
  • sind schwieger-söhne und schwieger-töchter ihren schwieger-eltern den unterhalt schuldig; diese verbindlichkeit hört aber auf ... wenn jener von beyden ehegatten, durch den die schwägerschaft entstund, ohne ... kinder verstorben ... ist
    BadLR. 1809 Satz 206
II geistliche Schwägerschaft Angehörigkeitsverhältnis zwischen Paten (I) und Patenkind; zT. ein Ehehindernis
  • beschwerden ... über das ehepatent: ... dass man über das hindernis der ehe im dritten und vierten grade und über die geistliche schwägerschaft nicht ganz hinausgehe
    1790 Josephinismus IV 183
  • eine geistliche schwaͤgerschaft, d.i. eine verbindung eines ehegatten mit den geistlichen anverwandten des andern, oder eine gesetzliche, d.i. eine verbindung des einen ehegatten mit dem adoptiv-kinde des andern, oder des gatten eines adoptiv-kindes mit dem adoptirenden sind ... durch das canonische recht nicht als ehehindernisse aufgestellt
    T. Dolliner, Hdb. des in Oesterreich geltenden Eherechts I (Wien 1813) 226
unter Ausschluss der Schreibform(en):
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