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Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Seeräuber

Seeräuber

, m.

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jmd., der Seeraub verübt, Pirat
vgl. Kaper, Placker
Sachhinweis: S. Seybold, Der Pirat im Völkerrecht, in: SignaIuris 7 (2011), 149ff.

I hinsichtlich Verfolgung und Bekämpfung
  • ioncker K. ... dit land bituong, ende makese eerm wrmits zeeraweren 
    nach 1323 Richth. 112
  • enen ganzsen steden vrede to makende unde to holdende uppe der see, also dat wy mit der stede helpe den seroveren unde eren helperen sturen willen
    1339 HanseRez. I 63
  • die czerunge und koste, die wir und unser orden gethon haben widder die seerowbir, die die vorgenante stadt Wysbuͤ und das landt Gotlandt borgenant gewaldiglichn ingenomen hatten
    1399 MecklUB. 23 S. 552
  • kaͤysers Frideri III. privilegium vor die stadt Hamburg, daß sie moͤrder, ingleichen see- und land-raͤuber auf der see, Elbe, und wo sie derer sonst habhafft werden kan, greiffen und nach befinden an leib und leben straffen darff
    1468 Lünig,RA. XIII 952
  • of enich schipper uth eniger have eft stadt van der anze uthseggelde und sunder bevel ock wetten und willen der anzestadt pirate oft zerover vorde ende emande ... beschaedigede in live eft in gude, dat de coplude van der stadt und steden tho sodanem schaden geener wisze sollen vorantworden
    1516 HanseRez.3 VI 754
  • schüet idt, dat jenig schipper würde angefallen in der see, van fienden edder seerövern, und stellet sick thor wehre, so dat syn volck verwundet edder verlehmet werden, so schal de schipper ehm arstedien laten, und schal dat artzte-lohn, hüer, föringe und andere unkosting gabn, aver schip und gudt
    1559 Westphalen,Mon. IV 1831
  • daß in see die schiffe keine flagge ausstecken, damit die seerauber die nation nicht können, sondern grüne fähnlein
    1730 ArchKulturg. 5 (1907) 51
II hinsichtlich Duldung, rechtlicher Anerkennung; auch in Bezug auf Kaperei iU. zum Seeraub 
  • synt dar gewesen de hobitlude der seerover ... unde haben eynen vrede gelobit unde vorlegit deme riche von D. unde von N. unde deme gemeynen koufmanne der in der hense is, des gelich der koning unde syn rat unde de sendebotin der stede ... den vorbenometen zerobern weddir eynen vrede haben gelobit
    1386 HanseRez. III 203
  • Worde ock myt ienighen zeerouers conposicie vnde endracht gemaket, vnde myt genantem auergeuene gudt dat schip vnde ander guder van den roueren entfriget: den schaden schalme delen to geldende van schepe vnde gude in erberorder wise
    1497 HambStR.(Eichler) P 50
  • daruf sei geantwort, sei weren keine freibeuter ader seherauber, sonder ehrliche kreigsleute
    1570 MittStArchKöln 17 (1889) 94
  • caper, ein see-raͤuber, caperey zur see, ist soviel als das parthey-gehen zu lande, da man einander waͤhrenden orlog abbruch und schaden zufuͤget, daher man solche nicht gar wohl meer-rauberey nennen kan, obwohl es nichts besseres ist
    1742 SchatzKaufmLex. V 824
  • sogar den seeräubern ist man das versprochene zu halten schuldig, wenn man ohne vorhergehenden zwang sich mit ihnen in verträge einläßt
    1757 RechtVerfMariaTher. 339
  • wer ohne diese (kaperbriefe) auf kaperey ausgeht, wird als ein seeräuber angesehn
    1794 PreußALR. I 9 § 206
III
hinsichtlich der Bestrafung
  • dy vitalienbrudere, seherowbere ... dy in der ochte woren aller sehestete
    1396 MecklUB. 23 S. 125
  • das alle seerauber in des bapstes banne sind, ... das sind die jenigen die den kauffman beschedigen vnd berauben auff der see, da sie friede vnnd gnade haben soͤllen
    1408 (ed. 1574) Ekhardi,MagdebR. VI 14, 3
  • bogerende, dat men de, so up der iachte weren, als mothwillige sehrovere gefencklich setten und richten [solde]
    1535 RevalRatsurtb. 72
  • vredebrekers, straetschenders, zeerouers, moordenaeren ende dieuen ... mach der marckten vryheeden nyet helpen
    vor 1537 LeeuwardenStR. Art. 168
  • die Hamburger griffen die seeräubers mercklich an, und erschlugen ihrer bey 40, in die 70 wurden gefangen und gen Hamburg geführet, alda sie gekopffet, und ihnen nach ihrer arbeit gelohnet ward
    1557 Westphalen,Mon. II 1322
  • dat up vergangen saterdage vijff zeeroveren na hoer egen belijonge voert na der clueffttuech ende den stadtbocke, nempe 8 cap. 11, mitten sweerde gerichtet ende de koppen na older gewoenten up een staecke mit een galge daerboven gestelt
    1571 Alting,Diarium 184
  • das ein jeder schuldig sein solte bei poen ... dieselben seerauber und freibeuter mit ihren schiffen und geraubtem gut anzuhalten, die geraubte schiff und gueter dem kaufman zu wiedererstatten und ... die freibeuter und seerauber mit peinlicher leibsstraf nach verordnung gemeiner rechten zu verfolgen
    1581 MittStArchKöln 18 (1889) 18
  • ein seerauber, der ... anderer seefahrenden schiffe ... auff der freyen see, oder auff freyen haven und stroͤmen, gewaltsamer weise anfellt, dieselben oder jhre guͤter beraubet, vnd entweder sonst an leib und an gutt beschediget vnd beleidiget ... soll mit dem schwert gerichtet werden
    1603/05 HambGO. IV Art. 10
  • so seynd dessen [schutz] in genere nicht faͤhig diejenigen, welche schwere und grobe suͤnden und verbrechen begangen haben, wohin ... oͤffentliche strassen-rauber und strauch-diebe, see-raͤuber ... und uberlaͤuffer
    1705 KlugeBeamte I2 634
IV hinsichtlich des Umgangs mit Unterstützern und Beihelfern
  • wer, dat se se jerghende venden op sloten ofte anders war, unde se de serovere dar of esscheden, worde en dar wederstand ane, so solden se de ghene, de se en vorunthelden, huseden unde hoveden, unde de en behulpelik sint, like sculdich den seroveren holden
    1378 HanseRez. II 166
  • das ir ouch den euwern ... befelet, das sie die seeroubir nicht enhegen noch enspisen
    1395 CDPruss. V 73
  • ok en schulle wy noch en willet nene zeerovers entholden, edder jemende steden, de ze entholde in unzeme kerspele unde ghebede
    1408 BremUB. IV 488
  • en schal nymand zeerovere edder stratenrovere hegen edder husen, noch afkopen noch vorkopen
    1412 HanseRez. VI 69
  • dath nemandt apenbarn zerouhernn tho hulpe werden solle, noch mith vitallie, noch mith harnissche edder generlei wissz, wher eth woll dede, de sall synn liff vorbordt hebbenn
    Anf. 16. Jh. RigaStR. 232
V hinsichtlich des Umgangs mit den geraubten Gütern
  • is zotan gut czu Dantzik komen, das in der zelben wiis den zeerouberen sy werender hand abgewunnen
    1395 HanseRez. IV 287
  • das ich geschiffet hatte ... 4 vas werkis, die nomen die seerouwer unde furten sie kegin Frysslandt mit dem schiffe unde allis das dorynne was
    1402/4 DOrdHandelsrechn. 268
  • oft zeerouers jenich gud nemen vnd en dat weder genomen worde, is geramet, dat de jenne, de en dat weder nemen vnd de jenne de de koste stunden, de helfte dar van hebben vnd beholden mogen
    1417 Pard.,Coll. II 464
  • dat desselven W.s und synre medepartien gudere, de welke in den vurs. scheppe ute desselven serouvers handen gesalvert und behalden worden, dat de sullen helpen draghen den schaden van alle den anderen guden, de welke de vurs. serover ute denselven scepe genomen hadde
    1451 QKölnHandel I 403
  • wuͤrden seherauber gut in der sehe nemen, vnd jhnen solches wiederumb abgeiaget durch etzliche außliegere auff jhr eigene kost, so sollen sie die helffte des gutes behalten, vnd die ander helffte dem beschedigten kauffman zustellen
    1586 LübStat. VI 5 § 2
  • van seerover unde van seedrifftigem gude: vortmer schall nen man rover effte seedrifftich gudt kopen offte hanteren
    16. Jh.? Hach,LübR. 562
  • derhalben die jungen hertzoge endlich dasselbe haus haben belagert und erobert ... immassen hertzoge H. und die hamburger mit vielen schiffen ... und daselbst viele güter angetroffen, so den kauffleuten von den see-rœubern waren genommen
    1668 Westphalen,Mon. IV 1505
  • begebenheiten und zufaͤlle, welche ... zur haverey gerechnet werden muͤssen: ... 6) wenn der schiffer sein aufgebrachtes, von feinden, kapern oder seeraͤubern weggenommenes schiff und gut [ausloͤset]
    1766 PreußAssekuranz- u. HavereiO. § 218
unter Ausschluss der Schreibform(en):