Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): sieden/Sieden

sieden

, v.


I aus Sole durch Verkochen des Wassers Salz gewinnen; auch: von einer Siedegerechtigkeit Gebrauch machen
  • daz von irn wegen ouf dem selben prvnne fvrbaz iht gesoten werde
    1297 Kurz,Ottok. II 223
  • ein phunt haller jerlicher guͤlte uf dem siedene ... daz E.N. suͤdet 
    1320 Weber,Siedenserbleihen II 27
  • daß nymant sal an der vorgnanten phannen siden noch sy besitzen, er ensy geerbet zu dem salzwergk
    1332 ZBergr. 21 (1880) 189
  • si sullent auch gewalt haben, ob in des not beschicht, uͤber den suntag ze sieden 
    1354 Lori,BairBergr. 15
  • we to sotmesters alle jar wert ghekoren, de enschal nicht seden uppe der zulten
    1377 LünebUB. II 270
  • [wölcher] sewdet one der maister lawbe, als dick er das tůt, als dick ist er ye verfallen zehen pfündt ... und die maister haben gewalt, dem selben die pfannen zu werffen in denn herd
    1385 SignaIuris 2 (2008) 58
  • ob sy vns von gnaden wegen nach gemainer sudt ... mer salz woͤllen sieden lassen
    1449 Lori,BairBergr. 34
  • das die jenigen in der stadt Halle, die das thalguth in derselbten stadt sydende pfenner vormals gewest ader ... werden mogen, nicht eyne sunderliche innunge ... seyn sollen
    1479 Dreyhaupt,Saalkreis II 309
  • das wir ... uff dem rathause ... unser stadt Halle über der besetzunge des talguttes, wie das das künftige jhar gesotten soll werden, sitzen lassen wollen
    1479 Spittendorff 426
  • [wer] uns darinne ungehorsam wurde, dem wollen wir das zukommende jahr kein gutt zu sieden gunnen
    1479 Spittendorff 427
  • [ein Sieden] so jetzt K.F. seudt, ... so itz H.B. siedt 
    1480? InvBadWürt. X 10
  • das eyn ixlicher phenner sechs stugk zu eynem tagkewergke wergkenn unnd nicht meher wergkenn sal ... unnd das gar siden, wer das nicht helt, der sal das saltz verlorn habe ... und sal die knechte am libe straffen
    1493 ZThür.2 6 (1889) 509
  • [was] seiner pfann gebrech und mangel erschein, und wenig sied, daß sy solches den salzmairn ... ansagen
    1509 Lori,BairBergr. 139
  • wover sich durch ... hochguͤß, brunst oder anders zutruge, daß das gottshaus ohne schaden nit sieden koͤnnt [wollen wir zustatten kommen]
    1555 Lori,BairBergr. 285
  • [Übschr.:] van zoudtbrieven te maecken. van alle wit sout, dat van goeden groven soute gemaeckt sal werden, sal men soutbrieven verleenen, tsy van gesoden ofte gebraden soute
    16. Jh. Reimerswaal 180
  • daß unsere saltz beamte ... nicht mehr als in viertzig kothen sieden lassen
    1643 HessSamml. II 572
  • ob das franckenhäusische salz nicht gar undt tüchtig gesothen, undt also hierdurch die abfuhre geschwecht werde
    1647 ZThür.2 6 (1889) 515
  • soll er [zöllner] keinen pffänner, welcher nicht ein eigentümlich hauss habe unnd darinnenn wohnet, feuer und rauch helt, saltz zu sieden verstattenn
    1647 ZThür.2 6 (1889) 517
  • würde aber iemandt wider gehorsamb ... sieden, deme soll man mit zuziehung des platz-richters das fewr ausgiessen
    1665 Seibertz,UB. III 396
  • daß tag und nacht bei voller sale in jeder suͤlzpfannen ordinarie 13 suͤß salzes gesotten werden
    nach 1665 NStaatsbMag. VIII 21
  • ein zober, der kraut- oder kolen-zober genant, gehoͤret zu einen gnaden-pfannwergke, darbey kein koth, wird aber in das koth, darinnen der gnaden-pfaͤnner siedet, gegossen ... die bezahlung darvor geschicht in die fuͤrstl. magdeburg. rent-cammer
    1670 Hondorff,HalleSalzw. 20
  • das lohn, welches der pfänner dem würcker giebet, ist wöchentlich sechs groschen, es mag gesotten werden oder kaltläger sein
    1670 Hondorff,HalleSalzw. 78
  • soll keiner mehr als 2 pfannen sieden, die herrn-pfannen mit eingeschlossen
    HaalO. (1683) Art. 16
  • pfann-wercks recht. dieses recht saltz zu sieden, kan zu Hall in Sachsen niemand erlangen, er seye denn ein unbescholdener buͤrger, habe in der ring-mauer der stadt sein eigen hauß, darinnen er feuer und herd halten muß, seye verehliget, oder doch in ehelichen stande gewesen, mit eigenen auf seiner schrifft und nahmen stehenden pfannen besessen, oder stehe mit andern in der mit-belehnschafft, zahle bey ubergebung des besatz-zettuls 50. reichs-thaler in die pfanner-lade, und treibe sonst nebst diesem pfannen-wercke kein handwerck oder andere geringe nahrung
    1717 Hübner,ZtgLex.8 1305
  • diese zweyerley arten der salzwerke, naͤmlich da man entweder das salz als steinsalz in den gebirgen graͤbt oder aus den aus der erde hervorquellenden salzbrunnen siedet, gehoͤren auch in der that unter diejenigen ... dinge, die unter das bergwerksregal zu rechnen sind
    1758 v.Justi,Staatsw. II 268
  • da das sudwerk zu Reichenhall noch in privathanden war, sotte man auf 12 pfannen
    1770 Kreittmayr,StaatsR. 369
  • das recht, salz zu sieden und damit zu handeln, gehoͤret zu den regalien
    1781 HistBeitrPreuß. I 7
  • einpfaͤnner: ... salzsieder, der jaͤhrlich nur in einer pfanne 6 wochen zu sieden hat
    1808 Rinmann,BergwLex. II 454
II
seifensieden, verkochen von Talg ua. zur Herstellung von Seife (I), Schmiere, Öl oä.
  • daß die jenige, welche wagenschmier, fuͤrneiß, goldschlager-farbe oder dergleichen fette materien zurichten, dieselbe ... in einem ausser der stadt gelegenen sichern orth, allwo der gemein kein schaden zugefuͤgt werden kan, sieden 
    1688 CAustr. I 332
  • handwerksgenossen, so entweder öhl sieden oder mit ... feüer fangenden sachen umgehen, müßen ... mit aller möglichen vorsicht zu werck gehen
    1752 OberstenfeldFeuerO. I 4
III (Bier, Met) brauen
  • swer vor sunwentten niht hat gesotten met, haizzet metpan, der geit dem rihter xxx. pfenning
    14. Jh. PfarrkirchenUrb. 124
  • wann ainer auß frembdem wein ... vnd honig medt sieden [wurd, soll diser der herr seyn]
    1536 Fuchsperger,Inst. 20v
  • sein pierbrew ... hueb vonn stund an, byer zu sieden 
    1552 BayrStChr. 230
  • sollen die pierprewen in vnsern stetn vnd maͤrcktn gůt ... mertznpier sieden 
    BairLO. 1553 IV 2, 7
  • gebieten auch darauff allen vnd yeden obrigkaitn, der enden met gesotn oder geschenckt wirdet, das sy alßbald solch metbschau und -satzung bey jnen verordnen
    BairLO. 1553 IV 1 Art. 4
  • bierbraͤuer ... sollen das bier wohl sieden, und den emer nicht hoͤher als umb sechs schilling pfenning verkauffen
    1615 CAustr. I 218
  • [tax-ordnung:] wann jemanden die erlaubniß ertheilet wird, vor der zeit bier sieden zu doͤrfen, kommt zu erfordern: 10 fl.
    1759 KurpfSamml. I 271
IV (Garn, Tuch uä.) bleichen, färben
vgl. Siedegeld
  • [dat] garn, dat gesoeden is of ungezwirnt geverwet is, ... gein koufmansgoit en is
    1397 KölnZftUrk. I 50
  • geen verwer en sel laken sieden, ten heb sijn teiken van den blawen
    um 1400 HaarlemRBr. 102
  • sal niemant garn siden dann im bruwehus
    1455 KahlaUB. 90
V (Nahrungsmittel) garen, blanchieren; durch Kochen haltbar machen, zubereiten
  • [der dhumbrost zu Worms soll] der gemeynen eyn kessel halten, ir krut zu sieden 
    1490 Koeniger,SendQ. 299
  • [der hofmaister soll ain chrautsieder haben,] der mit dem kessel geet und den holden das chraut seut 
    15. Jh. NÖsterr./ÖW. XI 390
  • erkant ..., das ... ein meier ein ieglichen sitzman ein stuck gesotten und ein stuck gebradtes ieglichem geben soll
    1528 Unterelsass/GrW. V 428
  • was zum heergewedde gehöre? ... ein pott, darin man ein huhn sieden kann
    1697 Westfalen/GrW. III 104
VI herstellen von Salpeter, va. aus urinhaltigem Erdboden (zB. von Stallungen)
  • daß keiner ... jnnerhalb der statt ringmauren ... keinen salpeter mehr sieden noch leutern solle
    1617 StraßbPolO. App. 44
VII von silberhaltigen Münzen: weiß sieden durch Abkochen in Säure silberweiß werden lassen
  • [der Münzmeister] soll ouch die angster, schilling und behömsch ... wol geprägt, ouch suber wyss gesotten und wol zeichnet machen
    1597 SchweizId. VII 70
  • [das silber wird gestuͤcket,] die platten mit weinsteine weiß gesotten und endlich rein gepraͤgt
    1748 Jablonski,Lex. 704
VIII jn. brühen, verbrühen, in kochender Flüssigkeit zu Tode kommen lassen; va. als schwere Form der Todesstrafe; afries. seden dolch durch Verbrühen entstandene Wunde
  • hiet si den herrn von Ôsterrîche, der die ketzer sieden kan
    1216 Thomasin V. 12685
  • her buschof here, doit si seiden of erdrenct si und sent si over se
    1277/87 Hagen,RChr. V. 1237
  • enen ualscere scalmen sedhen umme ualsche penninghe
    1279 StadeStR. 106
  • dat van hangen oft van radt-braecken, van sieden oft van branden den dief oft den misdaedigen doet den bisschop syn gherichte doen
    1283 CoutMaestricht 10
  • ir ist och vil erblindet / henden vnd füeze gepfendet / enthovbtet vnd gesleifet / dur stocke dur hurste gestreifet / vnd lebendic gesotten / als div reht hant gebotten
    1293 Langenstein,Martina 136 V. 108
  • is auer des valsches j verdinc, so sal men ene seden in ener pannen
    um 1300 RigaStR. 184
  • [der keiser] liz eine butene bereiten mit wazzere ... und liz si dar în setzen unde liz grôz fûr dar under machin. und dar inne soit si einen ganzen tac und eine nacht
    1343/49 Mystiker I 249
  • [wer des reichs müntze gefelschet:] were ess aber ein muntzer selbe, den sulle man sieden in eime kessel, da ein quart oleis in sei, mit feur
    Mitte 14. Jh.? Untermosel/GrW. II 381
  • velchet der munczer sine pfenninge ... noch keyserrecht schol man in siden in einem kessel andehalber ellen tif, daz man yn durch dy ringe mit stricken an ein stange, dy man durch dez kesselz ringe gestoczen mac, gebinde muge, und schol in ole und in wine siden 
    1357/87 MeißenRB.(Oppitz) IV 17 Dist. 3
  • do de velschere zoden ward
    1375 HambKämmRechn. I 223
  • zwene falsche gezügen ... ze Bern als välscher in einem kessel gesotten 
    1392 P. Sommer, Scharfrichter von Bern (Bern 1969) 45
  • hwersa hijr en scalk sinne afta hera vrret ieftha morthat, sa ach ma hine bi riuchte inna tsietele to siathane and ne thor ma vmbe sin fereth nanne fia biada [wenn hier ein Knecht seinen rechtmäßigen Herrn verrät oder ermordet, so soll man ihn von Rechts wegen im Kessel sieden und darf man für sein Leben kein Geld bieten] 
    14. Jh. EmsigerR. 92
  • gaet yement om ... mit valschen ghelde ... men pleechten te zieden ende dairover te rechten mitten ketel
    Anf. 15. Jh. BrielRb. 207
  • mey ma thet bronddolch ne thet seden dolch nout twiskia ne a bote ne an scrifte [darf man die Brandwunde und die Brühwunde nicht unterschiedlich behandeln, weder in Bezug auf die Buße noch auf die Wundschrift] 
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 130
  • thene kattere barnma jefta siuth ma [den Sodomiten verbrennt oder siedet man] 
    1. Hälfte 15. Jh. FivelgoR. 162
  • eynen valschener schal men seden vmme valsche pennynghe
    1497 HambStR.(Eichler) O 18
  • do leth de Dracol den thatter in eynen ketel seden unde de andere thatters mosten ene ethen mit vleesche unde mit knaken
    15. Jh. ArchSiebb.2 27 (1896) 336
  • [Vorgehen der bischöf des gottesworts halben] mit fahen, türnen, blöcken, sieden, braten
    1524 FreibDiözArch.2 5 (1904) 104
  • [der pfaff hatt ein fraw] ermördt und daß gelt genummen, ist darnach gefangen worden und in ölig gesodten worden
    um 1567 Alsatia 1873/74 S. 430
  • wiewol inn der warheit alle straff so man wider sie [zauberer] fuͤrnimmet, mit brennen, braten vnnd sieden, bey weitem nicht ... zuvergleichen ... der ewigen jnen zubereiten straff, seiteinmal daß feur nicht vber ein stund, ja offt nit ein halbe weret, so hat die zauberer vnnd vnholden der rauch schon erstickt
    1591 Fischart,Daem. 200
  • zu den todesstrafen gehoͤrten das ersticken in suͤmpfen, das sieden in oehl oder wein oder wasser ... sonderlich fuͤr ... muͤnzverfaͤlscher
    1801 Rößig,Altertümer 320
IX (Leichen, Körperteile, insb. die tote Hand) zur Konservierung abkochen
  • swaz dâ herren lac tôt / die schuof der keiser daz man sôt / und fulte mit ir gebeine / drî sarke
    um 1233? Stricker,Karl V. 10490
  • sôt man in dâ / und fuorte die lîche her
    vor 1322 ÖRChr. I Vers 38275
  • die cleger myt orlof des richters ind der scepenen sall die doide handt nemen ind doen die in enen nyen erden pot myt water ind myt salt ind syeden die handt voirs. drie uren of vier lanck
    1390/1401 KalkarStR.(Flink) Art. 82
  • do starf he in deme weghe to P., dar wart do de here ghesoden unde dat wart ghevoret to Narbona myt der koldunen unde wart dar ghegraven in den dom
    um 1435 Schiller-Lübben IV 164
  • [für zauberer zu halten seyn] welche todte köpff vnd gebainer sieden vnd zu pulfer machen
    1611 Panzer,BayrSagen II 272
X
(Hagel, Unwetter) durch Kochen einer Hexenrezeptur herbeizaubern, etw. zum Zweck eines Wetterzaubers abkochen; als Hexerei strafbar
  • vil schelmen ... schenden, lestern ouch ein yeden vnd aller welt ein hagel sieden 
    1512 Murner,Narrenbeschw. 152
  • zu strafen ... alle unholden, hexen, so das wetter machen, hagel sieden, mit verzauberten ruoten heimliche schätz suochen
    1531 BaselJb. 1905 S. 83
  • daß sie kraͤuter vnd sonst materien in einem hafen sieden, vnd wenn darnach ein vngewitter kompt, so meynen als denn die zaͤuberin, es sey von jnen gemacht
    1575 TheatrDiab. 190v
  • entferbet sich die sonn, mehr als wann die hexen hagel sieden 
    1582 Fischart,GeschKl.(Sch.) 460
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):

Sieden

, n.


I (anteilige, befristete oder auch erbliche) Siedeberechtigung in einer Saline; auch: (mit dem Recht zu sieden I ausgestattete) Siedestätte
  • so habend mein herr ain syeden auf den prunen datz Halle, vnnd dy wasser, di hernach geschriben steend
    1285 Lori,BairBergr. 4
  • daz die gæistliclhen wͦn ... sich verriht habent mit H.Z. vmbe syeden vnd umb daz wazzer daz dar zv hort, daz in vrů G. vnd vro I., ir snůr, ze rͤhetem selgeræt gegeben heten
    1290 Reichenhall/CorpAltdtOrUrk. II 509
  • daz di geistlichen frowen der predigær ordens ze A. sich verrihtet habent mit H.Z. vmbe daz sieden vnd vmbe daz wazzer, daz da zvͦ gehoͤrt
    1290 Eggenfelden/CorpAltdtOrUrk. II 542
  • daz ich ... von dem ertzbistum ze Salzburch ze lehen han ... daz newe sieden in dem Hællein
    1299 CorpAltdtOrUrk. IV 394
  • daz wir datz vnseren sieden zu Halstat, daz wier ... gepawet vnd gestiftet haben, zwelif phanhausstet haben ausgegeben
    1311 OÖUB. V 36
  • haben wir daz selbe sieden ze Halstat genomen in unsern scherm vnd in unser gnade
    1314 OÖUB. V 128
  • [Verpfändung] des vorgenanten gůtes von dem sieden, von dem saltz zolle
    1317 Szaivert,TirolKanzleibuch 91
  • [von reichs wegen zu verkauffen ist daz gut der purger ze Halle,] di von ir missetat in unser und dez reichs ungnode ... vervallen seind, ez sei ... wisen, holtz, sieden, hausern
    1341 Böhmer-Ficker 537
  • daz man in [den Schlierbacher Klosterfrauen] jerlich von unserm sieden an der Hallstat geben und raichen sol an maͤutt und an alle irrung 60 fueder saltzes gotszeil ze der zeit als man andern frawenkloͤstern in Österreich ier saltz geit und raichet
    1372 OÖUB. VIII 564
  • geben wir ... von unserm ampt und syeden an der Hallstatt alle iar ewikleich sechczig fuder salcz zu notdurft dez gotshauses
    1380 FRAustr. 59 S. 50
  • daz wir verliechen haben unser sieden H.J., burger ze H., sin lebtag ... und sol der vorgn. H. unß die sieden halten in rechtem bu
    1409 Weber,Siedenserbleihen II 43
  • uns soll auch vnser ... herr von Salzburg ... den kauff des eysen in ihrer gnaden landt vergunnen, doch zu zeiten, so sy zu notturfft ihrer sieden mit eysen fuͤrgesehen sein
    1449 Lori,BairBergr. 35
  • daß die siedhern und die seutter den scheibstoß gleich miteinander haben sullen; dan den chrotelstoß sullen die siedhern darzu allein haben als zu ainem vorteil, daß sy den sieden desterpaß vorgesein mugen
    1452 Lori,BairBergr. 37
  • ein jeder [soll] auf sein sieden ... auf das muͤnst ain pfundt rechen ... zu einem vorrath auf seinen lanntern haben
    1509 Lori,BairBergr. 140
  • an dem sieden hat J. ... den 6. teil und ich C.H. lic. xvi eimer und 2/3 eines eimers
    um 1530 InvBadWürt. X 10
  • [urthelbrief:] wegen des erbs am sieden allhie zu H. im haalhauß am sullferthor
    1542 Weber,Siedenserbleihen II 165
  • dasz allwegen, wan man die sieden verleyhet, der elttest sulmaister ... den handstraich thut
    1550 HallChr. 69
  • [verschwender werden ohne buͤrgschafft] zu denen sieden nicht gelassen
    HaalO. (1683) Art. 3
  • salzwerksgerechtigkeit: ... arten der verleihungen: 1. erb und eigne sieden, 2. freieigne sieden, 3. erbfliessende siedens g[erechtigkeit]
    1815 Mittermaier,VersuchPrivR. 56
II Siedezeit, festgesetzte Zeitspanne, während der (erlaubtermaßen) Salz gesotten wird; ua. zur Bemessung von Siederechtsanteilen
  • sie halten keine schichten, sondern wechseln nur von sieden zu sieden dergestalt, daß wer in der einen siede-woche vor- oder ersteman gewesen, in der andern siede-woche [letztemann wird]
    1670 Hondorff,HalleSalzw. 39
  • holtz-gelder, vor welche der rath und pfaͤnnerschafft ..., solche nach jedem sieden richtig abzutragen, caution leisten muß
    1688 MagdebPolO. 83
  • besatzungsjahr 1785: in welchem neun dreytaͤgige sieden ausgesprochen sind
    1786 Gatterer,TechnolMag. I 56
III Tätigkeit des Salzsiedens 
  • [daz wir uns verpunden haben] vier hundert march silbers ze geben ... mit holtz zu dem sieden alle wochen zwo phanne, also daz uns ie di phanne für zehen march silbers ab geslagen wird
    1334 Dopsch,Forsch. XII 223
  • [unnser waldmaister sol anzaigen] in welchen wälden sy yedes jars die notdurft holz zum salzärzt und syeden ... slahen sollen
    1524 SalzbWaldO.(FRAustr.) 46
  • so soll aller fraͤvel, abstraffung, wo, wie, oder aus was ursachen die beschehen, es sey gleich bey dem sieden oder von der arbeit wegen ... dem pfleger allein ... gebuͤhren
    1593 Lori,BairBergr. 347
  • daß sie [salzarbeiter] nit auf einmahl miteinander von der arbeit abseyn daͤrffen, und man etwann mit dem sieden kalt liegen, oder sonsten beym wesen, verhinderung leyden muͤsse
    1620 Lori,BairBergr. 406
  • beschwerde der meister wider der handwerksleute ... eindringen in das sieden 
    1682 InvBadWürt. X 63
unter Ausschluss der Schreibform(en):
unter Ausschluss der Schreibform(en):